Autor Thema: Texas - Steaks & State Parks - und mehr ... oder auch: Die vier Jahreszeiten  (Gelesen 94542 mal)

Horst

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Hallo Rainer,

für Texas schon recht ungewöhnliche Landschaft aber das macht eben auch den Reiz von Texas aus - extreme Vielfalt.  :)
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Andrea

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Rainer, ich habe schon fast geglaubt, dieser Bericht ginge  nicht mehr weiter. Umso mehr freue ich über die roten Steine in Texas!
Liebe Grüße, Andrea



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Rainer

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Ich sehe schon, ich bleiben Utah  :herz: treu  :toothy9:.

Solche Entscheidungen muss natürlich jeder für sich treffen, aber wir haben insgesamt den Texas Besuch nicht bereut. Wir haben ja sogar Big Bend NP ausgelassen, weil wir vor 2 Jahren schon dort waren und das ist wirklich eine sehr schöne Gegend.

Ich bin eigentlich ganz froh, dass wir auch mal andere Bundesstaaten außer Utah sehen, insbesondere gehört für uns zu einem guten Urlaub ja auch ein gutes Essen und da muss Utah ganz klar klein beigeben - die Dichte und die Qualität der Roadhäuser in Texas findet man in Utah oft nicht. Entweder ist es dort dann sehr teuer (Moab - Bucks Grill House beispielsweise), oder sehr schlecht (Sizzler in Cedar City war ein absoluter Flop). Diese Roadhouses sind ja nicht nur wirklich gut (ich habe da noch nie ein schlechtes Steak bekommen), sondern auch noch relativ preiswert.

Immer nur nach Utah fahren - das wäre uns dann doch zu eintönig. Die Mischung macht es für uns.

Rainer

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Und es geht auch sofort weiter...

13. April 2013, Samstag: 18. Tag, Lubbock - Brady ... ein (fast) reiner Fahrtag, wäre da nicht die Sache mit dem Portemonnaie...


Wie gestern abend schon beschlossen, folgt heute ein reiner Fahrtag. Zum einen lassen wir uns am Morgen viel Zeit beim auschecken, Sylvia packt noch einmal die Koffer um (alte Wäsche / neue Wäsche), während ich ein geeignetes Motel vorreserviere, zum anderen wollen wir auch nicht allzu viel fahren, so dass ein heute ein scheinbar gemütlicher Tag bevorsteht. "Brady" heißt unser willkürlich gewähltes Ziel, denn hinter Brady fangen schon die Texas Hills an und wir wollen in Richtung Fredericksburg noch einmal diese schöne Gegend besuchen.

Nachdem in Brady die vermeintlich günstigen Motels irgendwie gar nicht so günstig sind, kann ich ausgerechnet im Holiday Inn Express eine Nacht für 99$ buchen - natürlich viel Geld, aber für Holiday Inn Express ein sehr guter Kurs. Sylvia läßt sich gerne verwöhnen und da wir in den letzten Tagen recht günstige Unterkünfte hatten, freuen wir uns schon im voraus auf das gediegene Flair eines gehobenen Motelstandards.

Dei Route für heute ist anspruchslos und gut zu packen:




Die Fotoapparate haben heute auch einen Ruhetag verordnet bekommen - bis auf eine einzige Ausnahme, als diese Ausfahrt auftaucht, da schnappe ich mir dann doch schnell die Kamera und schaffe es auch noch rechtzeitig, auf den Auslöser zu drücken - für das einzige Bild des Tages:





Eigentlich wäre es das schon für den heutigen Tag gewesen - wenn wir nicht durch irgendeinen 0815-Ort gekommen wären, wo wir an einer Kreuzung an der Ampel standen und diagonal auf der anderen Seite uns ein Starbucks seine Aufwartung machte. Da wir auch an diesem Morgen bei Whataburger waren (heute schon nicht mehr ganz so sauer - und dann wirklich lecker), haben wir auch heute nicht (wie sonst) einen halben "Sub" von Subway dabei. Sylvia, die ja bekanntermaßen immer Hunger hat (was wir ja nicht vergessen wollen) ist jedenfalls hoch erfreut, die Toilette könnte sie auch mal gebrauchen und für die Weiterfahrt ein leckeres Teilchen und einen schönen Kaffee - so soll es sein.

Frauen und Portemonnaies (oder auch Schlüssel oder andere Wertsachen), das ist ja ein eigenes Thema, da kann man wahrscheinlich ganze Romane drüber verfassen. Während Männer ihre Barschaft und ihren Schlüssel immer sicher in einer Jeanstasche stecken haben (bis auf Horst - der schmeißt Autoschlüssel auch gerne mal weg... aber das ist nicht repräsentativ), geht das bei Frauen überhaupt gar nicht. Da könnte die Hose ja ausbeulen - wie sieht denn das aus? Also wühlen Frauen immer in irgendwelchen Taschen / Beuteln / Rucksäcken oder sonstwo herum ("ich habe es sofort, Schätzchen, es geht gleich weiter!") und nach nur wenigen Augenblicken (ca. 1 - 2 Stunden) finden sie schon das gesuchte Teil im Chaos der Handtasche, ein Zustand, den sie "Ordnung" nennen. Ordnung ist das halbe Leben - aber die andere Hälfte ist schöner....

Meine Frau ist da ein Musterbeispiel - und insbesondere im Einfallsreichtum, wo man solche (völlig wertlose) Dinge überall hinstopfen kann, um sich das Leben zu erschweren (Hauptsache die Hose beult nicht aus!). So ergab es sich dann, dass dem Portemonnaie ein besonderer Ehrenplatz zukam: in einer vorderen Ablage der DSLR Tasche (für Sylvias eigene Kamera). Wenn man aus dem Auto steigt, erfolgt ein geübter Griff (quasi blind) hinter den Fahrersitz, ein Reißverschluss wird aufgezogen, ein Portemonnaie herausgenommen und mit dem Portemonnaie in der Hand (und NICHT in der Hose - die könnte ja ausbeulen) geht es dann in den Laden. Genauso auch jetzt.

In der Zwischenzeit bleibe ich im bzw. am Auto, ich steige auch mal aus, kann mich aber ohne Rollator gar nicht erst entfernen und vertrete mir so ein wenig die Füße. Starbucks ist leider nicht dafür bekannt, dass man dort pfeilschnell bedient wird - und so verrinnen auch heute die Minuten, aus 1 Minuten werden 2, aus 2 werden 5, aus 5 werden 10, aus 10 werden 15 - und immer noch keine Sylvia in Sicht. Ich setze mich wieder in das Auto hinein, weil ich überlege, ob ich es irgendwie schaffen kann, den Rollator selbst aus dem Wagen zu holen und damit mal loszustiefeln. Inzwischen sind schon über 20 Minuten herum - und das Wunder geschieht. Sylvia kommt es dem Laden, die Hände hoffnungslos überladen: zwei Kaffee - ich kriege ja auch einen - eine Tüte mit Teilchen - und wahrscheinlich auch noch irgendwo das Portemonannaie dazwischen (das würden Männer in die Hosentasche stopfen - aber halt - das geht ja bei Frauen nicht, das könnte ja ausbeulen).

Mit Volldampf und sichtlichst(!) angenervt tobt Sylvia auf das Auto zu - so schnell kann ich gar nicht reagieren, um die Türen aufzumachen. Schließlich schaffe ich das zwar, aber die Fahrertür will irgendwie nicht und ich muss mich über die Armlehne weit herüberlehnen, um die Türe von innen aufzustoßen. Sylvia ist in ihrer offensichtlichen Wut schneller, stellt kurzentschlossen den ganzen Krempel auf das Autodach und macht sich selbst die Türe auf.

Anschließend holt sie alles herein und erzählt von dem Chaos im Laden. Da wurde sie wohl andauernd übersehen, man hat ihre Bestellung falsch verstanden, sowieso hat es immer wieder idiotisch lange gedauert (weil zwischendurch auch immer sehr viel für den Drive Thru gebraut wird): schlicht, das war ein Scheiß-Starbucks. Nichtsdestotrotz ist es nun geschafft - auf Toilette war Sylvia auch, nun gibt es einen Biss in den Muffin und einen Schluck vom Kaffee - die Laune bessert sich zusehends.

Also fahren wir los. Nach ca. 10 Minuten fragt Sylvia: "Wo ist eigentlich mein Portemonnaie?" (Super Frage - wie soll ich das denn wissen? Meines ist in meiner Hosentasche, wo es immer ist - dafür ist meine Hose aber ausgebeult....).

"Was weiß ich" antworte ich. Sylvia packt sich an die Jeanstaschen, auch an die hinteren (was im Auto gar nicht so einfach ist). Nichts - alles leer. Was mich wenig überrascht, denn das würde ja ausbeulen...

Ich frage sie selbst, hast Du es im Laden gelassen? Das glaubt sie eigentlich nicht. Hast Du es vielleicht in der Hand gehabt und mit den anderen Sachen auf das Dach gelegt - und dort vergessen? Nein, das glaubt sie erst Recht nicht. Sie ist sich eigentlich ziemlich sicher, dass sie (wie immer) sich hingesetzt habe, die DSLR Tasche geöffnet habe und dort (wie immer) das Portemonnaie wieder hingestopft habe (alles hinter dem Rücken, aber alles in gewohnter Manier). Ich nehme mir die Tasche vor - außer DSLR und Objektiven ist da nichts drin. Jetzt wird Sylvia abwechselnd rot und dann blass - ich fordere sie auf, auf dem Seitenstreifen anzuhalten, um nicht auch noch einen Unfall zu bauen.

"Mir wird ganz schlecht - mein Portemonnaie ist weg" tönt es vom Fahrersitz. Ja - scheiße - sieht so aus. Was ist drin? Alles. Geld, Kreditkarten, Führerschein, Personalausweis. Nur die Pässe - die habe ich. Immer. Weil ich dieses Chaos hasse - und der Verlust des Portemonnaies von Sylvia ist zwar häßlich - aber kein Knockout. Ich habe auch noch Kreditkarten und ich habe die Pässe. Der Urlaub geht ganz sicher weiter.

Noch einmal gehen wir alle Varianten durch, Sylvia beharrt darauf, dass das Portemonnaie NICHT auf dem Autodach liegen geblieben ist. Also hilft nur eines: zurückfahren zum Starbucks. Machen wir das. Allein um Sylvia auf andere Gedanken zu bringen, denn das geht ihr doch ganz schön an die Nieren. Ich habe mich schon damit abgefunden und da ich darüberhinaus auch alle Sperrnummern für Sylvias(!) Kreditkarten auf meinem Handy gepeichert habe, habe ich wenig Sorgen. Ärgerlich und lästig, aber mehr auch nicht. Bargeld waren nur 100$ drin - ein verschmerzbarer Verlust. Selbst der Führerschein fehlt nur bedingt - denn wir haben ja zum ersten Mal einen internationalen Führerschein dabei - und den habe auch ich eingesteckt, zusammen mit den Pässen.

Beim Starbucks ergibt sich natürlich überhaupt nichts. Da weiß niemand etwas. Also hole ich mein Handy heraus und rufe bei der Berliner Landesbank an - um die Kreditkarte zu sperren. Die Verbindung ist sehr gut, ein freundlicher Mitarbeiter meldet sich, ich erkläre ihm das grundlegende Problem und übergebe das Handy dann an Sylvia, denn sie ist die Inhaberin der Karte nur sie kann sie sperren lassen. Es werden schnell die letzten Umsätze abgeglichen - der letzte war vor 30 Minuten bei einem Starbucks... (stimmt genau!). Nun wird die Karte gesperrt, ob wir in den USA eine neue bräuchten, ich winke ab, ich habe alleine drei Karten dabei, das reicht in jedem Fall.

Am Ende ist Sylvia wieder halbwegs beruhigt, sicherlich wartet zu Hause noch viel Papierkrieg und lästige Rennerei zu den Ämtern - aber das schlimmste ist durchstanden. Wir nehmen wieder Fahrt in Richtung Brady auf und ich spiele das ganze Scenario noch einmal durch. Es gibt eigentlich nur drei Varianten:

a) das Portemonnaie ist bei Starbucks liegen geblieben - das glaube ich aber nicht, das wäre gefunden worden.

b) das Portemonnaie ist auf dem Dach liegen geblieben und dann irgendwo heruntergefallen. Dagegen spricht, dass Sylvia sich total sicher ist, es dort weggenommen zu haben.

c) dann bleibt nur die Möglichkeit, dass das Portemonnaie bei uns im Auto ist - wir haben es nur noch nicht gefunden.

Mit dieser Logik fange ich an, während der Fahrt das Auto abzugrasen. Ich komme mit der Hand nicht in alle Ecken und Ritzen und auch nicht komplett unter die Sitze, da muss man ggf. in Brady nochmal nacharbeiten. Dann nehme ich mir unsere Provianttasche vor, so eine Art Einkaufstasche mit Müsliriegeln und Landkarten und Getränken drin. So ein wenig von allem etwas. Ich leere die Tasche vollständig vor mir aus - kein Portemonnaie dabei.

Dann nehme ich mir meine eigene DSLR Tasche vor. Wir haben ja jeder eine eigene Tasche, meine ist etwas kleiner als Sylvias. Schon als ich die Tasche auf den Schoss nehme, ist mir klar, was passiert ist. Denn die Tasche hat einen eigenartigen Knubbel an der vorderen großen Lasche - ich ziehe den Reißverschluss auf und finde ein Portemonnaie. Meines ist das nicht, denn meines ist in meiner Hosentasche. Sylvia hat beim Einsteigen und herumlavieren schlicht und ergreifend die falsche Tasche erwischt. Sylvia bekommt davon nichts mit, fragt mich aber dennoch, was ich denn da machen würde. Ich sage "ich suche Dein Portemonnaie".

Und ich füge hinzu "Hier ist übrigens ein Portemonnaie, das ist aber nicht von mir, obwohl es in meiner Fototasche ist, kennst Du das vielleicht?". Der riesige Felsbrocken, der dann von Sylvias Herz rutschte, liegt wahrscheinlich heute noch neben der Fahrbahn und kein Mensch weiß, wie der dahingekommen ist...

Die ganze Geschichte sollte übrigens noch ein unerwartet positives(!) Nachspiel für uns haben - aber das erzähl ich erst, wenn es soweit ist.

Andrea

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Woah, was für ein Schreck! Aber eines muss ich doch noch einmal vermerken:

Meine Jeans haben 5 Taschen. Hinten kommt das Portemonnaie rein, auf die andere Seite meine Rollerpapiere, wenn ich mit ihm unterwegs bin. Sonst auch mal ein Päckchen Taschentücher. Vorne das Handy, auf die andere Seite der Schlüssel. Und ins das ganz kleine Fach vorne rechts ist meist ein Euro und/oder ein Haargummi drin.

Ist das ausgebeult? Aber ja! Da ich aber nicht schlank bin und weite und meist relativ lange Oberteile trage, ist das Wurscht. Ich hasse Handtaschen! Ich besitze nicht mal eine! Ich habe einen großen Rucksack und einen kleinen, der notfalls noch als Handtasche durchgeht. Aus die Maus!  ;D
Liebe Grüße, Andrea



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Horst

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Hi Rainer,
bis auf Horst - der schmeißt Autoschlüssel auch gerne mal weg... aber das ist nicht repräsentativ
ich bin leider so ziemlich für nichts repräsentativ.   ;)

Die ganze Geschichte sollte übrigens noch ein unerwartet positives(!) Nachspiel für uns haben - aber das erzähl ich erst, wenn es soweit ist.
Diese Geschichte hast Du jedenfalls ganz toll erzählt.  :)
Man war richtig mit bei Euch im Auto und hat mitgesucht.  :))
Auf die Zugabe bzw. auf das "Nachspiel" bin ich wirklich gespannt.  :D
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Petra

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Hallo Rainer,

ich habe mich heute auch richtig gefreut als Dein Bericht weiter ging. Schöne Bilder und lustig erzählt, wobei; wie Du genüsslich nach dem Portemonnaie in Deiner Tasche gegriffen hast - das hatte schon was von "ene fiese Möpp"  ;). Statt sofort "heureka" zu rufen hast Du die arme Sylvia auf die Folter gespannt - und den Leser gleich dazu, ganz schön gemein von Dir!

Bin wie Horst gespannt wozu das noch geführt hat, also schnell weiterschreiben bitte  :).

Liebe Grüße
Petra

Ilona

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Frauen und Portemonnaies (oder auch Schlüssel oder andere Wertsachen), das ist ja ein eigenes Thema, da kann man wahrscheinlich ganze Romane drüber verfassen.

Na ja, so verallgemeinern sollte man dies nicht, lieber Rainer :cool2:. Ich finde mich in den Tiefen meiner Handtasche zurecht und verlegt/verloren habe ich bisher auch nichts. Aber ich gehe auch nicht gerne shoppen, wie du weißt  ;D.

Beim Lesen habe ich mitgelitten und gehofft, dass sich das Portemonnaie wieder findet  :).
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Rainer

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Ich finde mich in den Tiefen meiner Handtasche zurecht und verlegt/verloren habe ich bisher auch nichts.

Aber eben Handtasche. Meine Frau findet sich auch in 99,99% zurecht. Aber gerade im Urlaub hat man häufig das Problem, dass man nicht die gewohnten Handtaschen etc. dabei hat, sondern beispielsweise eine Bauchtasche, oder eben die Kameratasche oder oder.

Und das ist der Knackpunkt - Männer tun das Portemonnaie und ihren Schlüssel grundsätzlich in die Hosentasche. Immer (zumindest ich). (Viele) Frauen tun es in "eine" Handtasche, denn sie haben oft auch verschiedene. Oder auch mal in den Rucksack. Und dann kommt es eben (selten - so wie wir hier ist uns vorher auch noch nie passiert) vor, dass man in der (ungewollten) Hektik der Situation einen Fehler macht. Das KANN mir nicht passieren, weil ich das Portemonnaie immer an denselben Ort tue.

Sylvia hat auch schon einmal die komplette DSLR Tasche auf einem Sitz in einem Carls Junior liegen lassen - aber da haben wir es noch rechtzeitig bemerkt (hatten allerdings den Laden schon verlassen).

Heiko

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 :weissnicht: Hmh, irgendwie ging dieser Reisebericht bisher an mir vorrüber - vielleicht weil so lange Pause war?

Und jetzt sind es schon so viele Seiten. Da werde ich allerdings ein Weilchen brauchen, um das alles nachzulesen. An Texas habe ich bisher zwar noch nicht gedacht, aber ich lasse mir es von dir gerne nahebringen  :).
Gruß
Heiko

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. (Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832)

Rainer

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Und jetzt sind es schon so viele Seiten. Da werde ich allerdings ein Weilchen brauchen, um das alles nachzulesen.

Kein Problem, es ist überhaupt keine Eile geboten, der Bericht bleibt sicherlich noch sehr lange hier stehen.

Grüße
Rainer

P.S.: Sehr viele Reiseberichte hier sind "kopierte" Berichte, deswegen gehen die deutlich flüssiger. Ich muss nicht nur die Texte alle neu einhacken, sondern insbesondere auch die Fotos sichten, auswählen und ggf. nachbearbeiten - das dauert eben so seine Zeit und manchmal fehlt mir schlicht der Antrieb.

Rainer

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14. April 2013, Sonntag: 19. Tag, Brady - San Marcos via Llano, Enchated Rock State Natural Area und Fredericksburg


An diesem Morgen gibt es ausnahmsweise einmal Frühstück im Hotel - das Holiday Inn Express hat ein recht gutes Frühstücksangebot, welches wir dann auch annehmen. Das relativiert den etwas höheren Übernachtungspreis noch einmal auf ein durchschnittliches Niveau (allerdings sind die Holiday Express oft noch erheblich teurer).

Heute steht noch einmal ein großes und umfangreiches Programm auf unserem Plan. Wir wollen in jedem Fall den Enchated Rock besuchen (das ist ein riesiger Monolith, im Grunde so ungefähr der Uluru von Texas), wir wollen Fredericksburg noch einmal sehen, wenn es die Zeit zuläßt auch noch in den Pedernales Statepark fahren (was aber nicht mehr klappt) und eigentlich in Austin übernachten (woraus aber auch nichts wird). Am Ende des Tages sieht unsere Route so aus:





Von Brady fahren wir also zunächst einmal Richtung Llano (ja richtig, mit Doppel-L am Anfang!) um von dort zum Enchanted Rock zu kommen. Schon wenige Meilen nach Brady befinden wir uns im Einzugsgebiet der Texas Hills (wo wir vor zwei Wochen ja schon einmal waren), aber in diesen 2 Wochen hat sich viel getan: der Frühling ist offensichtlich ausgebrochen. Überall stehen Blue Bonnets und andere Wildblumen am Straßenrand und große Wildblumenbeete säumen unseren Weg nach Llano. Das ist wirklich ein prächtiger Anblick, insbesondere wo heute auch nicht nur Sonntag ist, sondern auch Sonntagswetter! Sylvia kann gar nicht genug kriegen von den vielen Blumen und so geht schon einigermaßen Zeit dabei drauf, die Blumen angemessen zu fotografieren:





















Texanisches Truckeridyll!





Es ist schon Mittagszeit, als wir in Llano eintreffen. Wir haben natürlich überhaupt keine Ahnung, was für ein Ort das ist und sind auch hier positiv überrascht: ein netter und quirliger Ort, der vom Llano River durchquert wird und zum Spazieren gehen einlädt. Die auffällige Brücke über den Llano ist der erste Eindruck, den man hier bekommt:





Der Llano River wird hier offensichtlich angestaut und ist momentan sehr gut gefüllt:





Noch auf dieser Seite der Brücke befindet sich außerdem noch ein winzig kleiner "Historic District" mit einer alten Lok und (u.a.) einer kleinen Bauernhütte:





Anschließend fahren wir über die Brücke und stellen auch dort noch einmal unseren Wagen an einem kleinen Park ab. Die Brücke ist von hier aus besser zu fotografieren, außerdem beginnt hier auch das Stadtzentrum:





Mitten im Park befindet sich (anscheinend) das Rathaus (oder was auch immer dieses Gebäude darstellt). Es sieht auf alle Fälle interessant aus:





Die Haupt-Einkaufsstraße liegt ebenfalls hier am Park, obwohl heute Sonntag ist wird hier geshopped und flaniert, es ist wirklich richtig etwas los:





Natürlich verschwindet Sylvia im nächstbesten Visitorshop und konsumiert. In der Zwischenzeit entdecke ich dieses echte texanische Original, der es sich auf einer Bank gemütlich gemacht hat und einfach den Tag geniesst:





In der Zwischenzeit kommt Sylvia auch wieder zurück und wir beschließen weiterzufahren. Unser Zeitplan ist jetzt schon arg in Bedrängnis geraten, aber andererseits macht uns das nichts, wir machen, was geht und was nicht geht, machen wir später oder gar nicht.

Eine knappe Stunde später nähern wir uns dem Enchanted Rock, der unübersehbar den Horizont ausfüllt:





Der "Sinn" dieses Parks, den wir wenige Minuten später befahren, besteht schlicht darin, auf den riesigen Monolithen zu klettern und dort herumzuwandern! Der Park ist ziemlich gut besucht (in der Hauptsaison ist er sogar oft vollkommen überlaufen), aber wir bekommen noch einen guten Parkplatz. Leider ist das für mich nicht machbar, auch auf den Felsen hochzuklettern, es gibt zwar auch sonst viele Wanderwege hier, aber sie sind alle recht holperig. Dennoch muss ich diesen Park definitiv weiterempfehlen, denn wer nicht behindert ist, wird hier sicherlich eine Menge Spaß daran haben, den riesigen Felsen zu erobern:








Um sich eine Vorstellung von der Größenordnung machen zu können: die obigen Fotos sind mit einen starken Teleobjektiv (umgerechnet auf KB mit 480mm) aufgenommen worden. Das sind also ordentliche Entfernungen, die man da zurücklegen kann. Die Menschen bevölkern den Felsen wie eine Ameisenschar.

Zum Abschluss noch ein Foto aus Sicht des Hauptwegs bzw. von einem Pavillion aus, von wo die meisten Leute den Weg zum Felsen nehmen. Die kleinen schwarzen Pünktchen auf dem Felsen sind die Menschen!





Sylvia könnte zwar auf den Felsen wandern, aber das würde sicherlich einige Stunden beanspruchen, weswegen wir beschließen, dass das als Eindruck genügen soll, wir wollen ja noch mehr sehen heute. Also verlassen wir den Park und nehmen Kurs auf Fredericksburg. Dort treffen wir am Nachmittag ein, bei Sonne sieht es noch viel netter aus, denn als wir vor 2 Wochen schon einmal hier waren, hatte es leider geregnet.





Auch hier ist jede Menge Volk unterwegs und shopped und flaniert (obwohl zugegebenermaßen auch ein paar Läden geschlossen haben, darunter leider auch ein attraktiv anmutender "Kramladen").





Dafür findet meine Frau aber eine gediegene Eisdiele und da es ja auch heute leider keinen Proviant vom Subway gab, gönnt sie sich ein riesiges Pecanuss-Eis. So eine richtig fette und süße typisch amerikanische Kalorienbombe. Lecker!

Fredericksburg ist (wie viele Orte in den Texas Hills) sehr deutschstämmig geprägt, wie man auch gerne und unmißverständlich mitteilt:





Bei so viel Programm rast die Zeit natürlich weg und es ist schon später Nachmittag, als wir uns zur Weiterfahrt entschließen. Eigentlich wollten wir ja noch den Pedernales Statepark sehen, andererseits befürchten wir aber auch, dass ich da nicht sehr gut zurecht komme, denn die Hauptattraktion besteht auch da eigentlich darin, auf interessanten Steinformationen im Fluss und an den Wasserfällen zu wandern - das kann ich leider überhaupt nicht. Wir hätten es aber versucht, wenn wir früher dran gewesen wären. Aber da wir noch einige Meilen fahren wollen (unser Ziel ist ja Austin), beschließen wir, den Statepark auszulassen. Mit der Option, ihn vielleicht morgen noch zu besuchen, denn wir wollen morgen den "Devil's Backbone" fahren, wieder einmal eine Empfehlung aus dem "Scenic Highways and Byways", was uns noch einmal in die Nähe des Stateparks bringt.

Also fahren wir heute weiter Richtung Austin - aber als wir die Ausfahrt erreichen, die wir uns per Navi am morgen ausgeschaut hatten, gefällt es uns hier überhaupt nicht. Das ist zu bürolastig, gar kein Flair, gar nichts - also wird kurz entschlossen die Route geändert, wir fahren noch einmal nach San Marcos, auch dort haben wir schon einmal übernachtet, der Business Loop gefällt uns sehr gut und bis dort läßt auch der enorme Verkehr etwas nach, offensichtlich waren heute viele Texaner zu einem Ausflug unterwegs.

In San Marcos checken wir unweit von einem Texas Roadhouse (klar - wie könnte es anders sein!) in ein recht gutes (uns unbekanntes) Motel ein und lassen den Abend in der gewohnten Art und Weise ausklingen. Ein toller und reicher Tag war das heute - inkl. dem wunderbaren Wetter.

Horst

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Ein toller und reicher Tag war das heute - inkl. dem wunderbaren Wetter.
Ja dieser herrliche texanische Frühlingstag mit tollen Blumen garniert hat ein echtes "Yeah"  verdient.  :)
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Ilona

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Der "Sinn" dieses Parks, den wir wenige Minuten später befahren, besteht schlicht darin, auf den riesigen Monolithen zu klettern und dort herumzuwandern! Der Park ist ziemlich gut besucht (in der Hauptsaison ist er sogar oft vollkommen überlaufen) ....
Die kleinen schwarzen Pünktchen auf dem Felsen sind die Menschen!

Uiih, da geht eine "Ameisenstraße" wie zum Delicate Arch hoch  :o. Da müsste man ganz früh morgens los und wie am Pool in Malle mit einem Handtuch das Revier markieren  :totlach:. Aber schön isser  :thumb:.



Und das Leben ist doch eine Blumenwiese  :beifall:.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Andrea

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    • Anti walks...
Danke, dass ihr euch die Zeit für diese Blütenpracht genommen habt! Toll!

Und jetzt stelle ich mir vor, wir ich mühevoll diesen Monolithen hoch gehechelt bin, es einen Wolkenbruch gegeben hat und allen nichts anderes übrig bleibt, auf dem Hosenboden wieder hinunter zu rutschen...  :totlach:

Sorry, der Urlaubskoller setzt langsam ein  ;)
Liebe Grüße, Andrea



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