Autor Thema: Lava, Lada, Lundis - Island 2009  (Gelesen 177248 mal)

Paula

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #135 am: 05. November 2013, 09:00:42 »
ich bin sonst auch nicht der ganz große Wasserfallfan aber hier ist auch die Umgebung so gigantisch und die Wasserfälle so schön breit, ich bin mir der Gesamtsituation sehr zufrieden  ^-^
Viele Grüße Paula

Heiko

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #136 am: 05. November 2013, 11:28:39 »
   
Vor Fahrtantritt bekleiden wir uns gegen den kühlen Fahrtwind mit kostenlos bereitgestellten Overalls in denen man wie der große Bruder vom Michelin-Männchen aussieht ....

Ich finde jetzt aber, dass ihr in den Overalls sehr gut ausseht  :thumb:. Und diese Dinger sehen auch so aus, als ob sie einem wirklich trocken und warm halten. Ich hätte manchmal auch schon gern einen solchen Overall gehabt  :).


Die Geschichte mit der Motorhaube ist für einen echten Kerl natürlich schon voll peinlich ;). Ich kenne das, da denkt man hinterher lange daran, wie einem so etwas passieren konnte  :D.
Gruß
Heiko

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. (Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832)

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #137 am: 05. November 2013, 20:23:33 »
Auf den ersten Bildern wart ihr im T-Shirt und ich dachte schon, dass zwischenzeitlich der Hochsommer in Island ausgebrochen ist :toothy9:.
In Island kann man das ganze Jahreswetter an einem Tag haben - ein spannendes Land. :)


ich bin sonst auch nicht der ganz große Wasserfallfan aber hier ist auch die Umgebung so gigantisch und die Wasserfälle so schön breit, ich bin mir der Gesamtsituation sehr zufrieden  ^-^
Dann bin ich auch zufrieden.  ;)
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #138 am: 05. November 2013, 20:28:54 »
14. Tag, Mittwoch, 17.6.2009
 

Da wir für heute ehrgeizige Ziele ausgegeben haben und neben der Hochlanddurchquerung auf der F35 – deren Ausgangspunkt wir erst noch erreichen müssen, auch noch auf die Schnelle das bekannteste Freilichtmuseum Islands sowie abends Gullfoss & Geysir in den Tag quetschen wollen – stehen wir heute mit Hilfe des Weckers um 7.30 Uhr auf.

Eine Stunde später sind wir beide geduscht, die Koffer sind in den Lada gewuchtet, wir haben einen Kaffee intus und tuckern durch das leicht verregnete Akureyri in Richtung einer Tankstelle.
Das Tanken hatten wir gestern ganz vergessen – außerdem nutzen wir einen kostenlosen Service den es an vielen Tankstellen in Island gibt – einen Wasserschlauch um unseren Wagen abzuwaschen.

Nein, wir sind nicht über Nacht einer Gehirnwäsche (mit einem Tankstellenschlauch) zum Opfer gefallen und sind plötzlich penible Autofetischisten geworden (vielleicht weil unser Auto so ein Hingucker ist ) – unsere gestrige Fahrt zum Aldeyarfoss hatte unserem jagdgrünen „Flitzer“ ein dichtes Staubband verliehen, das sich durch den Regen heute Morgen in eine üble Schlammschicht verwandelt hat. Jedes Öffnen einer Türe oder des Kofferraums ist mit Dreckspritzern auf Hose und Jacke verbunden – also bekommen sogar wir mal einen Sauberkeitsanfall der aber nach 30 Sekunden und einem entschlammten Auto schlagartig wieder vorbei ist !  ;)

 

 



Auf der 1 geht es ca. 80 km nach Westen und als kurzen Abstecher von der Ringstraße auf der 75 nach Norden zum Freilichtmuseumshof Glaumbær, den wir gegen 9.30 Uhr erreichen.
Obwohl das Museum ja gerade erst geöffnet hat stehen schon 3 Autos auf dem kleinen Parkplatz – man mag sich vorstellen wie das später am Tag wird.
Hauptsehenswürdigkeit in Glaumbær sind neben der Kirche die 6 Torfhäuser die malerisch in Reih und Glied im Gras stehen und die in keinem Bildband über Island fehlen dürfen.

 

 



Der Torfhof war die vorherrschende Hausform der Landbevölkerung in Island. Als die Wikinger die Insel besiedelten, brachten sie ihre gewohnten Langhäuser mit. Dafür wurden große Holzmengen verbraucht. Durch Holzmangel in Island entwickelte sich später diese Hausform. Sie war im ganzen Land verbreitet und wurde bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bewohnt. An einigen Orten in Island sind solche Gebäude heute als Museum zu besichtigen. Durch das verwendete Material waren die Häuser nicht sehr lange haltbar, und es war im Haus kühl und feucht.

 

 


 

 


 

 

Wie gestern beweisen wir gutes Timing. Wir sind gerade auf dem Rückzug zu unserem Lada, da rollen zwei große Busse auf den Parkplatz, gleich sieht man vor lauter Menschen die Häuser nicht mehr ......
 

 



Wir fahren die 75 wieder zurück zur Ringstraße.

 



 




 

 

An der Kreuzung in Varmahlið kaufen wir uns noch zwei Kaffee „to go“ und rufen im Hotel Geysir an und machen ein Zimmer für heute klar. Das ist zwar diesmal ein teurer Spaß aber wir wollen am Abend und am Morgen noch mal ein paar Aufnahmen vom Gelände in Haukadalur und vor allem vom Strokkur machen (vor einigen Tagen war das Licht ja leider nicht gut und heute kommen wir noch einmal direkt dran vorbei) also schlucken wir den Preis – dafür gibt’s dann halt auch zu Hause drei Wochen Tütensuppe.  :)) ;) 

 






Wir folgen der Ringstraße ein kurzes Stück nach Westen und treffen auf typische kreisrunde Schafspferche die man bei vielen Höfen in Island findet.

 

 

Schon seit einigen Minuten versuche ich die zwei kochend heißen Kaffeebecher die ich seit Varmahlið auf Wasserwaagenniveau halte vor einer Eruption auf meine Hose zu bewahren – was mir tatsächlich und völlig unerwartet gelingt – das muss ein guter Tag werden.   ;)

Da nimmt man doch gerne in Kauf, dass ich auf meinen Händen die nächsten drei Tage Spiegeleier braten könnte.....


 



Wir suchen uns einen Picknickplatz um unser Frühstück einzunehmen. Für ein Frühstück im Freien ist es zwar eigentlich schon ein wenig kalt (es hat hier vielleicht höchstens 7- 8 Grad)  – aber dann zieht man halt einfach drei Pullis an (und sieht schon wieder aus wie das Michelin-Männchen). Dank meines heroischen Einsatzes haben wir dazu ja auch noch zwei nach wie vor kochend heiße Kaffee um uns zu wärmen.


 




Gut gestärkt biegen wir auf die 732 nach Süden ab und stehen nach wenigen Minuten am Beginn der F35, der „Kjölur“ (manchmal auch Kjalvegur genannt).

 


Inzwischen sind bei der Kjölur alle Flüsse überbrückt oder verrohrt (also ein großes Rohr führt das Wasser unter der Straße durch), so dass man nirgendwo furten muss und die Strecke auch als „Hochlandquerung für Anfänger gilt“.

In ganz neuen Karten hat die F35 manchmal deshalb sogar ihr F verloren – ist nach dem Winter aber trotzdem wegen Schnee oft bis in den Juni hinein gesperrt und ihr Befahren von vielen Fahrzeugvermietern nach wie vor nicht gestattet.

Auf Rückfrage bei Geysir.is ist uns praktisch mit dem Fahrzeug nichts verboten – nur beim Furten verlieren wir unseren Versicherungsschutz was logisch ist. Im übrigen ist das Furten unseres Wissens nach auch bei keinem anderen Anbieter in Island versichert.
Der nördliche Teil der Kjölur bis Hveravellir ist zwar nicht sonderlich interessant – aber wir kommen auf der Wellblechpiste immerhin gut voran.  Für die gut 75 km benötigen wir etwa 1,5 Stunden. Oft können wir mit 70-80 km/h über die Piste brettern, was bei Wellblech ja deutlich angenehmer ist. Wachsamkeit ist aber immer geboten – ein plötzliches tiefes Loch oder ein großer Stein und man hat ein ebenso großes Problem. Erstaunlich wie schnell schon nach kurzer Fahrt auf der F35 die Vegetation zurückweicht. Eben noch saftiges grünes Gras und urplötzlich schier endlose Geröllwüste.

 





Das Wetter ist düster und bedeckt, gelegentlich bekommen wir auch mal ein paar Tröpfchen auf die Windschutzscheibe aber inzwischen sind wir ja in der Lage den Scheibenwischer bei heruntergekurbeltem Seitenfenster (ohne dass der Fahrer stoppen muss) per „Handschubser“ wieder in Gang zu setzen.

 


 


Absolutes Highlight an der Strecke ist das Heißquellengebiet Hveravellir – das auch in etwa die Hälfte der Strecke auf der F35 darstellt.

Eine kurze 2 Kilometer lange Piste führt zu einigen Hütten von denen ein Rundgang auf Holzbohlenwegen beginnt.
Leider regnet es. Also Regenjacke an, gebastelte Klarsichthülle über Videokamera gezogen und los geht’s.

 

 




Ein tolles Gebiet !

 

 




Das Geothermalfeld besticht durch viele blaue Quellen, sehr schöne Farben ...

 





... und einen tollen Kegel der unablässig Dampf in den heute verhangenen Himmel bläst.

 

 




Wir haben Glück. Der Regen hört unvermittelt auf und die Sonne bricht durch ein kleines Loch in der Wolkendecke.

 

 




Ein fast unwirkliches Licht fällt auf die heißen Quellen und dahinter ist der Himmel tiefschwarz – so etwas habe ich vorher noch nie gesehen – aber auch dafür ist Island berühmt – für die außergewöhnlichsten Lichtstimmungen die man sich vorstellen kann und darüber hinaus.



 

 


Schneller als wir dachten haben wir hier zwei Stunden verbracht – ein zwar kleines Gebiet - aber mit vielen tollen Motiven.

 



 

 


Auf der weiteren Fahrt nach Süden kämpft sich die Sonne immer weiter durch und der Himmel reißt auf. Die Landschaft wird dazu zunehmend attraktiver.

 





Immer wieder schweift der Blick hinüber zu den beiden riesigen Gletschern Langjökull und Hofsjökull die nun immer dominanter an die Strecke heranreichen. Nicht nur weil wir öfter für Aufnahmen anhalten verringert sich unser Tempo – die Piste ist hier doch etwas schlechter als im Norden.

 

 



Kein Problem – wir liegen eigentlich ganz gut in der Zeit und haben die ersten Etappen heute Vormittag wie geplant bewältigt. Jetzt können wir es wieder lockerer angehen.
Natürlich versuchen wir auch einen kleinen Abstecher auf der F347 nach Kerlingarfjöll. Hier ist Allrad zwingend notwendig. Bereits nach einem Kilometer ist das erste „Flüsschen“ zu durchqueren was uns aber gerade mal ein bisschen die Reifen badet.

 

 



Wir halten am schönen Gýgjarfoss an dem wohl leider gerade das Jahrestreffen der isländischen Mücken stattfindet. Ohne Mückennetz keine Chance – inzwischen haben sich die Dinger tatsächlich bewährt – wenn sie auch am Anfang leicht gewöhnungsbedürftig sind.

 




Oberhalb des Wasserfalls müssen wir durch den Fluss auf die andere Uferseite.

Jetzt ist richtiges Furten angesagt. Wir besehen uns die Stelle – besprechen uns kurz und wenige Augenblicke später schwimmt unser Lada durch den Fluss und bringt uns sicher auf die andere Seite. Das hat doch schon mal großen Spaß gemacht

 





Die Piste steigt an und endet zunächst nach etwa 10km bei einigen Hütten in einem schönen Tal.
Wir erkundigen uns ob wir von hier noch etwas weiter kommen.

Es führt eine Piste hinauf in die Berge – der wir so weit wir wollen und kommen, folgen können. Sie endet wohl in einem Hochtemperaturgebiet mit heißen farbigen Quellen – aber bis dahin ist es uns heute auf jeden Fall zu weit und möglicherweise wäre die Strecke zu dieser Jahreszeit im Frühsommer für unseren Lada auch nicht machbar.

 




Wir fahren den Berg hinauf bis zu einem Pass.
Eine wunderschöne Stelle. Neben der Straße schlängelt sich ein tiefer Canyon ins Tal hinab ....

 





... garniert mit einigen spektakulären Felszinnen.


 



Einen Yeti haben wir hier oben nicht gesehen - aber andere unheimliche Erscheinungen ... 

 

 


Auf dem Rückweg fahren wir insgesamt drei Mal durch den Fluß – was daran liegt dass ich mein Stativ aufbauen und die Flussdurchquerung filmen muss. 

 



 

 

 






Wieder zurück auf der Kjölur setzen wir unsere Fahrt nach Süden fort. Landschaftlich bleibt es interessant bis spektakulär - bei Hvitarnes sehen wir eine große Gletscherzunge die in den darunter liegenden Gletschersee kalbt. 
Nun ist es nicht mehr allzu weit bis zum Gullfoss – dem Ende (oder Anfang ) dieser Hochlandstrecke. 7 Stunden haben wir für die F35 mit Abstechern und Besichtigungen gebraucht. Fahrtechnisch ist die F35 deutlich besser zu bewältigen als die Kaldidalur. Im Prinzip auch für PKW’s machbar – aber eben dann schon sehr anstrengend. Für unseren Lada kein Problem. Bei schnell gefahrenen Kurven kommt er gerne mal etwas ins Schlingern – aber bei Steigungen – bergauf-bergab ist er durch sein geringes Gewicht vergleichbar mit einem leichtgewichtigen Radrennfahrer bei der Tour de France und fährt ins Bergtrikot. Apropos Radrennen – auch einige Radfahrer sahen wir heute unterwegs – gerade im Norden bei Regen und starkem Wind ..... also ich gebe zu – ich bewundere die Leute – aber das ist too much ......
War es am Kerlingarfjöll noch sonnig – ist sie nun die letzten Kilometer wieder verschwunden. Schade, wir hatten uns den Gullfoss diesmal in Sonne erhofft. Plötzlich haben wir wieder Teer unter den Rädern – ein fast ungewohntes Gefühl. Die Straße verliert an Höhe und  nähert sich der Hvítá an, die wenige Kilometer flussabwärts Islands eindrucksvollsten Wasserfall mit Nachschub versorgt. In der Ferne sieht man ihn auch schon stauben – den Gullfoss - aber nicht nur das, ausgerechnet über dem Gullfoss scheint ein kleines Sonnenloch in der Wolkendecke zu sein !
wenn das auch noch da wäre wenn wir dort sind .....

Es beginnt ein Wettlauf gegen den Wind der die Wolken wieder zutreibt. 5 Minuten später ist das Auto abgestellt, Kameraausrüstung aus dem Wagen geangelt und wir hasten zum Aussichtspunkt. 

 





Unser Einsatz wird belohnt – der Gullfoss ist nicht nur herrlich angestrahlt – obendrauf gibt es auch noch einen wunderschönen Regenbogen der sich über den kompletten Wasserfall spannt.

 





So macht er seinem Namen „der Goldene“ alle Ehre ! 

 

 



Nach etwa 10 Minuten schließt sich das Sonnenloch. Wir freuen uns sehr, daß wir den - zumindest für mich schönsten und eindrucksvollsten Wasserfall Islands – doch noch in bestem Licht erleben durften.

 

 


 

 

 



Zurück am Lada fahren wir weiter zu unserem heutigen Ziel, dem Geysir-Gebiet von Haukadalur das wir gegen 19:30 Uhr erreichen (auch das kennen wir ja schon vom Beginn unserer Reise).
 

 




Wir gönnen uns noch eine kurze Stippvisite am Strokkur (einmal Blase gucken muss schon sein).

 

 

 


Dann checken wir im Hotel ein. Unsere teuerste Übernachtung der Reise aber eben strategisch direkt am Geysir – und dafür sind selbst die 84€ schon ok.
Wir bekommen eine schicke Hütte und laden unser Gepäck aus. 

 





Fast irritierend soviel Luxus.
In der Kantine beim Shop kaufen wir uns je ein Sandwich und ein Bier (viel anderes gibt’s da nicht) und im Zimmer gibt's noch lecker Süppchen. 

 

 



Nach dem feudalen Mahl drehen wir noch eine Runde durch das Geysirgebiet bei sehr stimmungsvollem Abendlicht.

 

 




 

Als wir am Strokkur einmal wieder auf einen Ausbruch warten nähert sich eine Gruppe französischer Bustouristen. Es ist schon befremdlich wenn man vorher stundenlang in der Einsamkeit unterwegs war und dann an so einem Naturwunder steht und die Leute so einen Ort regelrecht überschwemmen.

Leute in einer Herde sind meist grauenvoll. Eben steht man noch gemütlich und alleine in der Natur, wartet andächtig auf den nächsten Ausbruch des Strokkur und im nächsten Moment muss man schon aufpassen, dass einem niemand auf den Fuß latscht so drängen die Franzosen lautstark von hinten heran.

Was mich dann besonders nervt -  jeder muss dann unbedingt sein Handy auspacken und seine Befindlichkeiten an Mutti oder den Bewährungshelfer nach Hause telefonieren.
Zum Glück bleiben solche Gruppen nie lange. 2 Ausbrüche maximal – mehr Zeit gibt’s dafür nicht - dann ist der Spuk wieder vorbei.

 

 



Der mit dem Blubb

 

 


 

Wir sehen an diesem Abend vielleicht an die 10-15 Mal wie das „Butterfass“ seinen Wasserdampf in den Abendhimmel katapultiert und ziehen uns dann in unsere Luxushütte zurück. 

 

 

Wir sind gespannt auf morgen. 

Wird es uns gelingen den Dynkur Wasserfall zu finden und erreichen wir ihn dann auch ?

Überlebt das unser Auto ?

Das wird eine spannende Angelegenheit !

 

Heute war es auf jeden Fall mal wieder ein Supertag !

Wie alle Tage ...... 4 haben wir noch ........


Übernachtung: Hotel Geysir (Hütte)

Preis: 14.750 ISK (84 €) ohne Frühstück, Bad & WC diesmal im Zimmer

Bewertung: 8 von 10

Kommentar: verhältnismäßig luxuriös und natürlich tolle Lage – dafür auch dreimal so teuer wie manch andere Übernachtung der Reise – kann man sich aber schon mal gönnen

 

 

Bild des Tages:


Hochlanderoberer am Kerlingarfjöll
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Andrea

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #139 am: 05. November 2013, 21:13:58 »


So verdient ihr euch ein paar Kronen extra, oder? Isländer in ihren heißen Flitzern blitzen....  :evil:
Liebe Grüße, Andrea



www.antiwalks.eumerika.de

Susan

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #140 am: 05. November 2013, 23:32:42 »
Oops, wir müssen wohl doch grässlich verwöhnt sein  :verlegen: dass mir 84 Euro für ein Zimmer normal vorkommen. Aber zugegeben- die sind dann doch meist noch etwas komfortabler ausgestattet  ::)

Tolle Bilder vom Gullfoss, sogar mit Regenbogen und der "Geysir mit dem Blubb" gefällt mir auch immer noch. Mach nur so weiter, dann kommt Island  ernsthaft auf die Reiseliste  ;) (zum Wieder-Aufwärmen fahren wir dann nach Petra  8) wenn ich dem Gatten dann während der Anreisen die Augen verbinden kann)
Liebe Grüße
Susan


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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #141 am: 06. November 2013, 08:21:16 »
Das Butterfass hat es euch wirklich angetan  :cool2:. Komisch, bei dem Blubb denke ich immer zuerst an Verona Feldbusch Spinat  :toothy9:.

Mir gefallen die Torfhäuser sehr und endlich weiß ich, woher das Sprichwort kommt: Gras darüber wachsen lassen :floet:.

Wer von euch hat vor der Furtquerung die Wasserhöhen gemessen  :zwinker: ?
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Heiko

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #142 am: 06. November 2013, 10:21:04 »
Diese Fahrt durchs Hochland hätte uns sicher auch gut gefallen und viel Spass gemacht :thumb:

In der Kantine beim Shop kaufen wir uns je ein Sandwich und ein Bier (viel anderes gibt’s da nicht) und im Zimmer gibt's noch lecker Süppchen. 

Also Suppenkasper darf mein bei eurer Reise wirklich nicht sein  ;D.
Gruß
Heiko

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #143 am: 06. November 2013, 16:30:13 »


dieser Anblick alleine wäre schon eine Reise nach Island wert!  :anbeten:
der absolute Wahnsinn!
Viele Grüße Paula

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #144 am: 06. November 2013, 18:06:46 »
So verdient ihr euch ein paar Kronen extra, oder? Isländer in ihren heißen Flitzern blitzen....  :evil:
Wäre eine gute Innovation da ich das bisher in Island noch nicht gesehen habe.  ;)

Oops, wir müssen wohl doch grässlich verwöhnt sein  :verlegen: dass mir 84 Euro für ein Zimmer normal vorkommen. Aber zugegeben- die sind dann doch meist noch etwas komfortabler ausgestattet  ::)
Wir haben halt in den letzten Jahren oft dadurch zwei Reisen geschafft indem wir bei den Übernachtungen und beim Essen den Rotstift angesetzt haben. Da ist das größte Sparpotential vorhanden.
Zudem haben wir gerade in Island festgestellt, daß uns diese sehr einfachen und schlichten Unterkünfte mit Küche eigentlich absolut ausreichend das bieten was wir brauchen - Dusche & WC, eine Küche die wir nutzen können, Betten, ein paar Steckdosen damit wir unsere Akkus aufladen können und das Ganze sauber und in brauchbarer Lage.
Mehr ist gar nicht nötig. Über mehr freut man sich zwar aber über 2 Reisen freuen wir uns mehr als über eine mit größerem Luxus.
Das gilt natürlich nur für uns und die Proportionen unserer Geldbeutel.  ;)


Wer von euch hat vor der Furtquerung die Wasserhöhen gemessen  :zwinker: ?
Niemand. Wir sind einfach durchgebrettert.  ;)


In der Kantine beim Shop kaufen wir uns je ein Sandwich und ein Bier (viel anderes gibt’s da nicht) und im Zimmer gibt's noch lecker Süppchen. 

Also Suppenkasper darf mein bei eurer Reise wirklich nicht sein  ;D.
Also dazu muss ich sagen - diesen Suppenquatsch haben wir uns inzwischen abgewöhnt.
Wir buchen ja gezielt mit Küche und dann wird am Abend auch noch richtig gekocht.
Zwar sicher kein 2-Stunden-Vorbereitungs-Menü aber diverse Nudelgerichte, mal ein Chilli, Hackbällchen, Salat usw. sowas ist schon drin und das ist für unterwegs ja völlig ok.  :)





dieser Anblick alleine wäre schon eine Reise nach Island wert!  :anbeten:
der absolute Wahnsinn!
Das ist wahr. Der Strokkur ist der absolute Wahnsinn. Einzigartig auf der Welt und alleine schon die Reise nach Island wert.
Man könnte Stunden davor stehen oder sitzen.
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Shadra

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #145 am: 07. November 2013, 10:55:28 »
Das ist wahr. Der Strokkur ist der absolute Wahnsinn. Einzigartig auf der Welt und alleine schon die Reise nach Island wert.
Man könnte Stunden davor stehen oder sitzen.

Wenn man denn dürfte .. *schmoll* 

Und dieses waaahnsinns Blau so zu erwischen! Wieviel Versuche hat es gebraucht??
Schöne Grüße
Nele

Manche Menschen schwimmen mit dem Strom. Andere schwimmen gegen den Strom. Und ich steh hier mitten im Wald und find den blöden Fluss nicht!

Birgit

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #146 am: 07. November 2013, 12:05:43 »
Hi,

irgendwie muss mein Kopf mal von Indien weg, daher habe ich mal das Kontrastprogramm eingeschaltet.

Das viele satte Grün und die Eisfarben mit den roten Tupfern durch Lundischnäbel, deine rote Jacke und Ziegeldächer sind schon toll für´s Auge, zumal ich hier im warmen Büro nicht bibbern muss.

Und dass es mancherorts ein bisschen yellowstonelike ist, gefällt mir gut.

Ich glaube nur, Island sehe ich mir dann doch lieber aus der sicheren Entfernung an - obwohl: Man weiß ja nie...  :toothy9:

Silv

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #147 am: 07. November 2013, 18:03:37 »
Island habe ich mir irgendwie ganz anders vorgestellt. Es sieht doch sehr groß und weitläufig aus...
Liebe Grüße
Silvia

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #148 am: 07. November 2013, 18:40:23 »
Das ist wahr. Der Strokkur ist der absolute Wahnsinn. Einzigartig auf der Welt und alleine schon die Reise nach Island wert.
Man könnte Stunden davor stehen oder sitzen.

Wenn man denn dürfte .. *schmoll* 

Und dieses waaahnsinns Blau so zu erwischen! Wieviel Versuche hat es gebraucht??
Bei der Lichtstimmung (mit dezenter Sonnen von hinten) war das einfach so.  :)
Ich glaube wir waren jetzt schon 7 oder 8 mal in Haukadalur und am Strokkur und eigentlich könnte man gleich da den Urlaub verbingen wenn es nicht anderswo auch so schön wäre. ;)


Island habe ich mir irgendwie ganz anders vorgestellt. Es sieht doch sehr groß und weitläufig aus...

Es ist in jedem Fall weitläufiger als man denkt - vor allem wenn man auch per Allrad ins einsame Hochland kommt.




Hi,

irgendwie muss mein Kopf mal von Indien weg, daher habe ich mal das Kontrastprogramm eingeschaltet.
Indien, Island ... klingt ja schon mal "fast ähnlich". ;)


Das viele satte Grün und die Eisfarben mit den roten Tupfern durch Lundischnäbel, deine rote Jacke und Ziegeldächer sind schon toll für´s Auge, zumal ich hier im warmen Büro nicht bibbern muss.

Und dass es mancherorts ein bisschen yellowstonelike ist, gefällt mir gut.

Ich glaube nur, Island sehe ich mir dann doch lieber aus der sicheren Entfernung an - obwohl: Man weiß ja nie...  :toothy9:
Ich wollte schon seit den frühen 90ern hin.
Dann hat es 15 Jahre gedauert bis ich mit Petra dort hin gekommen bin.
Also gut Ding will Weile haben. :)
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #149 am: 07. November 2013, 23:10:23 »
15. Tag, Donnerstag, 18.6.2009
 






Um 9 Uhr sind wir heute startklar für den Tag und gönnen uns natürlich noch einen kleinen Rundgang im Geysir Gelände von Haukadalur.

 

 




Hatte ich schon erwähnt ..... 

 





.... dass die Strokkur-Blase süchtig macht ....   

 

 


 

 


 

 








Heute ist es noch mal eine deutliche Spur windiger als sonst (absolute Windstille kann man sich in Island kaum vorstellen) und doch ganz schön frisch. Der Wind sorgt allerdings auch dafür, dass sich heute keine Mücke blicken lässt (also mal wieder falsch "gekleidet") – da werden wohl auch bei denen alle Flüge abgesagt ..... 

 






Erstaunlicherweise scheint das Wetter und der kalte Wind heute morgen sogar dafür zu sorgen, dass sich die Geysire und heißen Quellen kaum mit Dampf präsentieren. So kann man selbst die sonst bisher fast immer völlig vom Dampf verhüllte Thermalquelle Blesi in ihrem schönen Blau bewundern. 

 



 

Unser Freund Strokkur ist heute morgen etwas launisch. Mal kommt nach einem Ausbruch gleich wenige Sekunden einer hinterher, mal gibt es nur einen kleinen Hüpfer und dann wieder 10 Minuten gar nichts. Es bleibt aber einfach spannend und faszinierend diesen Geysir zu beobachten – ich könnte Tage vor dem Ding verbringen ...... 

 





Petra auch .....


In der Kantine gibt es noch einen Kaffee zum Aufwärmen und dann geht’s weiter Richtung Süden. Auf der geteerten 30 gelangen wir nach Fluðir und erledigen dort unsere Einkäufe für den Tag.
Von der 30 wechseln wir auf die ebenfalls geteerte 32 die uns nach Osten und wieder weiter weg von zivilisatorischen Errungenschaften an den Rand des Hochlandes führt. 

 





Inzwischen ist es strahlend schön als wir am Hjálparfoss einen Stop einlegen.

 

 



Der Fluss Fossá í Þjórsárdal stürzt hier malerisch zwischen Basaltsäulen in zwei Arme gespalten etwa 20 m in die Tiefe. 

 


 
 

 


Es ist kurz nach Mittag als wir das Hrauneyjar Hochlandzentrum erreichen.

Da es ringsum außer einem angeschlossenen teuren Hotel keine Übernachtungsmöglichkeit gibt nehmen wir uns hier ein Zimmer und fragen die freundliche Frau an der Info gleich mal nach dem Dynkur. Zunächst erhalten wir als Auskunft, dass man da nicht hinfahren könne. Eine ältere Frau kommt hinzu und hält dagegen, dass man es mit Allrad schon versuchen könnte – die Strecke aber schon sehr anspruchsvoll wäre. Wenn die wüsste, dass wir nur einen Lada haben ......
Sie angelt eine Karte aus dem Schub und zeigt uns auf welcher Piste wir zum Wasserfall gelangen könnten. Wir sollten uns aber melden falls wir den Trip wagen wollten und falls wir bis abends nicht zurück wären – würde man einen Suchtrupp losschicken.
Na das klingt ja alles schon leicht abenteuerlich – also genau das Richtige für uns.   ;)
Die Art und Weise wie uns der Wasserfall in Akureyri „über den Weg gelaufen ist“ verführt uns dazu den Trip zu wagen – zudem ist am Himmel kein Wölkchen zu entdecken – also von Regen sollten wir in den nächsten Stunden nicht überrascht werden. 
Wir kaufen die Karte in der die Piste eingezeichnet ist ... 


 




 ..... und bringen unsere Koffer aufs Zimmer.
Übrigens das Zimmer ist nicht größer als das was man da auf dem Bild sieht. Für das Foto musste ich mich sogar außerhalb der Tür postieren, um "alles" drauf zu bekommen.

 

 




Island hat ja etwas mit diversen Glaubensrichtungen gemein. Will man ein Haus betreten gilt erst mal Schuhe ausziehen. Bei dem Schlamm der hier an vielen Tagen des Jahres die Schuhe ziert sicher keine schlechte Idee.

 

Gegen 14 Uhr starten wir zu unserem Trip ins Ungewisse – der Suche nach dem Dynkur Wasserfall.

Etwa 5 km fahren wir auf der Teerstraße zurück nach Westen und biegen dann über die Brücke die über die Tungnaa führt nach Norden. Danach geht es ca. 2-3 km geteert Richtung Kraftwerk Buarhalsyirkjun bis zur ersten Abzweigung nach rechts (Osten). Unserer Karte entnehmen wir dass wir gleich nach wenigen Metern wieder (links) abzweigen müssen – also ohne das Blättchen aus dem Hochlandzentrum würde man schon jetzt ratlos und verloren an diesen Abzweigungen stehen. 

 




Auf dem Weg zum Dynkur ....... hoffentlich .....

Schnell wird klar dass uns über die Strecke kein Unsinn erzählt wurde – die Piste hat es in sich. 
Wir balancieren für 3 Kilometer zwischen so tiefen Spurrillen in denen man eine Kuh versenken könnte, dass man als Fahrer schon spürbar ins Schwitzen kommt.

 

 



Dann kommen die Steine, nicht nur ein paar - ein Meer von Steinen. Unser Lada kommt kräftig ins Holpern, meistert die wirklich miese Piste aber erstaunlich gut. Etwa 10 Kilometer geht es nun über Steinspitzen und Löcher. Einige Male müssen wir die Piste verlassen und eine Alternative offroad nehmen, da die eigentliche „Straße“ nicht befahrbar ist – außer für die isländischen Superjeeps die alles niederwalzen.

 





Da die Strecke doch einiges an Konzentration abverlangt und absolut keine Sekunde Erholung ermöglicht wechseln wir unterwegs und Petra klemmt sich hinters Steuer – sie soll ja auch ihren Spaß haben.     ;)

An einer Abzweigung gibt es sogar eine per Hand geschriebene Holztafel auf der das gerade noch entzifferbare Wort „Dynkur“ nach links weist. Kurze Zeit später folgt noch eine auf diese Art beschilderte Abzweigung. 
 






Weit und breit ist nichts zu sehen. Kein Mensch, kein Tier, kein Haus, kein gar nichts. 


 



Seit wir den Asphalt verlassen haben ist unserem Lada kein Auto mehr begegnet – wir würden hier auch zutiefst erschrecken  .....

Nach einigen erträglicheren Kilometern wird die Piste noch einmal deutlich schlechter. Ein einziges Gerüttel und Gehoppel. Wir steigen ein paar Mal aus um uns die Strecke zu besehen und ich laufe vor dem Lada her um Petra vorbei an den gefährlichsten Steinen durch das Steinmeer zu navigieren. Das viele Gekurve im ersten Gang geht selbst an unserem „Superlada“ nicht spurlos vorbei – der Motor heizt sich auf und gibt beunruhigende Geräusche von sich. Wir halten an und lassen den Motor abkühlen und versuchen möglichst untertourig den ersten Gang vermeidend weiterzufahren. Auch durch Wasser müssen wir ein-, zweimal wobei das letztendlich harmlos ist. Nach einer Stelle die wieder eine Offroad-Passage erzwingt fahren wir auf eine kleine Anhöhe und stehen plötzlich an einer Abzweigung. Geschätzt haben wir vielleicht noch 5-6 Kilometer zum Ziel.


 





Ich laufe ein Stück auf einen benachbarten Hügel und sehe einen Wasserfall in der Ferne in Richtung der linken Piste. 

 

 



Die rechte Variante bietet aber so ein kleines Steinmonument das oft als Markierungen im Hochland dient. Was tun sprach Zeus ?

Nach Einschätzung der Lage kann der Wasserfall den man in Richtung der linken Piste erkennen kann nicht der richtige sein. Wir vermuten, dass er seitlich in die Schlucht der Þjórsá fällt die ja auch unseren gesuchten Dynkur bildet. Die kilometerlange Schlucht selbst können wir von hier oben nicht erkennen – aber erahnen.

Wir fahren also Richtung Steinmonument und vielleicht noch dreihundert Meter daran vorbei und stoppen den Motor.
Vor uns geht es leicht den Hügel hinab über gefährlich hohe Steine und tiefe Löcher – ohne dass ein Umfahren möglich ist.

Wir überlegen was zu tun ist. An sich ist es nicht mehr so weit zu laufen – wenn wir richtig sind – und gefahren sind wir auch nicht viel schneller als gelaufen wenn die Piste so weitergeht. Die Gefahr das Auto hier in der Einöde zu schrotten, riskieren wir nicht – sondern nehmen unsere Kameras und etwas zu trinken aus dem Lada und parken ihn neben der Strecke. Eine kleine Ruhepause tut dem etwas aufgeheizten Motor sicher auch nicht schlecht. 


 



 
Wir gehen zu Fuß auf der Piste weiter die nach einigen hundert Metern nicht nur bergab führt sondern auch deutlich besser wird ..... war ja klar ......

 

 



Nach 30 Minuten kommen wir an einen Fluß den wir hätten Furten müssen. Wir suchen nach einer Möglichkeit trockenen Fußes überzusetzen was gar nicht so einfach ist.


 



Etwas flussabwärts finden wir eine Stelle die wir mit beherzten Sprüngen über Steine im Wasser ohne die Taufe eines eiskalten Hochlandbaches überstehen. 

 



Die Piste führt nun steil bergab und endet an einem Häuschen mit Pegelmesser das den Wasserstand der letzten Stunden und Tage anzeigt. 



 




Von hier sehen wir auch den Dynkur - wir haben es tatsächlich geschafft – und man sieht schon aus der Ferne, dass sich unsere Anstrengungen gelohnt haben ! 

 

 

 


Auf einem engen Schafspfad.... ,

 

 



... der oberhalb der ganzen Schlucht entlangführt ....

 

 


.... gehen wir noch etwa 2km weiter, bis wir direkt am Wasserfall angelangt sind.

 

 

 

 
Von hier können wir über einen Hang voller Moos, auf dem man wie auf einer Weichbodenmatte einige Zentimeter einsinkt hinab zu den Fällen absteigen.   

 

 



Jetzt im Frühsommer präsentiert sich der Dynkur in seiner vollen Pracht und die ist gewaltig ! 

 





Die Þjórsá stürzt hier in viele Arme aufgefächert über mehrere Fallstufen 38m tief ...

 

 


... in den Canyon Glúfurleit.

 

 


Überall gibt es kleine Wasserfälle und Rinnsaale die sich von den Seitenwänden der Schlucht in den Fluß ergießen.

 

 


Besonders bemerkenswert ist eine Felszinne die wie eine römische Säule mitten im Wasserfall steht ..... man weiß jedenfalls gar nicht wo man zuerst hinblicken soll. 

 

 


Wir verbringen etwa eine Stunde am Wasserfall. Das Damoklesschwert des Suchtrupps aus dem Hochlandzentrum schwebt ja noch über unserem Haupt – wir sollten also langsam aber sicher zurückkehren.
Zumindest bläst auf dem Rückweg der Wind diesmal von hinten, wenn auch die Straße den Berg hinauf doch den Wunsch aufkommen lässt wir wären weiter mit dem Auto gefahren – zumal dieses letzte Stück das beste der gesamten Strecke ist – hätten wir das mal gewusst .... ist aber nicht so schlimm – wir haben uns ja unseren Wunsch erfüllt den Dynkur zu erreichen, also den „Buchhandlungsbildband-Wasserfall“.    :D ;)

 

 




Wir fahren die gleiche Strecke die wir gekommen waren auch zurück und diesmal deutlich schneller. Wenn man alle „Aufpassstellen“ noch im Kopf hat kann man schon mal ein flotteres Tempo riskieren.

Gegen 20 Uhr sind wir am Hochlandzentrum und melden uns zurück. 

Bei Tütensuppe, belegten Broten und ein paar Bierchen auf den tollen Tag – tun wir das was wir am liebsten tun – Pläne für den nächsten Tag schmieden – ob wir sie dann auch einhalten steht auf einem anderen Blatt .....

Wenn das Wetter gut wird – wird morgen mein Traumziel Landmannalaugar probiert.

Dort würden wir wandern und dann am selben Tag weiter nochmal bis nach Vik fahren. Letzteres, um vielleicht nochmal Lundis zu sehen; weil es uns auf der Strecke dorthin so gut gefallen hat und wegen den Basaltsäulen am Strand die wir noch einmal schön in Szene setzen möchten.

 

Mal sehen was am Ende des morgigen Tages von diesem aberwitzigen Plan übriggeblieben ist.
Am liebsten hätten wir noch mal 2 Wochen hier – würden entweder alles nochmal genauso machen oder alles anders ..... völlig egal ..... Hauptsache hier ......

.... Island hat uns voll erwischt !     :D


 

Übernachtung: Hrauneyjar Hochlandzentrum

Preis: 10.780 ISK (62 €) ohne Frühstück, mit Schlafsack, Bad & WC am Gang

Bewertung: 6 von 10

Kommentar: Äußerst einfach und schlicht, 3 Punkte dafür gibt es weil es sowieso alternativlos ist (außer man will ins noch teurere Hotel) und 3 Punkte für die beiden freundlichen und hilfsbereiten Damen an der Info/Rezeption

 

 

Bild des Tages:


Mannschaftsfoto am Dynkur
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.