MI, 23.10.: Sightseeing RanakpurIch erwache in meinem Maharani- Bett, heute liegt nicht viel an, heute liege hauptsächlich ich, nämlich am Pool.
Ich breite mich auf einer der bequemen Liegen aus, der Vormittag gehört mir. Ich genieße die Sonne, Gurren der Tauben, das Schreien der Pfauen auf dem Grundstück hinter dem Hotel. Die Eichhörnchen hier sind Chipmunks, die ich so gut aus den USA kenne.
Um 12 Uhr brechen wir auf zum Jain-Tempel, der einzigen, aber wunderschön gelegenen und überhaupt wunderbaren Attraktion hier. Ich verbringe fast zwei Stunden auf dem Gelände. Die vielen Säulen sind kunstvoll verziert. Priester führen Touristen herum.
Während ansonsten überall "Security Checks" stattfinden, bei denen ich Zweifel habe, dass das Gerät und die jeweiligen Mitarbeiter irgend etwas wahrnehmen, nimmt man es hier sehr genau. Meine Wasserflasche und meine Drops müssen draußen bleiben. Das Handy wird nicht gefunden, sonst hätte ich es auch abgeben müssen.
Ich fotografiere eine Gläubige im Allerheiligsten, werde zur Ordnung gerufen, muss das Foto wieder löschen. Ansonsten ist man hier frei und darf machen, was man will, Ausblicke und die vielen reich verzierten Säulen fotografieren.


Auch hier steht einem das Glück wieder auf der Stirn geschrieben. Man darf es sich selbst vor einem Spiegel aufmalen und beobachten, wie die gelbe Paste aus Sandelholz und Safran hergestellt wird.
Ich gehe einen Hügel hinauf zu einem kleineren Tempel und genieße den Blick auf den großen Tempel und umgekehrt.
Nebenan ist noch ein sehr kleiner Tempel, reicht verziert. Hier stehen an den Säulen Personen im Vordergrund. Im Inneren duftet es nach Weihrauch, der Wächter hält ein Nickerchen.
Es ist inzwischen etwa 14 Uhr, ich möchte noch das Dorf besuchen. Anil fährt mich hin und begleitet mich bei meinem Rundgang. Viele Müllberge, direkt daneben malerisch wirkende Verkäuferinnen mit ihren Waren. Schweine graben im Müll.
Nun habe ich mir meine nächste Poolsession redlich verdient und tanke für eine weitere Stunde Sonnenstrahlen am Pool.
Wir wollen zu einem anderen Punkt am See. Anil warnt mich, der sei nicht so schön, aber etwas Abwechslung ist auch gut. Er hat Recht. Hier stoßen wir auf mehrere andere Touristen. Franzosen gibt es hier in Rajasthan in rauen Mengen, zwei Autos mit jeweils zwei von der Sorte kommen an. Außerdem machen einige indische Jugendliche hier Faxen.
Anil sieht ein Krokodil auf dem Uferrand. Mangels Fernglas nehmen wir ein Foto auf und zoomen in das Bild hinein. Jawoll, ganz eindeutig ein Krokodil. Das finden auch die Franzosen und die jeweils zugehörigen Fahrer. Ich frage Anil, ob man das nicht mal näher ansehen kann. Wir gehen den kurzen Weg zur gegenüber liegenden Landzunge, leider ist das Krokodil bei unserer Ankunft verschwunden. Später sehe ich auf dem Ipad auf der Vergrößerung des Fotos, dass das Krokodil noch nie da gewesen ist oder aber für immer da bleiben wird, denn es ist nur ein Felsen. Aber so haben immerhin die Franzosen ihr Krokodil zu sehen bekommen.
Ich möchte wieder in das Restaurant von gestern Mittag, im Hotel ist es mir zu langweilig. Anil fragt, ob er mich fahren soll. Ich will lieber laufen. Er begleitet mich, allein laufen soll ich nicht bei Dunkelheit. Es ist tatsächlich stockdunkel, die Kühe auf der Straße sehe ich erst, als sie fast direkt vor mir stehen. Das Essen ist scharf, ich finde es gerade richtig.