10.2.15 Ein zweifelhafter FjordNachdem die Datumsverwirrung ja am Vortag gerade noch rechtzeitig beseitigt werden konnte, standen wir pünktlich am vereinbarten Treffpunkt in Te Anau. Wir mussten noch ein paar Minuten warten, weil ein paar, das aus Queenstown anreiste, umnterwegs in einen Schafstau geraten war

Dann ging es mit dem Bus nach Manapouri zu den kleinen Hafen. Dort war am Morgen ganz schön was los, da mehr oder weniger gleichzeitig mehrere Schiffe zu Touren auf dem See und zur Überfahrt über den See für die verschiedenen Doubtful Sound-Touren aufbrachen. Die Anreise zum Doubtful Sound ist gar nicht so einfach, da es keine Möglichkeit gibt, per Auto dorthin zu kommen. Man fährt erst mit dem Boot zum Westzipfel des Lake Manapouri, dort geht man von Bord und wird anschließend mit einem Bus ca. 20 km über den Wilmot Pass zum Doubtful Sound gefahren, wo man dann die eigentliche Kreuzfahrt beginnt. Die Straße über den Wilmot Pass gibt es nur deshalb, weil hier in den 70ern ein Wasserkraftwerk gebaut wurde, dass die 230 m Höhenunterschied zwischen Lake Manapouri und dem Doubtful Sound ausnutzt um 800 MW Energie für das Aluminium-Werk in Bluff bereit zu stellen. Für den bau war es einfacher, Material, Teile und Arbeiter übers Meer herzubringen und über die extra dafür erbaute Passstraße zu fahren als vom Landesinneren über den Lake Manapuri dorthin zu gelangen. Nach der Fertigstellung des Kraftwerks wurde dann bald die Straße für den Tourismus genutzt.
Hier liegt auch die Geburtsstelle der neuseeländischen Umweltschutzbewegung. Ursprünglich hatte man vorgehabt, den Wasserspiegel des Lake Manapouri um 30 m zu erhöhen und ihn dadurch mit dem Lake Te Anau zu verbinden. Dagegen bildete sich eine der ersten großen Umweltschutzkampagnen, die 'Save Manapouri Campaign', die letztlich dieses Vorhaben erfolgreich verhindern konnte.
Schon die Fahrt über den Lake Manapuri in einem großen Schnellboot war sehr eindrucksvoll.




Nach einer knappen Stunde erreichten wir den kleinen Hafen am Westzipfel des Sees. Über diese Berge mussten wir noch hinüber, um zum Fjord zu kommen.

Wir wurden von unserem Kapitän eingesammelt und mit dem Kleinbus über den Pass gefahren. Auch diese Busse werden per Schiff hier her gebracht und fahren nur zwischen den beiden Häfen hin und her. Es gibt im Doubtful Sound drei kleine Companies, die mit Schiffen für 8-12 Passagiere "Overnight-Cruises" anbieten und eine große Gesellschaft, die auf 'gefakten' Dreimastern Tagestouren und Kreuzfahrten über Nach durchführt. Klingt viel aber auf den Fjord haben wir nur selten ein anderes Schiff gesehen.
Die Passhöhe

Der erste Blick auf den Doubtful Sound von oben.

Unten haben wir uns noch einen der beiden Tunnel angeschaut, durch den das Wasser vom See zu den Turbinen und dann zum Fjord herunter geleitet wird.

Dann ging es auf die 'Southern Secret', wo wir schon von einem bescheidenen Lunch erwartet wurden.

Noch ein paar Eindrücke vom Boot


Die Lobster (eigentlich sind es eher Langusten) waren sehr lecker!
Anschließend habe wir unser Gepäck in den Kabinen unter Deck verstaut. Es gibt 5 recht enge aber ausreichende Kabinen für 10 Passagiere.
Bei schönstem Wetter sind wir derweil in gemütlichem Tempo in den Fjord hinaus geschippert. Zuerst sind wir nach links in den Hall Arm abgebogen.


Dort wartete schon wie bestellt eine Gruppe Delphine auf uns.

Wer näher an die Tierchen heran wollte, konnte versuchen, sich mit dem Kajak heran zu pirschen.


Eine andere Gruppe Kanuten hatte eher die faule Variante gewählt


Dann ging es wieder zurück in den Hauptfjord und weiter Richtung offenes Meer.

Während der Kapitän seinem unglaublich stressigen Job nachging

durften die Gäste etwas entspannen.

Langsam zog die wunderbare Fjordlandschaft an uns vorbei.


Wie man den Bildern deutlich ansehen kann, befinden wir uns hier in der regenreichsten Ecke Neuseelands. Statistisch regnet es hier jeden 2. Tag und die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 7 m! (zum Vergleich: Hamburg bringt es auf ca. 75 cm) Aber was interessiert mich Statistik?

Gelegentlich beobachteten uns ein paar Einheimische.

Dann war es Zeit für ein bisschen Action. Zuerst wurden ein paar Hummerfallen eingeholt. Die Gäste von morgen wollen ja auch ein paar Leckerchen.



So richtig erfolgreich waren wir dabei noch nicht. Also ging es jetzt zum angeln. Erstens für frische Köder für die Hummerfallen und natürlich auch in der Hoffnung, was leckeres fürs Abendessen zu erwischen.

Großer Mann mit kleinem Fisch
Fürs Abendessen wollte nichts geeignetes Anbeißen aber Spaß gemacht hat es trotzdem und die Hummerfallen konnten neu bestückt werden.
Während sich drinnen leckere Dinge ankündigten

sank draußen die Sonne langsam tiefer.


Der Sonnenuntergang war durchaus nett anzuschauen.


Nach dem leckeren Abendessen (Wahlweise Lamm oder Hühnchen und noch ein paar übrig gebliebene Langusten - lecker!) saßen wir noch ein bei einem Gläschen Wein oder zwei (den musste man selber mitbringen) mit den anderen Gästen zusammen bevor es recht früh in die Heia ging. Ich wollte ja schließlich spätestens um 5:00h wieder an Deck sein, um den hoffentlich wolkenlosen Sternenhimmel zu bewundern.