Danke für´s Aufmerksam machen und Sensibilisieren!
My pleasure!
Die Sachlage ist schon nicht ganz ohne. Kommt auch darauf an, wo man sich bewegt. Im Raum Silverton/Creede in Colorado gibt es zumindestens mal nicht die radioaktive Gefährdung, aber Einsturzgefahr und Dynamit schon. Und Vorsicht, manchmal ist man näher dran als man denkt. Zwischen Silverton und Durango führt der ungeteerte Bolam Pass hinüber in die Gegend um Telluride. An diesem Pass gibts alte Minen, die für ihre extreme Radon-Belastung berüchtigt sind. (Dort stehen ausnahmsweise Warnhinweise!) Der Grund ist darin zu suchen, dass sie westlich der Gesteinstrennlinie liegen, die ungefähr auf dem Coal Bank Pass die US 550 schneidet. Westlich ist geologisch Colorado Plateau und damit Uran-Gebiet.
Manche Mineneingänge liegen derart offen da wie dieser hier:

Das war im Übrigen auch ein Versuch, spaltbares Material abzubauen.
Oft wissen Touristen nichts von der Vergangenheit. Zwar gibt es in Visitor Centern und Broschüren genügend Warnungen, aber geschätzte 95% lesen das nicht weil es sie nicht interessiert (2/3 davon sind wahrscheinlich des Englischen nicht ausreichend mächtig).
Es gibt eine ganze Anzahl gerne gefahrener Routen, auf denen man der strahlenden Vergangenheit recht nahe kommt:
- die CO141, oft genutzt um von Moab in Richtung Black Canyon/Silverton/Durango zu fahren. Hier liegen die hochgradig problematischen Siedlungen Uravan und Naturita. Beide Schauplätze sehr aufwendiger Aufräumarbeiten, die sogar die Verlegung von Strassen notwendig machten.
- die Reds Canyon Loop in der San Rafael Swell
- die Temple Mountain Road im südlichen Abschnitt (ebenfalls Swell) nahe des Goblin Valleys (nicht betroffen)
- bei Paradox im gleichnamigen Valley findet sich die Department of Energy Uranium Reserve, auch auf Landkarten schauen macht Sinn, man findet den Radium Mountain.
- die UT 95 südlich von Hite bzw das benachbarte Red-/Blue-/Fry-/White Canyon-Gebiet
- u.v.m.
Dass der Grossraum Moab in jedem Fall dazu gehört und dort nichts einzeln aufgeführt werden muss dürfte klar sein. Weiterhin gehören die Orte Orte Jeffrey City, WY; Grants, NM an der Interstate 40; Ambrosia Lake NM zu den stark belasteten Orten. (Saint George, UT aus einem anderen Grund)
Man ging in der Vergangenheit mit dem Problem äusserst locker um, bis die Todesraten nicht mehr zu leugnen waren. Es gab Schmuckstück, in welche radioaktive Steine eingesetzt waren (Uranium Jewelry auf der Main in Moab), die Miss Atomic Energy 1955 Grand Junction bekam als Siegerpreis eine Lastwagenladung Uran vors Haus gekippt.
Bis heute gibts das:

Und in 1987 stand noch neben dem Best Western Greenwell in Moab ein Abfallcontainer, der nach Aufschrift für die öffentliche Beseitigung von radioaktivem Abfall bestimmt war. Kann sein, dass ich davon noch ein altes Dia besitze?
Es gibt ein hochinteressantes Buch zum Thema:
Yellowcake Towns
Michael A. Amundson
University Press of Colorado
ISBN 0-87081-662-4
Die Einleitung des Buchs ist hier in digitaler Form zu finden:
Yellowcake TownsGruss
Rolf