Hi,
der Ort Gavarnie liegt auf 1350 m - da muss es eigentlich nicht so kalt werden über Nacht. Doch sind wohl auch Gletscher in der Nähe. Kersten kannte den Ort von den Südfrankreichurlauben seiner Sturm- und Drangzeit

Wir waren auch schon mal vor zig Jahren zusammen dort, aber hatten Pech: jegliche Aussicht vernebelt durch tiefhängende Wolken

Meine Schwiegermutter hat uns freundlicherweise mit zwei Marmorkuchen beglückt - die leider nicht allzu lange gehalten haben

Aber jetzt werden die Wanderschuhe geschnürt!
14. August Cirque de GavarnieFrühmorgens ist es immer noch frisch, besonders mit den dünnen Sommerschlafsäcken. Also wird nochmal kurz durchgeheizt. Dafür erwartet uns später blauer Himmel und Sonnenschein. Was für ein Glück! Mit Nebel oder Wolken –was hier nicht selten vorkommt- wären die Unternehmungen nur halb so schön.
Nach dem Frühstück fragen wir nach einem Taxi. Damit haben wir aber kein Glück: der vor Ort bringt gerade einen Gast zum Flughafen und der aus dem Tal würde über 30 Euro kosten. Bus fährt leider auch keiner so richtig. Der Junge an der Rezeption meint aber, wir könnten ruhig mit dem Wohnmobil hinauf fahren. Mit einem Aufkleber vom Campingplatz müssten wir fürs Parken auch nichts bezahlen.
Damit hat er Recht, aber was die Parkplätze anbelangt, war er doch sehr optimistisch. Wir finden zwar mit Glück und etwas Dreistigkeit noch einen, aber erst eine ganze Ecke die Passstraße zum Skigebiet hinauf. Den Schrittzähler habe ich im WoMo vergessen, aber bis zur Touristeninfo haben wir gut 15 Minuten gebraucht.

Unterwegs können wir schon mal einen Wasserfall bewundern.
Im Touristenbüro hole ich mir für einen Euro die Wanderkarte für das Gebiet. Angeboten werden elf Familien-Touren und fünf weitere für Sportler. Wir wollen eine der Cirque-Wanderungen unter die Füße nehmen und entscheiden uns für den Hinweg für die Hauptroute. Wie einige hundert französische und spanische Familien auch.
Ganz schöner Trubel, aber so ist es nun mal in den Sommerferien. Grad für die Franzosen sind die drei ersten Wochen des Augusts Hauptreisezeit.
Anfangs geht es durch den Ort an den Andenkenläden, Creperien und Eisdielen vorbei. Im Sommer sind die Straßen hier außer für Anwohner gesperrt.

Da hinten die Felswände sind unser Ziel
Dann führt ein breiter Weg gemütlich am Flussentlang.

Das Ziel immer gut im Blick
Hier gibt es noch einen Campingplatz, den ich allerdings ausgeschlossen hatte. Er hörte sich mit seiner Hanglage mehr nach Zeltplatz an. Soweit stimmt das auch, doch am Ufer haben offenbar auch einige Wohnmobile Platz gefunden.
Bis zu einer alten Steinbogenbrücke verläuft der Weg auf beiden Seiten des Gave

Der Weg ist breit und nicht allzu steinig. Einmal ist ein Bach zu überqueren, es gibt einen Holzsteg. Die etwas Bequemeren und ein Haufen Kinder sind per Muli und Pony unterwegs.

Bis zu einem Schwemmgebiet verläuft der Weg ohne größere Steigungen. Jetzt aber verlassen wir das Flussufer und steigen links bergan. Die meiste Zeit versperren uns jetzt Bäume die Sicht.

mal wieder ein Aussichtspunkt

bis zu dem Haus da unten noch
Endlich ist der Endpunkt des Trails, die
Hôtellerie du Cirque, erreicht.

Die Kilometerzahl der Strecke ist nirgends angegeben, nur eine reine Gehzeit von einer Stunde. Mit Foto-/Film-/Hubschrauber-bestaun-/Trink-Pausen haben wir knapp 90 Minuten gebraucht. Jetzt gibt es eine etwas größere Verschnaufspause mit Apfelpicknick.

Der
Cirque de Gavarnie ist ein auf rund 1550 m gelegener Talkessel, der von den Steilwänden 3000 bis 3250 m hoher Berge umgeben ist.

Der zweistufige Wasserfall
Grande Cascade ist mit 423 m Höhe der höchste Frankreichs und unter den 20 höchsten der Welt. Er wird von einem unterirdischen Gletschersee gespeist.

Es gibt aber noch mehr Wasser, dass da von Steilwänden rinnt. Sie alle vereinigen sich letztlich zum Gave.

Man kann auch bis zum Fuß des Wasserfalls laufen, der Weg wird nur immer steiniger. Wir folgen ihm nur noch ein Stück.

der Blick zurück
Ein paar Leute scheinen irgendwelche Tiere entdeckt zu haben. Dafür müssen wir aber das Fernglas bemühen.

Dorthin, wo die alle zeigen ist nichts zu entdecken. Nur am entfernten Berghang dann ein paar Bergziegen oder ähnliches, selbst mit dem Glas nur schwer auszumachen.

der dagegen kommt ganz nah. Sorry, die Äpfel sind alle aufgefuttert.
Für den Rückweg wählen wir zum Teil eine andere Route. Beim Schwemmgebiet überqueren wir den Fluss und steigen auf der anderen Seite über Almwiesen etwas bergan. Hier hab ich dann Blümchen fotografiert.

Bin nicht ganz sicher, ob ich da einen Enzian erwischt habe

eine geringfügig andere Perspektive auf den Cirque
Der Weg ist hier schmaler und zum Teil auch steiniger, dafür ist hier um etliches weniger los.

Eigentlich sollte diese Route über das
Plateau de Bellevue führen. Wir haben aber wohl nicht ganz den richtigen Weg erwischt, denn die angekündigte Berghütte ist uns nicht begegnet. Egal, letztlich stoßen wir wieder auf die Steinbogenbrücke.
An diesem netten kleinen Cafe können wir nicht vorübergehen

und lassen uns leckere Crepes schmecken

Der Rest des Rückweges bis zum WoMo zieht sich dann etwas

Alles in allem aber war das eine tolle Wanderung und ein gelungener "Ruhe"tag.
Wir brummen zurück zum Campingplatz und stürzen unter die erfrischende Dusche - soll heißen nach einer kleinen Wartezeit

Werd ich jemals in den Sommerferien einen Waschraum erleben, in dem man abends zur Dusche nicht anstehen muss? Irgendwie sind die Campingplätze da nirgends ausreichend ausgestattet...
Aperitif, Abendessen, gemütlich lang machen... morgen geht's wieder "on the road"