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Vor ziemlich genau 24 Stunden haben wir nach einer eindrucksvollen Woche in Shanghai mit einem absoluten Höhepunkt als Abschluss in Frankfurt wieder deutschen Boden betreten.
"Wir" sind meine Tochter (mit 32 Jahren noch ein junger Hüpfer mit viel Auslandserfahrung in Ost und West), mein Schwiegersohn (37 Jahre, Auslandserfahrung beschränkt sich auf das europäische Mittelmeergebiet) und ich (gehöre mit 57 Jahren schon fast zum alten Eisen und habe einige Auslandserfahrung in USA und Europa). Also eine bunt gemischte Truppe, die sich teilweise mit gemischten Gefühlen auf dieses Experiment einlässt.
Der Koffer ist ausgepackt, die Mitbringsel sind sortiert und die Photos, die wir mit der Kamera meiner Tochter gemacht haben, sind auf meinen Laptop kopiert. Vor mir steht eine Tasse mit herrlich duftendem, golden schimmernden, wohlschmeckendem grünem Tee und ich bin dabei, irgendwie die ganzen Eindrücke in meinem Kopf zu sortieren und die Bilder zu sichten. Zum Glück habe ich den Rest der Woche noch Urlaub und kann jetzt versuchen, die ganzen Eindrücke beim Verfassen eines Reiseberichts zu verarbeiten, wenn Interesse daran besteht.
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Na klar!
Shanghai ist doch mal was anderes.
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Au ja! Und vor allem wüsste ich gerne, was für ein Kleid du nun zur Hochzeit getragen hast und wie es ankam!
Und herzlich willkommen zurück erstmal :)
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Hier besteht riesiges Interesse an einer so besonderen Reise! Herzlich willkommen zurück und viel Spaß beim Sortieren (dich, die Fotos, Wäsche,... Die Souvenirs hast du ja schon ;) )
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Willkommen zurück! Ich bin gespannt, was uns im Bericht erwartet! :-)
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Zum Glück habe ich den Rest der Woche noch Urlaub und kann jetzt versuchen, die ganzen Eindrücke beim Verfassen eines Reiseberichts zu verarbeiten, wenn Interesse daran besteht.
Natürlich besteht Interesse! :))
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Was für eine Frage ^-^
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Dann lege ich mal los mit der
Vorgeschichte
Fast jedes Märchen beginnt mit "es war einmal". Und weil mir das Ganze immer noch vorkommt wie ein Märchen beginne ich auch so.
Also es war einmal eine junge Studentin, die sich mit ihrem Mathematik-Studium nicht ausgelastet fühlte und ein Angebot ihrer Universität annahm, mit Hilfe eines chinesischen Studenten als Tutor selbst chinesisch zu lernen. Nach gut einem Jahr bot ihr die Universität an, ihre Chinesisch-Kenntnisse während eines Semesters an der Fudan-Universität in Shanghai zu vertiefen. Dieses Angebot nahm sie natürlich an, wenn auch mit gemischten Gefühlen. Weil sie aber schon während der Schulzeit ein Jahr in Kalifornien war, traute sie sich die Reise nach China zu.
An der chinesischen Universität waren die Chinesen und die Ausländer größtenteils getrennt, aber es gelang ihr trotzdem, eine Gruppe chinesischer Studenten kennenzulernen und sich mehr in die chinesische Gruppe als in die der Ausländer zu integrieren. Mit einer Chinesin verband sie bald eine enge Freundschaft und die beiden Mädchen verbrachten viel Zeit zusammen. Die Wochenenden verbrachten sie meist bei der Familie der Chinesin im Vorort Jiading, das im Vergleich zu Shanghai selbst schon ruhig und behäbig wirkt, sich aber durchaus mit unseren deutschen Großstädten vergleichen lässt.
Kurz vor Ende des Semesters organisierten die beiden Mädchen noch ein Visum für die Chinesin und so holte ich nicht nur meine Tochter vom Flugplatz ab sondern auch ein sehr sympathisches, erst einmal sehr verschüchtertes chinesisches Mädchen, das von der total fremden Kultur und Landschaft erst einmal total erschlagen war und nicht glauben konnte, dass es so viel Grün überhaupt geben kann wie sie vom Zug bei der Fahrt von Stuttgart zum Bodensee sah. Im nächsten Jahr besuchte sie uns noch einmal. Dann war sie von ihrem eigenen Studium und ihrer Arbeit so eingespannt, dass nur kurze Treffen mit meiner Tochter irgendwo in Europa möglich waren. Einige Zeit flog sie als Stewardess um die Welt. Und wenn es passte, trafen sich die beiden Mädchen. Der Kontakt über Skype riss aber nie ab. Auch nicht zwischen ihr und mir.
Langsam kam die 30 für die Chinesin immer näher und die Familie drängte auf Heirat. Irgendwann lernte sie dann in Hongkong, wo sie auch einige Zeit arbeitete, einen chinesischen Jungen aus Shanghai kennen - und Mitte Juni kam dann die Einladung zu ihrer Hochzeit.
In China ist eine Hochzeit eine sehr große Sache für die Eltern, die ja nur ein Kind haben dürfen.
So war der unserer standesamtlichen Zeremonie entsprechende Teil bereits Ende Mai, also schon vor der Einladung zur ganz großen Feier. Mitte September gab es noch eine kleine Feier im kleinen Kreis, aber voll herausgeputzt mit langem weißem Kleid und Schleier. Das ganz große Fest mit etwa 250 Gästen, zu dem auch wir eingeladen waren, sollte am chinesischen Staatsfeiertag, dem 3. Oktober stattfinden.
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Schon die Vorgeschichte finde ich sehr schön. Ich ahne, dass ihr ein sehr enges Verhältnis habt und freue mich nun um so mehr auf die Reise.
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Und weiter geht es mit dem
Prolog
Jetzt hieß es erst einmal, sich abzusprechen, wie lange und wann genau wir nach Shanghai fliegen würden und wer welchen Teil der Planung übernimmt.
Schnell konnten wir uns darauf einigen, am Tag nach der Hochzeit wieder zurückzufliegen und das ganze Sightseeing vorher zu erledigen. Auch war es einfacher für die letzten Absprachen und Vorbereitungen, wenn wir einige Tage vor der Hochzeit bereits in Shanghai wären.
So buchte meine Tochter schon sehr bald die Flugtickets von Friedrichshafen nach Shanghai mit folgenden Eckdaten:
26.9.2015 Friedrichshafen - Frankfurt - Shanghai mit Lufthansa
4.10.2015 Shanghai - Frankfurt - Friedrichshafen mit Lufthansa
Das Flugzeug von Friedrichshafen nach Frankfurt (und zurück) war eine schnuckelige, kleine CRJ900. Das von Frankfurt nach Shanghai (und zurück) war eine riesige A380-800.
Das passende Hotel zu finden, war nicht so einfach. Ich hatte von Elise, der Chinesin, einen Link zu einer chinesischen Hotelsuchseite bekommen und den Rat, ein Hotel auszuwählen, das im Bereich "Bund" oder "Huahai Road" liegt, damit die Touristen-Attraktionen nicht zu weit weg sind. Also lag die schwierige Aufgabe vor mir, die Liste erst einmal zu exportieren, nach Gebiet zu sortieren und ein Hotel nach dem anderen nach den Zimmern und Preisen für unseren Aufenthalt abzuklappern. Zu dritt wollten wir schon 2 Zimmer haben.
Nach langer Recherche wurde es dann das "New Harbour Service Appartments", wo wir eine Hotel-Wohnung mit 2 Schlafzimmern, Bad, kleiner Küche und riesigem Wohn-/Eßzimmer (laut Webseite 92 m2, was zutreffen kann).
Nach Flug und Hotel fehlten noch das Hochzeitsgeschenk und Geschenke für die Familie - und die festliche Kleidung.
Da in China traditionell zur Hochzeit Geld geschenkt wird (das in roten Umschlägen verpackt ist) und das Brautpaar die Hochzeitsreise nach Europa machen wollte, war das einfach: es gibt Euros. Nur wie verpacken wir die? Wir hatten keine Lust, uns in China einen roten Umschlag zu besorgen sondern wollten etwas individuelleres. Und wir fanden es:
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_11_04_52.jpeg)
Natürlich werden da die Scheine nicht einfach nur reingesteckt. Da ist genug Platz für Süßigkeiten. Die Scheine werden um Mini-Mentos-Rollen gewickelt. Und der restliche Platz wird mit weiteren Mini-Mentos-Rollen und Tütchen mit Mini-Gummibären aufgefüllt.
Für den Vater gibt es 2 Flaschen mit Obst-Schnaps aus der Region und für die Mutter einen Deko-Teller vom Bodensee. Und für den Rest der Familie noch Schweizer Schokolade in Tafeln und Kugeln sowie die restlichen Mini-Mentos-Rollen und Mini-Gummibärchen, die nicht mehr in die Kuh passen.
Die festliche Kleidung war erst einmal auch nicht ganz so einfach. Zum Schluss entschieden wir uns für einen normalen dunklen Anzug für meinen Schwiegersohn sowie wirklich Fest-Dirndl für meine Tochter und mich.
Damit waren die Vorbereitungen abgeschlossen und das Abenteuer konnte beginnen. 8)
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sehr spannend :) Ich bin gern mit dabei!
Wir wollen ja nächstes Jahr auch nach China, da ist eure Reise umso interessanter für mich
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Sehr spannend geschrieben :beifall:. Also rückt noch ein bisschen zusammen.
Gut, dass ihr nicht zu einer indischen Hochzeit eingeladen wart, da wäre die gefüllte Kuh nicht gut angekommen :cool2:.
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Ich will auch mit! :)
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Willkommen an Bord. (http://www.cosgan.de/images/smilie/verschiedene/d050.gif) Ich hoffe, Ihr habt gute Schuhe dabei. Als Transportmittel gibt es Flugzeuge, die Metro in Shanghai, die eigenen Füße und ab und zu ein Taxi.
@Birgit: Die Kleiderfrage wird sich am Ende dann auflösen ;)
@Ilona: Bei einer indischen Hochzeit hätten wir wahrscheinlich ein Schwein gefüllt oder ein Huhn, wenn es so etwas gibt.
Alles einsteigen, es geht los. (http://www.cosgan.de/images/smilie/figuren/k020.gif) Leider gibt es vom Flug keine Bilder.
Anreise und Ankommen in Shanghai (Samstag, 26.9. und Sonntag, 27.9.2015)
Wie jede Reise beginnt auch diese mit Packen. Ein Koffer pro Person und Handgepäck. Und für mich noch eine kleine Tasche mit allem, was ich für eine Nacht brauche. Weil wir erst spät am Abend wieder in Friedrichshafen sein werden und meine Tochter nicht weit weg wohnt, werde ich am Schluss vielleicht noch bei ihr übernachten, wenn ich für eine längere Fahrt mit dem Auto zu müde bin.
Doch zuerst einmal heißt es morgens in aller Ruhe, mein Gepäck mit dem sonstigen Inhalt des Kofferraums zu vertauschen. Wenn ich die üblichen Klappkisten, Einkaufstaschen, Decken und sonstigen Kram, der sich im Lauf der Zeit im Kofferraum ansammelt, nicht zu Hause lasse, passt das Gepäck meiner Tochter und meines Schwiegersohns wohl nicht mehr rein. Nach dieser Aktion geht es erst einmal los zu meiner Tochter zum Mittagsimbiss, dann weiteres Gepäck fassen und zum Flughafen nach Friedrichshafen fahren.
Der Flughafen in Friedrichshafen ist wirklich schnuckelig klein. Der Check-In und die Handgepäck-Kontrolle dauern etwa 15 Minuten. Der Warteraum für alle hat im Vergleich zu anderen Flughäfen die Größe eines Wohnzimmers. Flugsteige oder Busse als Zubringer zum Flugzeug gibt es nicht; man geht einfach über das Rollfeld zum ganz in der Nähe parkenden "Hüpfer". Alles Handgepäck, das die Größe einer Aktentasche oder Wanderrucksacks überschreitet, muss vor dem Einsteigen auf einem Wagen abgelegt werden, damit es ebenfalls im Bauch des Fliegerchens verstaut werden kann. Zum Einsteigen wird eine Treppe mit geschätzt 12 Stufen (ich hab wirklich 2 mal vergessen, die Stufen zu zählen) ausgefahren, die man einfach hochklettert. Die Treppe ist so schmal, dass ein Sumoringer stecken bleiben würde. Für mich reicht sie gerade noch.
Der Blick ins Flugzeug: wie niedlich :-* Ein Mittelgang mit je 2 Sitzen auf jeder Seite. Für die Business-Class wird einfach der Vorhang umgesteckt; die Sitze sind im ganzen Flugzeug dieselben. Business-Class-Gäste haben im Unterschied zur Economy-Class einfach 2 Sitze pro Person und sie bekommen ein Getränk serviert. Alle anderen müssen die knapp 40 Minuten bis Frankfurt so auskommen.
In Frankfurt dann das andere Extrem, die A380-800 mit 2 Decks. Das untere Deck für Pemium Economy (8 Reihen mit 2-4-2 Bestuhlung) und für die Economy mit 3-4-3 Bestuhlung (35 Reihen), das obere Deck für First, Business und noch 5 Reihen Economy mit 2-4-2 Bestuhlung.
Wir hatten Freitag Abend noch auf der linken Seite außen von der letzten Reihe den Fenster- und den Gangplatz und von der vorletzten Reihe den Fensterplatz reserviert. Und die Erwartung wurde erfüllt. Das Flugzeug war nicht komplett ausgebucht; vorne war alles voll wie in der Sardinenbüchse, aber ganz hinten gab es noch freie Plätze und in beiden Reihen blieb tatsächlich der jeweils mittlere Platz frei. >:D Also war etwas Platz zum Ablegen der Sachen bei dem langen Flug.
Zum Flug selbst ist nicht viel zu sagen. Er ging pünktlich los, war sehr ruhig, war zwar 15 Minuten kürzer als erwartet, mit dadurch nur 10:30 Stunden trotzdem viiiiel zu lang. Als Abendessen gab es als deutsches Gericht Rind mit Kartoffel-Gemüse-Püree und als chinesisches Huhn mit schwarzer Bohnensoße und Reis. Salat und Kuchen als Nachtisch war auch dabei. Das Huhn war für Flugzeugessen ganz ordentlich und mein Schwiegersohn hat sich auch nicht negativ über das Rind geäußert.
Wie vertreibt man sich die lange Zeit im Flieger? Mit Schlafen/Dösen, Musik hören, das moderne Entertainment-System genau untersuchen, das Entertainment-System abstürzen lassen >:D (weil ich unbedingt ein Musikalbum anhören und gleichzeitig die Bord-Kamera beobachten muss), die Person am Gang durch Aufstehen nerven, genervt durch das Flugzeug tigern, usw. Meine Tochter hat ganz gut geschlafen; die Glückliche kann fast überall schlafen. Mein Schwiegersohn hat wohl nur kurz gedöst. Ich selbst habe immer wieder kurze Zeit geschlafen und sonst gedöst und mitgebrachte Musik gehört. Aber irgend wann war diese Tortur zu Ende und das Frühstück wurde serviert. An deutsches Frühstück haben der Kaffee und ein kleines weiches Brötchen mit Butter und Marmelade erinnert, sonst gab es noch ein Birnenkompott und dann entweder amerikanisches Frühstück bestehend aus Rührei mit Käse und Wedges oder chinesische Nudeln. Die Nudeln waren etwas weich und fade. Aber sonst fand ich das chinesische Frühstück eine schöne Einstimmung auf das, was noch alles kommen sollte.
Kurz vor der Landung wurde an alle nicht-chinesischen Fluggäste Einreiseformulare ausgeteilt, wie sie früher auch bei Flügen in die USA üblich waren. Überhaupt hat die ganze Einreise-Prozedur etwas an die in die USA erinnert: man tritt einzeln vor, reicht den Pass mit Visum sowie das ausgefüllte Einreiseformular der Beamtin oder dem Beamten, steht kurz still, damit ein Foto gemacht werden kann (gleichzeitig von vorne und von beiden Seiten), beantwortet eventuelle Fragen und darf rein ins Land.
Gleich nach Verlassen des Zollbereichs stürzen sich jede Menge selbsternannte Taxifahrer und Chauffeure auf die Europäer mit dem Ziel, diese bereits bei der Fahrt zum Hotel gründlich abzuzocken. Sie sind dabei aber nicht wirklich aufdringlich und suchen sich bei Kopfschütteln oder einfachem Ignorieren sofort das nächste Opfer. Meine Tochter war ja vor 10 Jahren schon einmal in Shanghai und hat sich damals immer mit der Metro fortbewegt. So war ihr dieses System schon bekannt und sie wurde schon vor der Reise zum "Transportmeister" bestimmt, der sich um die Wahl des passenden Transportmittels zu kümmern hat. Wie in jeder Großstadt ist auch in Shanghai der Schienenverkehr dem Straßenverkehr in Bezug auf Dauer, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit überlegen, so dass wir uns bereits im Vorfeld für die Metro als Transportmittel zum Hotel entschieden hatten.
Weil die Geldautomaten nur 100-Yen-Scheine ausspucken, die Metrofahrscheine aber extrem günstig sind (Kosten für eine Fahrkarte vom Flughafen Pudong in die Stadtmitte: 7 Yen) und die Automaten für solch geringe Beträge die großen Scheine logischerweise nicht akzeptieren, musste erst einmal einer der Scheine beim Service-Schalter in kleinere gewechselt werden. Und dann konnte die erste Fahrt mit der Metro starten.
Wo ist der Eingang? Aha, da sind Drehkreuze; die Karten werden einfach über einen Sensor gehalten, der das waagrechte Drehkreuz für eine Teildrehung freigibt, so dass eine Person passieren kann. Also muss das Gepäck erst durchgeschoben werden, bevor der Sensor aktiviert wird. Aber zuerst geht es durch eine Sicherheitskontrolle, bei der alles Gepäck einschließlich Handtaschen wie auf einem Flughafen geröntgt wird.
Sitzplätze sind wie in jedem öffentlichen Verkehrsmittel natürlich Mangelware. Aber wenn man am Anfang der Schlange zum Einsteigen steht und schnell genug ist, kann man durchaus einen Sitzplatz ergattern. Und wir haben Sitzplätze bekommen. Plötzlich meint meine Tochter, dass wir uns nicht wundern sollten, wenn alle ausstiegen sondern einfach ebenfalls aussteigen sollten. Des Rätsels Lösung: Die Metro zum Flughafen Pudong fährt nicht durch sondern ist zweigeteilt, so dass man immer umsteigen muss (am selben Bahnsteig, einfach das andere Gleis). Also sind alle raus und jeder hat versucht, den gegenüber stehenden Zug so schnell wie möglich zu erreichen (Stichwort: Sitzplatz). Dabei waren natürlich die Chinesen ohne Gepäck eindeutig im Vorteil. Wir hatten keine Lust, uns in einen bereits ziemlich vollen Zug zu quetschen und wollten uns einfach strategisch günstig für den nächsten Zug platzieren. Und dann die Überraschung: Zwischen 2 Zügen vom Flughafen fährt noch ein weiterer Zug, auf den natürlich fast niemand gewartet hat. Da gab es sogar bei der Abfahrt noch freie Sitzplätze, die sich aber an der nächsten Station bereits füllten.
Bis zur Station People´s Square ging die Fahrt dann noch. Die Stationen sind in den Wägen als Laufschrift in chinesisch und englisch angeschrieben, so dass alles einfach zu finden ist. Auch die Pläne sind in der Metro sind chinesisch und englisch beschriftet und die Ticket-Automaten lassen sich ebenfalls auf Englisch umstellen. Beim Umsteigen bzw. Suchen des richtigen Bahnsteigs gibt es in jeder Metro-Station wieder jede Menge Hilfen: Überall hängen Schilder mit den Nummern der Metro-Linien und den Ausgängen, wobei die Straßen in chinesisch und englisch angeschrieben sind. Zusätzlich sind die Metro-Linien noch in farbigen Pfeilen auf den Boden aufgemalt. Jede Metro-Linie hat ihre eigene Farbe, so dass man sich auch einfach an der Farbe orientieren kann, wenn man zu faul zum Lesen der Zahlen ist.
Endlich sind wir in der unserem Hotel am nächsten gelegene Station Dashijie angekommen und können den Ausgang suchen. Zuerst aber steht uns ein technisches Hindernis im Weg: Beim Verlassen des Bahnbereichs muss man wieder durch ein Drehkreuz, das durch Einschieben der Fahrkarte in einen Schlitz freigeschaltet wird. Der Ausgang, den meine Tochter nimmt, zieht die Karte nur halb ein und gibt sie nicht wieder frei. Und ich hab einfach gepennt und erst die Karte eingeschoben, dann den Koffer durchgeschoben und dabei das Drehkreuz bewegt. Somit waren wir beide ohne Fahrkarte in der Metro gefangen :( und mein Schwiegersohn stand hilflos auf der anderen Seite. Glücklicherweise ist aber neben den Ausgängen der Service-Schalter, so dass uns die Dame nach kurzer Erklärung wohl für solche Fälle verfügbare Karten zum Einschieben gab und uns aus unserer Gefangenschaft befreite.
Jetzt mussten wir noch den besten Ausgang finden. Das war aber einfach; gibt es doch wieder zweisprachige Umgebungskarten, in die die Ausgänge mit Nummern eingezeichnet sind, so dass man nur noch dem richtigen Pfeil folgen muss.
Bis hier hin war die Situation noch ganz normal und könnte - bis auf die chinesischen Schriftzeichen und die Personen selbst - noch irgend wo in Europa sein. Beim ersten Tritt auf die Straßen von Shanghai dann der Schock: Der Lärm und die Menschenmenge in den engen Straßen, die Waren vor den Läden auf den Straßen, die geparkten Autos an den unmöglichsten Stellen übertreffen alles, was ich je in Italien oder Spanien erlebt habe und mir vorstellen konnte. Und da sollen wir durch mit dem Gepäck! Irgendwo hupt ständig irgend ein Gefährt und Verkehrsregeln kann ich erst einmal keine erkennen. Jeder fährt oder geht einfach genau dort, wo gerade Platz ist. Am gemeinsten sind die Elektroroller; die hört man nicht, bevor sie einen hupend aus dem Weg jagen. Meine Tochter erklärt später, dass man für Motorroller einen Führerschein und eine Zulassung braucht, für Elektroroller aber nicht. Somit ersetzen die Elektroroller häufig die Fahrräder und Verkehrsregeln werden nicht beachtet. Bei Ampeln darf man wohl regulär auch bei Rot rechts abbiegen und die Fußgänger, die gleichzeitig grün haben, müssen halt aufpassen. Schon auf dem Weg zum Hotel habe ich gelernt, dass man am Besten auch hinten und seitlich Augen hat, wenn man nicht angehupt oder gar angefahren werden will.
Endlich war das Hotel erreicht und diese erste Hürde "Nebenstraße in Shanghai" ohne Kratzer überwunden. Obwohl es erst 12 Uhr war, konnten wir bereits einchecken und die Wohnung im 12. Stock (von 26) beziehen. Hier mal der Blick aus dem Wohnzimmer in Richtung People´s Square.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_4_27_28.jpeg)
Die schräge Straße vom unteren Bildrand führt zur Metrostation, die noch vor der zweiten Querstraße etwa im oberen Drittel ist.
Und noch weitere Ausblicke aus dem Wohnzimmer:
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_4_28_19.jpeg)
Diese Wohnung hat alle meine Erwartungen übertroffen: 2 Schlafzimmer, Bad, kleine Küche, riesiges Wohn-/Eßzimmer, Parkettboden, dunkle Holzmöbel (mit Glasplatten auf den Tischen und niedrigen Kommoden), bequemes Sofa und 2 bequeme Sessel, individuelle Klimaanlagen in den Schlafzimmern und im Wohnzimmer. In der Küche gab es einen Herd, Mikrowelle, Wasserkocher, Waschmaschine (?), 4 Tassen, 4 große Teller, 4 Kuchenteller, 4 Reisschalen, 4 x Stäbchen. Im Bad waren 3 Gläser. Im Wohnzimmer stand eine Kühl-Gefrier-Kombination. Da konnten wir es gut 1 Woche aushalten.
Nach dem Auspacken der Koffer ging meine Tochter in den direkt neben dem Hotel gelegenen kleinen Supermarkt für die ersten Einkäufe (Wasser, Cola, Saft) und dann berieten wir, was wir mit dem angebrochenen Nachmittag noch anfangen wollten. Den offensichtlichen Jetlag meines Schwiegersohns ignorierten wir absichtlich; er durfte nicht am frühen Nachmittag schlafen gehen sondern musste noch bis etwa 20 Uhr durchhalten, was auch gelang.
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Aha, "Elise" heißt die glückliche Braut? In meiner Schwiegerfamilie gibt es "Tracy", die eigentlich ganz anders heißt, aber mir wurde erklärt, dass sie für alle "Tracy" heiße, da ohnehin niemand sich ihren chinesischen Namen merken und ihn aussprechen könne, eben mit der richtigen Betonung, sodass Chinesen in aller Regel, sofern sie mit Ausländern zu tun hätten (Tracy hat ihren Mann als Dolmetscherin für dessen Geschäftskontakte als Ingenieur in China kennengelernt), einen europäischen Namen annähmen, um es den Langnasen zu erleichtern. Ist das mit Elise auch so eine Geschichte?
Und ich sehe bei dem Hotelzimmerausblick keine Fahrräder? Ich nehme mal an, heute ist es in China ganz anders, aber an China von einer Reise 1989 erinnere ich mich zwar nicht sehr gut, aber ich weiß noch, dass die Straßen breit wie in Deutschland waren, aber kaum ein Auto fuhr dort, dafür tausende von Fahrrädern...
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Elise heisst natürlich auch ganz anders. Sie hat bei ihrem ersten Besuch erzählt, dass in der Grundschule in der ersten Stunde des Englisch-Unterrichts alle Kinder von der Lehrerin einen englischen Namen zugewiesen bekommen haben, mit dem sie während des Unterrichts angesprochen wurden. Diesen Namen behalten sie dann für den Rest ihres Lebens und verwenden ihn immer dann, wenn sie mit Ausländern zu tun bekommen. Der Bräutigam heißt übrigens Philip.
Fahrräder gibt es wirklich fast kaum noch welche. Die wurden in den letzten 10 Jahren nach und nach durch Elektroroller ersetzt. Ich habe noch 2 Lastenfahrräder gesehen, aber jede Menge Elektroroller, mit denen Waren ausgeliefert wurden. Weil die Roller schneller sind, müssen sie auch nicht mehr so überladen werden wie die Fahrräder, die dann nur noch sehr langsam vorwärts kommen. Aber ausgestorben sind die Fahrräder noch nicht ganz. Ich denke, dass auf 1 Fahrrad wohl 4 bis 5 Elektroroller kommen.
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Ein steinerner Garten als Anfang (Sonntag Nachmittag, 27.9.2015)
Der Plan für den Nachmittag war, das alte Shanghai anzusehen und, wenn es zeitlich noch passte, den Yu-Garden zu besuchen. Zuerst wollten wir uns aber noch etwas stärken.
Vom Mittagsimbiss bei meiner Tochter waren noch 1 1/2 belegte Seelen (baguettartiges Brot) übrig, die wir mitgenommen hatten. Mein Schwiegersohn wollte nichts essen; er hatte noch im Flugzeug eine Seele verspeist. Meine Tochter und ich teilten uns den Rest. Damit waren wir erst einmal satt und zogen zu Fuß los.
Mit Hilfe der Handy-Navigation fanden wir den Yu-Garden schnell und, da noch 1 1/2 Stunden Zeit war bis zur Schließung, kauften wir uns Eintrittskarten und gingen rein.
Hier ein paar Impressionen vom Weg zum Yu-Garden, dem Yu-Garden und der umliegenden Altstadt für Touristen.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_13_10.jpeg)
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(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_16_11.jpeg)
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(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_16_59.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_17_23.jpeg)
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(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_18_09.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_18_30.jpeg)
Der Bodenbelag: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_18_55.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_21_21.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_21_48.jpeg)
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Und noch die Flußpromenade "Bund" (Sonntag Abend, 27.9.2015)
Nach all den Eindrücken plagte uns doch Hunger und wir aßen etwas in einem chinesischen Schnellimbiss. Das Essen war ganz ok dafür, dass es eben ein Schnellimbiss war. Mir schmeckte es auf jeden Fall. Wir hatten Rührei mit Gemüse (Schwiegersohn), Schwein mit Gemüse (Tochter) und scharfes Rind mit Gemüse (ich). Dazu Reis und Suppe. Natürlich probierte jeder alles. Und mein Schwiegersohn, der sich mit der wirklich chinesischen Küche (noch) nicht richtig anfreunden konnte, durfte sich das aussuchen, was ihm am besten schmeckte.
Frisch gestärkt gingen wir den nächsten Punkt des Plans zum Kampf gegen Jetlag an: Den Bund am Abend. Der Bund ist ein Teil der Promenade am Huanpu-Fluß, der die Altstadt vom futuristischen Pudong trennt und bei (Einheimischen und) Touristen sehr beliebt als Flaniermeile. Auf der Seite der Altstadt stehen europäische Kolonialbauten, die heute Banken, internationale Unternehmen und Hotels beherbergen.
Auf dem Weg zum Bund: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_22_14.jpeg)
Blick auf Pudong: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_50_39.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_51_04.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_51_29.jpeg)
Wechselnde Leuchtreklame an den Wolkenkratzern von Pudong:
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_51_53.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_06_10_15_10_52_16.jpeg)
Nachdem wir uns an diesem Spektakel satt gesehen hatten, kehrten wir kurz vor 20 Uhr mit qualmenden Füßen ins Hotel zurück.
Diesen ersten Abend beendeten wir ziemlich schnell und fielen todmüde in unsere Betten.
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Na klar wart ihr müde, ich wundere mich sowieso, dass ihr noch die Energie hattet loszuziehen. Aber ich kenne das nur zu gut: Wenn man endlich angekommen ist, will man auch noch etwas sehen und fühlen, dass man wirklich angekommen ist!
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Selbst mir kam der Tag unendlich lang vor. Bitte nicht verwechseln mit langweilig ;) Okay, der Flug vielleicht...
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@Birgit und Andrea und wem auch immer sonst noch der Tag unendlich lang vorkam: Ihr habt Recht damit. Wir sind ja nach Osten geflogen mit 6 Stunden Zeitverschiebung; haben also dieselbe Situation erlebt wie beim Rückflug von einem USA-Urlaub an der Ostküste: Weil der Flug nachts durchgeführt wird, fehlt einem diese Nacht und der folgende Tag ist nur um 6 Stunden verkürzt. Weil man aber schon am Vormittag oder gegen Mittag ankommt, ist es extrem schwierig, dem Verlangen nach Schlafen nicht nachzugeben. Dieser Tag ist der schlimmere Tag bei Fernreisen mit Zeitverschiebung. Wenn man dann keine Wäsche zum Waschen hat oder die Zeit mit Besuchen totschlagen kann, muss man sich eine andere Beschäftigung suchen.
Wir haben da einfach das tolle Wetter genutzt und sind los gezogen. Es war herrlich warm (wohl so 27° C) und gar nicht schwül. Rückblickend war es in Bezug auf das Wetter der beste Tag während unserer Reise.
Yu-Garden und Bund war eine hervorragende Wahl, die meine Tochter da getroffen hat. Die Gegend um den Yu-Garden besteht aus historischen Gebäuden mit Pagodendächern, die für den Tourismus renoviert und erhalten werden. So sind in diesen Gebäuden im Erdgeschoss immer kleine Läden, Restaurants oder Imbissbuden untergebracht und es ist entsprechend viel los. Abgegrenzt von all diesem Trubel ist der eigentliche Yu-Garden, bei welchem es sich um einen typisch chinesischen Garten mit labyrinthartig angelegten Wegen und alten Gebäuden handelt, in dem von der Hektik der Stadt (fast) nichts zu spüren ist. Trotz der vielen Besucher ist alles so angelegt, dass es eine gewisse Ruhe ausströmt, die sich auch auf die Besucher auswirkt. Im Gegensatz zu der Gegend außerhalb der Mauer wird hier drin nicht gedrängelt und geschubst oder geschrien.
Und auch der Bund ist (fast) frei von Restaurants oder Souvenirläden. Es gibt ein paar Info- und Ticketshops bei den Schiffsanlegestellen sowie immer wieder mobile Getränkeverkaufsstände. Auch hier ist von der Hektik der Stadt wenig zu spüren.
So waren diese beiden Ziele ideal, um nach dem langen Flug und den ersten Eindrücken der hektischen Stadt zur Ruhe zu kommen und das schöne Wetter genießen zu können.
Trotz alledem haben sich auf dem Rückweg die knapp 1.5 km zwischen Bund und unserem Hotel gezogen wie zäher Gummi. ;)
Nachher geht es weiter mit dem nächsten Tag (mit hoffentlich etwas weniger Bildern, aber die Auswahl ist manchmal ziemlich schwierig).
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Also mich stören viele Bilder nicht... Halte dich also nicht zurück. Unsere Galerie darf gefüllt werden und China ist immer noch so fremd für mich.
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der Yu-Garden gefällt mir schon mal prima, das erinnert mich an Japan. Der kommt schon mal auf die Todo-Liste :)
Reisen in Richtung Osten ist mit der Zeitumstellung extrem nervig. Ich habe in Japan und Korea sehr lange gebraucht mit der Umstellung, bestimmt eine ganze Woche. Nach USA ist das viel einfacher.
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Wir erobern Shanghai - Teil 1 (Montag, 28.9.2015)
Nach einer langen, erholsamen Nacht - wir haben bestimmt von 21:00 bis 8:30 geschlafen - verhieß der erste Blick aus dem Fenster nichts Gutes: Da war alles grau in grau und unten liefen Regenschirme mit Personen darunter herum. Aber es sah nur nach leichtem Nieselregen und tief hängenden Wolken aus.
Aber zuerst einmal brauchten wir Kaffee. Vorsorglich hatten wir uns Nescafé 2 in 1 mitgebracht, den wir auch sofort anrührten.
Wir hatten absichtlich das Frühstück im Hotel nicht mit gebucht, weil wir uns einfach treiben lassen wollten und unterwegs irgendwo am Straßenrand zum (zweiten) Frühstück anhalten wollten. Am Vorabend hatten wir auf dem Rückweg vom Bund ganz in der Nähe des Hotels eine Art Bäckerei entdeckt, die westlich anmutende süße Teile in der Auslage liegen hatten. Dort wollten wir den ersten Halt einlegen und uns für das Folgende stärken. Die süßen Teilchen waren ein Zugeständnis an meinen Schwiegersohn, der mit dem chinesischen Essen noch gewisse Probleme hat. Aber es kam anders als gedacht: Der Laden war zwar geöffnet und hatte auch genügend Auswahl, aber keine Möglichkeit, sich hinzusetzen. Also sind wir mit unserem Einkauf wieder ins Hotel und haben die süßen Teilchen dort vernichtet. 5 der 6 gekauften Teilchen waren gar nicht übel; das 6. war ein süßes Brötchen mit einem Belag, der im Aussehen an orange eingefärbtes Dämmmaterial erinnerte und sehr scharf und einfach nur eklig schmeckte. Das wollte keiner von uns essen. ;)
Nach dem Essen, das wir mit "5 von 6" als erfolgreich einstuften, zogen wir wieder los mit dem Ziel, uns am Bund bezüglich Ausflugsfahrten mit einem Schiff zu informieren.
Der Weg zum Bund kam uns im Vergleich zum Rückweg am Vorabend nicht einmal halb so lang vor, auch wenn meine Tochter so ihre Schwierigkeiten mit ihren beiden Begleitern hatte: Mein Schwiegersohn wollte so schnell wie möglich raus aus dem Trubel zum Bund und ich wollte alles in mich aufsaugen und genau betrachten und war deshalb nur halb so schnell unterwegs wie mein Schwiegersohn. >:D
Am Bund angekommen, versteckten sich die Hochhäuser vom Vorabend in den tief hängenden Wolken.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_09_08.jpeg)
Weil ich keine Lust hatte, bei der Suche nach Ausflugsfahren mitzukommen sondern lieber einfach die Atmosphäre auf mich wirken lassen wollte, blieb ich an der Promenade am Bund auf einer Mauer sitzend zurück und ließ die beiden allein los ziehen.
Nach der verabredeten Zeit kamen sie auch erfolgreich mit einigen Prospekten zu Schiffsfahrten, Museen und Hop-On Hop-Off Bussen zurück und wir berieten die weiteren Pläne für diesen wettermäßig durchwachsenen Tag. Weil es wieder zu Nieseln begann, fuhren wir mit dem nächsten der Hop-On Hop-Off Busse eine Runde vom Bund über den Fluß durch das Expo-Gebiet und zurück zum Bund. Das war ganz interessant. Bilder gibt es leider keine davon.
Danach hatten wir wieder leichten Hunger und machten wir uns auf die Suche nach einer Futterstelle. Wir fanden auch ein Restaurant, dessen Speisekarte nicht nur zweisprachig war sondern auch noch ein Foto jedes Gerichts enthielt. So war die Wahl des Essens ziemlich einfach. Meiner Tochter und mir schmeckte das typische Essen nach Shanghai Art sehr gut, nur mein Schwiegersohn hatte so seine Probleme damit. Noch nicht einmal die Nudeln (mit Sojasoße) schmeckten dem Pastafan, so dass er fast nur Zuckererbsen mit einer Art Speck aß. Meine Tochter und mich musste man dagegen nach dem Essen fast hinausrollen, so voll waren wir.
Anschließend nahmen eine Hop-On Hop-Off Bus zum People's Square, wo wir dann ausstiegen. Der Bus fuhr einen riesigen Umweg; zu Fuß hätten wir den People's Square in der Hälfte der Zeit erreicht. Weil das Nieseln aber etwas stärker wurde, wollten wir uns einfach fahren lassen und dabei etwas von Shanghai sehen.
Am People's Square sind wir erst einmal einfach nur herumgelaufen und haben den Kontrast zwischen der Grünfläche und den Hochhäusern drumherum auf uns wirken lassen. Weil das Museum bereits den Einlass geschlossen hatte, beschlossen wir, es morgen erneut zu versuchen und gingen zu einem der modernen Einkaufszentren in der Nähe.
Bei der Betrachtung der Hochhäuser fragten wir uns, ob es in Shanghai eigentlich auch Hochhäuser mit ganz normalen Dächern gibt oder ob jedes Hochhaus eine andere, futuristische Dachkonstruktion braucht.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_11_28_56.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_10_09.jpeg)
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(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_15_00.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_15_20.jpeg)
Bei diesem Blick zurück in Richtung People's Square sieht man sehr gut die abgetrennte Fahrbahn für Fahrräder und Roller. Solch eine getrennte Fahrbahn gibt es an allen größeren Straßen.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_15_44.jpeg)
Unterwegs fiel uns auch diese grüne Werbung an der Hauswand auf, die aus Pflanzen besteht:
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_16_06.jpeg)
Diese coole Kreuzung war auf den ersten Blick etwas verwirrend, vor allem, weil alle Fußgänger gleichzeitig die Straßen überqueren dürfen:
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_16_29.jpeg)
Hier stehen in jeder Ecke Einkaufszentren mit westlichen Nobelmarken, die über Brücken miteinander verbunden sind.
Irgend wann haben wir diesen Komplex wieder verlassen und suchten den Weg zurück zum Hotel. Mit dabei war ein Abstecher zu einem Kino, in dem wir für morgen Abend Karten besorgten. Wir wollten eigentlich den regnerischen Abend im Kino ausklingen lassen, aber der uns interessierend Minions-Film hatte bereits begonnen.
So untersuchten wir eben auf dem Rückweg ins Hotel das Einkaufszentrum an dem zweiten passenden Ausgang der Metro-Station für unser Hotel genauer und fanden einen McDonald und einige weitere Restaurants, von denen sich mein Schwiegersohn eines mit lauter Curry-Gerichten für den nächsten Abend aussuchte. Weil er nicht so viel zu Mittag gegessen hatte, nahm er sich noch einen Burger mit ins Hotel. Meine Tochter und ich entschieden uns für ein paar sehr leckere Fleischspieße, die wir an einem der Straßenstände (wie sie auch auf dem nächsten Bild erkennbar sind) erstanden und auf dem Weg ins Hotel verspeisten. Mein Schwiegersohn traute den Spießen nicht und wollte sie nicht einmal versuchen, so freute er sich auf den Burger.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_16_54.jpeg)
Der Abend ging nach einigem Herumlungern im Wohnzimmer und Surfen im kostenlosen Wlan (was dadurch erschwert wurde, dass Google und alle Google Adds komplett gesperrt sind) wieder ziemlich früh zu Ende.
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In Shanghai scheint man ja kaum noch was vom Kommunismus zu spüren. McDonalds, Modelabel, freies WiFi... Konntest du wirklich das Internet im vollen Umfang nutzen?
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Konntest du wirklich das Internet im vollen Umfang nutzen?
Nein, das Internet war zensiert. Alles, was mit Google zu tun hat, war gesperrt. So war es zum Beispiel nicht möglich, irgendwelche Apps von westlichen Seiten auf das Smartphone zu laden. Beim Suchen gibt es auch Einschränkungen; Google als Suchmaschine ist nicht möglich. Auch alle Werbung, die auf nicht gesperrten Seiten über Google geladen wird, ist gesperrt, so dass die Seite sich extrem langsam aufbaut und häufig in Timeouts endet. So gelang es mir zum Beispiel nur ein einziges Mal, das Web-Interface von Yahoo Mail so weit zu laden, dass ich mich anmelden konnte. Geladen wurde die Mail-Liste nie, auch nicht nach 30 Minuten Wartezeit.
Ansonsten haben sich auch bei der chinesischen Bevölkerung, die es sich leisten kann, westliche Modelabels als Statussymbole durchgesetzt. Wobei ich mich damit nicht genug auskenne, um die echten Sachen von nachgemachten unterscheiden zu können. Von der Präsentation und Zurschaustellung der Waren gibt es Luxuskaufhäuser nach westlichem Vorbild vor allem in Shanghai tatsächlich. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass Shanghai (neben Hongkong) die dem Westen ähnlichste Stadt Chinas ist.
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das chinesische Essen lockt mich jetzt schon, da bin ich wirklich gespannt drauf. Ich werde auch alles mögliche an irgendwelchen Strassenständen probieren :happy:
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Wie ist Shanghai eigentlich preislich? Vielleicht hast es ja schon geschrieben :verlegen:, doch ich habe derzeit nur Zeit zum Bilder gucken Zeit :cool2:.
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Zu den Preisen hatte ich noch nicht viel geschrieben. Ich zähl hier einfach mal unsortiert auf, an was ich mich erinnere.
Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt, Fahrzeit etwa 45 Minuten: 1 Euro
Taxi Kurzstrecke (etwa 6-8 km): 1.80 Euro
Menü im Schnellimbiss (Suppe, Reis, Fleisch/Gemüse-Gericht): etwa 2 Euro
0.5 l Coca Cola am Automaten der Metro: 0.90 Euro
0.5 l Wasser am Automaten der Metro: 0.40 Euro
Schirm beim Straßenhändler am Eingang der Metro (wenn es regnet): 0.60 Euro (taugt aber nicht viel)
Menü mit 2x Reis, gebratenen Nudeln, 2x Fleisch, 1x Gemüse (konnten wir zu dritt nicht aufessen) beim Zimmerservice oder in gehobenem Restaurant: 25 Euro
Fleischspieß beim Straßenhändler: 0.40 Euro
2-Tages-Karte für Hop-On Hop-Off Bus: 5 Euro
Eintritt in den Yu-Garten: 5 Euro
Obst je nach Sorte, z.B. 500 g Litschis bei Walmart: 0.90 Euro, 1 Kaki bei Waltmart: 0.80 Euro
Zugfahrt 1. Klasse von Shanghai nach Suzhou: 9 Euro
Importware: sehr teuer
Souvenirs: meist Verhandlungssache, z.B. Bild mit Seidenstickerei in A5 ohne Rahmen: 6 Euro, Kühlschrankmagnete etwa 1.30 Euro
Kino (3D): 10 Euro
Übernachtung geht von ganz billig bis ganz teuer. Wir haben für die 3-Zimmer-Wohnung für 7 Nächte mit täglicher Reinigung ohne Frühstück 970 Euro bezahlt. Bei meiner Recherche habe ich aber auch Zimmerchen gefunden, die nur 250 Euro pro Woche kosten.
In den Restaurants stellt man sich sein Essen selbst zusammen aus Fleisch, Fisch, Gemüse, Beilage. Wir haben mit 2 Teilen pro Person gerechnet und waren dann meist bei so etwa 20-25 Euro insgesamt mit Getränken, die im Verhältnis zum Essen eher teuer sind, aber immer noch günstiger als bei uns (z.B. 1 l Cola 2 Euro).
6 süße Teilchen: 2 Euro
Eintritt auf den Jin Mao Tower: 18 Euro (das Souvenir-Foto aber nur 3 Euro)
0.5 l Coca Cola beim mobilen Getränkewagen am Bund: 0.90 Euro
Wenn meine Tochter mit den Straßenhändlern verhandelt hat, hab ich meist nichts verstanden und auch nicht wirklich mitbekommen, wie viel sie jetzt bezahlt hat.
Generell kann man sagen, dass (einheimisches) Essen und Transport sehr günstig sind. Der Rest hängt von den Ansprüchen und dem Verhandlungsgeschick ab. In einem 4 Sterne Hotel in bester Touristenlage kann das Zimmer ohne Frühstück pro Nacht schnell über 100 Euro kosten.
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Du legst ja ein gutes Tempo vor!
Schöne Bilder vom Yu-Garten, der ist wirklich eine Oase mitten in der Stadt. Und Bund bei Nacht hast Du auch schon gesehen, dazu noch lecker Spießchen, so kann's von mir aus weitergehen! ;D
Elise heisst natürlich auch ganz anders. Sie hat bei ihrem ersten Besuch erzählt, dass in der Grundschule in der ersten Stunde des Englisch-Unterrichts alle Kinder von der Lehrerin einen englischen Namen zugewiesen bekommen haben, mit dem sie während des Unterrichts angesprochen wurden. Diesen Namen behalten sie dann für den Rest ihres Lebens und verwenden ihn immer dann, wenn sie mit Ausländern zu tun bekommen. Der Bräutigam heißt übrigens Philip.
Hat Deine Tochter auch einen chinesischen Namen bekommen?
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Wir sind ja nach Osten geflogen mit 6 Stunden Zeitverschiebung; haben also dieselbe Situation erlebt wie beim Rückflug von einem USA-Urlaub an der Ostküste: Weil der Flug nachts durchgeführt wird, fehlt einem diese Nacht und der folgende Tag ist nur um 6 Stunden verkürzt. Weil man aber schon am Vormittag oder gegen Mittag ankommt, ist es extrem schwierig, dem Verlangen nach Schlafen nicht nachzugeben. Dieser Tag ist der schlimmere Tag bei Fernreisen mit Zeitverschiebung.
Toll fand ich da meine Indienflüge. Es sind nur 3,5 bzw. 4,5 Stunden. Aber man fliegt zumindest mit LH so los, dass man gegen 1 Uhr nacvhts dort landet und dann meistens gegen 3 Uhr Ortszeit im Hotel ist. Die innere Uhr ist der Meinung, es wird so langsam Zeit ins Bett zu gehen, aber man ist nicht übermüdet. Dann muss man nur noch darauf achten, dass man am nächsten Tag nicht schon um 9 Uhr irgendwo gestiefgelt und gespornt stehen muss und kann recht ausgeruht in den ersten Tag starten.
Aber die Rückflüge aus den USA finde ich auch immer krass, schließlich wartet da nur der graue Alltag, während ich finde, dass man den Jetlag beim Flug in den Urlaub nach Asien gar nicht so sehr spürt, weil ja so viel Spannendes wartet!
Und wie ich sehe, habt ihr dann gleich am ersten Tag auch wieder sehr viel erlebt!
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@nordlicht: Meine Tochter hat damals keinen chinesischen Namen bekommen. Aber sie haben ihren Namen in chinesischen Zeichen geschrieben, natürlich nicht als Buchstabenfolge sondern als Lautfolge. Ist ziemlich lustig, was bei typisch deutschen Nachnamen dann am Ende rauskommt. :D
Geht es euch zu schnell? Wenn ich nächste Woche wieder arbeiten muss, habe ich nicht mehr viel Zeit und schaffe dann vielleicht noch 2 Tage pro Woche.
Und weil ich morgen schon wieder weg sein werde, kommt jetzt noch ein Tag ;) (wenn ich mich durch den Bilderwald gewühlt habe).
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Ich erinnere mich noch, dass es damals vor 25 Jahren eine Währung für Einheimische gab und eine für Touristen und dass es fast drei Wochen lang chinesisches Essen gab, sodass wir uns zum Schluss in Hong Kong auf der Suche nach Abwechslung heißhungrig auf die Pommes von Mc Donalds gestürzt hatten.
Ich wünschte, ich hätte eine bessere Erinnerung oder wenigstens ordentliche Fotos. Das damalige China scheint völlig verschwunden zu sein.
Und äääääh, ist dein Schwiegersohn bei allem so wählerisch und nörgelig? Ich hoffe, die Reise hat ihn nicht zu sehr gestresst, im Augenblick habe ich den Eindruck, ihr beiden Frauen konntet sie mehr genießen als er?
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@Birgit: Schon als meine Tochter vor 10 Jahren in Shanghai war, gab es dieselbe Währung für Einheimische und Touristen. Lustigerweise haben die ATMs maximal 1000 Yen ausgespuckt, was etwa 120 Euro entspricht. Bei den Preisen dort hat uns das meist 1-2 Tage gereicht, so dass wir nicht einmal jeden Tag wieder neu Geld holen mussten, obwohl wir alle Einkäufe bar bezahlt haben.
Schwiegersohn ist eigentlich ein gaaanz lieber Kerl. Beim Essen ist er eben etwas heikel, auch was die offenen Kochstellen an den Straßenecken angeht. Mit denen konnte er sich gar nicht anfreunden. Ansonsten hat er nach Überwindung des Kulturschocks doch einige Gerichte gefunden, die ihm wirklich schmeckten. Nur mit Nudeln oder Fladen oder den gefüllten Hefeklößen zum Frühstück konnte er gar nichts anfangen. Das war seine erste Fernreise. Bisher war er nur nach Malta, Paris, London, Dresden, Berlin, Rügen und ähnliche Ziele gekommen. So hatte er schon erst mal seine Probleme damit, dass das Essen anders aussah und schmeckte als bei seinem Lieblings-Chinesen in Deutschland. Und wenn man den Geschmack von Soja-Soße nicht mag, kann es mit der Essenswahl ab und zu schwierig werden. Im Großen und Ganzen hat er die Reise sicher auch genossen, auch wenn er sich allein sofort verloren vorkam (was durchaus verständlich ist).
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Joooaaaah, ich habe an meiner Seite auch so jemanden, der allerdings mit chinesischem Essen gar kein Problem hätte, dem es ansonsten aber ähnlih erginge...
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Shanghai bei Nacht Regen (Dienstag, 29.9.2015)
Morgens der Blick aus dem Fenster: Da unten gehen immer noch Schirme mit Leuten darunter. Also erst einmal wieder Pulverkaffee anrühren und noch Saft dazu trinken. Schwiegersohn isst vorsorglich noch ein Knoppers (auch wenn es gerade weder in Shanghai noch in Deutschland halb zehn ist). ;)
Weil es immer noch nur ein leichtes Nieseln ist, lassen wir leichtsinnigerweise die Schirme im Hotel. Gestern hat es ja auch nicht stärker geregnet (und da hatten wir auch keinen Schirm dabei). Überhaupt scheinen die Chinesen sehr wasserscheu zu sein und spannen schon bei so wenig Wasser von oben die Schirme auf, bei dem hier in Deutschland noch niemand von Regen oder Nieseln redet.
Nachdem gestern das Museum am People's Square uns nicht mehr reinlassen wollte, starten wir heute einen neuen Versuch. Weil wir noch in der Freßmeile der Metro-Station frühstücken wollten und die Fahrkarten fast nichts kosten, wollten wir die Metro für die eine Station nehmen. Zur Freude meines Schwiegersohns wurden es wieder süße Teilchen (aus einer anderen Bäckerei als gestern), die alle schmeckten. Das Brötchen mit dem Dämmmaterial-Belag verschmähten wir dieses Mal und suchten andere aus. ;)
Bei leichtem Nieselregen gehen wir von der Metro-Station am People's Square zum Museum und werden tatsächlich eingelassen.
Im Museum sehen wir Skulpturen, Pötte, Möbel, Figürchen und andere Dinge aus Chinas Vergangenheit. Es ist alles sehr schön gemacht und immer zweisprachig beschriftet. Auch das Gebäude selbst ist nett anzusehen mit seinem offenen Treppenhaus und den umlaufenden Galerien, wo es immer wieder Bänke zum Ausruhen gibt.
Ein paar Impressionen aus dem Museum:
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_20_35.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_20_56.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_21_15.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_21_34.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_22_00.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_22_23.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_22_43.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_23_01.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_23_21.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_23_41.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_24_06.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_24_25.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_24_45.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_25_05.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_25_23.jpeg)
Als wir nach vielen Stunden das Museum verlassen, haben wir Hunger und die Füße tun auch schon wieder weh. Die Cafeteria im Museum ist uns zu teuer; die wollen doch tatsächlich über 2 Euro für einen Tee.
Der Regen ist etwas stärker geworden, aber noch lange nicht stark genug, um ohne Schirm nass zu werden.
Nachdem wir bisher noch kein normales Kaufhaus (wie z.B. Karstadt hier in Deutschland) gefunden hatten sondern immer nur "noble" Einkaufszentren kommt meine Tochter auf die Idee, nach Norden in die Nähe der Fudan-Universität zu fahren, wo sie so ein Kaufhaus zu kennen glaubt. Sie hat die richtige Kreuzung auch gefunden - aber 10 Jahre sind eine lange Zeit für eine hektische Stadt wie Shanghai. Und der Regen ist noch stärker geworden.
Inzwischen ist die ganze Kreuzung für die Fußgänger untertunnelt mit einer große freie Fläche im Zentrum unterhalb der Straße. Die große Straße selbst ist in einem ei-förmigen Gebilde verborgen, das von unten mit einiger Fantasie Ähnlichkeit mit einem Raumschiff hat.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_25_56.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_26_16.jpeg)
Um dieses offene Zentrum führt eine überdachte Galerie, von der aus Abzweigungen direkt in die Kaufhäuser gehen, die in den Ecken der Kreuzung darüber stehen.
Nach einigem Irren durch noble Konsumtempel finden wir tatsächlich noch das alte Kaufhaus von damals, in dem jetzt ein Walmart untergebracht ist. Den entern wir natürlich und kaufen einige Souvenirs wie z.B. Bettwäsche für meine Tochter, Obst, Süßigkeiten usw. Zu Mittag gegessen haben wir aber immer noch nicht. Weil wir am Abend noch ins Kino möchten und vorher in dem gestern gefundenen Curry-Restaurant zu Abend essen wollen, entscheiden wir uns dafür, das Mittagessen ganz zu streichen und nur ein paar der gerade gekauften Süßigkeiten zu testen.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_26_44.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_27_06.jpeg)
Als wir das Einkaufszentrum wieder verlassen und zurück in die Stadt fahren wollen, kommt da so ein Monsun-Wolkenbruch herunter, dass wir auf den 100 Metern vom Kaufhaus zur Metro-Station ziemlich nass werden. Auf die Idee, bei Walmart die billigsten Schirme zu kaufen, kommen wir nicht.
Also fahren wir als nasse Pudel zurück zur Metro-Station Dashijie, in der das Curry-Restaurant untergebracht ist. Hier gibt es zum ersten Mal keine Stäbchen zum Essen sondern richtige Löffel und Gabeln. Als Besonderheit gehört zu jedem Gedeck zusätzlich zu den offenen ausliegenden Servietten noch eingeschweißte nasse Tücher. Das Essen ist wieder sehr lecker (wenn auch nicht wirklich chinesisch) und wir verschlingen heißhungrig alles.
Nach dem Essen wollen wir zum Kino und oh Wunder, der Regen hat nachgelassen. Nur der Verkehr ist noch nicht weniger geworden.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_27_38.jpeg)
Im Kino sehen wir uns den neuen Minions-Film in 3D an und profitieren davon, dass ausländische Filme nicht synchronisiert werden sondern nur Untertitel über die Bilder geklatscht werden. So reden die Minions immer noch englisch - und die chinesischen Schriftzeichen am unteren Rand stören fast nicht.
Das Kino selbst sieht genau so aus wie ein Kino im Westen.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_07_10_15_10_27_56.jpeg)
Nach dem Kino zurück ins Hotel, noch einige Zeit im Wohnzimmer rumlungern und z.B. Emails checken und den nächsten Tag anplanen und dann ist es wirklich Zeit zum Schlafen.
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Super tolle Eindrücke aus Shanghai! Vielen Dank dafür! :)
Geht es euch zu schnell?
Shanghai scheint ja auch eine recht quirlige Stadt zu sein, von daher passt das schon! :thumb:
ggf. muss ich dann zwei Tage auf einmal lesen, aber das bekomme ich in meinem Alter gerade noch so geregelt! ;D
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das Museum ist klasse, da will ich auch hin! Und die Raumschiffstraße - also Respekt, das sieht doch klasse aus! Gefällt mir architektonisch super!
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das Museum ist klasse, da will ich auch hin! Und die Raumschiffstraße - also Respekt, das sieht doch klasse aus! Gefällt mir architektonisch super!
Das Museum ist das Shanghai Museum am People's Square - und es kostet keinen Eintritt.
Die Raumschiffstraße ist die Middle Ring Road etwas östlich der Fudan-Universität, Metro-Linie 10, Station Wujiaochang. Google Maps bzw. Google Earth zeigt die Struktur auch (und verlinkt zu Bildern davon).
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das Museum ist klasse, da will ich auch hin! Und die Raumschiffstraße - also Respekt, das sieht doch klasse aus! Gefällt mir architektonisch super!
Das Museum ist das Shanghai Museum am People's Square - und es kostet keinen Eintritt.
Die Raumschiffstraße ist die Middle Ring Road etwas östlich der Fudan-Universität, Metro-Linie 10, Station Wujiaochang. Google Maps bzw. Google Earth zeigt die Struktur auch (und verlinkt zu Bildern davon).
Danke für die Info. Wenn alles klappt revanchiere ich mich in einem Jahr mit meinen Fotos davon :)
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Erstes Familientreffen (Mittwoch, 30.9.2015)
Heute gibt es nur wenig Bilder. Die meisten Bilder sind privat und sollen es auch bleiben. Denn heute war bereits ein besonderer Tag für mich. Da sollte ich ein "kleines" Begrüßungsgescheink erhalten.
Gestern Abend noch hatte meine Tochter noch Kontakt mit ihrer Freundin, die jetzt auch in Shanghai eingetroffen ist. Und der Plan für den Tag war dann ganz einfach: Wir treffen die Braut, den Bräutigam und die Eltern der Braut.
Aber zuerst holten meine Tochter und ich bei Straßenhändlern etwas Obst, einige gefüllte Hefeklöße und einen scharfen Fladen und füllten auch unseren Getränkevorrat wieder auf. Wir wollten endlich einmal ein chinesisches Frühstück. Mit unserer Beute kehrten wir ins Hotel zurück, um alles zu verspeißen. Einer von uns wechselte nach 1/6 Hefekloß zu Obst, Knoppers und testete dann auch in unserer Beute enthaltenen Snickers auf deren Ähnlichkeit mit den deutschen. Die restlichen Hefeklöße wanderten dann eben als Vorrat in den Kühlschrank.
Dann war es auch schon Zeit, zu unserem Treffpunkt am People's Square aufzubrechen. Die Wolken hingen immer noch tief, aber wenigstens regnete es nicht mehr; es tröpfelte nur leicht. Kein Grund, die Schirme aus dem Rucksack zu holen. ;)
Eine Straße, durch die wir gegangen sind. Ob es in dem Restaurant Magaronis gibt und was genau damit gemeint ist, haben wir nicht überprüft.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_09_10_15_7_04_48.jpeg)
Ich traf Elise jetzt nach 10 Jahren das erste Mal persönlich wieder und konnte mich von dem über Skype gewonnenen Eindruck überzeugen, dass aus dem jungen Mädchen eine junge Frau geworden war. Den Bräutigam kannten wir alle nur von Fotos. Deshalb gingen wir zuerst in ein Restaurant, um uns bei einer Tasse Kaffee erst einmal zu beschnuppern und den weiteren Verlauf des Tages durchzusprechen.
Irgendwann im Vorfeld hatte meine Tochter mich im Auftrag von Elises Mutter nach meinem Lieblingstee gefragt. Die Frage konnte ich nicht wirklich beantworten, weil ich meist keine Ahnung hatte, was die chinesischen Zeichen auf den Teepackungen bedeuteten, die über Umwege ab und zu den Weg zu mir fanden. Bei der Gelegenheit äußerte ich den Wunsch, dass sich mal jemand von Elises Familie die Zeit nimmt und mir verschiedene Tees probieren lässt und die traditionell chinesische Zubereitung erklärt.
Und jetzt hatte Elises Mutter als Begrüßungsgeschenk für mich eine Art Teeverkostung bei einem ihrer Freunde, der ein Teegeschäft hat, organisiert. ;D Das war eine tolle Überraschung.
Davor lag aber noch eine lange Fahrt mit der Metro in den Vorort, in dem Elises Eltern wohnen. Ihre Mutter holte uns mit dem Auto an der Metro-Station ab, packte einfach uns 5 in ihr Auto und fuhr zum Teeladen ihres Freundes.
Dort war schon alles vorbereitet. Sie hatten schon im Vorfeld einige Tees ausgesucht, die ich (und die anderen natürlich auch) mal probieren sollte. Bei der Zubereitung sahen wir alle zu und Elise übersetzte die Erläuterungen zur Zubereitung des Händlers.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_09_10_15_7_05_21.jpeg)
Und dann bestand Elises Mutter darauf, mir von die 4 Tees zu schenken, die mir am besten geschmeckt hatten. Einen 5. Tee hatte ich schon im Frühjahr über meine Tochter von Elise bekommen. Und jetzt koche ich mir hier Tee, der so gut schmeckt wie noch nie zuvor. Auch der jetzt nach Anleitung des Händlers gekochte Tee vom Frühjahr schmeckt noch viel besser als zuvor, wo ich ihn einfach so nach Gefühl zubereitet hatte.
Das Teekännchen in Mausform, das vorne auf dem Tisch steht, habe ich mir noch selbst gekauft. Jetzt steht es auf meinem Tisch hier.
Nach gut 1 Stunde verließen wir diesen Laden wieder mit einigen Tüten Tees und Teekännchen, die jetzt alle hier in Deutschland sind.
Die nächste Station war ein Restaurant in der Nähe der Wohnung von Elises Eltern, wo wir noch mit ihrem Vater zum Abendessen verabredet waren. Hier wurde jetzt ein typisch chinesisches Abendessen mit mindestens 10 Gerichten aufgetischt, die mit Rücksicht auf den Schwiegersohn aber alle nicht scharf waren. Das waren dann mehrere Fleischgerichte dabei, Garnelen, Hummerzangen, ein Fisch, warme Obst-Suppe, mehrere Gemüsegerichte, frittierte Kürbisküchlein und zum Schluss Melonenschnitze. Zum Trinken hatten sie Cola und in Krügen grünen Gurkensaft mit Limette. Das war unheimlich lecker und am Schluss waren wir alle pappsatt. Auch dem Schwiegersohn schmeckten sehr viele der Gerichte; er hat sogar die Cola zugunsten des Gurkensafts verschmäht.
Bei dieser Gelegenheit wurde auch besprochen, wann und wo wir uns am Samstag zur Hochzeit treffen würden.
Nach der Rückfahrt mit der Metro zum Hotel verlief der restliche Abend wie schon üblich mit Emails checken und etwas im nicht gesperrten Teil des Internets surfen.
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Wie war das noch? Auf chinesischen Tischen müssen zum Essen immer mindestens so viele Gerichte stehen wie Personen am Tisch sitzen - gilt das noch?
Und gibt es noch diese runden Drehtische, dass jeder sich das, was er nun möchte, zu sich drehen kann?
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Die Regel bezüglich Anzahl Gerichte wird je nach Anzahl der Personen abgewandelt.
Bis 3-4 Personen braucht man meist doppelt so viele Gerichte wie Personen, um 2x Beilage und 2x Gemüse dabei zu haben. Bis auf den Nachtisch kommt alles gleichzeitig und wird so auf den rechteckigen Tisch gestellt, dass alle zugreifen können.
Bei unserer Gruppe von 7 Personen (und auch bei größeren Gruppen) ist das Ganze etwas abgewandelt.
Wir saßen an einem großen runden Tisch auf dem eine drehbare Glasscheibe installiert war, die noch genügend Platz für das Gedeck (Kuchenteller und Glas) ließ. Auf diese Platte werden die Getränke und die Gerichte gestellt, wobei hier jetzt nicht alle gleichzeitig kommen sondern man mit einer Grundlage von 4 Gerichten beginnt und nach und nach weitere Gerichte geliefert werden. Wenn dann der Platz auf der Glasplatte nicht mehr für alle Platten ausreicht, werden halbleere Platten zum Teil vom Personal zusammengefasst oder auf Anweisung des Gastgebers auch ganz entfernt.
Es ist absolut unhöflich, eine Platte komplett zu leeren.
Zuerst kommen nur Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichte (und Suppen). Gebratene Nudeln können in diesem Teil auch schon dabei sein. Der Reis kommt aber erst kurz vor dem Nachtisch. Ein guter Gastgeber muss so viel Fleisch, Fisch und Gemüse anbieten, dass die Gäste satt werden können, ohne Reis essen zu müssen. Serviert ein Gastgeber den Reis sehr früh, gilt er als geizig. Der Reis dient zum Schluss nur noch dazu, auch den letzten Vielfraß satt zu bekommen.
Die beiden Bilder hier sind vom letzten Tag, zeigen aber so einen Tisch sehr gut.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_09_10_15_8_36_37.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_09_10_15_8_36_59.jpeg)
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So, ich bin euch jetzt auch noch nach Shanghai nachgeeilt und habe alles in einem Rutsch gelesen.
Toll beschrieben, einerseits die touristische Erkundung der Stadt, andererseits das Wiedersehen und die Vorfreude auf das Fest.
Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.
In China war ich 2001, allerdings mit einer organisierten Gruppenreise. Da hat man natürlich wenig Einblick gehabt und sich auch nicht um den Transport mit Zug usw. kümmern müssen. Damals hat der Blick auf Pudong mich schon fasziniert, aber das ist ganz offensichtlich seit damals noch futuristischer geworden. Und ich kann mich erinnern, dass ich mich beim Essen am großen runden Tisch gar nicht damit anfreunden konnte, dass sich die Tellerchen mit dem Essen, das mir geschmeckt hat, immer von mir weggedreht haben. Ich war danach ein sehr großer Fan davon, eigenes Essen auf einem eigenen Teller zu bekommen, das nur mir gehört. Liegt aber vermutlich auch daran, dass ich beim Essen etwas wählerisch war. ;)
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Du hast ja geschrieben, was Dein Schwiegersohn alles nicht mochte. Gibt es umgekehrt vielleicht ein oder zwei Gerichte, die Dir besonders gut geschmeckt haben?
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Du hast ja geschrieben, was Dein Schwiegersohn alles nicht mochte. Gibt es umgekehrt vielleicht ein oder zwei Gerichte, die Dir besonders gut geschmeckt haben?
Das ist sehr schwer zu beantworten. Ich hab mich einfach von einem leckeren Gericht zum nächsten durchgefuttert. Am wenigsten lecker waren die Hühnerfüße. Ich mag halt so ziemlich alles von süß-sauer über normal bis scharf. Von den meisten Gerichten kenne ich auch den Namen nicht. Sehr gut geschmeckt hat mir auch der Mais, der mit einer käseartigen Masse zu einem Kuchen zusammen gebacken und dann in Kuchenstücke geschnitten wird. Und Aubergine in Sojasoße. Und scharfes Rindfleisch in schwarzer Bohnensoße. Und natürlich die Spieße von den Straßenständen.
Mein Schwiegersohn hat dann auch noch sehr viel gefunden, was ihm geschmeckt hat.
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Ich esse mich immer am Reis satt... Okay, als Veggie gibt es nicht sooo viel Auswahl und da halte ich es deswegen mit Flicka: Meins ist meins! ;)
Aber die Teezeremonie hätte mich auch sehr gefreut, zumal ich an meinem jetzigen Wohnort so hartes Wasser habe, dass ein schöner Darjeeling oder anderer feiner Tee einfach nicht schmecken. Trotz Wasserfilter. Daher fürchte ich, dass ich nicht wie du das "nachmachen" könnte. Toll, dass es bei dir klappt!
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Andrea, bei den Essen mit der Familie gab es auch sehr viele Gemüse-Gerichte. Und in den Speisekarten der richtigen Restaurants ebenfalls. Nur bei einem Schnellimbiss wird es schwieriger, aber auch da waren immer ein paar vegetarische Gerichte dabei. Weil alles klein geschnitten und mit Soße vermischt ist, sind die vegetarischen Gerichte nicht ganz so einfach zu erkennen.
Ich hab hier wirklich weiches Wasser. Ich hatte aber auch schon in einer Gegend gewohnt mit sehr hartem Wasser. Dort hab ich mir immer die Mühe gemacht, das Wasser abzukochen (10 Minuten kochen lassen) und es dann lauwarm oder kalt durch einen Kaffeefilter mit Filtertüte gegossen, so dass ein großer Teil des Kalks in der Filtertüte zurückblieb. Alternativ kannst Du auch mal günstiges Mineralwasser ohne Kohlensäure probieren.
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Abkochen habe ich tatsächlich noch nicht probiert. Mineralwasser ja. Jedoch sagt der Name ja schon, dass Mineralien enthalten sind. Eigentlich sollte ich dankbar für unser Wasser sein, denn deswegen ist Oeynhausen ja Kurort...
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Jetzt kommt gleich noch ein Tag mit (viel) mehr Bildern.
Wir erobern Shanghai - Teil 2 (Donnerstag, 1.10.2015)
Das Wetter bringt erst einmal nichts Neues; es nieselt noch immer. Beim Frühstück (Pulverkaffee, restliche Hefeklöße von gestern, Obst, Knoppers) beraten wir, wie wir diesen Tag gestalten wollen.
Weil wir noch immer einige Souvenirs und Mitbringsel brauchen und bisher nur einen Ort gefunden haben, in dem es solche Dinge in großer Auswahl gibt, beschließen wir, den Vormittag in der touristisch hergerichteten Altstadt neben dem Yu-Garden zu verbringen, in der uns am Sonntag Nachmittag viel zu viel Trubel herrschte.
Wir haben auch einige Souvenirs gefunden wie Essstäbchen für mich, Kühlschrankmagnete, Postkarten und eine in einem drehbaren Rahmen mit Standfuß untergebrachte Seidenstickerei für meine Tochter.
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Und weil wir plötzlich (absichtlich) auf den Shanghai Town Gods Tempel stoßen, schauen wir uns den auch noch an. Das ist eigentlich ein Tempelbezirk mit mehreren Gebäuden, in denen jeweils Altäre für einen der Stadtgötter und dessen Gehilfen stehen.
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Nachdem wir uns mit frittierten (Schweine-)Fleischteilchen, Obstspießen und einer Kokosnuss mit Trinkhalm gestärkt hatten, ging es weiter zum nächsten Programmpunkt, der Fahrt mit dem Transrapid (Maglev) zum Flughafen Pudong und wieder zurück einfach so zum Spaß.
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Inzwischen kam auch die Sonne raus und meine Tochter und ihr Mann wollten in der Gegend um den Flughafen einen kleinen Spaziergang machen. Ich zog es vor, mich mit einem Getränk im Flughafen in der Schnellimbissreihe nahe der Metro-Station niederzulassen (Stichwort: qualmende Füße) und dort auf die beiden zu warten. Als sie wieder da waren, gab es noch ein Abendessen und dann wurde die Entscheidung gefällt, die Option für heute Abend Realität werden zu lassen.
Shanghai bei Nacht vom Jin Mao Tower
Auf dem Weg von der Metro-Station zum Jin Mao Tower
Der Oriental Pearl Tower, der die Farbe wechselt: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_09_10_15_10_27_21.jpeg)
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Der Jin Mao Tower von unten: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_09_10_15_9_39_09.jpeg)
Der Oriental Pearl Tower von oben: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_09_10_15_9_39_30.jpeg)
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Blick auf den Bund: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_09_10_15_9_40_09.jpeg)
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Ein Wunschbaum auf der Aussichtsetage: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_09_10_15_9_41_01.jpeg)
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Blick von der Aussichtsetage durch eine Kuppel in der Mitte 88 Stockwerke in die Tiefe; (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_09_10_15_9_42_24.jpeg)
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Da unten müssen irgendwo Autos sein: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_09_10_15_9_43_09.jpeg)
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Inzwischen stelle ich fest, dass die Zeit viel zu kurz ist, um alles zu sehen, was ich herausgesucht hatte. Morgen steht der Tag noch für Sightseeing zur Verfügung und dann kommt schon das große Fest und danach der ewig lange Rückflug. Bei mir macht sich auf dem Rückweg (Metro) zum Hotel noch Wehmut breit.
Meine Tochter weigert sich, am People's Square noch umzusteigen und will von dort zum Hotel laufen. Das ist mit etwa 700 m ja auch kein Problem, wenn man den richtigen Ausgang aus der Metro erwischt. Die East Nanking Road war definitiv am falschen Ende des Platzes, aber so hat sich doch noch ein Wunsch meines Schwiegersohns erfüllt, diese Disneyland-Straße wenigstens teilweise zu sehen. Er hat zum ersten Mal solch eine Straße gesehen und war total fasziniert. Ich dagegen wollte nur weg von dort; das waren definitiv zu viele Menschen. Zu meinem Glück haben alle Füße gequalmt, so dass die beiden nach etwa der halben Straßenlänge die Richtung zum Hotel einschlugen, wo wir die Füße endlich mal hochlegen konnten.
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Ich habe wirklich Mühe Shanghai mit dem traditionellen oder auch kommunistischen China in Verbindung zu bringen. Gut, dass da auch mal ein Tempel zu sehen ist ;) Wirklich, es gefällt mir sehr gut!
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Die bunten Bilder bei Nacht sind klasse und der Tempel ist auch ganz nach meinem Geschmack ;)
Bei den Bildern von eurem Essen ist mir aufgefallen dass Messer und Gabel gedeckt waren, ist das normal? Ich kann nicht richtig mit Stäbchen Essen und hatte in Japan Besteck dabei. Gurkensaft mit Limette klingt interessant, würde ich auch gern probieren, wie bestellt man das, hat das einen Namen den ich aussprechen kann?
Teetrinkerin bin ich nicht, wobei mir das ausprobieren bestimmt Spaß gemacht hätte. Um mich bei Laune zu halten muss immer Kaffee dabei sein. Gabs überall Kaffee zu trinken oder ist das ein Problem?
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Die bunten Bilder bei Nacht sind klasse und der Tempel ist auch ganz nach meinem Geschmack ;)
Bei den Bildern von eurem Essen ist mir aufgefallen dass Messer und Gabel gedeckt waren, ist das normal? Ich kann nicht richtig mit Stäbchen Essen und hatte in Japan Besteck dabei. Gurkensaft mit Limette klingt interessant, würde ich auch gern probieren, wie bestellt man das, hat das einen Namen den ich aussprechen kann?
Teetrinkerin bin ich nicht, wobei mir das ausprobieren bestimmt Spaß gemacht hätte. Um mich bei Laune zu halten muss immer Kaffee dabei sein. Gabs überall Kaffee zu trinken oder ist das ein Problem?
Wir hatten für meinen Schwiegersohn Besteck von zu Hause mitgebracht. In den besseren Restaurants gibt es auch auf Nachfrage welches. Wenn wir in einem Schnellimbiss waren, haben wir das mitgebrachte Besteck verwendet.
Ich vermute mal, dass es sich bei dem Gurkensaft um den auf dieser Seite erwähnten "Cucumber Juice" handelt (http://www.chinahighlights.com/travelguide/menu/drinks-menu.htm). Wenn die Speisekarte auch auf Englisch ist und/oder Bildchen hat, ist es kein Problem; einfach draufzeigen. Der Saft sieht wirklich (eklig) grün aus, hat etwa den Farbton eines grünen Smoothies, etwas heller als unsere Salatgurken.
In einem Schnellimbiss habe ich nie Kaffee gesehen. In Restaurants gibt es den teilweise schon, entweder als Pulverkaffee (Nescafé) oder Cappuccino. Beim ersten Treffen mit Elise und ihrem Mann haben wir in einem Pizza-Laden Kaffee, Cappuccino und sogar richtigen doppelten Espresso (für mich) gefunden. Die besseren Hotels haben häufig einen Wasserkocher im Zimmer und stellen wohl auch manchmal Kaffeepulver bereit. In allen Supermärkten gab es Pulverkaffee zu kaufen. Wir haben auch Nescafé 2 in 1 und die chinesische Entsprechung mit 2 in 1 (Kaffee und Zucker) und 3 in 1 (Kaffee, Zucker, Milchersatz) gefunden. Der chinesische 3 in 1 hat genau so geschmeckt wie ein 3 in 1 Pulver hier bei uns (ein Liebhaber italienischen Kaffees kann das Zeug trinken, von Genießen ist aber nicht die Rede).
Ich hatte ja auch Bedenken wegen des Kaffees. Obwohl ich hier tagsüber auch noch mehrere Tassen Kaffee trinke, war ich in Shanghai so aufgekratzt, dass die eine Tasse zum Frühstück gereicht hat. Schwarzer Tee (heißt in China "roter Tee") mit Milch(ersatz) war fast überall zu haben. Auch bei den Kaltgetränken in den Supermärkten gab es Flaschen, deren Inhalt nach Kaffee aussah. Ich hab auch ein paar Starbucks Läden gesehen.
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Coole Fotos! :)
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Ich habe wirklich Mühe Shanghai mit dem traditionellen oder auch kommunistischen China in Verbindung zu bringen.
Weil ich mich noch gut an die Erzählungen meiner Tochter von ihrem damaligen Aufenthalt erinnerte und mich auch vorher etwas mit der Geschichte Shanghais beschäftigt hatte, war mir klar, dass ich in Shanghai das traditionelle oder kommunistische China nicht finden würde. Mein Schwiegersohn, der seine Kindheit in Sachsen verbracht hatte, hatte dasselbe Problem wie einige hier schon zum Ausdruck gebracht haben: Sein Eindruck von Shanghai hatte absolut keine Ähnlichkeit mit dem Bild, das ihm damals in der Schule vom "großen kommunistischen Bruder" vermittelt worden war.
Shanghai wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts von den Engländern erobert und als Handelshafen für Asien genutzt. Aus dieser Zeit stammen auch die alten Kolonialbauten am Bund. Erst zum Ende des Zweiten Weltkriegs marschierte die kommunistische Armee in Shanghai ein und gliederte es ins kommunistische China ein. Viele westlichen Firmen verlegten damals ihren Sitz von Shanghai nach Hongkong. Die 50 Jahre unter kommunistischer Verwaltung konnten die 100 Jahre unter westlicher (englischer) Herrschaft nicht auslöschen und so war Shanghai eine der ersten Städte, die bei der Öffnung Chinas für den Westen wieder als Ziel verfügbar war. Diese Geschichte ist in Shanghai überall präsent.
Meine Tochter hatte schon vorab solch eine Reaktion von ihrem Mann erwartet und mit eingeplant, uns das ursprünglichere, traditionellere China ebenfalls erahnen zu lassen bei einem
Ausflug nach Suzhou (Freitag, 2.10.2015)
Heute war das Wetter herrlich; die Sonne lachte vom wolkenlosen Himmel und es war wie die letzten Tage auch sommerlich warm. Nur etwas schwül war es immer noch.
Nach dem üblichen Pulverkaffee zogen wir los, um mit der Metro zum Westbahnhof zu fahren, von dem die Züge nach Suzhou abfahren. Dort angekommen, brauchten wir noch Fahrkarten. Wir suchten das ganze Terminalgebäude nach einem Fahrkartenschalter ab, weil die Automaten an Ausländer keine Tickets ausgaben. Endlich entdeckten wir an dem Ende, an dem wir die Suche begonnen hatten, ein im rechten Winkel zum Terminalgebäude stehendes weiteres Gebäude, an dem groß "Tickets" angeschrieben war. Da hatten wir alle Tomaten auf den Augen gehabt und sind überflüssigerweise 1/2 Stunde durch Hitze und Menschenmassen geirrt.
Einer der Schalter war für Ausländer eingerichtet; dort sprachen die Angestellten englisch. Wir kauften die personen- und zuggebundenen Fahrkarten für den nächstmöglichen Zug, der um 12:53 abfuhr, Zum Fahrkartenkauf brauchten wir unsere Pässe, die wir glücklicherweise bei uns trugen. Weil wir noch viel Zeit bis zur Abfahrt des Zuges hatten, verzogen wir uns erst einmal in eine etwas entfernte Querstraße zum Bahnhof, wo wir in einem Kiosk-Supermarkt süße Teilchen und Getränke für ein spätes Frühstück kauften und diese mit Heißhunger verspeisten.
Etwa 1 Stunde vor Abfahrt des Zuges gingen wir wieder zurück zum Bahnhof. Die Schlange vor dem Eingang war noch genau so lang wie heute Vormittag und so dauerte es einige Zeit, bis wir den Bahnhof betreten durften. Wie beim Fliegen war hier auch eine Fahrkarten- und Passkontrolle. Zusätzlich zu der von den Metro-Stationen schon gewohnten Prozedur, das Gepäck zu durchleuchten, mussten die Personen ebenfalls einzeln durch den Metalldetektor gehen und wurden noch mit einem Handgerät überprüft, wenn der automatische Detektor angeschlagen hatte. Kein Wunder, dass die Schlange am Eingang so lang war.
Wie in einem Flughafen gab es immer für 2 Gleise einen Wartebereich mit Drehkreuzdurchgängen. Die Fahrkartenleser an den Drehkreuzen sind so programmiert, dass sie den Durchgang nur für den aktuellen Zug gültige Fahrkarten freigeben. Die Freigabe erfolgt etwa 10 Minuten vor Abfahrt des Zuges und wird an der Abfahrtstafel des Wartebereichs angezeigt. Das war auch ohne Kenntnis der chinesischen Zeichen deutlich zu erkennen: Hinter der Abfahrtszeit des Zuges stehen chinesische Zeichen in Rot, die erst in andere in Grün wechseln, wenn der Durchgang freigegeben ist.
Für die Hinfahrt hatten wir nur noch Fahrkarten für die erste Klasse bekommen, was aber mit etwa 7.20 Euro pro Person durchaus bezahlbar war. Für die Rückfahrt hatten wir die zweite Klasse gebucht, die auch nicht so schlecht ist.
In den Zügen sind wie in einem Flugzeug auf jeder Gangseite in Fahrtrichtung ausgerichtete Sitze, 2-3 in der ersten Klasse und 3-3 in der zweiten Klasse. In beiden Klassen gibt es herunter klappbare Tische und Flaschenhalter sowie in der ersten Klasse zusätzlich zu den plüschigeren Sitzen noch herunter klappbare Fußstützen.
Schon während der Fahrt wurde China ländlicher und traditioneller:
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Wir verlassen den Bahnhof - welche Wohltat! Es gibt keine Menschenmassen und das Dauerhupen von Shanghai ist auch verstummt!
Der Bahnhofsvorplatz: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_10_10_15_6_15_11.jpeg)
Hier sehen wir auch noch (fast) traditionelle Rikschas. Aber der Fortschritt hat auch hier schon Einzug gehalten: Sie werden nicht mehr durch Muskelkraft bewegt (Fahrräder) sondern mit Elektrorollern. Wir gehen erst einmal am Fluss entlang zur Brücke in die Stadt. Unser erstes Ziel ist die große Pagode.
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Die große Pagode liegt in einem sehr schönen Garten, der frei zugänglich ist. Leider ist die Pagode selbst nicht geöffnet.
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In jeder der 6 Seiten ist eine Nische mit einer Buddha-Figur mit unterschiedlichen Stellungen der Arme und Hände: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_10_10_15_6_18_56.jpeg)
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Nach einer ausgiebigen Besichtigung dieser Anlage wollen wir versuchen, durch das angeschlossene Wohngebiet wieder zum Fluss zu kommen. Aber wir landen in einem der alten Wohngebiete mit winzigen Häusern und extrem schmalen Straßen, die wie ein Irrgarten angelegt sind. Den Ausgang zum Fluss finden wir nicht und so kehren wir nach einigem Umherirren wieder in Richtung Pagode um. Die Bewohner fragen sich wahrscheinlich auch, was die komischen Touristen in ihrem armen Wohngebiet zu suchen haben und wir fühlen uns auch als Störenfriede. So machen wir auch keine Fotos von diesem Gebiet. Uns ist nur aufgefallen, dass keiner der Deckel für die Kanalisation älter als 2009 ist. Auf Stromleitungen habe ich nicht geachtet.
Als wir wieder auf der Kreuzung vor der Pagode angekommen sind, ruhen wir uns in einem kleinen Restaurant aus und bestellen das erste Mal Kaffee und frittierte Kürbisküchlein. Wir bekommen extrastarken Nescafé, der gar nicht mal so schlecht schmeckt. Milch gibt es keine und so trinken wir ihn halt schwarz mit (viel) Zucker. Frisch gestärkt ziehen wir wieder los, wir wollen schließlich noch die Kanäle sehen, die Suzhou auch "Venedig des Ostens" genannt wird.
Als wir die Kanäle erreichen, parken da auch jede Menge Touristikbusse, die alle ihren Inhalt in die angrenzenden Straßen zu den obligatorischen Ständen ausgepuckt haben. Wir sind insgeheim froh, dass wir langsam wieder in Richtung Bahnhof abdrehen müssen und uns so die Entscheidung abgenommen wird, ob wir uns in diese Gewühl mischen wollen oder nicht.
Entgegen meiner heimlichen Befürchtung kam weder vom Fluss noch von den Kanälen trotz sommerlicher Temperaturen auch nur die geringste Geruchsbelästigung - im Gegensatz zu Venedig (im Frühjahr) vor Jahrzehnten. Überhaupt sind die Straßen in Shanghai und Suzhou sehr sauber.
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Während der Rückfahrt wird es dann dunkel.
Das war ein sehr gelungener, erholsamer Tag - auch wenn die Füße so sehr qualmen, dass man eigentlich eine Rauchwolke sehen müsste.
Meine Tochter und ihr Mann wollen noch einmal zu den Souvenirbuden am Yu-Garden, um sich ein weiteres Bild mit Seidenstickerei zu kaufen. Mir tun die Füße so weh, dass ich lieber allein ins Hotel zurückgehe und mir nur ein kleines Bild mit Seidenstickerei mitbringen lasse.
Als meine Tochter und ihr Mann ins Hotel zurückkommen, beraten wir, wo wir zu Abend essen wollen. Mein Schwiegersohn weigert sich, die Wohnung noch einmal zu verlassen und auch ich will nicht weiter als ins Restaurant des Hotels. In der Infomappe im Wohnzimmer ist auch eine zweisprachige Speisekarte des Restaurants enthalten, aus der wir uns ein Menü für 3 Personen zusammenstellen, das meine Tochter persönlich im Restaurant bestellt (sie hat alles auf einem Zettel notiert) und vom Zimmerservice liefern lässt.
Schweinefleisch süß-sauer, Rind scharf, Rind mild, 2x Reis, gebratene Nudeln und Auberginen in Soja-Soße lassen wir uns schmecken. Dabei beraten wir noch, wann wir morgen aufstehen müssen und wie wir unsere Festkleider in der Metro zu dem Hotel transportieren, in dem die Hochzeit stattfinden wird und wo wir ab 11 Uhr zum Mittagessen eingeladen sind.
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Gefällt mir sehr gut der Ort und ich finde es sehr erstaunlich wie sehr das alte China Japan gleicht. Wenn ich nur die Bilder gesehen hätte, hätte ich auf Japan getippt.
Die Kanäle sind schon was besonderes, könnte man da eigentlich eine Bootstour machen? Das würde mir gefallen.
In den einfachen Wohngebieten laufe ich auch immer sehr gern rum und ich traue mich meistens auch nicht Fotos zu machen weil ich mich wie ein Eindringling fühle, dabei sind diese Ecken immer viel interessanter als die Hochglanzbauten.
Dass es Nescafé zu kaufen gibt finde ich sehr beruhigend, da kann man sich ja im Hotel selber Kafee machen, dann kann ich im Restaurant notfalls auch roten Tee trinken :)
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Wenn ich mich recht erinnere, hatten China und Japan immer wieder engen (nicht immer friedlichen) Kontakt, so dass wohl schon die eine oder andere Technik und Bauweise in beiden Ländern präsent ist. Bei einem Vergleich der beiden Schriften fällt auf, dass in der japanischen Schrift 2 Gruppen von Zeichen vorkommen: einerseits leicht geschwungene Zeichen und andererseits welche, die es genau so auch in China gibt. Weil das chinesische Schriftbild in sich homogener wirkt, gehe ich davon aus, die Japaner chinesische Schriftzeichen in ihre Schrift übernommen haben und nicht umgekehrt.
Wir haben im Fluss Holzkonstruktionen gesehen, die vielleicht Bootsanleger sein können. Und wahrscheinlich gibt es auch Bootstouren in Suzhou. Weil wir aber nur einen Nachmittag dort waren, haben wir erst gar nicht danach gesucht. Zufällig gesehen haben wir nur ein Schiff, mit dem Unrat aus dem großen Fluss geholt wurde, aber keine Ausflugsboote.
Wenn Du in einem Hotel, das auf Europäer eingestellt ist, das Frühstück mit buchst, müsste dort auch Kaffee verfügbar sein. Jedenfalls war auf der Frühstückskarte in der Infomappe von unserem Hotel auch Kaffee aufgeführt. Wir hatten aber keine Lust, 10 Euro pro Person für das Frühstück zu bezahlen, wenn wir bei Selbstversorgung mit etwa 4 Euro für alle 3 auskommen.
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Wer hätte das gedacht? So wie du hier China (d.h. einen winzig kleinen Teil davon) vorstellst, würde mir eine Reise dorthin auch gefallen. Bisher konnte noch kein Bericht mein (Reise-) Interesse an diesem Land wecken. Daher zwischendurch ein Dankeschön für die schönen Bilder und deine Ausführungen! :danke:
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Die Kanäle sind schon was besonderes, könnte man da eigentlich eine Bootstour machen? Das würde mir gefallen.
In den einfachen Wohngebieten laufe ich auch immer sehr gern rum und ich traue mich meistens auch nicht Fotos zu machen weil ich mich wie ein Eindringling fühle, dabei sind diese Ecken immer viel interessanter als die Hochglanzbauten.
Kann man, Paula und lohnt sich sehr, da man das Leben am Kanal ganz aus der Nähe erlebt, guckst du hier: http://www.eumerika.de/smf/index.php/topic,970.45.html (http://www.eumerika.de/smf/index.php/topic,970.45.html)
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Bin jetzt hinterher gereist und viele Erinnerungen wurden geweckt :).
Jetzt bin ich sehr auf die Hochzeit gespannt.
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Was mir gefällt ist das nebeneinander von alt und neu - wie hier auf dem Foto
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_09_10_15_9_29_39.jpeg)
Wir verlassen den Bahnhof - welche Wohltat! Es gibt keine Menschenmassen und das Dauerhupen von Shanghai ist auch verstummt!
Man kann die Ruhe förmlich spüren :thumb:
In den einfachen Wohngebieten laufe ich auch immer sehr gern rum und ich traue mich meistens auch nicht Fotos zu machen weil ich mich wie ein Eindringling fühle, dabei sind diese Ecken immer viel interessanter als die Hochglanzbauten.
Geht mir auch in vielen Ecken so, deshalb gibt es z.B. bei meinem Caprivi-Trip fast keine Bilder vom dörflichen Leben. Vorbeizufahren und dann nur schnell für ein Foto halten finde ich einfach nur doof. (mit Häusern hab ich dabei keine Probleme).
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Jetzt war er da, der Tag, weshalb wir überhaupt die Reise nach Shanghai unternommen haben,
Der Tag der Hochzeit (Samstag, 3.10.2015)
Der Wecker klingelte sicherheitshalber um 8:00. Heute gab es nur den obligatorischen Pulverkaffee. Etwas essen wollte keiner von uns, hatten wir uns doch erst gestern Abend kugelrund gefuttert und dann waren wir auch schon für etwa 11:00 zum Mittagessen verabredet. Zuletzt sollte auch noch Platz für das Festessen am Abend sein. ;)
Wir haben dann die Festkleider und den Anzug sowie alle Mitbringsel (Schokolade als Tafeln und Kugeln und weitere Süßigkeiten aus Deutschland) in einen unserer Koffer gepackt und sind losgezogen. Die Fahrt ging wieder mit der Metro (Fahrzeit etwa 1 1/2 Stunden, 2 mal umsteigen, Kosten: 0.85 Euro) in den Vorort Jiading, wo wir uns in einem Hotel mit Elise und ihren Eltern treffen sollten. Meine Tochter hatte die Visitenkarte des Hotels auf ihrem Smartphone. So konnte also nichts schief gehen.
Nach etwa 1 Stunde sagte meine Tochter plötzlich: "Wir haben die Kuh vergessen." Die Kuh war unser Hochzeitsgeschenk für Elise und wir hatten ihr schon beim Treffen am Mittwoch angekündigt, dass sie heute ihr großes Geschenk erhalten würde. Was nun? Schließlich fliegen wir morgen wieder heim und haben da keine Zeit mehr, noch eine mehrstündige Geschenkablieferaktion einzubauen. Und meine Tochter hatte ihrer Freundin versprochen, ihr nach dem Mittagessen beim Umkleiden zu helfen. Mein Schwiegersohn und ich sollten uns irgendwie anders beschäftigen bis zum Beginn des eigentlichen Festes, z.B. Sightseeing in dem Vorort. Wir waren schon zu weit gefahren, um noch umzukehren und die Kuh zu holen. So fuhren wir erst einmal weiter und schmiedeten Pläne, wie wir weiter vorgehen wollten. Mein Schwiegersohn sah uns beide Frauen verzweifelt an, wohl weil er irgend eine verrückte Idee von einem von uns erwartete und hoffte wohl, nicht das Opfer dieser Idee zu werden. Aber seine Befürchtungen waren umsonst.
Ich hatte die ganzen Tage die Metro-Pläne studiert und auch schon mal einen der Fahrscheinautomaten bedient. So traute ich mir ohne Weiteres zu, allein zum Hotel zurück zu fahren und die Kuh zu holen. Meine Tochter sah mich bei diesem Vorschlag zweifelnd an, da die letzte Linie sich gabelt und ich da auch noch den richtigen Zug erwischen musste. Die Monitore auf den Bahnsteigen mit der Ankündigung der nächsten Züge hatte ich schon gesehen und auch die Laufschrift an beiden Enden der Metro-Wagen. Die Monitore waren nur chinesisch; die Laufschrift war war zweisprachig, das Endziel aber nur im chinesischen Teil. Also lernte ich anhand der ausgehängten Streckenpläne über den Türen die Unterschiede zwischen den Zeichen für die beiden Endziele auswendig sowie das letzte Zeichen des richtigen Endziels. Meine Tochter erklärte auch, wo in der Laufschrift das Endziel angeschrieben war - und plötzlich erkannte ich auch die Zeichen des richtigen Endziels wieder. Dazu war einfach nur ein Bildervergleich zwischen der Tafel und der Laufschrift notwendig.
Am Bahnhof angekommen, suchten wir ein Taxi. Dabei ignorierten wir alle Autos, die nicht das Taxi-Schild auf dem Dach hatten und somit keine offiziellen, lizenzierten Taxifahrer waren sondern Privatunternehmen, die gerne mal Touristen abzocken. Meine Tochter zeigte dem Fahrer die Visitenkarte auf ihrem Smartphone und schon fuhren wir los. Wir stellten fest, dass es sich um eine Kurzstrecke mit fixem Preis handelt (1.50 Euro) und der Preis die ganze Zeit auf dem Taximeter stand. Also auch diese Hürde würde ich nehmen können.
Im Hotel wurden wir von Elise begrüßt und wir gestanden unser Missgeschick und auch unseren Plan, wie wir das Geschenk noch selbst würden herbeischaffen können. Aber zuerst einmal wurden wir in einen großen Saal geführt, in dem auf der einen Seite bereits etliche runde Tische standen, an denen schon Leute saßen. Die andere Seite sah wie eine Großbaustelle für den Aufbau einer aufwändigen Dekoration aus.
Nach der Vorstellung wurden wir zu unserem Tisch geführt, an dem auch Elise und ihr Mann (eigentlich sind die beiden schon seit Ende Mai verheiratet) sowie Elises Eltern und weitere Verwandte saßen. Auch ein weiterer ausländischer Freund von Elise war anwesend, der aus Grenada (kein Schreibfehler, ich meine wirklich die Insel in der Karibik) kommt und gerade in Shanghai war. So saßen an diesem Tisch drei Farben, wie einer der Anwesenden auf englisch anmerkte, der dunkelhäutige Freund aus Grenada, die drei weißen Deutschen und die Chinesen. Wir vier waren die einzigen Ausländer bei der Feier.
Das Essen wurde aufgetragen; nach einer Basis von 3 Gerichten als Vorspeise wurde immer wieder ein neues aufgetragen. Als die Drehscheibe voll war, hat das Personal des Hotels halbleere Platten auf eine Platte zusammengefasst und auch die Platten der ersten Gerichte entfernt. Leider habe ich vergessen mit zu zählen, wie viele verschiedene Gerichte aufgetragen wurden. Nach meinem Gefühl waren es wohl so 12. Von den meisten Gerichten kannte ich keine Namen, aber sie schmeckten alle hervorragend. Und auch mein Schwiegersohn probierte von (fast) allen Platten und fand seine Lieblingsspeisen. Da gab es Gurkenstücke mit Dip als Vorspeise, Ente, Garnelen, Fisch, Schweinefleisch, verschiedene Gemüse, eine Suppe, gebratenen Reis mit Gemüse und zum Schluss noch Melonenschnitze.
Gestärkt mit dem leckeren Essen machte ich mich dann auf den Rückweg zum Hotel. Elise half noch, eine Visitenkarte des Hotels, ein Taxi und einen Zettel mit dem Namen der Metro-Station zu organisieren, so dass die Verständigung mit den Taxi-Fahrern auch kein Problem sein würde. Mein Schwiegersohn wollte im Hotel bleiben und sich im Internet vergnügen.
Es hat alles wunderbar geklappt. Ich verstand zwar nicht viel, konnte mich aber problemlos durch die bereits vertrauten Gänge der Metro-Stationen bewegen und fand auch immer sofort die richtige Bahn und die richtige Fahrkarte im Automaten. Nach etwa 3 1/2 Stunden war ich wieder zurück und wurde mit großem Hallo empfangen. Da hatten sich wohl einige der chinesischen Gäste überlegt, wie sie die verirrte Touristin ohne die geringsten Chinesisch-Kenntnisse wiederfinden könnten, die sich ja unweigerlich verlaufen muss. ;) So war der Empfang natürlich entsprechend, als ich kurz nach der Mindestzeit, die ich zu diesem Abenteuer wohl brauchen würde, wohlbehalten wieder eintraf.
Meine Tochter kam gerade in die Lobby als ich die Halle betrat; sie hatte das Taxi vorfahren sehen und mich erkannt. Sie trug bereits ihr Festkleid und führte mich in eine Hotelsuite, die als Hochzeitssuite dekoriert war und in deren Wohnzimmer bereits einige Verwandte warteten. Im Bad konnte ich mich umziehen.
Gerade als ich fertig war, traf die Braut wieder ein nahm ihr Geschenk in Empfang. Die Süßigkeiten im Bauch der Kuh musste sie gleich probieren; es waren ja schließlich dieselben wie ihre Lieblingssüßigkeiten vor 10 Jahren.
Unsere Kleider kamen sehr gut an und die ersten Fotos wurden gemacht. Die meisten Fotos sind privat; ich habe aber einige für euch "entprivatisiert".
Braut mit Schwester und Mutti aus Deutschland: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_11_10_15_4_01_55.jpeg)
Elise und auch ein paar der anwesenden Gäste haben die beiden Dirndl sofort als Tracht aus Süddeutschland erkannt; das Wort "Oktoberfest" fiel einige Male innerhalb der chinesischen Komplimente zu den Kleidern.
Die beiden (eifersüchtigen) Brautjungfern wollten auch ein Bild mit den beiden Trachten: (http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_11_10_15_4_02_17.jpeg)
Anschließend gingen wir in den großen Saal vom Mittagessen, der jetzt als Festsaal hergerichtet war. Aus der Baustelle waren eine Bühne und ein mit Alufolie abgedeckter Laufsteg geworden, der an einem kleinen Pavillon endete. Entlang des Laufstegs waren Scheinwerfer aufgestellt, die über einen Computer von einem der Techniker zu einer super Lichterschau bedient wurden. Auf den Tischen standen Getränke bereit: Cola, Orangenlimonade, gesüßte Kokosmilch, Zitronenlimonade, Wein, Bier, Schnaps; Wasser musste extra bestellt werden.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_11_10_15_4_02_37.jpeg)
Jedem Gast wurde von den Brauteltern sein Tisch zugewiesen. Es waren etwa 250 Gäste anwesend, Verwandte und Freunde vom Brautpaar sowie Bekannte von Elises Vater, die aus Reputationsgründen eingeladen werden mussten.
Als (fast) alle saßen fing die erste Lichterschau an und die Vorspeise wurde aufgetragen.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_11_10_15_4_03_00.jpeg)
Der leere Tisch direkt vor der Bühne war für das Brautpaar, die beiden Brautjungfern und die beiden Best Men des Bräutigams reserviert.
Wie schon beim Mittagessen wurden immer wieder neue Speisen aufgetragen, Garnelen, Ente, Huhn, Hühnerfüße, Schwein, Rind, Fisch, Hummer, verschiedene Gemüse, verschiedene Suppen, gebratener Reis (fast zum Schluss), Obstplatte (Wassermelone, Honigmelone, Trauben und Tomaten) als Nachtisch; insgesamt wohl so 20 verschiedene Gerichte. Während der ganzen "Show" wurde vergnügt gegessen und getrunken.
Plötzlich änderte sich die Lichterschau an der Decke.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_11_10_15_4_03_21.jpeg)
Und die Braut stand im weißen Hochzeitskleid mit Schleier wie hier auch in dem Pavillon:
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_11_10_15_4_03_42.jpeg)
Auf der Bühne standen der Bräutigam und ein Conferencier, der den ganzen Abend die Show leitete:
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_11_10_15_4_04_05.jpeg)
Der Conferencier erzählte wohl von den beiden, wo sie aufgewachsen waren und wie sie sich kennengelernt hatten. Dann ging der Bräutigam über den Laufsteg zur Braut und überreichte ihr den Blumenstrauß mit einem Kniefall. Leider konnte ich nicht verstehen, was er sagte, aber als die Braut den Strauß nahm und er sich wieder erhob, klatschen alle begeistert. Danach gingen beide langsam über den Laufsteg zur Bühne. In dieser Zeit wurden genau zur richtigen Zeit vorher platzierte Konfettikanonen abgefeuert, so dass die ganze Zeit das Konfetti auf die beiden herunter regnete.
Auf der Bühne gab es noch einige Zeremonien mit den Blumen
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_11_10_15_4_04_26.jpeg)
und am Ende das Anstecken der Ringe.
Danach verließ das Braupaar die Bühne und verschwand.
Einige Zeit später, in der die Gäste sich den Bauch vollschlugen, kamen die beiden wieder zurück. Elise hatte sich umgezogen; jetzt trug sie ein rotes Kleid mit einem Vogel, von dem sie meinte, es wäre ein Phönix, der für uns aber wie ein Pfau aussah. Wieder gingen beide zur Bühne.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_11_10_15_4_04_50.jpeg)
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_11_10_15_4_05_16.jpeg)
Und dann kam der Schock des Abends. Elise hatte meine Tochter und ihren dunkelhäutigen Freund gebeten, kurz etwas zu sagen. Jetzt bat sie die beiden und mich zu sich auf die Bühne und erklärte erst einmal den anderen Gäste, wer wir drei waren und was Dirndl sind.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_11_10_15_4_05_36.jpeg)
Nachdem ich das überlebt hatte, machte das Brautpaar eine kleine Pause an ihrem Tisch und die beiden aßen etwas von dem leckeren Essen.
Anschließend gingen sie noch einmal auf die Bühne und baten auch die beiden Elternpaare zu sich.
(http://www.eumerika.de/smf/gallery/107_11_10_15_4_05_55.jpeg)
Soweit ich die Handlung dann verstand, wurden die beiden Elternpaare vorgestellt und gewürdigt.
Damit war der offizielle Teil beendet.
Während der folgenden Zeit futterten die Gäste und das Brautpaar zog von Tisch zu Tisch, um seine Gäste zu würdigen. Der Bräutigam hatte ein Schnapsglas und eine Flasche Schnaps in der Hand, gab Schnaps an jeden (Mann) aus, der welchen wollte und stieß mit allen Gästen an. Er selbst füllte sein Glas nicht mit Schnaps sondern mit Wasser. ;) Die Braut gab jedem männlichen Raucher eine Zigarette und zündete sie an.
Schon vor dem Essen wurde an männliche Raucher rote Zigarettenschachteln verteilt. Während der ganzen Zeit wurde fleißig geraucht, jedoch nur von Männern, aber die Klimaanlage schaffte es, den Rauch sofort zu entfernen. Am Ende roch nichts nach Rauch. Frauen scheinen in China in der Öffentlichkeit nicht zu rauchen.
Solange das Brautpaar von Tisch zu Tisch ging und auch danach noch, unterhielt der Conferencier die Gäste, indem er den anwesenden Kindern einige Aufgaben stellte. Die Kindertruppe musste von den Eltern (oder anderen Personen im Saal) angeforderte Dinge wie Schlüssel, Gürtel, Schuhe und anderes bringen. Das Kind, das als letztes kam, bekam ein Plüschtier und schied aus. Dieses Spektakel wurde immer wieder dadurch unterbrochen, dass der Conferencier wie bei einer Lotterie Nummern vorlas und Gewinne verteilte. Wie von Zauberhand lagen plötzlich vor unseren Plätzen ebenfalls Zettel mit Nummern, so dass wir bei diesem Spektakel ebenfalls mitmachen mussten. Der Inhalt der roten Tüten war immer derselbe: 1 l Geschirrspülmittel, 1 Tube Erdbeerzahnpaste (für Kinder) und 1 Tube Pfefferminzzahnpasta.
Irgend wann während dieser Zeit spielte der Conferencier auch ein paar Musikstücke (wohl zum Erraten) an und forderte zum Karaoke auf. Da machten auch einige der Gäste mit. Asiaten vertragen nicht viel Alkohol und so waren zu diesem Zeitpunkt einige der Gäste schon gut angeheitert; es wurde aber keine irgendwie auffällig - außer, dass sie beim Karaoke mitmachen wollten.
Um 21:00 mussten wir leider gehen, um die letzte Metro in die Stadt zu erreichen. Wir verabschiedeten uns herzlich von dem Brautpaar, das noch über den Empfang ein Taxi für uns besorgte. Meinen Zettel mit dem Namen der Metro-Station vom Mittag konnten wir hier erneut verwenden.
Im Hotel angekommen, beschlossen wir, die komplette Pack-Aktion auf den nächsten Morgen zu vertagen und dafür den Wecker auf 7:00 zu stellen.
Wir fielen nach diesem ereignisreichen Tag total erschlagen in unsere Betten.
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Dass mit den Zigaretten finde ich ja etwas gewöhnungsbedürftig. Man hat sich ja mittlerweile gut daran gewöhnt, dass in Restaurants etc. nicht geraucht werden darf. Aber wenn die eine so gute Klimaanlage haben, dass das Ganze nicht in den "Nebel des Grauens" ausartet, dann geht´s wohl.
Die manchmal etwas lästigen Spiele gibt es wohl überall. Wird denn eigentlich auch getanzt?
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Bis 21:00, als wir gehen mussten, gab es keinen Tanz - außer den kurzen Einlagen beim Karaoke.
Ich war auch erst irritiert, als schon beim Abendessen mit der Familie Elises Vater immer wieder geraucht hat. Aber schon auf der gegenüber liegenden Seite des Tisches hat man nichts mehr davon mitbekommen. Die Zigaretten haben auch nicht so gequalmt wie bei uns. Aber trotzdem ist das für uns sehr gewöhnungsbedürftig.
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was für ein riesen Aufwand für eine Hochzeit, ich bin echt froh dass wir solche Traditionen nicht haben. Eine Bekannte von mir war mal auf einer türkischen Hochzeit eingeladen (da sie als Ihre Arbeitgeberin zu den Personen gehörte die man anstandshalber einladen muss). da waren auch 300 Gäste, was für ein Streß!
Und dann mußt du den Weg auch noch zweimal fahren! Ich habe echt Respekt dass du das geschafft hast, ich weiß nicht ob ich mich alleine getraut hätte!
Eure Dirndl gefallen mir super vor allem das weinrote deiner Tochter, das ist genau meine Farbe :)
ich hätte euch auch auf die Bühne geholt :)
für uns als Außenstehende ist das natürlich super interessant, solch einen Einblick bekommt man als normaler Tourist ja gar nicht, darum danke für die ausführliche Schilderung!
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Puuhhh :girly:, das war aber ein stressiger Hochzeitstag.
Schön, dass ihr in bavarischer Tracht gekleidet wart. Da erinnern sich die Gäste doch gerne ans "Oktoberfest" :zwinker:.
Ich hatte keine Zweifel, dass du im Alleingang wohlbehalten mit dem Geschenk im Hotel ankommst :thumb:.
Das hätte ich auch so gemacht, denn schließlich will man weder mit leeren Händen dastehen, noch die gefüllte Kuh zurück nach Deutschland bringen :cool2:.
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Danke dass du uns durch das "privatisieren" der Bilder Gelegenheit gibst auf so eine Hochzeitsfeier reinzulinsen :thumb:
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Habe jetzt auch den Bericht vom Ausflug nach Suzhou gelesen, ein schöner Kontrast zu Shanghai.
Vielen Dank auch für die Hochzeitsbilder.
Schön, dass ihr in bavarischer Tracht gekleidet wart.
Das mit dem Dirndl war eine gute Idee!
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Ein spannender Tag! Danke für deine ausführliche Beschreibung, ich hatte vorher überhaupt keine Vorstellung, wie so eine Hochzeitsfeier in China abläuft. Und die Schrecksekunde, als ihr plötzlich die Kuh vermisst habt, kann ich mir gut vorstellen.
Aber die Sache mit dem Geschirrspülmittel und der Zahnpasta habe ich nicht ganz verstanden. Hat das irgendeine Bedeutung? Vielleicht eine Bitte, beim Abwasch zu helfen? ;D
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Es tut mir leid, Leute; der Arbeitsalltag hat mich wieder :( und der ist direkt nach dem Urlaub so stressig, dass ich (fast) keine Zeit mehr habe, um ins Forum zu schauen und - vor allem - den Bericht fertigzustellen und ein Fazit zu ziehen.
Nach der Reaktion der Chinesen auf die Dirndl waren wir auch froh, dass wir uns dafür entschieden hatten.
Ich war eigentlich ganz froh, dass ich allein zurückfahren konnte und die Kuh holen. So hatte ich mal wieder Zeit zu Nachdenken und einfach die (inzwischen vertraute) Umgebung auf mich wirken zu lassen, ohne jeden Moment damit rechnen zu müssen, dass meine Tochter oder mein Schwiegersohn mich anspricht.
@Flicka: Die Tüten mit den Gewinnen enthielten alle Geschirrspülmittel und Zahnpasta; also etwas, das jeder brauchen kann (und nicht irgendwelchen Nippes, der als Staubfänger, Geschenk oder ähnliches endet). Den Abwasch des Festes hat das Hotel erledigt.
Überhaupt ist die chinesische Variante des Tafelns sehr geschirrsparend: jede Person hat 1x Stäbchen, 1 Kuchenteller, 1 Reisschälchen, 1 chinesischen Löffel, 1 Glas. Dazu kommen die Platten mit den Speisen. Und das Tischtuch, das nach einer Mahlzeit immer voller Flecken ist; Kleckern ist erlaubt.
Uns hat bei dieser Feier vor allem befremdet, dass während der ganzen Zeit die Mahlzeit als Basisbeschäftigung der Leute gedient hat. Dafür waren die Kinder fertig mit Essen und wollten beschäftigt werden, als der zeremonielle Teil beendet war und der Conferencier Zeit für sie hatte und sie beschäftigen konnte.
Wir haben die 3 Stunden natürlich nicht ununterbrochen gegessen, sondern eben immer mal wieder - vor allem, wenn neue Platten kamen - ein paar Bissen, dann weiter zugesehen, sich unterhalten, wieder ein paar Bissen, usw.
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Rückkehr nach Deutschland (Sonntag, 4.10.2015)
Der Wecker klingelte um 7:00; der Tag der Abreise war unweigerlich gekommen.
Jetzt werden die letzten Reste zum obligatorischen Pulverkaffee aufgetischt, aber wirklich Hunger hat nach dem Festessen gestern Abend noch keiner. Dann werden die Habseligkeiten zusammengesucht und teilweise auch getauscht (z.B. eine Pfefferminzzahnpasta aus England gegen meine Karamell/Minz-Zahnpasta aus der Schweiz). Das Schwierigste ist die richtige Aufteilung der verschiedenen Ladekabel, die alle zusammen in einer Schublade liegen. Jetzt rächt sich die Wohnung mit dem gemeinsam genutzten Wohnzimmer. ;) Wie immer im Urlaub nehmen die Souvenirs und Mitbringsel mehr Platz weg als die Gastgeschenke und Notvorräte auf der Anreise, aber irgend wann sind alle Koffer zu. Wir hoffen, dass keiner zu schwer ist und wir nicht noch umpacken müssen. Eine Kofferwaage hat natürlich keiner dabei.
Schnell Auschecken und dann ab zur Metro. Dieses Mal überqueren wir sogar noch eine Hauptstraße mit Ampel, um den einzigen Lift in die Metro-Station zu nehmen. Alle anderen Eingänge haben nur Rolltreppen, die nach oben führen; runter geht es nur über Treppen und die wollen wir mit dem Gepäck nicht nehmen.
Nach Umsteigen am People's Square und wechseln der Bahn in Guanlan Road sind wir auch bald am Flugplatz angekommen und stehen vor dem Check-in Schalter der Lufthansa. Dort ist so wenig los, dass alle Schalter für Economy verwendet werden und kein Gast lange warten muss. Im Gegenteil, hier müssen die Lufthansa-Angestellten auf Arbeit warten.
Die Koffer werden gewogen - und zwei wiegen zwischen 19 und 20 kg, der dritte genau 20 kg; also alles im grünen Bereich. Sitzplätze im oberen Bereich hatten wir schon gestern Nachmittag vor der Feier reserviert.
Endlich dürfen wir in das Flugzeug und die reservierten Plätze einnehmen; eine 2er-Reihe am Fenster für meine Tochter und meinen Schwiegersohn und einen Gangplatz schräg davor für mich. Der Platz neben mir bleibt wie auch die restlichen Mittelplätze im 4er-Mittelblock frei. Endlich kommt die Durchsage vom Kapitän, dass wir bereit wären und die Türen schon zu seien. Aber es tut sich erst einmal nichts. Stattdessen wird irgendwann Wasser angeboten und es kommt eine weitere Durchsage, dass die Chinesen irgendwelche Probleme damit haben würden, den Vogel starten zu lassen und wir halt weiter warten müssen. Mit 1 Stunde Verspätung heben wir dann ab. Nach dem verspäteten Mittagessen werden die Rollos zwangsweise geschlossen und das Licht gelöscht und ich schaffe es auch irgendwie, einige Zeit zu schlafen.
Trotzdem zieht sich die Zeit, aber endlich, mit nur noch 1/2 Stunde Verspätung, setzen wir in Frankfurt auf. Wir müssen Umsteigen nach Friedrichshafen - und der Weg zieht sich unendlich bis wir erneut durch eine Personenkontrolle mit Nacktscanner müssen. Dort müssen auch alle Wasserflaschen entsorgt werden, die es irgendwie geschafft haben, sich nach der Personenkontrolle in Shanghai wieder aufzufüllen. ;)
Als dann eine Durchsage kommt, dass der Flug überbucht wäre und Leute gesucht würden, die freiwillig erst morgen früh fliegen würden, überlegen wir nur kurz: Nein, den Weg gehen wir nicht noch einmal. Es finden sich auch so genug Leute, die das Angebot annehmen.
Auch dieser Flug ist verspätet und so kommen wir statt um 22:00 um 22:20 in Friedrichshafen an.
Schnell noch durch den Zoll, dann mein Auto vollpacken und auslösen und zu meiner Tochter fahren. Während der Fahrt beschließe ich, dass es mir reicht und ich bei meiner Tochter übernachten werde.
So komme ich dann am Montag, 5.10.2015 gegen 12:30 zu Hause an und habe erst einmal absolut keine Lust, alles auszupacken. Aber am Abend ist auch das erledigt; jetzt muss nur noch irgend wann die Wäsche gewaschen werden.
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Jetzt folgt noch gleich das
Fazit
Shanghai ist eine riesige Stadt, die nie zur Ruhe kommt. Es ist fast unmöglich, in dieser hektischen Stadt zur Ruhe zu kommen.
Die Stadt ist interessant und wir haben noch nicht einmal alles gesehen, was auf der Liste der möglichen Unternehmungen stand.
Fasziniert hat mich, dass das, was auf den ersten Blick nur wie ein heilloses Durcheinander wirkt, doch zu funktionieren scheint, vor allem im Straßenverkehr. Für die Größe der Stadt und der Menge der Leute, die hier auf engstem Raum zusammenleben, kam mir die Stadt sehr sauber vor. Auch in den Bahnen ging immer wieder jemand durch, der den kaum schmutzigen Boden der Wagen gefegt hat. Bei uns hätte der Zustand vor dem Fegen bereits als sauber gegolten.
Es war super, Elise wiederzusehen und ihren Mann und ihre Eltern kennenzulernen. Und die Feier selbst war ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werden; genau so wenig wie die Teezeremonie.
Jetzt kann ich auch die beiden Fragen beantworten, die mich das ganze Unternehmen mit zwiespältigen Gefühlen angehen ließen:
1. Hat es sich gelohnt? Eindeutig JA. Würde ich Shanghai noch einmal besuchen? Nur als Start oder Ende einer Rundreise; für noch einmal nur Shanghai hat die Stadt viel zu wenig, das Land aber viel zu viel zu bieten.
2. Funktioniert so eine Reise zu dritt? Die Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Die Wohnung war ein Vorteil, so dass wir nicht nur in einem der beiden Schlafzimmer zusammen sitzen mussten. Es hat auch ohne Verstimmung funktioniert. Aber meine Tochter und ich sind beide selbstbewusst und haben unseren jeweils eigenen Kopf. Und die beiden Köpfe sind nicht immer problemlos unter einen Hut zu bringen. Bei 3 Wochen wird es ziemlich sicher mindestens 1 mal so richtig krachen zwischen uns. Wenn also jeder immer wieder mal eigene Wege gehen kann, geht es. Wenn wir aber so eng wie in dieser Woche an einander gekettet sind, wird es nicht funktionieren - unabhängig davon, wie gut wir uns eigentlich verstehen.
Kosten:
Flug: €714 pro Person
Hotel (3Zi-Wohnung mit täglichem Handtuchwechsel und Reinigung): €970
für die Ausgaben vor Ort hat meine Tochter immer mit ihrer Kreditkarte Geld abgehoben; die endgültige Abrechnung folgt noch. Ich schätze, dass es noch einmal etwa €600-€700 sein werden. Die endgültige Abrechnung folgt noch irgend wann.
Selbst gefahrene km: 0
Mit Metro gefahrene km: keine Ahnung, waren aber doch einige
gelaufene km: wohl mehr als geplant und weniger als die qualmenden Füße uns vorgegaukelt haben
gewonnene Erfahrung und Erinnerungen: unbezahlbar
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DANKE für das Mitnehmen auf diese wirklich außergewöhnliche Reise! :)
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Ganz lieben Dank für den doch sehr persönlichen Reisebericht!
Mit dir macht es Spaß zu reisen und ich wünsche dir sehr, dass du jetzt vielleicht doch wieder ins Auge fassen kannst, auch wieder weiter weg zu verreisen. Auch allein.
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Auch von mir ein herzliches Dankeschön!! :danke: War wirklich interessant, zum einen die Stadt kennenzulernen und dann auch noch eine chinesische Hochzeit mitzuerleben.
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:danke: für die bunten Eindrücke (die Dirndl haben wirklich sehr gut dazu gepasst) einer asiatischen Hochzeit :beifall: und dass du uns hast teilhaben lassen.
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Danke, dass ihr alle mitgekommen seid auf diese etwas ungewöhnliche Städtereise mit persönlichem Hintergrund. Mir hat diese Art der Verarbeitung viel Spaß gemacht.
Leider muss die nächste Fernreise auf unbestimmte Zeit verschoben werden; ich habe dem hier eingebauten kleinen Test nicht ganz bestanden. Seit letzten Mittwoch kämpfe ich mit einer Erkältung und seit Freitag erstickt mein Arzt die aufkommende Lungenentzündung (noch) sehr erfolgreich mit Antibiotika. Bei solch einer Reaktion nach der Rückkehr muss ich damit rechnen, dass so etwas auch während einer Reise passieren kann, sobald der erste Adrenalinschub durch die Anreise und die Akklimatisierung abgeklungen ist und die Anpassung einsetzt.
Somit wird es in absehbarer Zeit keine derartige Reise wieder geben.
Vielleicht versuche ich es im Januar mal mit einer Woche Urlaub in Südspanien bei meinen Eltern, die dort jedes Jahr überwintern.
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Ach herrjeh, das tut mir leid. Gute Besserung!
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Danke. Naja, wenigstens weiß ich jetzt besser, was ich mich zumuten kann.
Und solange ich kein Fieber habe oder zu k.o. bin, kann ich auch ganz normal arbeiten gehen.
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auch von mir danke für den interessanten Reisebericht und ich wünsche dir gute Besserung. Bei uns sind dermaßen viele Leute krank (ich bin auch erst seit heute in der Arbeit zurück) dass ich mir gut vorstellen kann dass du dich hier zuhause angesteckt hast und dass das auch passiert wäre wenn du nicht auf Reisen gewesen wärst. Überwintern in Südspanien ist aber bestimmt eine gute Idee :)
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Danke, dass ihr alle mitgekommen seid auf diese etwas ungewöhnliche Städtereise mit persönlichem Hintergrund. Mir hat diese Art der Verarbeitung viel Spaß gemacht.
Von mir auch noch einen herzlichen Dank, der Spaß am Bericht war gegenseitig!
Würde ich Shanghai noch einmal besuchen? Nur als Start oder Ende einer Rundreise; für noch einmal nur Shanghai hat die Stadt viel zu wenig, das Land aber viel zu viel zu bieten.
Bestehen Pläne vielleicht irgendwann auch nochmal die erwähnte Rundreise zu machen? Wie Du ja sagst hat das Land noch viel zu bieten und mit den Sprachkenntnissen Deiner Tochter stehen Euch ja Möglichkeiten offen, von denen viele andere China-Reisende nur träumen können.
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Bestehen Pläne vielleicht irgendwann auch nochmal die erwähnte Rundreise zu machen? Wie Du ja sagst hat das Land noch viel zu bieten und mit den Sprachkenntnissen Deiner Tochter stehen Euch ja Möglichkeiten offen, von denen viele andere China-Reisende nur träumen können.
Meine Tochter überlegt sich so eine komplett in Eigenregie organisierte Rundreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (vor allem wohl per Eisenbahn) schon seit 10 Jahren und versucht bisher, ihre möglichen Mitreisenden davon zu überzeugen. Mich hat es auch schon gereizt, aber ich hatte meine Zweifel, ob das wirklich so einfach für Ausländer machbar wäre.
Inzwischen halte ich es für machbar, weiß aber nicht, ob ich es machen würde.
Ihren Mann versucht sie ebenfalls davon zu überzeugen. Auf dem Rückflug hat sie kurz das Thema angesprochen, aber seine Reaktion war äußerst verhalten, so wie er ein nicht ausgesprochenes Nein andeutet. Da muss sie sicher noch sehr viel Überzeugungsarbeit leisten.
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Inzwischen halte ich es für machbar, weiß aber nicht, ob ich es machen würde.
Ich kann es Dir nur sehr empfehlen. Das Land ist nicht nur fast exakt genauso groß wie die USA, es hat auch mindestens dieselbe landschafliche Vielfalt. Und obendrein noch eine fremde Kultur zum Entdecken.
Da hast Du echt eine tolle Chance und Du kannst Dir jetzt ja auch vorstellen worauf Du Dich einläßt.
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Das (und all die anderen Bemerkungen von Dir über China) klingt so. als würdest Du das Land gut kennen und schätzen.
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Das (und all die anderen Bemerkungen von Dir über China) klingt so. als würdest Du das Land gut kennen und schätzen.
Ja, auch wenn es schon ein paar Jährchen her ist, verbinde ich einige meine schönsten Reiseerlebnisse mit dem Land. Ein bisschen hatten wir vor Andreas' Reise hier (http://www.eumerika.de/smf/index.php/topic,849.0.html) schon mal darüber geredet.
Unter anderem habe ich auch mit meinen Eltern zusammen eine vierwöchige Reise von Hong Kong nach Peking entlang der Ostküste über Macao, Kanton, Guilin, Shanghai und Nanjing mit Zug und einem Inlandsflug gemacht, die für uns alle drei eine ganz besondere Erinnerung bleibt, daher auch meine Nachfrage.
Das Land ist individuell sicher nicht immer ganz einfach zu bereisen und erfordert an vielen Stellen Geduld und eine nicht allzu niedrige Frustrationsschwelle, aber dafür wirst Du auch mit einmaligen Erlebnissen belohnt. Und Du hast da ja wie gesagt zwei ganz große Vorteile: erstmal hast Du eine gewisse Vorstellung was Dich erwartet, wirst also nicht von dem Land "überrollt" und zum anderen jemand dabei, der mit Sprachkenntnis viele Klippen umschiffen kann.
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Hallo Gipsy,
ich habe die Reise still aber ebenso gern verfolgt. Die Vorgeschichte fand ich sehr schön und so eine Hochzeit ist ein tolles Erlebnis. China als Rundreise würde mich schon reizen, aber beim Gatten der so gar nichts für Asien übrig hat (schon allein wegen der Essensfrage ;) ), müsste ich enorme Überzeugungsarbeit leisten.
Vielen Dank also für den interessanten Reisebericht und gute Besserung!
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Liebe Gipsy,
vielen lieben Dank, dass ich mitfahren durfte auf der sehr privaten und ungewöhnlichen Reise.
Ich hoffe, dir geht es inzwischen wieder gut! Sicher, dass es mit der Reise zu tun hat, dass du krank wurdest und nicht damit, dass eben viele in diesen Tagen husten, schnauben, niesen...? Ich übrigens auch seit dem dritten Tag seit der Rückkehr aus der Türkei.
Viele Grüße auch an Tochter und Schwiegersohn, letzterem reiche ich noch ein paar Schokoriegel rüber zum Frühstück ;)
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Es freut mich, wenn Euch die Reise gefallen hat.
Inzwischen ist die Erkältung schon fast wieder weg. Ich glaube schon, dass die Reise die Ansteckung begünstigt hat. Es war doch ganz schön anstrengend und dann noch der lange Flug (12 Stunden). Das alles zusammen senkt die Widerstandskraft gegen Ansteckung doch ziemlich und wir wollten jetzt auch einfach mal wissen, ob mein Immunsystem inzwischen wieder stark genug ist, um mit so einer Belastung fertig zu werden. So gesehen war es gar nicht schlecht, dass ich gleich bei der Rückkehr in eine Erkältungswelle geraten bin.
@Birgit:
Schwiegersohn bedankt sich für die Schokoriegel. Inzwischen hat er auch wieder seine geliebten, mit Schokolade gefüllten Weizentaschen (ich glaub, es sind Toppas) als Müsli-Ersatz. ;)
Schade, dass es bei Dir mit der indischen Hochzeit wahrscheinlich nicht klappt.