Autor Thema: Lava, Lada, Lundis - Island 2009  (Gelesen 177204 mal)

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #120 am: 31. Oktober 2013, 21:40:00 »
Hi Rainer,
Bin ja ehrlich - auch das gefällt mir alles ausgesprochen gut (so wie auch schon Alaska). Auch wenn ich immer schön "heimlich und leise" mitfahre. Trotzdem erwische ich mich wieder mal dabei, wie ich überlege, ob und wie ich da zurecht komme und was schwierig ist und was nicht...
wir haben heute Abend beim Abendessen mal über diese Frage diskutiert und sind der Meinung - doch für so um die 10 Tage (oder gemütlich auch 14) könntest Du da eine schöne Runde fahren die für Dich gut machbar wäre.
Wir haben uns schon überlegt was da im Detail für Dich/Euch infrage käme und das könnte eine sehr schöne Runde werden.
in Island sieht man ja entlang der Ringstraße schon so unendlich viele Motive - allein das würde fast schon reichen.
Es gibt aber genug Ziele die aus unserer Sicht für Dich gut machbar wären.
Was noch zu klären wäre wären die Unterkünfte inwieweit die von ihren Einrichtungen her für Dich passen.
Unsere Unterkunftskategorien passen da so und so nicht aber die Hotels könnten da schon geeignet sein.


Aber eine wirklich ungeklärte Frage habe ich: wieso ist Island "Lada Land"? Das ist ja nun wirklich eine (witzige) russische Mülltonne auf Rädern, wie kommt es, dass es kein europäisches Angebot gibt (oder falls, dann vielleicht viel zu teuer!?). Island ist doch nicht "Ostblock". Was ist da schiefgelaufen? Island ist zwar (noch) nicht Mitglied der EU, aber die politische Richtung ist sicher seit vielen Jahren in dieser Richtung.
Na ja Island ist nicht wirklich Lada Land - es gibt halt einen populären Vermieter (Geysir) der die Dinger im großen Stil als preiswerte Variante anbietet.
Ich kenne jetzt auch kein anderes Land wo das so ist.
Gründe - Allrad sind in Island sonst sauteuer (kurze Saison - im Hochland hohe Belastung für die Autos) und der Lada ist ja fast unkaputtbar - das passt also schon für Island. Ansonsten hat man dort ja auch alle bekannten Marken die es teilweise als SUV auch in den USA gibt. (Defender, Landrover, Grand Cherokee, Nissan Patrol usw.)

 
Insgesamt gefällt mir wieder mal alles viel zu gut, das gibt wieder endlose Diskussionen zu Hause... (leider).
Wenn Du Unterstützung brauchst lass es mich wissen.  ;)
In jedem Fall ist Island ein großartiges Land - auf das man sich allerdings einlassen muss.
Wer das tut, muss damit rechnen, daß ihm das Land unter die Haut geht und irgendwie nicht mehr loslässt.
So ist uns das passiert - aber wir haben uns auch gar nicht dagegen gewehrt.  :)
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #121 am: 01. November 2013, 10:47:35 »
12. Tag, Montag, 15.6.2009
 

Wir Deutschen im Ausland – nicht jeder ist zum Botschafter geboren – aber manchem unserer Landsleute möchte man am liebsten Ausreiseverbot geben. Als Petra diesen Morgen vom Duschen ins Zimmer zurückkommt, bekomme ich zu hören, dass die Deutschen von nebenan – die uns gestern mit ihrem Lärmpegel schon leicht genervt hatten die versch…. Windeln ihres Stammhalters sowie diverse Essensreste einfach neben dem Mülleimer platziert haben – Sauerei. >:(
 
Gegen 9.30 Uhr ertönt wieder das inzwischen schon liebgewonnene Rattern unseres Lada Niva und wir fahren auf der 85 die kurze Strecke zurück nach Ásbyrgi.
Das Wetter ist heute zweigeteilt. Richtung Osten wird es zunehmend schlechter – im Westen lockt dafür strahlend blauer Himmel. Im Besucherzentrum in Ásbyrgi erkundigen wir uns nochmals nach der F862 (leider immer noch zu) und fragen wegen einem Foto an der Wand das einen Vogelfelsen mit unseren geliebten Lundis zeigt den wir noch nicht kennen. Der Felsen ist leider weit entfernt im Nordosten – aber die Rangerin erklärt uns wie wir hier in der Nähe auf dem Weg nach Husavik mit etwas Glück Lundis an einer Steilküste unweit der Straße sehen könnten. Es ist mal wieder an der Zeit das angedachte Programm zu kippen.
Die Wanderung hier in Ásbyrgi streichen wir – da es Richtung Westen – also Richtung Husavik sehr sonnig aussieht und wir uns vorgenommen hatten bei gutem Wetter in Husavik eine Walbeobachtungstour mitzumachen. Das ist unsere Chance – die wir nutzen wollen. Wir rufen in Husavik bei Gentle Giants an und reservieren uns 2 Plätze für die Mittagstour. Im Shop neben dem Besucherzentrum verbessern wir noch unsere Getränke- und Imbisssituation, dann geht es wieder auf der 85 nach Westen.
Die Stelle die uns die Rangerin genannt hat wollen wir schon mal kurz für den Abend „scouten“- wir fahren ja sowieso dran vorbei. Inzwischen sind wir der Ansicht, daß man die Lundis am besten am Abend beobachten kann wenn sie ihre „Tagesschicht“ auf dem Meer hinter sich gebracht haben und das wäre das rechte Programm für den späteren Abend – Lundis gucken.
Gut 30 km von Ásbyrgi entfernt kommen wir an einem kleinen See vorbei. Die Straße führt nun leicht bergan. Rechts an der Küste kann man erahnen wie eine Klippe langsam nach oben wächst (wenn man es weiß) ohne den Hinweis der Rangerin wären wir hier achtlos  vorbeigefahren. Etwa in Höhe einer Stelle die bei uns im Ferðakort Atlas mit Skeiðsöxl bezeichnet ist – liegt rechterhand ein unscheinbarer geteerter Parklatz – das muss die Stelle sein. Wir steigen aus und gehen wenige Schritte Richtung Klippe. Tatsächlich – zwar (noch) keine Lundis – aber eine imposante Felswand – wie mit dem Messer zum Meer abgeschnitten – und voller Vögel.

 

 

 

Wir folgen der 85 weiter nach Westen. Als wir die Spitze der Halbinsel Tjörnes umrunden öffnet sich der Blick in die Skjálfandi – die riesige Bucht von Husavik.


 



Der Anblick ist so überwältigend dass ich vor lauter Begeisterung fast eine Vollbremsung hinlege. Besonders schön sind die vielen Lupinenfelder die wir schon an einigen anderen Orten auf Island bewundern konnten. Hier mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund die den Fjord malerisch einrahmen und der Sonne die auf dem Wasser glitzert, bietet sich eine fast unwirklich schöne Szenerie.

 



 

 

 

Kurz vor Husavik halten wir noch einmal an einem Picknickplatz und zücken unsere Kameraausrüstung. Mit jedem Kilometer Richtung der „Hauptstadt der Walbeobachtung Europas“ wie man Husavik nennt – wird der Blick auf Berge, Meer und Lupinen noch einmal schöner. Diese Kulisse erscheint uns auch als der ideale Ort für unser verspätetes Frühstück.

 





Kurz nach 11 Uhr erreichen wir Husavik – mit 2400 Einwohnern schon eine Stadt auf Island – die uns auf Anhieb sehr gut gefällt. Schmucke bunte Holzhäuser ....

 

 



.... und ein herrlicher Hafen wie aus dem Reisekatalog.

Wir machen einen kleinen Rundgang um den Hafenbereich, ärgern uns dass die Tickets die wir bei Gentle Giants abholen in Euro abgerechnet werden (was uns mit 94€ einen praktisch doppelten Preis abverlangt als ihn ein Isländer in Kronen zahlen würde), freuen uns aber trotzdem riesig auf die Tour – die uns bei strahlendem Sonnenschein und absolut ruhiger See in wenigen Minuten hinaus aufs Meer in die Bucht von Husavik führen wird.

 






Um 12 Uhr finden sich etwa 20 ausnahmslos Nicht-Isländische Touristen also Euro-Zahler (vorwiegend Deutsche und Franzosen) ....

 






... auf dem Bötchen „Sylvia“ ein.

 

 



   
Vor Fahrtantritt bekleiden wir uns gegen den kühlen Fahrtwind mit kostenlos bereitgestellten Overalls in denen man wie der große Bruder vom Michelin-Männchen aussieht ....

 

 




.... und zücken unsere Kameras – es kann losgehen.
Das Boot nimmt Fahrt auf. Unser Kapitän, die eine Hälfte der Zweimann-Besatzung, steuert hinaus aufs Meer.

 





Zur Ortung der Wale werden weder Ultraschall noch andere technische Hilfsmittel eingesetzt. Nur per Funk findet ein Informationsfluss über jede gesichtete Flosse unter den Skippern der Whale Watching Boote statt.

 






Die andere Hälfte der Zweimann-Besatzung ist eine junge Frau, die die Rolle des Tourguides und Walspähers übernimmt. Wir werden zunächst über den Fjord und seine Wale informiert und wir sehen Bilder von den am häufigsten vorkommenden Walen hier in der Bucht.

 

 



Dann steigt die junge Frau hinauf in den Ausguck. Alle blicken nun gebannt auf das ruhige Wasser. Sofort würde ein Schrei ertönen, sollte einer von uns auch nur das geringste Zeichen eines Fisches größer als eine Sardine in der Ferne entdecken.

 


 

Zu unserer Freude sehen wir einige Papageientaucher die längs des Bootes schwimmen.

Nirgendwo sonst, sagt man, ist die Trefferquote für Wale in Europa so hoch wie in Husavik. Die 2 Tourenveranstalter Gentle Giants und North Sailing werben mit einer 99-prozentigen Sichtungsquote und wenn tatsächlich mal nichts gesehen wird – gibt es eine Freifahrt.

Inzwischen sind wir schon weit über eine Stunde unterwegs ohne etwas entdeckt zu haben.
Sollte das heute nichts werden ?
Wo doch alles so gut passt. Wetter, ruhige See – für Beobachtungen optimale Bedingungen, wenn man denn etwas sieht …..

Da plötzlich kommt Erregung in die mit Kameras bewaffneten Michelinmännchen. In der Ferne hat unsere Späherin kurzzeitig eine Wasserfontäne ausmachen können – auf 3 Uhr bläst ein Wal !

Käpt’n, Boot und Touristenmannschaft halten darauf zu.

Auf dem Boot entsteht Unruhe – jeder versucht sich die besten Plätze zu sichern.

Meine Standfestigkeit auf dem schaukelnden Ding ist noch nicht die Beste, mein Eifer aber mal wieder grenzenlos – und plumps – plötzlich liege ich auf den Schiffsplanken. Vor lauter Hektik den besten Platz zu erwischen bin ich auf den Hosenboden gefallen.

Weh getan habe ich mir nicht – aber ich muss über mich selber lächeln – so lange ich vor lauter Begeisterung auch immer noch gelegentlich den Boden unter den Füßen verliere ist alles ok ……  ;)
 
Wir nähern uns der Stelle an der unser Captain Ahab (der aber noch beide Beine hat – also noch keiner von einem enttäuschten Touristen abgebissen  ;) )  den Wal vermutet. Das Boot kommt zum Stillstand. Wir treiben lautlos auf dem Wasser – alle halten gespannt den Atem an – zeigt sich ein Wal und wenn dann wo ….?

So vergehen einige Minuten angespannter Mischung aus Vorfreude, Spannung, Neugier und Angst, der Wal könnte das Weite gesucht haben.

 

 



Unvermittelt in der Ferne ein gutes Stück weiter wieder die Wasserfontäne – da bläst er – wir können ihn mit eigenen Augen erkennen – ein elektrisierender Moment.

Unsere Späherin überschlägt sich fast in der Stimme – ein Blauwal – wir haben einen Blauwal gesichtet – das größte Lebewesen der Erde !
So eine Sichtung ist etwas so Außergewöhnliches, dass der Blauwal gar nicht bei den Walen dabei war, die uns am Anfang der Tour als mögliche „Beute“ gezeigt wurden. Das hat auch seinen Grund. Der Blauwal gilt als Hochseebewohner der äußerst selten in Küstennähe kommt.
Wir halten auf die Stelle zu an der „unser Wal" zuletzt aufgetaucht war.

 

 



Ich bin inzwischen auf die Aussichtsplattform, ein Türmchen oberhalb der „Steuerzentrale“ unseres Kapitäns, hinaufgestiegen. Eine "taktische Meisterleistung". Hier habe ich nicht nur die beste Übersicht nach allen Seiten, muss mich nicht mit anderen um den besten Platz schlagen und kann mich an einem Pfosten beim Filmen gegen das Schaukeln festhalten.

 




Da taucht Moby Dick wieder auf. Wow !!!
Was für ein unglaublich großes Tier.

 





Wir umkreisen ihn eine zeitlang und er zeigt sich im Abstand von 5-10 Minuten immer mal für einige Sekunden mit seinem mächtigen Körper an der Oberfläche.

Wir kehren wieder um – die Jagd nach dem Wal hat uns doch ein gutes Stück Richtung offenes Meer getragen und die Tour dauert ja nur 3 Stunden.
Wir sind etwa 30 Minuten unterwegs da ertönt wiederum der Ruf dass ein Wal gesehen wurde – und wieder ….. ist es ein Blauwal. Auch diesmal können wir ihn in der Ferne blasen sehen … fast unwirklich ..... absolut faszinierend …

 

 



Wir nähern uns auch diesem Wal und haben noch einmal die Gelegenheit so ein phantastisches Tier aus der Nähe zu beobachten. Einmal bekommen wir sogar seine Finne gezeigt was zu großen Begeisterungsstürmen auf dem Boot führt.
Die Kameras klicken im Chor.







Zufrieden kehren wir wieder in den Hafen zurück. Wir haben nicht nur Wale, sondern die größten Lebewesen unseres Planeten gesehen.

Mit bis zu 33,5 m und 200 Tonnen ist der Blauwal das größte Tier das jemals auf unserer Erde gelebt hat !
Allein das Herz so eines „Fischleins“ wiegt 600 bis 1000 Kilogramm. Was für ein unglaubliches Glück gerade so ein Tier gesehen zu haben !
Die Tour hat in jedem Fall großen Spaß gemacht und war ihr Geld wert.
Zurück am Parkplatz in Husavik – ist es erst mal wieder Zeit für ein paar Häppchen und einen Schluck zum Runterspülen. Wir machen noch ein paar Aufnahmen im Ort, sehen kurz in das Besucherzentrum und kümmern uns dann um eine Übernachtung.

Gleich der erste Versuch ist erfolgreich. Bei einer älteren Dame die wohl wieder das ehemalige Kinderzimmer an Gäste vermietet kommen wir günstig mit unseren Schlafsäcken unter.


 

 

 



Hinter Husavik erhebt sich ein Berg der sehr schön mit Lupinen bewachsen ist.
Wir suchen und finden eine Piste die ein Stück zu ihm hinaufführt und haben einen tollen Blick über die Stadt und den Fjord.
 

 


 



Auf dem Weg zur Mini-Bar

 

 




Da es erst 17 Uhr und fürs Abendessen noch etwas früh ist, werfen wir einen Blick in unseren Road Atlas – was denn in der Gegend noch für 1-2 Stunden interessant sein könnte. Ich schlage eine Piste zum Meer etwas westlich der Stadt vor, die wir auch in Angriff nehmen.

 





Wir fahren an einigen völlig entgeisterten Schafen vorbei.

 




Schafe, die einen so anglotzen wirken ja meist ziemlich bescheuert. In diesem Fall dürfte das auf Gegenseitigkeit beruhen. Wohl noch kein Tourist ist diese Strecke gefahren die an einem Erdhaufen an dem der Bauer Torf gestochen hat unvermittelt endet.
Ich verpflichte Petra davon ein Bild zu machen was mir die entsprechenden Kommentare einbringt  und wir kehren unverrichteter Dinge wieder um. Ein Satz mit X ..... aber nicht dramatisch – der Tag ist ja noch lange nicht beendet.


 



Zunächst fahren wir zurück aufs Zimmer machen uns noch einen Kaffee mit unserem Wasserkocher und hängen eine halbe Stunde ab was ja eher selten vorkommt.

 





Danach geht es hinunter zum Hafen. Dort hatten wir schon nach unserer Waltour das Gamli Restaurant ausgeguckt, das nicht nur von außen toll aussieht sondern auch innen eine urgemütliche Atmosphäre besitzt und richtig gutes Essen serviert.
Wir gönnen uns Kabeljau mit Salsa, Salat & Kartoffelgratin, sowie einen gegrillten Arctic Char (Saibling) auf Salat mit Knoblauchsoße und Ofenkartoffel. Klingt gut – ist es auch !
Das Ganze kostet uns dank aktuell super Kurs der Krone gegenüber dem Euro 25 € - ich denke da kann man nicht meckern – allerdings haben wir auf die Bierchen im Lokal lieber verzichtet – die gibt’s später auf dem Zimmer billiger und wir haben ja auch noch etwas vor.....
Trinkgeld ist in Island im übrigen ja unüblich – egal wo, weder im Restaurant noch anderswo.


 



Gestärkt knattern wir los, mal wieder auf der 85 – wohl inzwischen unsere Hausstrecke Richtung Osten zu den Lundiklippen. Wie so oft in Island – obwohl man an einer Stelle schon war, sieht sie beim nächsten Mal oft ganz anders aus. Die Sonne steht nun tief. Eine tolle, wenn auch bedrohliche Licht- und Wolkenstimmung.

 





Die Sonnenstrahlen brechen durch einige Wolken wie ein Spot auf das Meer und im Vordergrund heben sich einige Schafe unwirklich gegen das Licht ab da muss man einfach halten.

 

 




Es ist nun fast 20 Uhr als wir die Stelle, die wir als Tipp von der Rangerin erhalten hatten, erreichen.
Voller Vorfreude nähern wir uns der Klippe – aber leider – zwar viele Möwen und andere Vögel aber keine Lundis.


 




Ein Blick auf das Meer unter uns haut uns fast von den Socken. Myriaden von Lundis schwimmen im Wasser ...... aber keiner sitzt hier oben auf der Klippe ...... oooaaach ..........

 





So schnell geben wir natürlich nicht auf. Es gibt zwar keine Möglichkeit hinabzuklettern – aber die Klippe ist ja noch ein paar Kilometer lang – also stapfen wir mit unseren Kameras bewaffnet los.

 





Die Landschaft ist ein Traum. Zwei Wasserfälle stürzen direkt hinab ins Meer ....

 

 


 .... der Blick schweift weit über die Bucht des Öxarfjöður.

Einmal können wir sogar zwei Delfine im Meer springen sehen – und immer wieder zahllose Lundis unterhalb der Klippe im Meer. Aber das Laufen ist durch das tiefe Moos anstrengend und wir sind nun sicher fast 2 Stunden hier unterwegs.

Wir kehren zum Auto zurück und fahren drei Kilometer weiter nach Süden. Von hier schwärmen wir noch einmal aus und laufen einen Hang hinab zur Klippe die hier deutlich weiter von der Straße entfernt ist. Nach einer weiteren kräftezehrenden halben Stunde über Moosbüschel und zerfurchte Wiesen kehren wir zunächst zum Auto und dann zum ersten Parkplatz zurück – keine Lundis......


 




Wir gehen noch einmal zu der Stelle an der wir vor fast drei Stunden schon waren.


 





Tatsächlich können wir weiter unten im Grashang der Klippe endlich Lundis sehen.
Allerdings für gute Bilder zu weit entfernt. Immerhin schön, dass wir wenigstens noch einige unserer Lieblinge etwas näher als nur auf dem Wasser sehen konnten.

 




Gegen 23 Uhr treten wir den Rückweg an. Es ist zwar immer noch Tageslicht vorhanden, wenn auch die Sonne nun schon tief steht.

 





Kurz vor Husavik sehen wir sogar noch einen stimmungsvollen  Sonnenuntergang.

Wieder mal ein toller ... nein ein phantastischer Tag !

Auf der Rückfahrt überlegen wir wie wir den morgigen Tag gestalten und entscheiden uns für zwei besonders schöne Wasserfälle bevor wir dann in die Hauptstadt des Nordens - Akureyri einfallen wollen. Mal sehen ob das dann auch so kommt .....

 

 

 

Übernachtung: Emhild K.Olsen – Guesthouse

Preis: 5000 ISK (29 €) ohne Frühstück, mit Schlafsack, Bad & WC auf dem Gang

Bewertung: 6,5 von 10

Kommentar: Sehr nette Leute, witzig mitten in der Wohnung der alten Leutchen zu schlafen, Zimmer schon in die Jahre gekommen und nicht riesig, auch das Bad hat schon bessere Tage gesehen, Preis/Leistung aber gut.

 

 

 

Bild des Tages:


Lupinen - ein ständiger Begleiter in Islands Frühsommer, wie hier auf dem Hausberg von Husavik
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Shadra

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #122 am: 01. November 2013, 23:18:57 »
Schöööön ...
Schöne Grüße
Nele

Manche Menschen schwimmen mit dem Strom. Andere schwimmen gegen den Strom. Und ich steh hier mitten im Wald und find den blöden Fluss nicht!

Silv

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #123 am: 02. November 2013, 08:26:48 »
Phantastisch? Leicht untertriebener Ausdruck für diesen Tag. Der Hammer! Da hat ja alles gepasst. Diese Lupinen hatten wir letztes Jahr in Kanada vor dem Mt. Robson auch - einfach toll.  :beifall:
Liebe Grüße
Silvia

Paula

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #124 am: 02. November 2013, 08:45:29 »
Der Blauwal ist ja Wahnsinn!  :happy2: :happy2: :happy2:
Und Lupinen gehören zu meinen Lieblingsblumen! Komisch, als ich Kind war gab es die in Deutschland häufig, heutzutage sieht man die kaum noch.
Viele Grüße Paula

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #125 am: 02. November 2013, 09:09:33 »
Der Blauwal ist ja Wahnsinn!  :happy2: :happy2: :happy2:
Und Lupinen gehören zu meinen Lieblingsblumen! Komisch, als ich Kind war gab es die in Deutschland häufig, heutzutage sieht man die kaum noch.
Die Lupinen gehören für uns auch zu einem Sommerbesuch der Insel einfach dazu.  :)
Die sind auch wirklich sehr verbreitet auf Island. Im fortgeschrittenen Sommer wenn die Lupinen verblüht sind sieht man dafür dann öfter mal Wollgras.
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Ilona

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #126 am: 02. November 2013, 14:45:31 »
   
Vor Fahrtantritt bekleiden wir uns gegen den kühlen Fahrtwind mit kostenlos bereitgestellten Overalls in denen man wie der große Bruder vom Michelin-Männchen aussieht ....

Das war auch mein erster Gedanke  :totlach:. Also ich muss schon sagen, Haute Couture mässig ist auf Island schon was geboten  :thumb:. Stell dir jetzt den Overall mit einem grünen Mückennetz Kopfschmuck vor ... :lach:.

Klasse Tag und dazu noch Walglück  :beifall:.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Silvia

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #127 am: 03. November 2013, 12:43:57 »
Stimme meinen Vorredner zu, ein wirklich toller Tag   :beifall:    ... Lupinien, Wale, Klippen von denen Wasserfälle ins Meer stürzen (für mich als Wasserfallfan ein absolutes Highlight!)

 :heul:  ich will zurück nach Island

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #128 am: 03. November 2013, 12:56:24 »
:heul:  ich will zurück nach Island
Dann nimmst Du uns aber mit!  :D


Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Susan

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #129 am: 03. November 2013, 17:16:33 »
Weiterhin einfach nur tolle Eindrücke  :thumb:

Liebe Grüße
Susan


Silvia

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #130 am: 04. November 2013, 08:27:11 »
:heul:  ich will zurück nach Island
Dann nimmst Du uns aber mit!  :D

Na klar  :thumb:

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #131 am: 04. November 2013, 18:24:14 »
13. Tag, Dienstag, 16.6.2009
 

9.30 Uhr hat sich inzwischen fast zu unserer Standardaufbruchszeit entwickelt – so spät oder früh ist es jedenfalls auch heute – als sich der Schlüssel im Zündschloß unseres Ladas dreht.

Wie gestern zeigt sich Husavik auch heute morgen von seiner sonnigsten Seite – nicht nur deswegen hat es uns hier sehr gut gefallen. Bevor wir das schmucke Städtchen verlassen in dem es übrigens sogar ein „Penis-Museum“ gibt dem wir allerdings keinen Besuch abgestattet haben und ich mir hier einen Kommentar dazu verkneife ....

 

 



... geht es noch in einen Supermarkt – wie üblich etwas für den Tag einkaufen.
In Island gestaltet es sich manchmal schwierig sich ordentlich von seinem Müll zu trennen, der sich wie gewohnt bei uns in erschreckender Geschwindigkeit auf der Rückbank des Mietwagens auftürmt. Mülleimer an öffentlichen (Picknick-)Plätzen sind rar. Tankstellen sind da oft die einzige Möglichkeit die fünf Kilo Rückbank-Abfälle der letzten Tage mal wieder loszuwerden.

Über die 85 (was sonst ) und 845 fahren wir nach Süden bis zur Ringstraße und treffen dort auf das erste Highlight dieses Tages ....
 







... den Goðafoss – den Götterwasserfall.

 




 

 


Rund um den Wasserfall gibt es 7000 Jahre altes Lavagestein zu sehen durch das sich der Fluß temperamentvoll hindurcharbeitet, Wege und Aussichtspunkte befinden sich auf beiden Seiten der Schlucht.

 




 



Hier am "göttlichen Wasserfall" halten wir uns ein Weilchen auf. Besonders von der Westseite der Skjálfandafljót, dessen Wasser sich am Goðafoss fast hufeisenförmig über eine Kante ergießen ist der Blick so schön, dass man sich kaum losreißen kann. 30 m breit und 12 m hoch ist dieses Wasserfallprachtexemplar.

 


 





 






Auf der ungeteerten aber gut zu fahrenden 844 fahren wir entlang der Skjálfandafljót nach Süden.

 

 






Die Fahrt durch typische isländische Landschaft mit Bergen in denen  noch Schneefelder liegen, unzählige Wasserfälle die von den Bergketten herab ins Tal stürzen – der mäandernde Fluß neben der Piste, die friedlich im Gras (oder auf der Straße) liegenden Schafe – lässt uns über die Enge in Deutschland und die großzügige Weite Islands sprechen.

Schon jetzt kommt beim Gedanken, dass wir Island wieder verlassen müssen Wehmut auf. So langsam begreifen wir „wie gut“ es uns hier gefällt .......
Über eine Brücke erreichen wir die auf der anderen Flußseite parallel verlaufende 842, die wir noch einige Kilometer nach Süden fahren bis wir an einen Bauernhof kommen.

 

 




Von hier startet die berühmte Sprengisandur (F26), eine von zwei Hochlanddurchquerungen, die aber noch nicht geöffnet ist. Die andere Hochlanddurchquerung F35 wollen wir ja in zwei Tagen versuchen.
 

 

 



Der ganz offizielle Beginn der F26 liegt aber noch 5 Kilometer weiter südlich. Also öffnen wir das Viehgatter und fahren den F26 Zubringer weiter nach Süden.
Bis auf einige wenige Höfe die in der absoluten Einsamkeit zu überleben versuchen haben wir auf der Herfahrt kein Anzeichen zivilisatorischer Errungenschaften wahrnehmen können.
Alles wirkt noch so wie vor rund 1000 Jahren als die ersten Menschen ihren Fuß auf Island setzten. Die letzten Kilometer hatten auch schon wieder Hochlandcharakter. 

 






Noch einmal müssen wir ein Gatter öffnen und schließen.

Die Straße windet sich durch eine beginnende Geröllwüste einen Hügel hinauf. Ab hier ist auch die F26 durch eine Markierung gesperrt – aber weiter wollten wir heute ja auch nicht.

 







Auf der Anhöhe ist der Parkplatz des Aldeyarfoss ausgeschildert, ein weiterer spektakulärer Wasserfall des Skjálfandafljót.
Etwa 5 Minuten laufen wir vom Parkplatz bis hinunter zum 20 m hohen Wasserfall und sind begeistert.

 

 




Der Aldeyarfoss ist weder der höchste oder breiteste Wasserfall noch bietet er besonders kraftvolle Wassermassen.

 





Trotzdem ist er wirklich einer der absolut spektakulärsten Wasserfälle Islands !

 





Warum ich mich gerade auf diesen Wasserfall besonders gefreut hatte ist neben seiner einsameren Lage das, was Mutter Natur hier wieder Unglaubliches eingefallen ist.

 






Der Wasserfall wird ringsum von Basaltsäulen eingerahmt,....

 

 




... die zusammen mit dem schäumenden weißen Wasser einen fast mystischen Anblick bieten.
Wir lassen uns Zeit für unsere Aufnahmen. Die Sonne versteckt sich mal hinter einigen Wolken, blinzelt dann wieder durch – einmal kommen wir sogar in den Genuss eines Regenbogens – schon der zweite heute.

 







Gegen 14 Uhr reißen wir uns los und fahren diesmal die (wie man sieht staubige) 842 zurück nach Norden bis zur Ringstraße, folgen der 1 einige Kilometer nach Westen und biegen dann auf die 83 nach Norden die uns nach 10 Kilometern zum Museumshof Laufás führt.
Seit der Christianisierung Islands steht hier eine Kirche. Der fotogene Torfhof wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet und war bis 1936 der Wohnsitz des Pfarrers.

 

 





Torfhäuser in Laufás



 



Island macht einfach gute Laune

 

 




Entlang dem Eyjafjörður, dem weit ins Landesinnere gezogenen langen Fjord  ...

 





... erreichen wir letztendlich wieder über die Ringstraße Akureyri – Islands Hauptstadt des Nordens.

 

 



Auf der Liste der größten Städte liegt Akureyri mit seinen rund 17.000 Einwohnern zwar nur auf Platz vier – aber hier im Norden ist sie eindeutig das Gegenstück zu Reykjavik im Süden – die allbeherrschende „Metropole“ mit Museen, Flughafen, Autovermietungen und so etwas wie einer richtigen City.
Die wollen wir uns mal näher ansehen – unser Islandbild abrunden -  und auch in der Stadt übernachten.
 





   
Dafür wählen wir uns das Akurinn Guest House, ein prachtvoller Bau – wenn auch schon in die Jahre gekommen – aber mit toller Aussicht vom Balkon über die Stadt....

 





... und immer noch eine stilvolle Übernachtung. 
Vom Guesthouse beginnen wir unsere kleine Runde durch die Stadt.
 

 





 
 

Kaum 10 Minuten unterwegs, zwingt uns ein Regenguß in eine große Buchhandlung. Petra blättert in einem Islandbildband ........ ich soll mir unbedingt ein Bild ansehen das sie in dem Buch entdeckt hat ...... ich ahne es schon kommen und sehe dezenten Jagdtrieb in Petras Augen aufblitzen. Mein Interesse ist ebenfalls blitzartig geweckt - ein Fall für „Sherlock Horst“ und „Watson-Petra“. Das Bild ist wirklich hochspektakulär und zeigt einen Wasserfall namens Dynkur. Weitere Informationen gibt es nicht.
Da es ja gerade regnet ziehen wir alle Register (wir sind ja in einer Buchhandlung) und wissen 5 Minuten später wo der Wasserfall ungefähr zu finden ist – nämlich im südlichen Niemandsland, in der Nähe der Sprengisandur und des Hochlandzentrums Hrauneyjar an dem wir falls wir Landmannalaugar machen würden in einigen Tagen sowieso vorbeikommen. Im Moment ist das nur ein Hirngespinst das aber unabhängig voneinander in uns beiden arbeitet (nicht nur bei solchen Dingen denken wir doch recht langweilig gleich).


 




Inzwischen ist der Regen vorbei und die Sonne scheint mit tollem Licht auf Akureyris Straßen. Das treibt uns wieder hinaus und wir setzen unseren Rundgang fort. 

Direkt vor der Buchhandlung treffen wir auf den „Lada Polen“ – wie immer entsteht ein kleiner Smalltalk - auch die beiden Polen wollen die Hochlanddurchquerung F35 fahren, allerdings schon morgen und nicht wie wir übermorgen.

Auf einem Hügel mit einigen schönen Bürgerhäusern läuft aus einer Einfahrt eine Katze auf uns zu – da ist Petra natürlich gleich in ihrem Element – und wenige Augenblicke später kommt die „Katzenmutter“ wohl gerade nach Hause und wir kommen mit ihr ins Gespräch.
8 (!) Katzen nennt sie ihr eigen und nur die eine darf auf die Straße – na da drin geht es sicher lustig zu. Die gut dreißigjährige Frau ist uns „trotz“ ihrer 8 Katzen sehr sympathisch und als wir schon einige Meter weiter gegangen sind – bringt sie noch eine weitere Katze auf dem Arm aus dem Haus um sie uns zu zeigen.   ;)

Überhaupt haben wir unser Bild vom verstockten muffigen Isländer, das wir uns die ersten Tage ein bisschen eingebildet hatten, inzwischen komplett revidiert. Die Isländer sind keine Italiener (wie überraschend  ) die laut und überschwänglich mit Fremden sofort auf gut Freund machen. Sie sind gelassen und ruhig (das macht wohl die entspannende Landschaft), durchaus freundlich und sehr hilfsbereit – so etwas wie Hektik kommt bei niemandem auf.
 

 

 


 

 


 

 









Nach insgesamt 2 Stunden reicht es uns wieder mit diesem Cityrundgang  – mehr Stadt ertragen wir schon gar nicht mehr nach so viel wundervoller Natur.

 

 



Vom Guesthouse hatten wir einen Gutschein für ein Restaurant bekommen das wir uns dank Empfehlung im Reiseführer sowieso schon ausgeguckt hatten. Da es nur 5 Minuten vom Zimmer entfernt ist laufen wir auch dorthin. Das vom Reiseführer gelobte „Greifinn Restaurant“ ist auch wirklich sehr gut und typisch isländisch „greifen“ wir also heute zu mexikanischen Spezialitäten.

Zurück im Guesthouse entdeckt Petra einen Lonely Planet der als Lesestoff für die Besucher im Aufenthaltsraum zur Verfügung steht. Wir nehmen ihn mit aufs Zimmer und finden dort noch ein paar spärliche Informationen zum Dynkur Wasserfall – dem „Buchhandlungswasserfall“.

Eigentlich ist unsere Entscheidung schon gefallen – auch wenn wir jetzt im Moment noch gar nicht genau wissen ob der für uns überhaupt erreichbar ist, würden wir es gerne probieren. Dafür brauchen wir aber einen Extratag – den wir nicht haben. Also muss woanders eingespart werden.

Nachdem wir heute nach langer Zeit mal wieder ein am Vorabend entworfenes Programm eingehalten hatten (!!!) – ist das für morgen nun schon wieder hinfällig. Ich schlage vor, daß wir die F35 bereits morgen fahren und den Trip nach Ólafsfjörður und zu einigen Fischerorten ersatzlos streichen. Damit ist Petra einverstanden. Vielleicht sehen wir die Lada-Polen ja morgen doch wieder ......

 
Da es heute noch nicht gar so spät ist und ich wieder Probleme mit einem lockeren Stativbein an meinem Manfrotto habe (dummerweise habe ich mein Werkzeug dafür zu Hause vergessen) sehe ich im Lada nach – vielleicht hat ja der zufällig (wenn auch unwahrscheinlich) einen kleinen Gabelschlüssel an Bord. Irgendwie komme ich darauf mal nach Motor und Waschanlage zu sehen. Bei Geysir.is hatte man uns nur kurz gezeigt dass das Reserverad ebenfalls unter der Motorhaube ist – und da ging die Haube auch noch auf aber jetzt nicht. Mist !
Auch mehrmaliges Ziehen des kleinen Hebels nutzt nichts - die Haube lässt sich nicht anheben. Ich hole Petra und wir beschließen zur nächsten Tankstelle zu fahren und dort um Rat zu fragen und um vielleicht Werkzeug für mein Stativ zu bekommen. Die Tanke ist nach 5 Minuten erreicht. Petra hat eine Idee und ich stehe Sekunden später da wie ein Idiot. Die Haube war bereits entriegelt und ließ sich allerdings nicht von vorne anheben sondern am anderen Ende an der Scheibe. Daran konnte ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern das der bei Geysir das so aufgemacht hatte – ging damals ja alles so schnell und auf die Idee wäre ich heute auch nach 20 Stunden nicht gekommen ..... Aua, das schmerzt ....

Trotzdem bin ich erleichtert. Ein Plattfuß im Hochland und dann keine Möglichkeit um ans Ersatzrad zu kommen – ist nicht wirklich lustig.

Während sich Petra auf ihrem Lorbeer und Ruhm im Auto ausruht, sehe ich mich mal in der Hoffnung auf Werkzeug im Shop der Tanke um und siehe da – jede Menge Gabelschlüssel hängen an der Wand. Ich hole mein Stativ, probiere welcher passt und trage ihn wie einen Schatz zur Kasse. Offensichtlich bin ich der erste Kunde seit 10 Jahren der ein solch „exotisches“ Teil kaufen möchte.
Wenig später stehen 5 Isländer relativ entgeistert um den Computer an der Kasse und versuchen ihm verzweifelt einen Preis zu entlocken. Als ich schon damit rechne das mir jemand vorschlägt ich solle das Ding klauen weil man keinen Preis findet – darf ich endlich 7 Euro in Kronen abdrücken und bin zufrieden dass ich mein Stativproblem endlich dauerhaft gelöst habe.

Auf dem Zimmer gibt es auf den Schreck noch ein Bierchen und mit dem Gedanken an das kleine Abenteuer der bevorstehenden Hochlanddurchquerung schlafen wir wie üblich schnell ein.

 

 

Übernachtung: Akurinn Guest House

Preis: 8200 ISK (47 €) ohne Frühstück, diesmal keine Schlafsackunterkunft Bad & WC am Gang

Bewertung: 8 von 10

Kommentar: sicher mit das beste was man für kleineren Geldbeutel in Akureyri haben kann, in die Jahre gekommen – aber ehrenvoll

 

 

Bild des Tages:


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Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Andrea

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #132 am: 04. November 2013, 19:13:36 »
Ich habe ja gedacht, so viele Wasserfälle würde ich irgendwann langweilig finden. Mal sehen, wann "irgendwann" ist  ;)

... oder es doch nie langweilig wird (was ich ehrlich gesagt vermute)  :)
Liebe Grüße, Andrea



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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #133 am: 04. November 2013, 19:31:26 »
Ich habe ja gedacht, so viele Wasserfälle würde ich irgendwann langweilig finden. Mal sehen, wann "irgendwann" ist  ;)

... oder es doch nie langweilig wird (was ich ehrlich gesagt vermute)  :)
Ach ich bin ja bei den anonymen Wasserfallabhängigen - da kan man gar nicht genug von den Dingern sehen.  ;)
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Ilona

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #134 am: 05. November 2013, 08:23:42 »
Auf den ersten Bildern wart ihr im T-Shirt und ich dachte schon, dass zwischenzeitlich der Hochsommer in Island ausgebrochen ist :toothy9:.

Wegen der Motorhaube könnte ich jetzt anmerken "Mann und Technik"  :totlach:, aber nein, wir Frauen haben einfach sehr oft gute Ideen :cool2:
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)