Sonntag, 15. März 2015: Conil de la Frontera und Vejer de la FronteraNach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir heute vormittag nach Vejer de la Frontera. Der Ort liegt etwa 20 Minuten von Conil entfernt und wird vom Navigationsgerät als „Ver de la Fronnntera“ verstümmelt, aber trotzdem leicht gefunden. Wir stellen das Auto auf dem Parkplatz am Ortseingang ab und unternehmen einen Rundgang durch die Straßen der Altstadt, an Stadtmauern, Toren und Festungstürmen vorbei bis zur reizenden Plaza de Espana.









Hier in Vejer sehen wir übrigens keine Katzen wie sonst überall. Dafür drängen sich schwanzwedelnde Hunde an die Fenstergitter.


Die Frauen hier in Vejer sollen noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts schwarze Gewänder, Cobijadas, wohl syrischen Ursprungs, getragen und sich darin verschleiert haben, berichtet der Reiseführer.



Wir sind von dem Ort und der entspannten Sonntagmorgenstimmung sehr angetan, aber dann zieht es uns doch wieder ans Meer. Ab übermorgen soll das Wetter schlechter werden, also wollen wir so lange es geht noch die spanische Sonne genießen.
Auf dem Weg zum Hotel will ich noch tanken. Erstaunlicherweise hat das Auto uns mit der ersten Tankfüllung bis hierher gebracht und würde uns wohl auch noch ein Stück weiterbringen, aber einen vollen Tank finde ich dann doch beruhigender. An der Tankstelle stellen wir uns absolut dämlich an und bekommen den Tankdeckel nicht auf. Zu unserer Ehrenrettung muss man sagen, dass auch der von uns zu Hilfe gerufene Spanier von der Nachbarzapfsäule das Ding nicht aufbekommt, dabei kann er die Beschreibung aus der spanischen Betriebsanleitung lesen, die ich ihm hinhalte. Also muss ich in die Tankstelle und rufe die Tankwartin zu Hilfe, die innerhalb von zwei Sekunden den Tank offen hat und uns auf unsere flehenden Bitten auch nochmal zeigt wie es geht. Wir tanken, aber als wir anschließend probieren wollen, den Deckel selbst zu öffnen, stellen wir uns schon wieder zu blöd dran. Also bitte ich beim Bezahlen kleinlaut die Tankwartin, nochmal mit uns rauszukommen. Die hält uns wahrscheinlich – und auch zurecht – für völlig verblödet, macht aber netterweise wieder den Tankdeckel auf und bleibt auch neben uns stehen, als wir unser Glück versuchen. Komischerweise geht es jetzt ganz leicht, wir schämen uns ein bisschen und fahren dann zum Hotel.
Dort sonnen wir uns am Pool und unternehmen nachmittags eine Strandwanderung Richtung Norden, vorbei an einer vorstehenden Felswand, die wohl nur bei Ebbe passierbar ist, bis in eine von Steilküsten umsäumte Bucht. Hier ist der Strand etwas felsiger, Surfer nutzen die höhere Brandung, und Angler stehen geduldig im Wasser. Einer fängt dann tatsächlich einen Fisch und erfreut anschließend offensichtlich seine Mitangler mit seinen Expertentipps, bevor er sich, begleitet vom stolzen Nachwuchs, auf den Heimweg macht.








Am Abend kehren wir wieder im selben Lokal ein wie gestern. Alles ist wie gestern: Die beiden Polizisten, die schon gestern abend hier gesessen haben, sitzen schon am Tisch, als wir das Lokal betreten, alle schauen Fußball auf dem großen Fernseher neben der Tür, und wir bestellen uns nochmal den leckeren Wein, der uns gestern schon so gut geschmeckt hat. Elsa wählt gegrillten Fisch, ich entscheide mich für gegrillte Gambas. Während wir essen, werden die Polizisten von zwei Kollegen abgelöst. Hm, es stellt sich die Frage, ob die Polizei hier ihre Pausen oder ihren Dienst bei Essen und Fußball verbringt.
Wir rollen uns jedenfalls wieder gesättigt und zufrieden ins Hotel zurück. Morgen soll es nochmal ein Pool- und Strandtag werden, bevor wir uns am Dienstag und Mittwoch Cadiz und Jerez anschauen.
Gute Nacht!
Montag, 16. März 2015: Conil de la FronteraHeute morgen sieht es zunächst so aus, als hätte das für morgen angekündigte schlechte Wetter schon heute zugeschlagen. Der Wind treibt dunkle Wolken über den Himmel, und als wir tapfer in lange Hosen und Westen gehüllt an den Pool gehen, fragen wir uns, wie lange wir es hier aushalten werden. Aber ab und zu und dann immer häufiger gibt es Wolkenlücken, und wir werfen nach und nach unsere Kleiderschichten ab und liegen schließlich in Badesachen in der Sonne. Ich bin ohnehin mit einer entzündeten Blase am Fuß leicht lädiert und verbringe den Tag faulenzend und lesend auf der Poolliege, Elsa unternimmt am späten Nachmittag noch eine Strandwanderung.
Als ich abends schon im Zimmer sitze und mich im Reiseführer über Cadiz schlau mache, fällt mir ein, dass ich noch gar keinen Sonnenuntergang über dem Meer gesehen habe, also schnell rein in die Schuhe und runter in die Hotelanlage, und von hier aus sieht man die Sonne karibisch anmutend hinter Palmen untergehen.

Abends essen wir wieder im Hotelrestaurant. Das Essen ist heute ein paar Euro billiger als an unserem Ankunftstag, dafür hat es uns am Ankunftstag auch deutlich besser geschmeckt. Morgen werden wir doch wieder auswärts essen gehen. Mal schauen, wie dann das Wetter wird. Wir wollen jedenfalls aus dem angekündigten Regentag das beste machen und einen Ausflug nach Cadiz unternehmen.
Gute Nacht!