-
Prolog
Venedig – endlich! Schon seit einigen Jahren möchte ich diese, wie ich finde, ziemlich einzigartige Stadt auf Pfählen, mit Kanälen statt Strassen und mit fast ausschließlich historischen Gebäuden besuchen. Problem allerdings die Touristenmassen, in den letzten Jahren noch verstärkt durch die Kreuzfahrttouristen. Daher eigentlich ein Ort, den ich normalerweise meide. Aber die Anziehungskraft ist dann doch zu groß und als ich im Januar 2019 noch Urlaubstage übrig habe, Peter mal wieder geschäftlich unterwegs ist und sowieso kein Interesse an Venedig hat, ist der Zeitpunkt gekommen.
Ich hatte vorgehabt, als Unterkunft ein Hotel zu wählen, da ich den Trend der letzten Jahre, in Städten mit vielen Touristen Wohnungen lieber an Touristen als an Einwohner zu vermieten (und damit ein Vielfaches zu verdienen), nicht gut finde. Nach einem ausführlichen Blick auf die Hotelzimmer wurde es dann aber doch eine Ferienwohnung. Ich habe kein Hotelzimmer gefunden (zu einem normalen Preis), das auf mich einen gemütlichen Eindruck gemacht hätte, ein Zimmer in das ich gerne bei früher Abenddämmerung und niedrigen Temperaturen im Januar nach ein paar Stunden Besichtigung zurückgekommen wäre. Die Zimmer waren alle deprimierend altmodisch, entweder kahl oder überladen eingerichtet, es gab keines mit der Möglichkeit sich einen Kaffee oder Tee zum Aufwärmen zuzubereiten und in den Bewertungen über Winteraufenthalte war sehr oft von nicht ausreichender Wärme in den Zimmern die Rede.
Da habe ich dann doch eine frisch renovierte, moderne, gemütliche Wohnung gegenüber vom Bahnhof S. Lucia gemietet, es war wunderbar warm und es gab eine vollständig ausgestattete Küche, über die ich, als in der zweiten Urlaubshälfte eine Erkältung hatte, sehr froh war (heißer Tee).
Überblick Kosten
Hotel: EUR 465,12 (inkl. EUR 18,00 City Tax), 6 Nächte, bei booking.com gebucht, Ca’ Savina Hallids Apartments (Apartment Alba), Venedig, Santa Croce 567/C, gegenüber Bahnhof S. Lucia, 1 Schlafzimmer, 2 Bädern, Wohn- (mit Schlafcouch), Esszimmer mit Küchenzeile, Terrasse, inkl. Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung
Zug nach/von FRA: EUR 40,00
Flug: EUR 129,30 (LH, inkl. 23 kg Aufgabegepäck, Sitzplatzreservierung, Getränke, Snack) direkt bei LH gebucht
City Pass Venedig (öffentliche Verkehrsmittel, Fahrten vom/zum Flughafen, Eintritt in alle städtischen Museen): EUR 96,00, auf der Homepage von Venezia Unica gebucht
1. Tag – Donnerstag, 17.01.
Ich nehme einen frühen Zug zum Flughafen, mit dem muss ich nur einmal umsteigen und bei eventuellen Verspätungen hätte ich noch genügend Zeitpuffer. Aber der Zug ist pünktlich um kurz vor 9 Uhr am Flughafen Frankfurt. Wie schon letztes Jahr beim Flug nach Lissabon im Januar, ist auch heute wenig los, der Koffer ist schnell abgegeben, dann gibt es ein zweites Frühstück, gegen 10 Uhr dann durch die Sicherheitskontrolle. Später esse ich noch ein belegtes Sandwich zum Mittagessen, kaufe nochmal Wasser ein und mit 20 Minuten Verspätung startet dann das Flugzeug um 13 Uhr.
Wegen des Streiks des Sicherheitspersonals vor zwei Tagen und dadurch verursachten Flugausfällen, ist das Flugzeug komplett voll. Von meinem Fensterplatz kann ich auf die in diesem Winter tief verschneiten Alpen schauen, einfach wunderschön.
Um 14.20 Uhr lande ich in Venedig (VCE), Koffer abholen, Toilette, Ticket für die Öffis aus dem Automaten ziehen (ich habe schon zu Hause online einen City Pass bei Venezia Unica gekauft, der neben zwei Fahrten vom / zum Flughafen, 7 Tage alle sonstigen öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig und den Eintritt in alle städtischen Museen umfasst. Das Ticket für den ÖPNV muss ich mit einer PIN dann noch aus dem Automaten holen, zum Eintritt in die Museen genügt mein Ausdruck des City Passes, den ich zu Hause gemacht habe).
Ich nehme dann den Bus um 14.55 Uhr nach Venedig. Der ist fast leer und muss an kaum einer Haltstelle anhalten und so komme ich schon um 15.15 Uhr an der Piazzale Roma, dem Busbahnhof direkt hinter der Brücke, die die Stadt mit dem Festland verbindet, an.
Und nun, sozusagen auf den letzten Metern, steht mir der unangenehmste Teil der Anreise bevor: Kofferschleppen über Kanalbrücken. Der check-in findet nicht in/bei der Ferienwohnung statt, sondern in den Büros des Vermieters/Verwalters. Eigentlich nur ein paar hundert Meter von der Ferienwohnung entfernt, aber auf der anderen Kanalseite und direkt vor dem Büro ist nochmal eine (immerhin kleine) Brücke. Dummerweise gehe ich auch noch einen Umweg, obwohl ich mir den Weg vom Busbahnhof auf Street View gut eingeprägt habe (dachte ich zumindest). Na ja, geht auch vorüber und ich sehe schon mal einige idyllische Ecken, das kann ich trotz Gepäck schon genießen.
Nach Erledigung der Formalitäten geht der Angestellte mit mir zur Ferienwohnung (und trägt mir den Koffer über die Brücken ;D) und zeigt mir dort alles.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190117_010_kopiei3kcd.jpg)
(die Ferienwohnung ist im Hintergebäude des roten schmalen Hauses in der rechten Bildhälfte)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190117_011_kopieo2j63.jpg)
Nach einer kurzen Pause gehe ich in den Coop Supermarkt an der Piazzale Roma, kaufe fürs Frühstück ein und nehme einen Salat fürs Abendessen mit.
Nach dem Auspacken und Essen gehe ich mit Fotoapparat und Stativ gegen 18.30 Uhr nochmal raus und mache ein paar Bilder von der nächsten Umgebung. Leider ist kaum ein Haus und schon gar keine Kirche beleuchtet. Die Straßenlaternen sind dagegen etwas zu hell, aber immerhin spiegeln sie sich schön im Wasser.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190117_012_kopiewpjiy.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190117_013_kopie9lkfk.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190117_016_kopiennjwq.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190117_017_kopiezwj05.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190117_018_kopieljk1l.jpg)
Wetter (in Venedig): leicht bewölkt bzw. neblig, ca. 8° C
-
Da bin ich dabei :toothy9: ... denn mir geht's wie dir:
Venedig – endlich! Schon seit einigen Jahren möchte ich diese, wie ich finde, ziemlich einzigartige Stadt auf Pfählen, mit Kanälen statt Strassen und mit fast ausschließlich historischen Gebäuden besuchen.
... allerdings habe ich es noch nicht geschafft :'(
-
Herrlich! Schon die ersten Fotos versprechen viel Venedig! Ich liebe diese Stadt!
Freue mich auf das Mitreisen!
-
Da bin ich mal gespannt wie es im Januar in Venedig ausschaut. Die ersten Bilder sind schon mal vielversprechend :)
-
Ich mochte es total dort bei Dunkelheit durch die Stadt zu gehen, wenn die ganzen Tagestouristen weg waren!
-
Da bin ich auch dabei. Ich kenne Venedig auch nur als Tagestourist von der Adria aus. Dafür aber noch zu Zeiten, als es noch nicht soooo überlaufen war. In der Dunkelheit habe ich es noch nicht erlebt.
-
Herzlich willkommen allen Mitreisenden! Silvia, ich bin froh, dass ich nicht die einzige bin bzw. (jetzt) war, die noch nie in Venedig war.
Tagestouristen gab es im Januar eher keine oder nur wenige, zumindest ist mir nicht aufgefallen, dass es Abends ruhiger gewesen wäre. Allerdings war ich auch nicht allzu spät zu Fuß unterwegs, das war mir alleine irgendwie zu unheimlich, da man sich dort recht schnell verläuft und schon tagsüber manchmal ganz alleine war, so dass man niemand nach dem Weg hätte fragen können.
Vor dem Wochenende gibt es noch den nächsten Tag, den ich wegen der vielen Bilder in zwei Teilen einstelle, da habt ihr genug zu lesen bis es vermutlich am Montag oder Dienstag weitergeht.
2. Tag – Freitag, 18.01. - Teil 1
Gegen 8.30 Uhr gehe ich heute Morgen über die Ponte Scalzi und schaue den Canal Grande hinauf und hinunter, hier habe ich gestern Abend schon fotografiert, nun also das Ganze bei Tag.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_001_kopieb4kyv.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_002_kopie5oj7x.jpg)
Es ist extrem feucht, obwohl es nicht regnet, leichter Nebel hängt in der Luft und es ist mild genug, dass ich auf dem Vaporetto, das mich von der Station Ferrovia den Canal Grande in Richtung Zentrum fährt, draußen sitzen kann.
Ziemlich unwirklich, dass ich nun tatsächlich auf diesem Kanal entlangfahre, vorbei an all den alten Palazzi, die zum Teil ziemliche Schäden, hauptsächlich wohl durch die Feuchtigkeit, aufweisen.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_005_kopieaskd3.jpg)
Das Vaporetto fährt am Rialto Mercado vorbei, hier steigen gerade Passagiere aus einer der Gondelfähren, die von einem Ufer des Canal Grande zum anderen pendeln, aus – ganz schön wackelige Angelegenheit.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_007_kopieu6jkr.jpg)
Nach einer Kurve kommt die Rialto Brücke in Sicht, direkt daneben der renovierte Fondaco dei Tedeschi, in der sich seit kurzem ein Luxuskaufhaus befindet.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_008_kopiecojao.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_010_kopiemnjwj.jpg)
An der Haltestelle Rialto kurz nach der Brücke ist unerwartet (für mich) Endstation für diese Fahrt, eigentlich fährt das Vaporetto noch weiter bis San Marco, aber es gibt wohl ein paar kürzere Fahrten. Na gut, dann gehe ich eben zu Fuß weiter bis zu meinem Ziel, der Piazza di San Marco.
Und dann stehe ich tatsächlich auf diesem so bekannten Platz - und finde ihn gar nicht so «faszinierend», «atemberaubend» und wie er sonst noch in ähnlichen Worten beschrieben wird. Ich finde, es gibt schönere Plätze in verschiedenen Städten, die ich schon gesehen habe. Die tatsächlich auch mich sehr beeindruckende Basilica di San Marco wirkt sehr klein und geht neben dem, nach meinem Geschmack zu wuchtigen Campanile, etwas unter. Auch gefällt mir der unterschiedliche Baustil der verschiedenen Gebäude auf dem Platz nicht.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_014_kopiee7jzw.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_015_kopiej4jd1.jpg)
Gut gefällt mir dagegen der zweite Teil des Markusplatzes mit dem wunderbar verzierten, pastellfarbenen Dogenpalast und dem Blick auf den Kanal und die gegenüberliegende Insel San Giorgio.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_016_kopieiokur.jpg)
Ein sehr schönes Motiv hier sind die schwarzen Gondeln im Vordergrund und die wegen des Nebels kaum zu erkennenden Gebäude auf San Giorgio.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_022_kopiep5ji5.jpg)
Dann werfe ich noch einen kurzen Blick auf die bekannte Seufzerbrücke. Hier haben sich schon viele asiatische Touristen versammelt.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_021_kopiexpksz.jpg)
Der Markusdom öffnet erst um 9.30 Uhr, so dass ich noch kurz warten muss. Dann kann ich mit ein paar wenigen anderen Touristen hinein. Fotografieren darf man hier nicht, woran ich mich, im Gegensatz zu vielen anderen auch halte, zumal es sowieso trotz dem vielen Gold an der Decke und den Wänden ziemlich düster ist. Der Weg, den die Touristen durch die Kirche gehen dürfen, ist streng vorgegeben, überall steht Sicherheitspersonal, da leidet die Atmosphäre doch etwas darunter, dennoch ein sehr beeindruckender und außergewöhnlicher Kirchenraum. Der Eintritt in die Kirche ist frei, es gibt aber zusätzlich verschiedene kostenpflichtige Teile der Kirche zu besichtigen, darauf verzichte ich heute, mal sehen, ob ich in den nächsten Tagen nochmal herkomme.
Nun gehe ich in den Dogenpalast, den ich fast für mich alleine habe. Auch hier ist alles sehr düster, einige der Räume sind prunkvoll verziert, andere dagegen eher kahl. Wirklich beeindruckend sind die riesigen Gemälde - ein Sessel davor und ein Fernglas und man könnte sich einen gemütlichen Abend machen, ohne sich zu langweilen. Die Bilder wurden von Künstlern wie Tintoretto, Tizian und Veronese, sowie wohl ihren Schülern in jahrzehntelanger Arbeit gemalt. Eines davon ist mit 7 x 22 m das größte Ölgemälde auf Leinwand der Welt.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_025_kopiec5k9s.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_027_kopiexzkvj.jpg)
Dann geht es durch schmale, schmucklose, dunkle Gänge über die Seufzerbrücke, die ich vorhin von außen angeschaut habe, in die Verliese. Einer der bekanntesten Insassen war Casanova.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_028_kopiem1k8h.jpg)
Als letztes schaue ich mir noch den schönen Innenhof des Palazzo Ducale an.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_029_kopie09jxk.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_031_kopiel2klb.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_032_kopiep6j9k.jpg)
Wieder auf dem Markusplatz hat sich die Sonne ein bisschen gegen den Nebel durchgesetzt, so dass der Blick über die Gondeln zur Insel San Giorgio wieder anders wirkt als vorhin.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_033_kopie5zkl3.jpg)
Hier vom Markusplatz aus starte ich dann einen Rundgang durch das Markusviertel. Zunächst geht es durch das Geschäftsviertel, in dem sich eine Luxusboutique und ein Souvenirladen an den anderen reiht, sehr viele, insbesondere asiatische Touristen sind hier unterwegs, z.T. schon schwer bepackt mit vielen Tüten. Dieses Gebiet lasse ich schnell hinter mir und komme dann an idyllischen Kanälen und dazwischen immer wieder schönen Plätzen vorbei. Die Anzahl an Touristen ist nun merklich geringer. Sehr schön ist die Wendelturmtreppe des Palazzo Contarini del Bovolo.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_038_kopieuik64.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_039_kopiemtk0r.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_040_kopien0kmn.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_042_kopiel7j6j.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_043_kopie2vj1v.jpg)
Gegen 12 Uhr bin ich mit meinem Rundgang durch das Markusviertel fast fertig und gehe zum Mittagessen ins Le Café am Campo Santo Stefano. Die schwarzen Spaghetti mit Tintenfisch sind sehr lecker (zusammen mit einem Mineralwasser EUR 20,00) und eine Pause ist nun dringend nötig.
Gestärkt beende ich den Rundgang, schaue nochmal am Markusplatz vorbei und (erneut) bewundere ich den Blick hinüber nach San Giorgio.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_048_kopiew2jhy.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_047_kopiea6kzh.jpg)
Dann gehe ich ins am Markusplatz liegende Museo Correr (in meinem Venezia Unica City Pass enthalten), das mich aber nicht begeistern kann. Es gibt ein paar Prunksäle, einige schöne Bilder der bekannten venezianischen Maler (Veneziano, del Fiore, Bellini, Carpaccio), einiges zur Geschichte Venedigs, aber insgesamt recht lieblos und eher altmodisch präsentiert. Vielleicht bin ich heute aber auch schon mit Eindrücken übersättigt, nach dem Markusdom und dem Dogenpalast.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_050_kopieycjd8.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_051_kopiefzjqe.jpg)
weiter geht's in Teil 2
-
2. Tag – Freitag, 18.01. - Teil 2
Als ich gegen 14 Uhr wieder ins Freie komme, scheint die Sonne. Also nochmal den Markusplatz, den Blick hinüber nach San Giorgio und auf die Seufzerbrücke fotografiert.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_053_kopieohj2f.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_054_kopiezekk6.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_055_kopievkkyn.jpg)
An der Vaporetto Station hier am Markusplatz nehme ich dann das nächste Boot bis Ferrovia, also nochmal die gleiche Strecke wie heute Morgen, nur in die andere Richtung und nun bei Sonnenschein.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_056_kopiecvj23.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_059_kopiep1jt5.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_061_kopieo9kgp.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_063_kopiej5khx.jpg)
Danach mache ich eine Stündchen Pause in der Ferienwohnung.
Gegen 15.30 Uhr breche ich zu einem Spaziergang durch die Stadtviertel Santa Croce und San Polo auf, die das Gebiet von meiner Ferienwohnung über den ganzen Bogen des Canal Grande bis hin zur Rialtobrücke umfassen. Hier gefällt es mir richtig gut, es gibt sehr idyllische Ecken.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_065_kopiemhj5r.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_066_kopiei0jrp.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_068_kopie3ljwe.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_070_kopievxkfs.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_073_kopie8okf4.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_074_kopie6kje7.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_076_kopienvjjd.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_078_kopierkj90.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_081_kopieedjaz.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_083_kopiez6k9b.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_084_kopieqhk4m.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_085_kopie4akwf.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_086_kopieekjeu.jpg)
Bei Dämmerung und Dunkelheit mache ich schließlich noch ein paar Bilder von der ziemlich mit Touristen gefüllten Rialto Brücke (da ich das Stativ nicht auf meinem Rundgang mitschleppen wollte, habe ich im sog. Sternenlichtmodus meiner Kamera fotografiert, damit sind verwacklungsfreie Fotos auch bei Dunkelheit aus der Hand möglich, wirklich schöne Bilder sind das aber natürlich nicht).
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_088_kopien6js5.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_089_kopiee6jf7.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190118_090_kopieifjwe.jpg)
Dann kaufe ich in einem kleinen Supermarkt bei der Rialtobrücke etwas zum Abendessen ein und fahre danach mit dem Vaporetto zurück bis Ferrovia. Es ist warm genug, dass ich auf dem Boot draußen sitzen kann. Das macht Spaß, so im Dunkeln durchs Wasser zu gleiten, aber wie gestern Abend schon stelle ich fest, dass es leider überhaupt keine schöne Beleuchtung gibt. Wenn nicht gerade Licht in den Wohnungen brennt, sind die Häuser vollkommen dunkel, die Kirchen auch. Wenn ich daran denke, welch tolle Lichtkonzepte viele andere Städte, selbst Dörfer heute haben, vermute ich, dass es Venedig nicht nötig hat, sich diesbezüglich anzustrengen, die Touristen kommen ja sowieso – schade.
Gegen halb sieben bin ich dann für heute endgültig zurück in der Ferienwohnung.
Wetter: vormittags dunstig/neblig, ca. 8 °C, nachmittags teils sonnig, kalter Wind, ca. 4°C, abends leichter Regen, ca. 5 °C
-
Hallo Christina,
meinen verspäteten Zustieg bitte ich zu entschuldigen, doch derzeit überrollt mich der Job ::) .
Zum bisher ersten und letzten Mal besuchte ich Venedig vor 38 Jahren. Damals war es noch nicht so überrannt.
Gut, dass die Stadt stets in den Medien vertreten ist, sonst würde man sich an manches gar nicht mehr erinnern. Mir blieb aber das erste blaue Eis in Erinnerung, das ein Eisverkäufer auf der Rialto-Brücke anbot. Die Kugel war so lecker und dann dauerte es mind. zwei Jahrzehnte, bis man endlich blaues Eis hierzulande kaufen konnte. Ich bin kein großer Eiscremeliebhaber, doch bei einer Kugel Azzuro, Engelsblau oder wie es auch immer bezeichnet wird, kann ich nicht widerstehen :verlegen:. Soviel zu meinen Erinnerungen an die Lagunenstadt.
Mit der FeWo hast du Glück gehabt und viel Leute sind zu der Jahreszeit nicht unterwegs.
Ich bin auf weitere, schöne Eindrücke und Bilder von dir gespannt.
-
Ich finde es immer wieder interessant, wie sehr sich ein Motiv bei unterschiedlichem Wetter verändert :thumb: sehr schön mit den schwarzen Gondeln zu sehen.
-
Endlich jemand, der auch nicht die schwärmerische Begeisterung über den Markusplatz teilen kann ;) Hatte das, als wir da waren, auf die Menschenmassen geschoben, aber auch leerer wirkt er nicht so wie ich es nach Beschreibungen erwartet hätte ::)
Schön, dass die Sonne noch rauskam, da macht so ein Bummel gleich vielmehr Spaß
-
ich war zu Studentenzeiten mal einen Tag in Venedig per Tagesausflug von unserem Toskanaurlaub aus und kann mich was den Markusplatz angeht nur noch an tausende Tauben und ebensoviele Touristen erinnern. Außerdem hat das Wasser nicht so verlockend gerochen. Ich glaube du hast dir genau die richtige Jahreszeit ausgesucht: wenig Touristen und kein stinkendes warmes Wasser. Die Bilder sehen wirklich sehr ansprechend aus. Ich hatte Venedig auch eher als -muss man mal gesehen haben-habe ich jetzt gesehen-abgehakt
Ich kann mich noch an horrende Restaurantpreise erinnern was zu Stdentenzeiten zusätzlich abschreckend war. Die richtig schönen Ecken die du besucht hast abseits der Hauptrouten haben wir definitiv nicht gesehen, dafür war an einem Tag auch nicht Zeit genug.
-
Gut, dass die Stadt stets in den Medien vertreten ist, sonst würde man sich an manches gar nicht mehr erinnern. Mir blieb aber das erste blaue Eis in Erinnerung, das ein Eisverkäufer auf der Rialto-Brücke anbot. Die Kugel war so lecker und dann dauerte es mind. zwei Jahrzehnte, bis man endlich blaues Eis hierzulande kaufen konnte. Ich bin kein großer Eiscremeliebhaber, doch bei einer Kugel Azzuro, Engelsblau oder wie es auch immer bezeichnet wird, kann ich nicht widerstehen :verlegen:. Soviel zu meinen Erinnerungen an die Lagunenstadt.
Blaues Eis habe ich noch nie gegessen, ich denke immer, dass das irgendwie ziemlich süß nach Kaugummi schmeckt und sowas mag ich gar nicht.
ich war zu Studentenzeiten mal einen Tag in Venedig per Tagesausflug von unserem Toskanaurlaub aus und kann mich was den Markusplatz angeht nur noch an tausende Tauben und ebensoviele Touristen erinnern. Außerdem hat das Wasser nicht so verlockend gerochen. Ich glaube du hast dir genau die richtige Jahreszeit ausgesucht: wenig Touristen und kein stinkendes warmes Wasser. Die Bilder sehen wirklich sehr ansprechend aus. Ich hatte Venedig auch eher als -muss man mal gesehen haben-habe ich jetzt gesehen-abgehakt
Ich kann mich noch an horrende Restaurantpreise erinnern was zu Stdentenzeiten zusätzlich abschreckend war. Die richtig schönen Ecken die du besucht hast abseits der Hauptrouten haben wir definitiv nicht gesehen, dafür war an einem Tag auch nicht Zeit genug.
Tauben gibt es heutzutage kaum noch, nachdem das Füttern vor einiger Zeit verboten wurde. Die Restaurantpreise fand ich nicht übermässig hoch, klar, günstig war es nicht, aber so normales europäisches Stadtniveau. Heftig fand ich das Hardrock-Café, ich hab nur mal interessehalber auf die Speisekarte geschaut, der günstigste Burger ohne Beilagen lag bei ca. 18 EUR :schreck:
Endlich jemand, der auch nicht die schwärmerische Begeisterung über den Markusplatz teilen kann ;) Hatte das, als wir da waren, auf die Menschenmassen geschoben, aber auch leerer wirkt er nicht so wie ich es nach Beschreibungen erwartet hätte ::)
Ah, es gibt also noch andere, die das auch so sehen ;D
-
Nö, das blaue Eis schmeckt nicht nach Kaugummi. Eher nach Blueberries. Eigentlich undefinierbar, aber auch nicht zu süß, denn sonst könnte ich es nicht essen.
-
Nö, das blaue Eis schmeckt nicht nach Kaugummi. Eher nach Blueberries. Eigentlich undefinierbar, aber auch nicht zu süß, denn sonst könnte ich es nicht essen.
Ich werde es mal probieren.
-
3. Tag – Samstag, 19.01.
Wieder starte ich über die Ponte de Scalzi, heute gehe ich dann zu Fuß weiter ins Cannaregio Viertel, im Nordwesten der Stadt gelegen.
Als ich die Lista di Spagna hinter mir habe, eine Straße mit Hotels und vielen Souvenirgeschäften und Souvenirständen, wird es ruhig. Ein Teil Cannaregios war früher das jüdische Viertel Venedigs, außerdem gab es viele Klöster. Heute ist das Viertel ein ruhiges Wohngebiet. Den Unterschied zum Markusviertel und Santa Croce/San Polo, die ich gestern angeschaut habe, ist sofort ersichtlich: die Häuser sind wesentlich niedriger und die Kanäle breiter, alles wirkt heller und dörflicher. Heute am Samstag sind einige Bewohner unterwegs mit den für Venedig typischen Einkaufswagen zum hinterherziehen, außerdem dreht die Müllabfuhr ihre Runde. Hier gibt es keine (hässlichen) Mülltonnen, sondern der Müllmann klingelt an jeder Wohnung und nimmt die Mülltüten der Bewohner entgegen. Er zieht einen großen vergitterten Karren hinter sich her, in die die Müllsäcke geworfen werden.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_001_kopiedmkso.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_003_kopie13ko9.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_004_kopieo3jjq.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_006_kopiek7jr4.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_007_kopie3lj7z.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_008_kopiewjkic.jpg)
Heute gibt es keinen Morgennebel, die Luft ist trockener als gestern und die Temperatur ein paar Grad niedriger. Außerdem weht ein kalter Wind, so dass ich mir Handschuhe und Stirnband wünsche, die ich aber in der Ferienwohnung gelassen habe. Um mich ein bisschen aufzuwärmen gehe ich gegen 9.30 Uhr in eines der wenigen Cafés (zumindest habe ich trotz ausgiebiger Recherche u.a. bei Tripadvisor nur wenige gefunden), die wirklich dazu gedacht sind, dass man sich innen hinsetzen kann, einen Kaffee trinken, eine Kleinigkeit essen und sich einfach gemütlich aufhalten kann. Die meisten Cafés in Venedig (und vermutlich überall in Italien, zumindest war es 2006 in Mailand auch so) sind ja eher Stehcafés, in denen man nur schnell an der Theke einen Espresso trinkt und dann wieder geht. Leider klappt das mit dem Aufwärmen hier im „Sullaluna“ nur mäßig, im an sich sehr netten Café ist es ziemlich kühl, da müsste die Heizung wesentlich höher aufgedreht werden.
Eine halbe Stunde später setze ich meinen Rundgang durch Cannaregio fort,
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_014_kopielvk0e.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_016_kopieo1jag.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_018_kopieryjs8.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_021_kopie9dj8u.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_022_kopiekcjn9.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_023_kopiefkkst.jpg)
den ich dann an der Vaporetto Haltestelle Fondamenta Nuove beende. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Friedhofsinsel San Michele und die schneebedeckten Alpen.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_024_kopie5djk4.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_025_kopie39k19.jpg)
Mit der Vaporetto Linie 4.1/4.2 fahre ich dann im Uhrzeigersinn um die Stadt herum bis zur Haltestelle Giardini.
Hier bin ich mitten in den Grünanlagen des östlichen Venedig, wo sich unter anderem die Länderpavillons der Kunst-Biennale befinden. Bei warmen Temperaturen ist dies sicherlich eine wunderbare Gegend, um auf einer schattigen Bank eine Pause zu machen, heute eile ich aber nur die Wege entlang, ich habe Hunger und suche das mir bei meiner Recherche aufgefallene Café im ehemaligen Palmenhaus. Leider muss ich, als ich davorstehe, feststellen, dass es geschlossen hat. Ich gehe weiter in Richtung Westen zur breiten Via Garibaldi, wo es einige Restaurants hat. In einer netten kleinen Pizzeria finde ich dann einen Platz. Die leckere Pizza und der heiße Tee wärmen mich wieder auf (EUR 15,50) und so starte ich gegen 13 Uhr den zweiten Besichtigungsteil des Tages.
Zunächst gehe ich an der Uferpromenade am San Marco Becken entlang, wo man eine schöne Sicht zum Dogenpalast und auf die andere Seite des Beckens zur San Giorgio Insel hat.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_028_kopiemsklb.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_031_kopieaykl1.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_034_kopiec1ki6.jpg)
Kurz bevor ich wieder die Seufzerbrücke erreichen würde, biege ich rechts ab in die engen Gassen des Castello Viertels. Besonders interessant ist der schiefe Glockenturm der griechischen Kirche San Giorgio.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_037_kopiexgjke.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_038_kopie1qkgy.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_040_kopiexak2v.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_041_kopie6bjic.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_042_kopie4tji5.jpg)
Später erreiche ich den wunderschönen Campo Santi Giovanni e Paolo mit der Dominikanerkirche San Zanipolo, der Scuola Grande di San Marco (das Bruderschaftshaus der venezianischen Goldschmiede und Seidenhändler) und dem Reiterstandbild des Söldnerführers Bartolomeo Colleoni. Auch die Traditionskonditorei Rosa Salva befindet sich hier.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_045_kopiecvkn4.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_046_kopiedkj9u.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_047_kopiezbjmh.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_049_kopiejjk6c.jpg)
Über den Campo Santa Giustina
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_050_kopieocjul.jpg)
erreiche ich dann den Kirchenplatz San Francesco della Vigna mit dem idyllischen Kreuzgang und Klostergarten.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_051_kopiezzjq8.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_053_kopiej2k6f.jpg)
Von hier ist es nicht mehr weit
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_055_kopie8kk9k.jpg)
bis zum Endpunkt der Tour, der Porta dell’Arsenale.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190119_056_kopieu8kvl.jpg)
Das ist das Eingangstor zur stillgelegten venezianischen Schiffswerft, die einst die größte mittelalterliche Werft Europas war. Leider hat man heutzutage keinen Zugang zu dem riesigen Gelände, das von der italienischen Marine genutzt wird.
Laut Reiseführer ist man noch bis in die 90iger Jahre mit der Vaporetto Linie 4.1/4.2 durch L’Arsenale durchgefahren, heute macht das Schiff, wie ich ja vor ein paar Stunden selbst erlebte, einen großen Bogen darum. Aber es gibt wohl Pläne, zumindest einen Teil des Geländes der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Wieder am Ufer des San Marco Beckens angekommen, steige ich an der Haltestelle Arsenale wieder in die Linie 4.1/4.2 und setze meine Fahrt im Uhrzeigersinn rund um die Stadt fort – Sightseeing per Boot, leider ohne Fotos zu machen, aber die Temperaturen sind nicht dazu geeignet, die Außensitzplätze des Vaporetto zu nutzen.
In Cannaregio verlasse ich das Vaporetto an der Haltestelle S. Alvise und gehe nochmal einen Kaffee trinken. Das „Terrefazione Cannaregio“ ist wie das „Sullaluna“, wo ich heute Vormittag war, ein Ergebnis meiner Internet Suche nach gemütlichen Cafés. Das Café ist, überwiegend mit Touristen, gut besetzt, ich finde aber noch ein Plätzchen.
Gegen 17 Uhr gehe ich dann den mir von heute Morgen bereits bekannten Weg zurück zur Ferienwohnung, mit einem Stopp beim Supermarkt, wo ich etwas fürs Abendessen einkaufe. Den Rest des Abends verbringe ich dann in der warmen Wohnung, nach einem nächtlichen Ausflug ist mir heute nicht mehr.
Wetter: bewölkt, ab ca. 14 Uhr teils sonnig, zeitweise sehr kalter Wind, ca. 3°C
-
Bei diesen Impressionen :beifall: bekommt man echt Lust auf Venedig.
Doch bevor ich da irgendwann hinreise, krame ich deinen Bericht nochmals hervor.
-
Bei diesen Impressionen :beifall: bekommt man echt Lust auf Venedig.
Ich nicht.... :-[
Also nichts gegen deine Fotos, die sind echt schön. Aber irgendwie kann ich mich mit diesem Wasser, das direkt am Haus "dran" ist, nicht anfreunden und mir fehlt das Grün...
-
Schöne Eckchen von Venedig, einiges kam mir bekannt vor und alles so ungewohnt leer ;)
-
Bei diesen Impressionen :beifall: bekommt man echt Lust auf Venedig.
Ich nicht.... :-[
Also nichts gegen deine Fotos, die sind echt schön. Aber irgendwie kann ich mich mit diesem Wasser, das direkt am Haus "dran" ist, nicht anfreunden und mir fehlt das Grün...
Was das Wasser angeht, ist das ja das Besondere an Venedig, wenn auch längst nicht alle Häuser direkt ans Wasser grenzen. Vom fehlenden Grün hatte ich öfters bei der Vorbereitung in Reiseberichten gelesen, ich hab es aber gar nicht so schlimm empfunden, vermutlich weil ja Winter war und da ist ja auch bei uns nirgends grün, aber längerfristig (also wenn ich in Venedig wohnen würde), würde mir das auch fehlen.
-
4. Tag – Sonntag, 20.01.
Passend zum Sonntag scheint heute die Sonne schon von morgens an. Gegen 9 Uhr gehe ich den üblichen Weg von der Ferienwohnung über die Scalzi Brücke zur Vaporetto Haltestelle „Ferrovia“.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_001_kopiej3jwy.jpg)
Dort warte ich mit vielen Asiaten auf die Linie 4.2, mit der ich zur Insel Murano fahren möchte. Bei der Fahrt durch die Lagune sehe ich „Stehruderer“. Wie ich erst nach der Reise in einer Doku über Venedig erfahren habe, ist diese Ruderart eine Besonderheit von Venedig, es gibt viele Vereine, wo man diesen anstrengenden Sport ausüben kann und es finden auch Wettkämpfe statt.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_004_kopiegukru.jpg)
Die Fahrt nach Murano dauert ca. 30 Minuten, ich verlasse das Boot an der ersten Haltestelle der Insel und mache einen Rundgang. Hier ist es schon fast dörflich, irgendwie Venedig im Kleinformat mit wesentlich mehr Platz zwischen den Häusern. In Murano gibt es viele Glasbläsereien, auf dem Hauptplatz ist dazu passenderweise ein Weihnachtsbaum aus Glas zu bewundern.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_006_kopie8yjbw.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_008_kopieqlj6d.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_011_kopieejkqr.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_012_kopielpkt1.jpg)
Ich gehe ins Glas Museum, der Eintritt ist in meinem City Pass enthalten. Ich habe das Museum fast für mich alleine, ein unbedingtes Muss ist es allerdings nicht, es gibt einige sehr schöne Gegenstände aus Glas und man erfährt etwas über die Geschichte und Entwicklung der Glasherstellung, außerdem gibt es einen netten Innenhof, auf einer der Bänke im Schatten kann man im Sommer sicherlich eine schöne Pause verbringen.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_015_kopiekdkn0.jpg)
Ich mache ich auf den Weg zurück zur Wasserbushaltestelle, dabei komme ich an einem Supermarkt vorbei, der auch heute am Sonntag geöffnet hat. Praktisch, da kann ich mir noch schnell frisches Wasser kaufen. So schnell geht das dann aber nicht, der Laden ist gut gefüllt, hauptsächlich mit älteren Bewohnerinnen von Murano, die wohl fürs sonntägliche Mittag- oder Abendessen einkaufen und ein Schwätzchen mit der Kassiererin darf dabei natürlich nicht fehlen. Bei uns lässt man ja Leute, die nur ein, zwei Sachen zu bezahlen haben, meist vor, dies ist hier scheinbar nicht üblich und so bin ich im Supermarkt fast genauso lange wie im Museum.
Dann noch ein kurzer Blick auf und in die Basilica Santi Maria e Donato, ich sehe nochmal ein Boot mit Stehruderern und warte dann an der Haltestelle „Faro“ auf den Wasserbus 12 nach Burano.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_017_kopie33klk.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_019_kopieptjov.jpg)
Gegen 11.20 Uhr legt das Boot ab, es ist bis auf den letzten Stehplatz voll, natürlich hauptsächlich Asiaten. Ich bekomme keinen Sitzplatz mehr und auch der Stehplatz ist eng begrenzt und so zieht sich die ca. halbstündige Fahrt ziemlich in die Länge. Gleich an der ersten Haltestelle „Mazzorbo“ steige ich aus – nichts wie raus aus dem Gewühl! Mazzorbo ist eine kleine Insel, die mit Burano durch eine Brücke verbunden ist. Ein schöner ländlicher Spaziergang nach Burano ist das mit Blick auf die Lagune und zur Insel Torcello, die ich heute auch noch anschauen möchte. Dann geht es vorbei am Hafen (die Kirchtürme Venedigs sind in der Ferne zu erahnen) in den Ortskern von Burano.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_020_kopiegfj7b.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_021_kopieumka2.jpg)
Was für Murano die Glasherstellung war, war für Burano die Spitzenstickerei. Außer viel Spitzendeckchen und Co. in den Souvenirläden (und einem Stickerei Museum) ist davon heute aber nichts mehr zu sehen, vielmehr ist Burano wegen seiner bunten Häuser bekannt. Und es ist wirklich richtig bunt. Die einzige Ähnlichkeit zu Venedig sind hier die Kanäle, deren Wasser erfreulicherweise wesentlich ruhiger ist, als in Venedig, so dass es schöne Spiegelungen gibt.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_022_kopiemwkvg.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_026_kopiegtjtj.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_028_kopieixjt8.jpg)
Ich schlendere durch den Ort, genieße die Sonne und Wärme und natürlich die bunten Farben. Allerdings scheint Burano auch ein „Muss“ für asiatische Venedig Besucher zu sein, hier stören sie mich noch mehr als in Venedig, weil man fast nur noch asiatische Gesichter sieht. Das hat dann tatsächlich schon was von einem Disneyland (obwohl die Häuser von Burano schon „immer“ bunt waren, den Grund dafür kann man nicht so genau ermitteln, wahrscheinlich damit die Insel von ihren Fischern im Nebel besser gesehen werden konnte). Was mir auffällt ist, dass es über fast jeder Haustüre ein kleines Vordach gibt und darunter eine gebogene Stange, an der oft ein Vorhang hängt, mal offen, mal geschlossen. Vielleicht bleibt im Sommer die Haustüre wegen besserer Luftzufuhr offen und mit dem Vorhang verhindert man, dass die Vorbeigehenden ins Haus schauen können. Außerdem steht oder hängt bei vielen Häusern neben der Haustüre ein Besen und ein Wischmop, manchmal auch noch ein Eimer, keine Ahnung ob die immer dastehen oder ob Sonntagvormittags geputzt wird.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_032_kopieunk88.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_034_kopieyojwp.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_035_kopie9ijab.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_041_kopiey7kkd.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_043_kopiem0krk.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_044_kopieq9jkt.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_046_kopiepejxd.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_047_kopiepvkui.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_049_kopier4ks5.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/collageburano1_kopiesijht.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/collageburano2_kopie8ej0m.jpg)
Zwischendrin gibt es Mittagessen, eine Portion Spaghetti Carbonara (zusammen mit einem Mineralwasser EUR 16,50) und gegen 13.30 Uhr bin ich dann wieder an der Vaporetto Haltestelle (jetzt die auf Burano, nicht Mazzorbo), von wo aus ich mit der Linie 9 nach Torcello fahre. Hier ist außer mir nur noch eine italienische Familie an Bord und ich habe einen bequemen Sitzplatz. Diese Fahrt dauert aber nur wenige Minuten, dann erreiche ich die Insel, die als erste (also vor der Insel auf der das heutige Venedig liegt) innerhalb der Lagune besiedelt wurde und zwar schon im 7. Jh. Im Mittelalter wanderten aber alle Bewohner ab (es ist bis heute nicht ganz klar, weshalb) und heute besteht Torcello hauptsächlich aus Natur und einem großen Kirchenkomplex.
Von der Vaporetto Haltestelle führt ein idyllischer Weg direkt an einem Kanal entlang – ach ist das herrlich ruhig hier, kaum andere Leute und schon gar keine Asiaten, Torcello scheint in deren Reiseführern nicht aufgeführt zu sein.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_052_kopiecrjv1.jpg)
Ich komme an einem wunderbar gelegenen Landgasthof vorbei, hier würde ich mich ja direkt in den Garten setzen und einen Kaffee trinken, aber obwohl ein Schild anzeigt, dass geöffnet ist, ist kein einziger Gast zu sehen, daher gehe ich dann weiter.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_054_kopie6dko0.jpg)
Kurz darauf erreiche ich dann die Piazza di Torcello mit der Chiesa Santa Fosca, dahinter der Basilica Santa Maria Assunta und dem dahinter frei stehenden Campanile.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_055_kopie1rkkj.jpg)
Ich kaufe ein Kombiticket für Basilika und Turm (EUR 9) und schaue mich zunächst in der Basilika um. Hier befinden sich byzantinische Goldmosaiken ähnlich denen im Markusdom. Wie auch im Markusdom darf man in der Basilika nicht fotografieren, außerdem wird ein großer Teil der Mosaiken (das wandfüllende Weltgerichtsmosaik) gerade restauriert und ist daher leider kaum sichtbar. Dennoch eine lohnenswerte Besichtigung.
Wesentlich schöner und interessanter für mich ist aber die Besteigung des Campanile. Ich liebe Blicke von oben auf Städte oder Landschaft und so bin ich natürlich froh, dass der Turm geöffnet hat. Der Aufstieg ist sehr angenehm, erst ganz zum Schluss gibt es ein paar Treppen, bis dahin geht man ziemlich bequem auf einer breiten Rampe, die sich nach oben windet.
Der Blick von oben über die Lagune ist herrlich, gute Fotos sind allerdings leider kaum möglich, da die offene Aussichtsplattform von einem Metallgitter umgeben ist, in das zwar größere Lücken zum Fotografieren geschnitten wurden, für die der Durchmesser meines Objektivs aber zu groß ist. Außerdem liegen Burano und Venedig im Gegenlicht.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_056_kopiewvjhk.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_059_kopie6qj2f.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_060_kopieo8jx5.jpg)
Wieder unten angekommen, spaziere ich noch ein wenig durch die Salzwiesen hinter dem Kirchenkomplex und gehe dann zurück zur Vaporetto Anlegestelle.
In Burano muss ich umsteigen – hier wartet eine riesige Menschenmenge auf das Schiff zurück nach Venedig, überwiegend Asiaten, aber auch recht viele italienische Familien, die den schönen Sonntag (oder das ganze Wochenende?) auf Burano verbracht haben. Das Vaporetto ist natürlich mehr als voll, ich habe aber das Glück für die lange Fahrt einen Sitzplatz zu bekommen.
Gegen 17 Uhr bin ich wieder in der Ferienwohnung und mache eine Kaffeepause. Um 18 Uhr nehme ich das Vaporetto zum Markusplatz, ich möchte mal schauen, wie die Beleuchtungssituation dort ist, ob es sich lohnt an einem anderen Abend mit dem Stativ wiederzukommen.
Nach meiner nächtlichen Fahrt auf dem Canal Grande am zweiten Abend habe ich es schon befürchtet, auch der Markusplatz ist, abgesehen von den Straßenlaternen und einem Teil der Arkadengänge, nicht beleuchtet. Die Spitze des Campanile versinkt in der Dunkelheit und der Markusdom ist auch nicht richtig zu sehen. Wirklich schade, dass sich die Stadt da nicht mehr Mühe gibt. Ich mache ein paar Bilder aus der Hand und fahre dann zurück zur Ferienwohnung mit einem Zwischenstopp im Supermarkt, wo ich noch etwas fürs Abendessen einkaufe.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_063_kopiefcjde.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190120_064_kopiezjjgx.jpg)
Wetter: überwiegend sonnig, ca. 1 - 6 °C
-
Jetzt bereue ich es doch, dass wir bei unserem Besuch nicht in Burano ausgestiegen sind. Die bunten Häuser sind so schön farbenfroh. Der bunte Glas-Weihnachtsbaum gefällt mir jedenfalls besser als das blaue Stacheldingens, das bei uns vor dem Turm stand. ;D Auch ohne extra Beleuchtung finde ich das Bild vom Markusdom im Dunkeln recht gelungen.
Ich wollte schon schreiben, vom Steh-Rudern hätte ich noch nie was gehört. Stimmt aber gar nicht, 2003 haben wir am Gardasee sogar eine Regatta gesehen. Hatte ich als Gondoliere-Rennen abgespeichert, also der Bezug zu Venedig war da 8)
-
Jetzt bereue ich es doch, dass wir bei unserem Besuch nicht in Burano ausgestiegen sind. Die bunten Häuser sind so schön farbenfroh. Der bunte Glas-Weihnachtsbaum gefällt mir jedenfalls besser als das blaue Stacheldingens, das bei uns vor dem Turm stand. ;D Auch ohne extra Beleuchtung finde ich das Bild vom Markusdom im Dunkeln recht gelungen.
Ich wollte schon schreiben, vom Steh-Rudern hätte ich noch nie was gehört. Stimmt aber gar nicht, 2003 haben wir am Gardasee sogar eine Regatta gesehen. Hatte ich als Gondoliere-Rennen abgespeichert, also der Bezug zu Venedig war da 8)
Wenn man zeitlich eingeschränkt ist und die Wahl zwischen Burano und Murano hat, würde ich, bei gutem Wetter auf jeden Fall Burano vorziehen, auch wenn es fast schon kitschig ist, ist es einfach schön und man bekommt gute Laune beim Bummeln.
Steh-Rudern habe ich es einfach mal genannt, ich weiss nicht, ob es eine spezielle Bezeichnung dafür gibt, kann mich gerade auch nicht daran erinnern, wie das in der Doku bezeichnet wurde. Aber interessant, dass das auch auf dem Gardasee stattgefunden hat.
-
Hab mir die Bilder nochmal angeschaut, es hieß dort tatsächlich "Standing Venetian Rowing Cup" also ist Steh-Rudern gar nicht so verkehrt. ^-^
-
Ich dachte eigentlich, dass man in Murano von der Glaskunst erschlagen werden müsste :gruebel:. Sehr viel ist da aber zumindest Open Air nicht ausgestellt.
Die bunten Häuser sind toll und die Spíegelung im Wasser dazu :beifall:.
-
Hier hat es mir schon besser gefallen - schön bunt :)
-
Ich dachte eigentlich, dass man in Murano von der Glaskunst erschlagen werden müsste :gruebel:. Sehr viel ist da aber zumindest Open Air nicht ausgestellt.
Nö, die wollen ja was verdienen mit dem Glas, daher gibt es das abgesehen von dem einen Platz, auf dem der Glasschmuck wohl jahreszeitlich angepasst wird (siehe die Skulptur in Susans Bericht), nur im Museum und natürlich in den vielen Geschäften und Werkstätten. Die waren aber zum Teil noch geschlossen als ich dort war und außerdem hat mich das nicht weiter interessiert.
-
5. Tag – Montag, 21.01.
Beim Aufwachen spüre ich ein Kratzen im Hals – och nö, da ist eine Erkältung im Anmarsch, wäre ich mal besser am Samstagvormittag nochmal zurück in die Unterkunft gegangen und hätte mich wärmer angezogen, nachdem ich in den ersten Stunden so gefroren habe. Doch das ist nun nicht mehr zu ändern.
Nach dem Frühstück gehe ich zuerst zur DM Drogerie, die ich am Anreisetag beim Busbahnhof gesehen habe und kaufe Halsbonbons. Von dort (Piazzale Roma) fahre ich dann mit dem Vaporetto Linie 2 bis zur Haltestelle San Marco. Zur Accademia Brücke über den Canal Grande, von der man einen sehr schönen Blick auf den Unterlauf des Canal Grande hat, ist es nicht weit, ein erneuter Blick auf den Markusplatz muss zuvor natürlich sein. An einem «Gondelstau» komme ich auch noch vorbei, wie immer sind die Gondeln fast ausschließlich von Asiaten besetzt – wer tut sich das sonst bei diesen Temperaturen an?
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_001_kopiem6jy1.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_002_kopie29k54.jpg)
Die Holzbrücke von 1932 verbindet die Viertel San Marco und Dorsoduro und ist Startpunkt für meinen Spaziergang durch letzteres. Am Fuß der Treppe befindet sich die Galleria del’Accademia, Venedigs berühmte Gemäldegalerie. Für einen Besuch wird die Zeit wohl nicht mehr reichen, außer es würde morgen in Strömen regnen.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_004_kopiee9k13.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_006_kopieimkd3.jpg)
Vorbei an idyllischen Kanälen und Plätzen
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_008_kopieqwkjl.jpg)
und immer wieder Blicken auf den Canal Grande
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_010_kopieouk34.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_011_kopie9pj2d.jpg)
erreiche ich die große Chiesa Santa Maria della Salute, die ich mir von innen anschaue. Besonderheit der Kirche ist unter anderem die byzantinische Marienikone, eine dunkelhäutige Muttergottes. Die Skulpturen darüber stellen die Vertreibung der Pest aus Venedig dar.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_013_kopieb5ju0.jpg)
Kurz darauf bin ich an der äußerste Spitze von Dorsoduro, die Punta della Dogano mit Rundum-Blick über das San Marco Becken. Hier, praktisch am Eingang zu Venedig, war im 17. Jh. ein Seezollamt eingerichtet worden.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_015_kopies8j60.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_017_kopiedpjxs.jpg)
Nun geht es auf der anderen Seite von Dorsoduro weiter, die an den breiten Canale della Giudecca angrenzt. Immer unmittelbar am Wasser entlang führt eine Promenade bis zum Kreuzfahrtterminal Stazione Marittima. Die Blicke von der Uferpromenade hinüber zur Insel Guidecca sind natürlich wunderbar.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_019_kopieqnj2x.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_020_kopieaqjrj.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_023_kopiet6jgl.jpg)
Aber auch im «Inneren» hat Dorsoduro einiges zu bieten, z.B. eine der letzten Gondelwerften Venedigs, die Squero di San Trovaso.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_025_kopiee4ju9.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_026_kopiex7j25.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_027_kopieglkun.jpg)
Dann ist auch schon wieder Zeit für eine Mittagspause, heute wähle ich mal etwas eher untypisches für Italien, den «Tearoom Beatrice». Hier gibt es unzählige Sorten Tee und verschiedene kleine Gerichte. Ich wähle eine Kürbissuppe und im Anschluss einen Bagel mit Rote Beete Frikadelle und einen Rooiboschtee (EUR 17,00). Alles sehr lecker und mal etwas anderes als Pizza und Pasta (ich weiß, dass es in Italien noch viele andere leckere Spezialitäten gibt, aber leider meist nur als aufwendiges Menu, auf das ich alleine keine Lust habe).
Nach dem Essen setze ich meinen Spaziergang durch Dorsoduro fort, bemerke aber schon bald leichte Kopfschmerzen. Dafür bzw. dagegen habe ich jetzt ja zum Glück gute Tabletten, die sind aber in der Ferienwohnung. Daher mache ich mich auf den Weg dorthin. Unterwegs stoße ich noch auf den hübschen Innenhof der Università Ca’Foscari Venezia mit bunter Glasskulptur und weitere hübsche Ecken des Stadtviertels.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_029_kopiebmknw.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_030_kopiedbjmx.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_031_kopieegkam.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_032_kopiepojr9.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_033_kopie0pjvh.jpg)
In der Unterkunft lege ich mich für anderthalb Stunden aufs Sofa bis die Tablette wirkt und «dank» meiner Erkältung bin ich sogar ganz froh über diese Zwangspause.
Gegen 15.30 Uhr sind die Kopfschmerzen weg und ich mache mich wieder auf den Weg.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_034_kopiembkbw.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_036_kopieqmjyz.jpg)
Heute ist die letzte Gelegenheit eines der restlichen Museen, die in meinem Venedig Pass enthalten sind, anzuschauen, morgen am Dienstag haben sie geschlossen und übermorgen fliege ich schon wieder nach Hause.
Leider schließen die meisten Museen schon um 16 Uhr, aber das Ca’Rezzonico, das in Dorsoduro an der Stelle liegt, an der ich vorhin meinen Rundgang abgebrochen habe, hat bis 17 Uhr geöffnet. Perfekt! Für den Weg brauche ich mit ein paar Fotostopps und einer kleinen Extrarunde weil ich auf den letzten Metern vor dem Museum den richtigen Weg verfehle, eine halbe Stunde. Circa eine Minute nach 16 Uhr stehe ich vor dem Eingangstor vom Ca’Rezzonico – verschlossen! Letzter Einlass für das Museum ist tatsächlich schon eine ganze Stunde vor Schließung und das auf die Minute genau! Na gut, dann schaue ich mir noch das letzte Stück des Rundwegs durch Dorsoduro an und warte dann am Ausgangs- und Endpunkt, der Accademiabrücke auf die blaue Stunde. Nachdem die nächtliche Beleuchtung Venedigs enttäuschend war, möchte ich mir noch die blaue Stunde hier von der Brücke aus und dann am Markusplatz anschauen.
Bevor die ersten Lichter angehen, stehe ich mir aber noch für eine gute halbe Stunde die Beine in den Bauch, die vielen Boote auf dem Canal Grande und die asiatischen Selfieknipser sorgen dafür, dass mir nicht allzu langweilig wird.
Ich lege die Kamera auf das Geländer der Brücke (Stativ liegt in der Ferienwohnung, da Nachtaufnahmen heute nicht geplant waren) und kriege damit auch ein paar Fotos mit längerer Belichtungszeit hin.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_037_kopieecjao.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_039_kopieevjba.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_042_kopiea2jk7.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_045_kopiexvk2d.jpg)
Dann wechsle ich zum wenige Gehminuten entfernten Markusplatz. Hier gefällt mir es mir sehr gut – wesentlich besser als bei vollständiger Dunkelheit.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_046_kopie6jj3a.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_047_kopieebklf.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_050_kopiez1k55.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_053_kopie3jk4l.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190121_054_kopiebej2p.jpg)
Gegen halb sechs fahre ich mit dem Vaporetto der Linie 1 zurück zur Haltestelle Ferrovia, gehe noch kurz in den nächsten Supermarkt und kaufe mir etwas zum Abendessen. Um halb sieben bin ich dann wieder in der Ferienwohnung.
Wetter: teils sonnig, teils wolkig, kalter Wind, ca. 1 - 6° C
-
Lohnt sich durchaus, wie man sieht, mal länger als zwei, drei Tage in Venedig zu sein. Es gibt auch abseits offenbar einiges zu entdecken, die Gondelwerft zum Beispiel hätte mich auch interessiert.
Hätte auch gar nicht gedacht, dass im Winter noch so viele Leute Gondel fahren
-
Hätte auch gar nicht gedacht, dass im Winter noch so viele Leute Gondel fahren
Wenn es keine asiatischen Touristen gäbe, wären praktisch keine Gondeln unterwegs gewesen. Dasselbe gilt für die Taxi-Boote, da waren auch fast alle mit Asiaten besetzt und die standen im Außenbereich und haben sich den Fahrtwind um die Nase pusten lassen, da habe ich schon beim zuschauen gefroren :frier:
-
6. Tag – Dienstag, 22.01.
Mein letzter (voller) Urlaubstag steht unter dem Motto «Venedig von oben». Wie immer bei Stadtbesichtigungen habe ich bei der Vorbereitung geschaut, welche Möglichkeiten es gibt, von einem erhöhten Standpunkt auf die Stadt zu blicken. Trotz der vielen Kirchtürme sind diese Möglichkeiten in Venedig sehr begrenzt.
Den sicherlich tollsten Blick hat man vom Campanile auf der Piazza San Marco und zu meiner großen Freude, hat die Internetseite des Turms angekündigt, dass der Campanile nach der Winterrenovierung ab dem 21.01. wieder geöffnet hat. Als ich gestern mal wieder auf dem Markusplatz war, wollte ich mal kurz nachschauen, wo der Eingang ist, es sah alles so abgeschlossen aus. Und – was für eine Enttäuschung – es hängt ein kleines Schild am Zaun vor dem Eingang, dass der Turm ab dem keine Ahnung mehr welchem Datum genau, aber jedenfalls erst nach meinem Aufenthalt in Venedig, wieder öffnet. Oh man, weshalb gibt es dann überhaupt die Website?
Na gut, dann muss ich mit den verbleibenden drei Möglichkeiten zufrieden sein.
Nach dem Frühstück geht es bei strahlendem Sonnenschein um 9 Uhr mit der Vaporetto Linie 2 zur ehemaligen Klosterinsel St. Giorgio Maggiore direkt gegenüber von der Piazza San Marco. Heute herrscht fast Hochwasser, der Kanal schwappt teilweise auf den Kirchenvorplatz, die bereitgestellten Stege brauche ich aber nicht, als ich vor der Kirche San Giorgio Maggiore aus dem Vaporetto aussteige. Ich schaue mich zunächst auf dem Platz vor und neben der Kirche um,
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_001-kopie7jjf8.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_002-kopie6ujua.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_003-kopiec0k9w.jpg)
dann gehe ich hinein, zahle EUR 6 und fahre mit dem Aufzug nach oben.
Die Aussicht in alle Richtungen ist traumhaft, man kann sogar die schneebedeckten Alpengipfel sehen, allerdings nur den obersten Teil, darunter hängt Dunst. Ich bin fast alleine hier und kann mir daher viel Zeit lassen. Allerdings weht ein eiskalter Wind, so dass ich mich immer wieder in windgeschützten Nischen aufwärmen muss, bevor ich wieder an die Balustrade trete.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_004-kopietfkey.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_005-kopiemhkt2.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_006-kopiep8kvi.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_007-kopieh2kd8.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_008-kopieajkd4.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_009-kopiedpk0p.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_011-kopie26jqq.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_014-kopiekfky0.jpg)
Von hier oben sehe ich auch mein nächstes Ziel, den Garten des Glasmuseum Le Stanze del Vetro.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_010-kopie1ukjz.jpg)
Nach einer Viertelstunde bin ich fast ein Eisklotz und fahre wieder nach unten.
Hier schaue ich mir noch die Schlangenskulptur aus Glas im Museumsgarten an,
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_015-kopie39jwn.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_017-kopietjkqd.jpg)
danach gehe ich zur Vaprettohaltestelle und genieße den Blick hinüber nach San Marco bis mein Boot kommt.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_018-kopiec6kc1.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_019-kopiejxkd4.jpg)
Mit der Linie 2 bin ich in ein paar Minuten dort.
Da ich ja nicht auf den Campanile kann, gehe ich stattdessen nochmal in den Markusdom (nun muss ich die Hochwasserstege nutzen) und dort in das kostenpflichtige Museum «Galleria» (EUR 5,00). Man darf eine Art Empore innerhalb der Kirche betreten, von der aus man den Goldmosaiken ganz nahe ist. Und man ist nicht nur näher an der Decke, sondern es ist auch viel heller als beim Blick von unten und so wirken die Goldmosaiken richtig beeindruckend. Damit hätte ich gar nicht gerechnet, denn ich bin nicht deswegen, sondern wegen der Möglichkeit die Loggia zu betreten, in dieses Museum gegangen. Innen darf man natürlich auch hier nicht fotografieren, aber von der Loggia aus. Und der Blick auf beide Teile der Piazza San Marco ist wunderbar. Durch das Hochwasser gibt es einige interessante Spiegelungen, etwas störend sind drei Stangen mit den Wappentieren (?) von San Marco.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_020-kopiegmjx3.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_021-kopieowjp9.jpg)
Nun ist es halb zwölf und meine Erkältung macht mir ziemlich zu schaffen. Ich gehe daher zu Fuß zurück zur Ferienwohnung,
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_023-kopiettjkg.jpg)
natürlich mit einem Fotostopp auf der Ponte dell’Accademia
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_024-kopie5dkuu.jpg)
und einem Stopp zum Mittagessen (Cannelloni im Art Café in Dorsoduro, zusammen mit einem Tee EUR 12,50).
Nach anderthalb Stunden Pause mache ich mich gegen 14 Uhr wieder auf den Weg. Zum ersten Mal nehme ich die «Hauptroute» zu Fuß, die Strada Nuova, bisher bin ich entweder auf der San Polo Seite des Canal Grande entlang gegangen oder habe das Vaporetto genommen. Ich bin ziemlich entsetzt, auf dem gesamten Weg vom Bahnhof bis zur Rialtobrücke stehen in der Mitte der Straße hölzerne Verkaufsbuden, in denen man irgendeinen Ramsch kaufen kann, den es zusätzlich noch in vielen Geschäften in den Gebäuden am Straßenrand gibt. Weshalb die Stadt für solche Buden Konzessionen vergibt, erschließt sich mir nicht. Aber ein paar Abstecher bringen auch hier schöne Blicke zutage.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_025-kopied6kz8.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_026-kopie2jkjm.jpg)
Mein Ziel direkt neben der Rialto Brücke ist das neue Luxuskaufhaus Fondaco dei Tedeschi. Hier gibt es eine Dachterrasse, von der aus man einen schönen Blick auf die umliegenden Häuser, den Canal Grande und wieder die schneebedeckten Berggipfel hat (der Zugang zur Dachterrasse ist kostenlos, man fährt einfach mit dem Aufzug bis in den letzten Stock, wenn mehr Touristen da sind, ist aber wohl eine Online Anmeldung für ein bestimmtes Zeitfenster nötig, zumindest stand das auf den Schildern am Ausgang zur Terrasse). Das Innere des Kaufhauses ist aber auch einen Blick wert, das Gebäude war im 13. Jh. die Warenbörse der deutschen Kaufleute und natürlich wurde die Innengestaltung an einen solchen venezianischen Palast angelehnt. Insgesamt ist aber wohl die Nutzung des Gebäudes als (Luxus-)Kaufhaus als auch die Innenarchitektur ziemlich umstritten.
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_030-kopieazkhn.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_031-kopiec5jel.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_032-kopies7jrh.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_033-kopievwkbg.jpg)
(https://www.eumerika.de/abload.de/img/190122_034-kopiepoj6d.jpg)
Im Supermarkt neben der Rialtobrücke kaufe ich noch etwas fürs Abendessen, dann fahre ich mit dem Vaporetto nach Hause. Dort komme ich gegen 16 Uhr an und den Rest des Tages verbringe ich mit heißem Tee und einem Buch auf der Couch.
Wetter: vormittags sonnig, sehr kalter, starker Wind, ca. 4° C, nachmittags zunehmende Bewölkung, windstill, ca. 6°C
-
Mein letzter (voller) Urlaubstag steht unter dem Motto «Venedig von oben».
(https://gifwelt.info/wp-content/uploads/s-handzeichen-nein.gif) so etwas will ich gar nicht lesen ... letzter Tag :hammer:
... aber das Motto gefällt mir dafür umso besser. Vor allem gleich der erste Aussichtspunkt :happy: , ich finde da verwirklicht man erst richtig das Venedig ja mitten im Wasser liegt.
-
Wirklich tolle Aussichten von oben! Hätte gar nicht gedacht, dass man sogar schneebedeckte Berge sehen kann. Das Glasmuseum ist mir leider entgangen, aber wir hatten ja schon viel Schönes in den Läden in Murano gesehen.
Der Wasserstand sieht wirklich ziemlich hoch aus, waren da nicht Treppenstufen zum Wasser vor dem Dogenpalast und so :gruebel:
Schade, dass dies schon der letzte Tag war
-
Der Wasserstand sieht wirklich ziemlich hoch aus, waren da nicht Treppenstufen zum Wasser vor dem Dogenpalast und so :gruebel:
Um zum Markusdom hineinzukommen, musste man auf den Stegen das Wasser überqueren. Vor dem Dogenpalast war es schon soweit zurückgegangen, dass man trockenen Fußes hinkam.
Was das Hochwasser angeht, habe ich wirklich Glück gehabt. Ich hatte schon recht viel im Internet gelesen, von Leuten, die ihre Koffer durchs Wasser ziehen mussten, so dass der Inhalt danach völlig naß war oder andere, die selbst so naß wurden, dass sie hinterher krank waren. Das hatte mich fast von einer Winterreise nach Venedig abgehalten (unter anderem), aber Hochwasser ist wohl schon ab Oktober und bis ins Frühjahr hinein möglich. Ich habe dann vorsorglich Gummistiefel zu Hause gekauft und mich näher über die Hochwassergeschichte informiert. Damit Hochwasser entsteht, muss zum einen eine bestimmte Fluthöhe (also im Meer) herrschen und zusätzlich Wind in entsprechender Stärke und Richtung wehen. Ersteres kann man recht lange vorhersagen, nur den Wind nicht so genau. Als am Tag vor meiner Abreise klar war, dass es in den nächsten Tagen kein Hochwasser geben würde (das kann man wie die Wettervorhersage auf der Internetseite des italienischen Wetterdienstes nachschauen), habe ich die Gummistiefel zu Hause gelassen. Dass dann an diesem letzten Tag vor der Abreise doch Hochwasser kam, war ziemlich überraschend, da hat dann wohl der Wind plötzlich gedreht oder ist stärker geworden. Aber zum Glück waren nur die am tiefsten gelegenen Gebiete der Stadt, also vor allem der Markusplatz, betroffen und auch hauptsächlich am Morgen. Ich habe vormittags nur noch die letzten Reste des Wassers gesehen.
-
Nach einer Viertelstunde bin ich fast ein Eisklotz und fahre wieder nach unten.
.....
Wetter: vormittags sonnig, sehr kalter, starker Wind, ca. 4° C, nachmittags zunehmende Bewölkung, windstill, ca. 6°C
So kalt schaut es gar nicht aus....
-
7. Tag – Mittwoch, 23.01.
Heute geht es schon wieder nach Hause, meine Abflugzeit ist aber erst 14.50 Uhr und so könnte ich noch einen letzten Spaziergang in Venedig machen. Es bleibt allerdings beim „könnte“ – meine Erkältung ist so ziemlich auf dem Höhepunkt, dazu noch grauer Himmel, aus dem vereinzelte Flocken fallen, da packe ich lieber in Ruhe meinen Koffer, mache den Abwasch und verbringe dann die Zeit bis zum Aufbruch auf dem Sofa.
Um halb elf (den Haustürschlüssel kann ich einfach in der Wohnung liegen lassen, sonstige Förmlichkeiten zum Check-out gibt es nicht) gehe ich zur Piazza Roma, wo ich den Bus um 10.55 Uhr zum Flughafen VCE nehme. Wie beim Hinweg ist der Bus auch heute fast leer und kann an den meisten Haltestellen ohne Stopp vorbeifahren, so dass ich schon eine halbe Stunde später am Flughafen ankomme.
Hier muss ich im frisch renovierten recht kleinen Flughafengebäude bis 12 Uhr warten bis ich einchecken und meinen Koffer aufgeben kann. Bemerkenswert ist, dass die Beschilderung im Flughafen nicht nur auf Italienisch und Englisch ist, sondern zusätzlich noch auf Chinesisch (zumindest sind es Schriftzeichen, von denen ich ausgehe, dass es Chinesisch ist).
Dann esse ich ein belegtes Ciabatta zu Mittag, gehe durch die Sicherheitskontrolle und mache es mir am Gate mit einem großen Becher Tee einigermaßen gemütlich. Der kurze Flug verläuft sehr ruhig, das Flugzeug ist zu Hälfte leer und ich habe eine Dreierreihe für mich alleine. Der Blick aus dem Fenster lohnt sich leider nicht, es ist durchgängig bewölkt.
Mit zehn Minuten Verspätung landen wir um 16.25 Uhr in FRA und ich schaffe es tatsächlich inklusive Toilettennutzung und Koffer abholen, bereits um 17 Uhr am Regionalbahnhof zu stehen, wo ich den Zug um 17.08 Uhr nehme. Beim Umsteigen kann ich mich schon mal an die Minustemperaturen gewöhnen, die hier seit ein paar Tagen herrschen und um 19 Uhr bin ich wieder zu Hause.
Wetter: Venedig- bewölkt, vormittags leichter Schneefall, dann trocken, ca. 2 °C, Frankfurt – bewölkt, ca. -3°C
Fazit
Auch wenn zu meiner Wohlfühltemperatur gute 10 Grad Celsius gefehlt haben, war es die richtige Entscheidung gewesen, überhaupt nach Venedig zu fahren und dies im Winter zu machen.
Die Anzahl der Touristen hielt sich im für mich gerade noch erträglichen Rahmen, auch wenn es mehr waren, als ich erwartet hatte. Wobei dies nur an drei Stellen negativ auffiel: beim Ausflug auf die Insel Burano (sowohl auf Burano und noch viel mehr auf dem Boot dorthin und wieder zurück war es extrem voll) und immer rund um den Markusplatz und die Rialtobrücke. Die bei weitem größte Gruppe waren die Asiaten und obwohl an deren Verhalten nichts Auffälliges war (keine Selfieexzesse, kein Geschrei, kein Drängeln usw.) sind sie eben aufgrund ihres Äußeren sofort als Touristen zu erkennen. Den sonstigen Touristen sieht man nur dann an, dass sie Touristen sind, wenn sie ein Foto machen oder in den Stadtplan schauen, womit das Gefühl «nur von Touristen umgeben zu sein» nicht da ist. Ach ja, die Gondeln und die Taxi-Boote waren praktisch ausschließlich von Asiaten besetzt.
Nachdem man so oft liest und hört, dass Venedig immer mehr zum Disneyland wird, immer mehr Leute die Stadt verlassen, dadurch auch immer weniger Geschäfte des täglichen Bedarfs vorhanden sind usw. war ich dann doch positiv überrascht. Dieser Eindruck kam bei mir außer auf Burano nie auf. Es waren überall Einwohner oder zumindest Leute unterwegs, die in der Stadt arbeiten oder studieren, in die Schule gehen. Gerade zum Feierabend war in den Vaporetto meist kein Sitzplatz mehr zu bekommen und das nicht, weil so viele Touristen damit gefahren wären. Es gibt viele kleine Supermärkte, in denen Einheimische mit ihren Einkaufstrolleys einkaufen, es gibt sehr viele individuelle Bäckereien (bei uns sind ja praktisch alle einer Kette angehörig), unzählige kleine Kneipen, es gibt Haushaltswarengeschäfte, die ich in Deutschland nur noch als Kind gesehen habe, es gibt täglich Märkte, wie sie in Deutschland bei einer Stadt dieser Größe höchstens noch am Samstag zu sehen sind. Ich weiß natürlich nicht, wie es in Venedig vor zehn, zwanzig oder dreißig Jahren zuging oder wie es in anderen italienischen Städten dieser Größe zugeht, aber mir als Touristin aus Deutschland, die vorher noch nie in Venedig war, ist diesbezüglich nichts (negativ) aufgefallen.
Die vielen leerstehenden Wohnungen und Häuser und auch der oft sehr schlechte Zustand der Gebäude sind mir allerdings schon aufgefallen.
Gestört haben mich wie schon erwähnt die vielen Ramschbuden, die sich vom Bahnhof bis zum Markusplatz ziehen und auf dem Markusplatz selbst – es gibt sowieso schon mehr als genug Souvenirgeschäfte in den Gebäuden.
Was ich schade fand, war dass ich bei den Museen, der (nicht vorhandenen) nächtlichen Beleuchtung, den vielen geschlossenen Kirchen, trotz so vieler Kirchtürme kaum Möglichkeiten, einen Blick von oben auf die Stadt zu werfen, das Gefühl hatte, Venedig hat es nicht nötig, etwas für die Touristen (und ja eigentlich auch für die Einwohner) zu investieren, es kommen ja eh schon zu viele.
Und ich habe (wie schon erwähnt) schöne, gemütliche, moderne Cafés vermisst, in denen man sich bei einem heißen Getränk aufwärmen, Leute beobachte, lesen, ins Internet gehen, eine Kleinigkeit essen kann. Aber das wusste ich ja schon nachdem wir im Januar 2006 in Mailand waren.
Unterm Strich hatte ich eine tolle Reise, Venedig ist für mich aufgrund seiner Lagunenlage und dem teilweise orientalisch anmutenden Baustil, dem fast völligen Fehlen von modernen Elementen (keine Autos, keine hässlichen Mülleimer, fast keine Werbeplakate, kaum Graffiti, fast keine moderne Architektur) der alten, zum Teil fast verfallenen Häuser einzigartig, mit keiner anderen Stadt vergleichbar.
-
Herzlichen Dank für den schönen Reisebericht! Ich fand es interessant zu sehen, was in so einer Touristenhochburg denn im Januar wohl so los. Und wenn auch mir sicherlich einige Grade an Temperatur gefehlt hätten, war doch die meisten Tage schönes Besuchswetter.
Ob es uns so schnell wieder nach Venedig zieht, weiß ich nicht, obwohl es uns da auch besser gefallen hat als nach dem Ruf zu urteilen. Zumindest bringt mich der Bericht auf den Geschmack, mal eine Winter-Städtereise ins Auge zu fassen.
:danke:
-
Ein herzliches :herz: Dankeschön für deinen Bericht mit den Eindrücken aus dem winterlichen Venedig, ich hab schon öfter mal mit dem Gedanken gespielt über den Jahreswechsel der Stadt einen Besuch abzustatten (da die anderen Ferien mit anderen Zielen "belegt" sind ;D). Deine Erfahrungen hat mich darin bestärkt es evt. mal zu versuchen, mal sehen vllt. wird's ja in den nächsten Jahren mal passen.
-
Vielen lieben Dank, für den schönen Reisebericht, liebe Christina. Die Idee, Venedig im Winter zu besuchen, finde ich klasse :beifall:.
Vor allem lässt du auf deinen Erkundungstouren kein Gässchen aus :thumb:. Auch wenn Venedig derzeit nicht auf unserer Liste steht, hat mir deine Woche in Venedig sehr gut gefallen. Sollte ich jemals wieder die Lagunenstadt besuchen, dann werde ich das bestimmt nicht in der Hauptsaison machen.
Ansonsten nehme ich alle paar Jahre mit der Kopie in Las Vegas vorlieb. Da ist auch das Wetter egal :zwinker: und die Gondolieris singen so schön "o sole mio" :toothy9: .
-
Venedig steht ja so gar nicht auf unserer Liste, aber virtuell war ich gerne dabei! Vielen Dank! :)
-
Ein herzliches :herz: Dankeschön für deinen Bericht mit den Eindrücken aus dem winterlichen Venedig, ich hab schon öfter mal mit dem Gedanken gespielt über den Jahreswechsel der Stadt einen Besuch abzustatten (da die anderen Ferien mit anderen Zielen "belegt" sind ;D). Deine Erfahrungen hat mich darin bestärkt es evt. mal zu versuchen, mal sehen vllt. wird's ja in den nächsten Jahren mal passen.
Ich fürchte allerdings, dass es von Weihnachten bis Silvester deutlich voller sein wird, als zu meiner Zeit. Da müsstest du dich vorher vorsichtshalber nochmal informieren.
Ansonsten nehme ich alle paar Jahre mit der Kopie in Las Vegas vorlieb. Da ist auch das Wetter egal :zwinker: und die Gondolieris singen so schön "o sole mio" :toothy9: .
Stimmt - das fand ich bei meinem einzigen Las Vegas Besuch (vor unendlich langer Zeit) eine der beeindruckendsten Stellen in den Themenhotels - der Himmel wirkte so, als ob er echt wäre, dabei ist alles Indoor. Interesse am echten Venedig hatte ich damals allerdings nicht. So ändern sich die Interessen....
Euch allen vielen Dank fürs Dabeisein!