12. Tag Montag 9.9.13 Teil2: noch mehr Badlands und wilder Westen ohne Pause ging es weiter, wir hatten noch viel vor heute

auf dem Highway 16 fuhren wir von Greybull nach Süden durch Worland durch und dann westlich auf die 431. Auf dieser Strasse fährt man genau 29 Meilen bis zum nächsten Ziel der Gooseberry Badlands Scenic Area
auf der 431 in the middle of nowhere

eine halbe Meile vorher stand ein kleines blaues Schild mit der Aufschrift "Point of interest 1/2 mile", bald danach kam auf der rechten Seite ein kleiner Parkplatz mit drei Infotafeln. Dies war der Blick vom Parkplatz aus:

Badland Nummer 2 für heute

Laut den Infotafeln war hier vor 35 bis 55 Millionen Jahren tropischer Regenwald, viele Fossilien wurden hier gefunden. Dass es heute hier Klapperschlangen gibt habe ich erst zuhause auf den Fotos von den Infotafeln gelesen.

Es gibt einen Weg mit 12 Stationen, wir gingen den Weg aber entgegen dem Uhrzeigersinn, was von Marke 12 bis 7 ganz einfach war

der Weg führte erst mal runter in diesen bunten Steinwald

auf den Infotafeln standen keine geologischen Details, nur dass die rote Farbe von Eiseneinlagerungen stammt.

Die Farben täuschen wieder, was hier rotbraun aussieht war in Wirklichkeit wie Rotwein gefärbt und die hell bis grau-lila Streifen waren in der Realität knallig dunkel lila. Zum Fotografieren ist der Nachmitag bestimmt besser geeignet, aber da wartet noch Badland drei auf uns

fasziniert wanderten wir hier durch, die Speicherkarten glühten

immer wieder konnte man Figuren erkennen

jetzt waren wir unten angekommen

dieser Hoodoo hat Haare auf dem Kopf

die Farben waren einfach fantastisch, irre, toll...

gelb war selten kam aber auch vor

nach gut der Hälfte des Weges fehlten die Pfosten und man sah dass hier mal eine Flut den Weg weggespült hat, es gab Steinhäufchen als Markierung aber eher spärlich, man mußte nun gut auf den Weg achten. Unten stand man auch total im Wald! Der Weg führte dann wieder nach oben und man sah das Auto in der Ferne stehen, auch das half bei der Orientierung. Wir haben den Weg ohne weitere Hilfsmittel gefunden aber zur Sicherheit das Garmin mitlaufen lassen war auf jeden Fall beruhigend.

Hasen hätten wir hier nicht erwartet, aber auf den Infotafeln stand dass es einzelne Wasserpfützen gibt. Gras wuchs aber sehr spärlich... Streifenhörnchen flitzten auch hier rum waren für die Kamera aber viel zu schnell

nach einer knappen Stunde waren wir wieder am Parkplatz und haben natürlich nur einen kleinen Ausschnitt gesehen. Aber abseits des Weges kann man nicht gehen, da würde man sich völlig verirren. Ein Wohnmobil hielt an, zwei Amis stiegen aus und machten ein Foto, dabei sah man vom Parkplatz aus gar nicht viel. Wir haben ihnen erzählt wie toll es da unten ist aber weiter als bis zum ersten Pfosten sind die nicht gegangen. Versteh ich nicht!
Nun sind wir auf dem gleichen Weg nach Worland zurück gefahren und von da aus östlich über den Highway 16 nach Ten Sleep. Ten Sleep ist ein Kaff mit gerade mal 260 Einwohnern. Es war aber der nächste Ort zu unserem dritten Ziel "Castle Gardens" und ich hatte echte Sorgen ob wir hier eine akzeptable Unterkunft finden würden. Laut Tripadvisor gibt es eigentlich nur ein Motel: das Carter Inn. Dies war aber auf Tripadvisor ziemlich schlecht bewertet.
Aber dies ist ja der perfekte Urlaubstag und an solchen Tagen klappt alles

beim Carter Inn vorgefahren, an der Rezeption nach einem Zimmer gefragt, Antwort: "ja wir haben noch EIN Zimmer frei" und das war frisch renoviert

das Carter Inn liegt mitten im Ort am Highway 16 schräg gegenüber der Tankstelle

und hat einen topp gepflegten Hof wo man auch grillen könnte

Zimmer 4 (erster Stock ganz links), auf dem Boden lag ein Teppichboden mit Bären, Elchen und Büffeln, richtig nett, das Bad hatte schwarze Marmorfließen am Boden und grauen Marmor an der Wand und sogar ein Fenster das man öffnen konnte.
Kostenpunkt 103,55 $ incl. Tax

das einzige was fehlte war die Kaffeemaschine, also raus und ein Cafe gesucht. Nachdem wir das Problem mit der Tür gelöst haben (alles genau falsch rum machen und schon ist die Tür verschlossen, beim Öffnen zerrt man auch eine Weile an der Tür bis man es peilt) haben wir im Trödelladen des Ortes (den gibt es immer, so klein kann ein Ort gar nicht sein) zwar keinen Kaffee aber ein leckeres Eis gefunden und den Tipp bekommen dass es an der Tanke Kaffee gibt. Der Nachmittag ist gerettet

An der Tankstelle gab es einen Campingtisch unter einem riesigen Baum, hier tranken wir unseren XXL-Kaffee. Auf einem großen Schild war beschrieben wie Ten Sleep zu seinem Namen kam: vom heutigen Ort aus waren es für die Indianer 10 Tagesetappen (also auch 10 Übernachtungen) zu ihren Winterlagern. Ich hätte ja auf die Zahl der Übernachtungsmöglichkeiten getippt, mehr als 10 Motelzimmer wird es nicht geben

Nun steuerten wir unser drittes Ziel für heute an: Castle Gardens
auf der Fahrt nach Ten Sleep haben wir am Highway 16 schon ein Schild gesehen. Wir fuhren also ein Stück auf der 16 zurück und bogen links auf den Old 10 Sleep HW ab, zunächst hatte die Strasse noch eine Teerdecke und wurde dann zur Schotterpiste, war aber gut zu fahren. An der Kreuzung zur 2 Mile Hill Road stand wieder ein Hinweisschild nach Castle Gardens, diese fuhr man bis man die Castle Gardens Road erreicht (ich glaube da war noch mal ein Schild). Die Castle Gardens Road endete in einer Schleife, man konnte irgendwo halten, wir haben 30 Minuten bis dahin gebraucht.

Wege gibt es hier keine, man kraxelt einfach die Hügel hoch und hat seinen Spaß an den gelbbunten Farben und den lustigen Felsgestalten
dieser hier erinnerte mich spontan an eine Büste von Brahms

Stinkefinger

schöne Hoodoos gab es auch wieder:

Campingtische und Grill waren auch vorhanden

hier begrüßen sich zwei Eskimos (Nasen reiben)

eine Königin:

das Gestein war ziemlich hart und man konnte gut gehen hier, es war nicht so rutschig wie in dem Gooseberry Badland. Nach einer Stunde lag der größte Teil des Gebietes schon im Schatten

Blick zurück, in dieser Richtung gehts nach Ten Sleep:

wir haben noch versucht die Felsen, die in der untergehenden Sonne richtig glühten, auf den Fotochip zu bannen und sind dann wieder zurück gefahren. Ich hätte am liebsten einen ganzen Tag hier verbracht.

Wir waren völlig alleine hier

Auf der 2 Mile Hill Road

kurz vor Ten Sleep gibt es schöne rote Hügel, da wär ich auch noch gerne raufgelaufen

Um 18:30 waren wir wieder im Motel, 12 Stunden waren wir unterwegs, es war ein traumhafter Tag!!!
Nach der Dusche gings zum Abendessen in den Saloon, ein anderes Restaurant gab es hier nicht. (Wenn ich mir vorstelle wir wären in Deutschland in so einem kleinen Ort: da gäbe es weder ein Hotel, noch ein Restaurant noch sonstwas, die Infrastruktur für Touristen ist klasse in Wyoming)

Der Saloon war total urig mit ausgestopften Tieren dekoriert und Fotos der stolzen Schützen

Über einer Tür hing ein Schild "We don't dial 911" und daneben das Bild eines Colts

wir sind im wilden Westen!
Ich war echt am Verhungern und darum haben wir die 16 inch Pizza bestellt, davon haben wir immerhin mehr geschafft als uns die Bedienung zugetraut hat und für den Rest gabs Plastikboxen.
Im Saloon war viel los, im Hinterraum saß eine Gruppe Männer im Schiesser Feinripp und Karohemd an einem Tisch und spielten Karten, an der Bar saßen etliche junge Männer. Als Touri fällt man hier ja immer auf und wie üblich wurden wir gefragt wo wir herkommen. Und es fand sich auch wieder jemand mit deutschen Vorfahren: einer der Männer hatte einen deutschen Großvater, er ist aber schon gestorben als er noch ein kleiner Junge war und das einzige was er noch auf deutsch sagen konnte (dafür aber akzentfrei) war: "mach schnell"

wir haben uns köstlich amüsiert!
Das lokale Bier war auch wieder erstaunlich gut und hat zu der nötigen Bettschwere beigetragen

. Bis ins Motel waren es auch nur 50 Meter zu gehen.
Ich hoffe ihr seid nicht erschlagen von der Bilderflut, aber eins fehlt ja noch:
das Bild des Tages
