25./26.1.15 Vom Buddha nach AucklandFür den Abend stand der Flug nach Auckland auf dem Plan aber vorher wollte ich mir noch ein bisschen Standard-Touri-Programm gönnen, nämlich den großen Buddha auf Lantau-Island.
An dem Vormittag fand der Hong Kong Marathon statt, so dass es zu diversen Einschränkungen im Verkehr auch in der Ecke rund um das Hotel kam. Die Shuttlebusse zur Kowloon Station fuhren daher morgens nicht. Aber ich hatte ja Zeit. Erst gab es noch mal das leckere, wenn auch nicht gerade billige Hotelfrühstück, dann Koffer packen und auschecken. Bis dahin war es schon später Vormittag aber Shuttles gab es nach Aussage des Concierge immer noch keine. Also habe ich mir ein Taxi genommen. Der Taxifahrer hat mich in sehr gebrochenem Englisch überzeugt, nicht zur Kowloon Station sondern gleich zum Flughafen mit ihm zu fahren. Da ie Preisdifferenz nur 15€ betrug und ich mir dadurch einmal den Weg durch die Kowloon Station mit vollem Gepäck sparen konnte, habe ich mich überreden lassen. Ich glaube, bis ich richtig verstanden hatte, was er wollte und zugestimmt hatte, waren wir sowieso schon halb am Flughafen

So schlecht die Verständigung mit mir geklappt hat, so gut und fließend hat er dann mit anderen kommuniziert – und zwar immer mit mehreren gleichzeitig.

Zusätzlich zu dem, was man hier sieht, hatte er noch 2 Handys in einer weiteren Halterung in der Mittelkonsole und eines auf dem Beifahrersitz. Auf einem davon hat er über den kopfhöhrer im linken Ohr telefoniert. Gleichzeitig hat er auf dem großen Teil rechts per Videotelefonie sienen Sohn zum Mittagsschlaf ins Bett gebracht und auf allen anderen immer mal wieder an irgend welchen Apps herumgefummelt. Und das alles bei Tempo 80 bis 100 auf einer keinesfalls leeren Autobahn.
Ich hätte ihm ja gerne die Meinung gesagt. Aber erstens hätte er mich ja sowieso nicht verstanden und zweitens wollte ich das letzte bisschen Konzentration auf die Straße nicht auch noch stören. Wir sind dann auch wunderbarerweise heil am Flughafen angekommen.
Dort konnte ich bi Cathy gleich einchecken. Ich hatte mich vorher schon schlau gemacht, dass es am Terminal 2 eine Gepäckaufbewahrung gab. Dort bin ich als nächstes hin und habe Kamerarucksack und Notebooktasche dort gelassen, so dass ich ganz unbeschwert die Fahrt nach Lantau Island antreten konnte. Da gleich neben der Gepäckaufbewahrung der Ausgang zum Taxistand war, bin ich dort in ein Taxi gehüpft. Auch dieser Fahrer konnte kein englisch aber der Dispatcher am Taxistand hat übersetzt, wo ich hin wollte. Diesmal sah ich kein einziges Handy im Auto, das war mir schon fast verdächtig!

Als wir bei der Station für die Seilbahn nach Lantau Island ankamen, fiel mir beim Anblick der Schlange siedend heiß ein, dass ich eigentlich online ein Ticket hätte kaufen wollen. Eigentlich!

War aber dann doch nicht so schlimm, denn eine freundliche Mitarbeiterin erklärte mir, dass ich nur ein Kombi-Ticket (mit 4D-Filmchen o.ä.) kaufen müsste, um die Fast Lane benutzen zu dürfen. Das Kombiticket kostete vielleicht 5 Euro mehr als das reguläre, so dass ich nicht lange überlegen musste und bald fröhlich an der beachtlichen Schlange vorbei marschierte.
Die Seilbahn nach oben auf den Berg war durchaus eindrucksvoll.


Unterwegs hatte man auch einen schönen Blick auf den Flughafen.

Dann kam er so langsam ins Bild, der Buddha

Untren stand was von der größte Buddha der Welt. Na ja, der größte sitzende Freiluftbuddah aus Bronze

Beim erfinden von Superlativen können selbst de Amis von Hongkong nicht was lernen

Unterwegs habe ich mich köstlich über 2 Teenager amüsiert, die mit mir in der Gondel saßen und auf dem Weg nach oben grob geschätzt 452 Selfies produziert haben, alle mit V-Zeichen der Finger und Ich-bin-so-klein-ich-bin-so-süß-Kussmündchen und weit aufgerissenen Augen. 2 lebende Manga-Püppchen sozusagen

Was Selfies angeht sind die Chinesen wohl sowieso unschlagbar. Ich habe noch nie so viele Menschen beim Selfie Knipsen gesehen, egal ob alleine oder insbesondere in der Gruppe, mit Selfie-Stick oder ohne.
Von der Berg-Station hatte man schon einen etwas besseren Blick auf den Buddha.

Wie man an den Dunstschwaden sehen kann, war es recht feucht und sobald die Sonne raus kam auch ziemlich heiß – echtes Waschküchen-Wetter.
Von der Station aus kommt man erst in ein künstliches Dorf – Kommerz pur mit Subway, Starbucks und Andenkenshops.


Hatte man das hinter sich gebracht, ging es über eine Art Alle mit Statuen von heiligen Generälen rechts und links weiter Richtung Buddha und einem Kloster.



Da soll ich hoch?

Erstmal nicht! Ert habe ich mir das Kloster angeschaut. Erstaunlich, dass hier wenige Meter entfernt von der Kommerzmeile religiöses Leben stattfindet und Menschen ernsthaft beten und Andacht suchen.


Im eigentlichen Tempel durfte man nicht fotografieren aber die Nebenräume waren auch interessant.




Der Innenhof


Ein paar architektonische Detail


Jetzt hatte ich keine Ausreden mehr. Auf geht’s zum schweißtreibenden Marsch hoch zum Buddha. Inzwischen waren es knapp 30°C und ich war nicht der einzige, der ins schwitzen gekommen ist. Aber so schlimm war es dann auch wieder nicht und nach ein paar Minuten war ich oben. Nach ein paar tiefen Schnaufern konnte ich dann auch wieder die Kamera ruhig halten




Kein schlechter Job, den so ein Buddha hat. Den ganzen Tag nur rumsitzen und sich dabei noch von hübschen Mädels anhimmeln lassen.


Auf dem Rückweg konnte ich noch ein paar heilige Kühe bewundern, die sich einen Spaß daraus machten, etwas ängstlichere Besucher zu jagen


Zurück an der Basisstation konnte ich noch etwas Chinesischen Wohnungsbau bewundern.

Und dabei handelt es sich nicht etwa um Batteriehaltung im sozialen Wohnungsbau sondern um eine bevorzugte Wohnlage, wo man durchaus ein Milliönchen anlegen darf, wenn man mehr als 100qm haben will.
Gegen 17:30 h war ich zurück am Flughafen und hatte so gute 31/92 Stunden Zeit die Cathay Lounge zu genießen. Es wurde dann sogar über 4 Stunden daraus, weil der Flieger nach Auckland Verspätung hatte. Na ja, das Essen war ganz lecker und Bier und Wein gab es genug, um die Zeit rum zu kriegen. Im Flieger gab es noch einen Happen zu essen, etwas Schampus und Wein und einen Film, der so spannend war, dass ich ihn schon wieder vergessen habe. Dann hatte ich die nötige Bettschwere erreicht, um ca. 5 oder 6 Stunden pennen zu können.
Dort wartete ein RAV4 auf mich, mit über 60.000km nicht ganz neu aber er sah noch gut aus und die Reifen schienen in Ordnung.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich dann fest gestellt, dass es sicher eine gute Idee war, mit TomTom Neuseeland zu kaufen und aufs iPhone zu laden, dass es aber noch schlauer gewesen wäre, auch die Karten zu laden.
Ich habe mir dann in einem McDoof mittels des freien Wlan die Route auf Google Maps angeschaut (Karten runterladen ging nicht, hätte wahrscheinlich den ganzen Urlaub gedauert

).
Leider bin ich wohl gleich am Anfang falsch abgebogen und habe daher locker die dreifache Zeit gebraucht. Irgendwann hatte ich dann aber das „Best Western President“ in Downtown Auckland gefunden. Hm, ich habe schon bessere BWs gesehen. Oder ehrlich gesagt wenig schlechtere. Das Zimmer war zwar groß aber AC gab es nur im Wohnzimmer und auch nur wenn der Stromschlüssel steckte und auch dann kam nur ein laues Lüftchen raus. Zum Ausgleich lagen die Fenster alle nach Norden und Westen - mit einem Wort, ich hatte eine Sauna gemietet. Na, für 2 Nächte werde ich es wohl überleben.
Nach einem ersten Einkauf von Grundnahrungsmitteln (Bier, Wein, Wasser) bin ich zur Waterfront gelaufen.

iPhone Sunset

Dort hatte ich schon bei der Herfahrt gesehen, dass eine große Party stattfand. Es war nämlich Auckland Day, der Gründungstag von Auckland und zwar der 175ste. Als ich abends dort ankam, war die Fete leider schon zu Ende. Aber ich durfte immerhin einen Aufschlag auf die Restaurantpreise bezahlen (ist hier an Feiertagen üblich). So hatte ich dann doch noch was vom Auckland Day

Nachtisch habe ich mir geschenkt, weil mir beim warten auf die Dessertkarte schon die Augen zu fielen. Trotz tropischer Temperaturen im Zimmer konnte ich dann auch problemlos schlafen.