sorry Leute dass es so langsam voran geht in Florida aber zu all der Arbeit im Büro kam jetzt auch noch die Weihnachtsbäckerei...
genau genommen ist Flicka schuld mit ihrem tollen Lebkuchenzug, und ich hab noch nicht mal Plätzchen, und mein Freund wünscht sich Lebkuchen, jetzt hab ich fleißig gebacken, da darf ich jetzt wieder Reisebericht schieben, also weiter geht's....
Tag 3 Mittwoch 5. November 2014Um 5 Uhr weckte mich meine Freundin mit Kaffee, sie war schon eine Stunde wach. Jetlag ist ein Vorteil wenn man früh aufstehen muss. Um 10 nach 6 machten wir uns auf den kurzen Weg, es war höchstens 1 km zu fahren es war noch dunkel. Am Hafen dämmerte es langsam, vier weitere Leute haben die Tour gebucht, wir bekamen alle einen Neoprenanzug und mußten uns dann zwei Filme anschauen über Manatees bevor wir aufs Boot durften. Die Filme zeigen uns das richtige Verhalten: wir sollen nicht zu den Tieren hinschwimmen sondern warten bis sie auf und zukommen, wir dürfen nicht zu mehreren die Tiere umzingeln, wir sollen uns möglichst ruhig verhalten, nicht über schlafende Tiere schwimmen und so weiter.
Mit einem Elektroboot ging es dann weinige Meter raus auf den Fluß, dann durften wir mit einer Schwimmnudel ins Wasser, es wurde jetzt langsam hell

Ich bin zwar früher oft im Hallenbad getaucht aber Schwimmmaske und Schnorchel waren neu für mich und ich mußte das erst mal mit dem Atmen auf die Reihe kriegen. Es war erst ein komisches Gefühl mit dem Kopf im Wasser trotzdem Luft zu holen. Und hier ist ja unglaublich viel Leben: hunderte kleiner Fische, eine riesen Krabbe habe ich beobachtet die über die Steine am Boden gelaufen ist, das war eigentlich schon aufregend genug. Und dann kamen wirklich Manatees geschwommen, ein paar sind nur vorbei geschwommen, aber gleich war ich von dreien umzingelt: einer von vorne, und je einer von rechts und von links. Heh wie war das mit dem Umzingeln, haben die den Film nicht gesehen? Da kam bei mir schon leichte Panik auf und ich bin erst mal davon gepaddelt.
Als ich den Kopf wieder ins Wasser gesteckt habe waren auf einmal tausende Fische unter mir und der Blick ging nach unten ins unendliche, da war ich wohl über die Quelle gelangt. Das war faszinierend und furchterregend zugleich, das waren jetzt nämlich größere Fische, so 40-50 cm und die sahen nicht freundlich aus, wenn sie auch ganz friedlich im Wasser standen, sie haben sich kaum bewegt. Bisschen surreal die Szene, also schnell wieder weg hier ins seichtere Wasser. Ich habe später in einem Statepark auf einem Schild den Fisch gefunden, es war wohl Tarpon.
Im seichten Wasser hab ich wieder nach unten geschaut, hier waren viele große Steine...bis sich mein Blick geklärt hatte: das waren keine Steine das waren schlafende Manatees nebeneinander aufgereiht. Oh Mann ich soll doch nicht über schlafende Manatees schwimmen, aber die sind hier überall, hektisches Wegschwimmen verursacht Wellen im Wasser, das soll ich ja eigentlich auch nicht, gar nicht so einfach sich nach den Anweisungen korrekt zu verhalten. Etwas abseits bin ich dann einfach im Wasser liegen geblieben und habe die schlafenden Tiere beobachtet, das hatte was absolut friedliches. Ab und zu hat eins der Tiere den Kopf leicht gehoben, dann richtete sich der ganze Körper auf und schwamm einen Meter hoch (tiefer war es hier nicht) bis die Nasenlöcher aus dem Wasser ragten, nahm einen Atemzug und sank wieder nach unten. Das ganze offensichtlich im Tiefschlaf. Ich war hin und weg

So langsam habe ich mich wohler gefühlt und es war wirklich so wie der Guide gesagt hat: man brauchte gar nix zu machen, die Tiere kommen von selber. Am meisten fasziniert hat mich dass sie wohl verstanden haben wo bei uns Menschen vorne ist. Sie kamen meist von hinten und sind dann zu meinem Kopf geschwommen und haben mich mit der Nase am Kopf gestupst und wollten offensichtlich gestreichelt werden. Das war einfach hinreißend! Und wie unglaublich elegant sie sich bewegen: mit einer Bewegung ihrer Schwanzflosse haben sich sich um 180 Grad gedreht, ich kam mir wie wie ein Mops vor im Vergleich.
Nach knapp zwei Stunden war mir so kalt dass ich unbedingt raus mußte aus dem Wasser, mir haben auf dem Boot fast die Zähne geklappert. Es gab heißen Kakao zum aufwärmen. Zum Glück war es draußen jetzt schön warm und in der Sonne wurde es schnell wieder warm. Vom Boot aus konnte man weiter einige Manatees beobachten, die kleinen kamen direkt ans Boot geschwommen. Unser Guide meinte es gebe zu dieser Jahreszeit viele Neuankömmlinge und die seien neugierig

es waren außer uns nur drei weitere Boote im Wasser und nur ganz wenig Leute im Wasser, nur ein kleiner Bereich war abgesteckt, da sollte man nicht reinschwimmen

es war richtig idyllisch hier.

am Ufer ein Adler auf einem Baum. Ich hatte nur das Handy dabei, mehr Zoom ging leider nicht. Kormorane und Pelikane konnte man beim Fischen beobachten.

einer aus unserer Truppe hat wohl gar nicht gefroren und war länger im Wasser. Hier seht ihr mal einen Größenvergleich, das ist ein junges Manatee

während wir auf ihn gewartet haben, haben wir uns mit dem Guide unterhalten. Er meinte dass wir genau zur richtigen Zeit gekommen seien: ab dem 15. November beginnt die Saison, dann wird der Fluß weiträumig abgesperrt und es sind bis zu 60 Boote im Fluß und es geht dann zu wie in Dinsey World. Weil die Tiere ins Meer flüchten wenn sie sich bedrängt fühlen und dort im kalten Wasser sterben gibt es derzeit Überlegungen die Touren zu den Manatees einzuschränken, es gibt auch Leute die das ganz abschaffen wollen. Wir waren jedenfalls sehr froh über dieses Erlebnis, meine Freundin war genauso begeistert und ich würde jedem dazu raten, der die Gelegenheit bekommt.
Gebucht hatten wir die Tour hier:
http://www.sunshinerivertours.com/, zurück an Land hätte man dort auch duschen können, wir sind aber dazu ins Hotel gefahren, wir mußten ja auch noch auschecken
am Parkplatz am Hafen: die Bäume mit Spanish Moss und dahinter die Palmen, was für ein toller Anblick!

In der Nähe des Hotels war ein typisches Frühstückslokal, da haben wir uns richtig jung gefühlt denn die Nächstjüngsten waren bestimmt 20 Jahre älter als wir

gestärkt mit Spiegeleiern, Hashbrowns und Pancakes gings auf den Highway Richtung Clearwater Beach, da hatte meine Freundin heute Morgen als ich noch selig gepennt habe ein Motel ausgesucht.
Über den Highway 19 sind wir immer nach Süden gefahren. An einem Walmart haben wir gehalten und kalten Starbucks Kaffee getrunken, es war richtig heiß geworden, wie bei uns im Hochsommer. Eindeutig Badewetter! Der gesamte Weg war ein einziges Konglomerat an Einkaufsstraßen, richtig häßlich. Und nirgends Ortsschilder immer nur Straßenschilder. Ohne Navi hätten wir nicht gewußt wann wir in Clearwater waren. Es ging über eine Brücke auf die schmale Insel Clearwater Beach und sofort sah es ganz anders aus: palmengesäumte Straßen, wunderschön und gepflegt.
Unser Motel Barefoot Bay

Zimmer Nummer 3 war unseres. Man beachte die Mikrowelle, dazu gibt es später eine Geschichte zu erzählen...

bei dem tollen Wetter sind wir umgehend an den Strand gegangen, bei der Rezeption gab es Badematten und einen Sonnenschirm, sogar Strandstühle hätten sie verliehen, die waren aber grade alle weg. Das ist ein super Service finde ich.
Der Strand war nur 100 Meter vom Hotel weg, neben den Hotel ein Walgreens (24 Stunden geöffnet und da bekommt man alles, sehr praktisch), dann einmal über die Straße und man ist am Strand, direkt am Pier 60

Clearwater Beach ist ein traumhhaft schöner Strand und perfekt sauber und gepflegt
es hätte sogar Liegestühle mit diesen Halbzelten zur Miete gegeben allerdings fanden wir 25$ extrem teuer, die waren auch fast alle frei. Für 50$ hätte man bei Walgreens eine komplette Ausrüstung kaufen können.

Möwen gabs auch zahlreich, wir haben uns ein schönes Plätzchen gesucht und die Sonne genossen. Im Wasser waren nur mit den Füßen, das war doch ziemlich kalt.

zum Baden waren wir dann später in der kleinen aber schönen Poolanlage unseres Motels

hinter dem Motel war noch eine kleine Terrasse zum Hafen raus. Wir fanden es richtig nett hier.

Zum Abendessen sind wir in ein Fischrestaurant gegangen, zu Feier des Tages gabs erst mal einen Cocktail und danach leckeren gerillten Fisch (Catch of the day)

dann sind wir durch Clearwater gebummelt, hier gibt es natürlich viele Souvenirshops und wir sind beide bei T-Shirts und Sweatshirts fündig geworden.
Viele Hotels scheinen eine Hoch- statt Tiefgarage zu haben, im Dunkeln sah das witzig aus, die Parkdecks waren offen und beleuchtet

Nach einem Bierchen im Zimmer sind wir früh schlafen gegangen, war ja ein langer und aufregender Tag heute
