Autor Thema: Lava, Lada, Lundis - Island 2009  (Gelesen 177287 mal)

Heiko

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #60 am: 14. Oktober 2013, 10:12:56 »
Die Größe dieses Wasserfalls im Vergleich zu dem kleinen Männchen davor ist wirklich beeindruckend ;).

Die Einsamkeit der Gegend gefällt mir natürlich  :thumb:, aber den ganzen Winter über keine Sonne sehen, da möchte ich nicht wohnen  :verpiss:.

Die Unterkunft ist natürlich schon klasse, aber es gibt ja wieder nur Tütensuppe  :(.
Gruß
Heiko

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. (Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832)

Silvia

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #61 am: 14. Oktober 2013, 10:49:37 »
Na super - jetzt hast du es geschafft   :hammer:   eine Wandertour auf den Westfjorden steht jetzt ziemlich weit oben in meiner Wunschliste 

Wegen mir hättet ihr jetzt nicht unbedingt so eine Luxus-Unterkunft nehmen zu müssen, ich bin auch mit nem Stockbett vollauf zufrieden  ;)

Silv

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #62 am: 14. Oktober 2013, 12:54:50 »
Man muss wirklich erst einen Vergleich haben. Der Dynjandi sieht auf dem Foto ohne Männchen gar nicht sooo groß aus. Aber toll ist er.

Die großen Schafe find ich immer noch hässlich....
Liebe Grüße
Silvia

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #63 am: 14. Oktober 2013, 22:57:48 »
Endlich bin ich mal mit der Unterkunft zufrieden  :zwinker:  ;D.
Na also.  ;)


Wegen mir hättet ihr jetzt nicht unbedingt so eine Luxus-Unterkunft nehmen zu müssen, ich bin auch mit nem Stockbett vollauf zufrieden  ;)
Ein gewisses Murren in der Begeiltmannschaft war ja doch wahrzunehmen - da musste ich schon mal zwischendurch vom Komfort her schon mal eine Schippe drauflegen.  ;)


Die Größe dieses Wasserfalls im Vergleich zu dem kleinen Männchen davor ist wirklich beeindruckend ;).
Soll das heißen das Männchen ist nicht beeindruckend ?  >:( :)) ;)



Die Einsamkeit der Gegend gefällt mir natürlich  :thumb:, aber den ganzen Winter über keine Sonne sehen, da möchte ich nicht wohnen  :verpiss:.
Ja das ist schon heftig und wäre trotz Islandliebe meine Sache auch nicht - aber das ist schon ein Sonderfall.
Die kürzesten isländischen Wintertage haben trotzdem noch so um die 3 Stunden Licht.


Die Unterkunft ist natürlich schon klasse, aber es gibt ja wieder nur Tütensuppe  :(.
Wir werden in weiteren Verlauf auch Deinen Wunsch nach kulinarischer Steigerung berücksichtigen - da geht noch was.  ;)
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

soenke

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #64 am: 15. Oktober 2013, 09:35:51 »
Hallo,
ach das war ja auch ein wunderbarer Tag. Tolle Wasserfallbilder mit dem Höhepunkt Dynjandi. ! Sehr beeindruckend.

Und was soll ich sagen ? Auch ich Meckerpott bin mit dem Apartement hochzufrieden !!

So kann es weitergehen!

LG Sönke

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #65 am: 15. Oktober 2013, 22:31:41 »
6. Tag, Dienstag, 9.6.2009


Da wir schon so ein tolles Apartment mit Riesenküche haben, frühstücken wir heute morgen noch ausgiebig und sind dadurch erst um kurz nach 10 Uhr mit dem einladen unseres eigenwilligen Russen fertig und startklar für einen neuen Tag auf der Insel der Überraschungen.






Zunächst sehen wir uns „endlich“ mal wieder einen Wasserfall an – davon hat Grundarfjörður sogar seinen eigenen – den Grundarfjörður Foss.
 





"Kein schöner Land in dieser Zeit ...." - Grundarfjörður im Nebeldunst


In Grundarfjörður machen wir die übliche Runde – tanken (unser Lada hat ja nur einen 30 Liter Tank – da gibt es für ihn nahezu täglich ein Besäufnis) und die Suche nach einem Supermarkt um auch unsere Batterien wieder aufzufüllen. In Island haben die Supermärkte (anders als bei uns) keine große farbige Werbung und die Scheiben sind meist mit Farbe überstrichen – sodass man von außen nichts sieht. Es ist also auch hier wieder ein kleines Suchspiel – das wir aber zu einem glücklichen Ende und daraufhin diverse Getränke und Snacks zu unserem Auto bringen können. In großen Orten/Städten gibt es ja den Bonus, eine Art ALDI Islands. Bisher haben wir es aber noch nicht geschafft in so was reinzustolpern – wird aber sicher noch kommen.
 





Wir fahren nach Westen. Die Teerstraße folgt dort dem Küstenverlauf im Bogen nach Süden. 

Allbeherrschend auf Snæfellsness ist ja der Snæfellsjökull – ein 1446m hoher Stratovulkan mit einer strahlend weißen Gletscherkappe. Davon sehen wir heute leider nichts – tief hängen die Wolken. Vom schönen Bergpanorama der Halbinsel ist nicht mal etwas zu erahnen. Das lähmt unsere Begeisterung doch etwas – da hilft auch nicht das Wissen, dass der französische Autor Jules Verne in seinem Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ den Einstieg in die Unterwelt genau am Snæfellsjökull angelegt hat – wenn man ihn und seine Nachbarn gar nicht sieht.

Trotzdem versuchen wir das Beste aus den Bedingungen zu machen – interessant ist es hier allemal - die Halbinsel Snæfellsness wird oft als eine Miniaturausgabe von Island bezeichnet, weil dort fast alle typischen Landschaftsformen vorkommen.

Durch den Regen und die etwas höhere Luftfeuchtigkeit beschlägt unsere Scheibe und wir lassen das Gebläse unseres Ladas mal ordentlich durchpusten – klingt schwer nach Asthma was da aus den Kunststoffritzen kommt .....

 





Vorbei an einigen Kratern und gelbbemoosten Lavafeldern ....

 





... halten wir nach etwa einer Stunde Fahrt an den Lavagebilden von Djúpalónssandur bei Dritvik.
Auf dem schwarzen Sandstrand Djúpalónssandur liegen vier Kraftsteine mit denen die Fischer die anzuheuernden Seemänner testeten (die übrigen Steine in der Reihe wurden wohl von Touristen gestiftet). 

 





Die Steine mussten hochgehoben werden - Almoði (Versager) hat 23kg, Hálfdrættingur (Halbe Portion) ist 54kg schwer, Hálfsterkur (Halbstarker) hat 100kg und der größte Stein Fullsterkur (Vollstarker) kommt auf 154kg.

Wer Hálfdrættingur nicht heben konnte, wurde nicht angeheuert. Das nennt man doch mal einen unbürokratischen Einstellungstest ! 

 





Touristen aus Süddeutschland die bei diesem Test versagen, wird zur Strafe von heidnischen Strandsirenen die Mütze über das Gesicht gezogen.

 





Am Strand liegen auch noch die Reste des englischen Trawlers Epine, der vor einigen Jahren hier zerschellte.

 





Auch die Lavafelsen bieten interessante Motive ......






....  wie der Strand selbst.

 


 








Weiter geht es Richtung Süden. Beim Leuchtturm von Malarif halten wir wieder und laufen zu der Lava-Felsenburg Lóndrangar am Meer.


 


 

 





Inzwischen ist es früher Nachmittag – Zeit für einen Kaffee.
Bestens dafür geeignet ist das Cafe Fjöruhúsið (ein ehemaliges Fischerhaus) in Hellnar, einem kleinem Nest im Südwesten der Halbinsel. Hier beginnt die lohnende Wanderung nach Arnastapi und schon hier hat man einen tollen Blick auf die Küste mit ihren direkt am Meer stehenden aberwitzigen Lavaskulpturen und Vogelfelsen.
 






Wir fahren weiter nach Arnastapi und wandern von hier entlang der Küste nach Osten.
Der Parkplatzwächter ist hier etwas überdimensioniert – wen das Monument darstellen soll weiß ich nicht, vielleicht einen dicken Wikinger oder Helmut Kohl. 

 





Die kleine Tour entlang der Küste bei Arnastapi ist sicher das Highlight des heutigen Tages.

 

 
 

 


 

 


 



 
 

 


 

 




 




Grassodenhäuser in Arnastapi

 
Unglaublich was hier für ein Möwen-Flugbetrieb herrscht. Nach gut einer Stunde haben wir genug gesehen und bevor wir noch ein Andenken auf unsere neuen Jacken bekommen (die sind zwar wind- und regendicht aber nicht Vogelkacke-abweisend) kehren wir zu unserem Lada zurück und fahren weiter nach Osten bis Buðir. 






Die Kirche in Buðir ist eines der bekanntesten Fotomotive, das in keinem Islandmagazin fehlen darf – also machen auch wir unsere Aufnahme – wenngleich das Bergpanorama heute bestenfalls angedeutet ist.
Es ist windig und kalt – was uns die kleine Runde zum Strand doch recht kurz halten lässt. 






Selbst bei so bescheidenem Wetter geben Islands Landschaften immer etwas her.....

 

 


 .... und die Islandponys sowieso.

 

Nirgendwo zeigt sich ein Wolkenloch  - keine Chance in den nächsten Stunden noch irgendwo einen Sonnenstrahl oder mehr Licht abzubekommen. Hoffen wir morgen mal auf Besserung – für heute haben wir genug gesehen. Snæfellsness hat uns nicht ganz so begeistern können wie die anderen Landstriche in denen wir bisher unterwegs waren – liegt vielleicht auch an der schlechten Sicht oder daran dass Snæfellsness zwar vieles bieten mag – aber nichts wirklich ganz Spektakuläres (von Arnastapi mal abgesehen). Schön war's natürlich trotzdem.  :D
 




Was gibt es heute eigentlich sonst noch Neues von unserem jagdgrünen Russen ?
Nun, nichts weltbewegendes. Wir registrieren jedes Mal wenige Sekunden nachdem man die Zündung ausgeschaltet hat ein sirrendes Geräusch – etwa 10 Sekunden lang – das dann so unvermittelt aufhört wie es begonnen hat und der Sitz rutscht schon mal 20 Zentimeter nach vorne wenn man mal stark für ein paar Schafe auf der Straße bremst.

Ach ja – und das Gebläse das wir wegen beschlagender Scheibe auch am Nachmittag gelegentlich mal laufen lassen macht nach wie vor ein Geräusch, als ob der Selbstauslösemechanismus gestartet wäre und die Bombe gleich hochginge.... 

Wir halten noch einmal kurz an ein paar Basaltsäulen die im Reise-Know-How gefeiert werden, entscheiden dann aber dass wir uns das  Foto aus der Nähe sparen – da gab es wahrlich schon prickelnderes .....

Island ist ja auch das Land der Feen und Trolle. Dementsprechend trollen wir uns jetzt auch und fahren nach Borgarnes – das wir ja schon bestens kennen ( nach 6 Tagen Island sind wir ja schon Islandexperten  ).
Da wir gerne mal was Neues ausprobieren wollen geht es diesmal nicht wieder ins Hostel. Bei einem Guesthouse das wir anfragen ist nichts mehr zu bekommen – also versuchen wir es mal beim Motel Venus jenseits der Brücke über den Borgarfjörður. Dort kommen wir günstig unter – wenn es auch nach dem tollen Zimmer von gestern fast eine Absteige ist.
Heute sind wir extrem früh dran – erst halb 7 – wir drehen mit dem Auto eine kleine Runde durch den Ort, suchen schon mal das Visitor Center (das man an den Ortsrand verlegt hat) um morgen per Internet das Wetter zu checken und zu entscheiden ob wir die Insel wie ursprünglich geplant im - oder gegen den Uhrzeigersinn weiter erkunden.
Borgarnes ist dahingehend der ideale Stützpunkt – liegt direkt an der Ringstraße und ermöglicht dann morgen in die eigentliche Tour einzusteigen.
Da wir beim Zimmer ja sparsam waren ist heute mal richtig speisen an der Reihe.
Wir entscheiden uns für das Vina Kaffi Restaurant.
Während ich endlich mal einen Lachs auf Island probieren will entscheidet sich Petra für einen landestypischen Burrito   ;) – beides ist sehr gut und das Lokal empfehlenswert. 
Auf dem Zimmer gibt es dann noch einen Absacker in Dosenform ....





.... und der Blick aus dem Fenster bietet noch einen stimmungsvollen Abendhimmel über Borgarnes bevor es in die Heia geht und die Schlafbrillen über den Tag geschoben werden.

 

 

Übernachtung: Motel Venus, Borgarnes

Preis: 5700 ISK (33 €) ohne Frühstück und in der Spar/Schlafsack-Variante - ohne Bad & WC

Bewertung: 2 von 10

Kommentar: halbwegs sauber –aber mehr Gutes kann man nicht schreiben - kein Übernachtungstipp – nur wenn man unbedingt günstig unterkommen will und das Hostel oder andere günstige Anbieter nichts mehr frei haben

 

 

Bild des Tages:


Kirche in Buðir auf der Halbinsel Snæfellsness
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Shadra

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #66 am: 15. Oktober 2013, 23:59:48 »
Wow!

Zugegeben - Zuhause im trockenen und warmen guckt man sich selbst solche Bilder gerne an:



Es schaut aus, als würde gleich der Sturm losbrechen und ich finde die Lichtstimmung in dieser Umgebung so richtig spannend!
Schöne Grüße
Nele

Manche Menschen schwimmen mit dem Strom. Andere schwimmen gegen den Strom. Und ich steh hier mitten im Wald und find den blöden Fluss nicht!

Ilona

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #67 am: 16. Oktober 2013, 08:21:21 »
Herrlich  :herz: - der Strand mit den Arches. Erinnert etwas an den Nordwesten der USA und an Twilight  :cool2:.

Bin ich froh, dass du durch den Eignungstest gefallen bist, denn sonst wüsste ich jetzt nicht, wie es in Island aussieht.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Silv

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #68 am: 16. Oktober 2013, 12:56:29 »
Herrlich  :herz: - der Strand mit den Arches. Erinnert etwas an den Nordwesten der USA und an Twilight  :cool2:.


Ilona, ich muss feststellen, du denkst meistens das Gleiche wie ich.....

Horst, mit deiner roten Jacke setzt du immer einen schönen Farbtupfer in deine Fotos.  ;D
Liebe Grüße
Silvia

Heiko

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #69 am: 16. Oktober 2013, 15:33:03 »
Gut dass du beim Test versagt hast, sonst hättest du zum Fischen gehen müssen und wir wären alleine auf der Insel verloren gewesen ;).

Die Lavafelsen gefallen mir ausnehmend gut  :thumb: und die Grassodenhäuser sehen auch interessant aus, isoliert bestimmt gut.
Gruß
Heiko

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #70 am: 16. Oktober 2013, 16:16:53 »
Ilona, ich muss feststellen, du denkst meistens das Gleiche wie ich.....

Liebe Grüße

Ilona

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soenke

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #71 am: 16. Oktober 2013, 18:38:21 »
Hallo,
Zitat
Snæfellsness hat uns nicht ganz so begeistern können

Einspruch, euer Ehren ! ;)

Mir hat der Tag sehr gut gefallen,insbesondere Arnastapi oder wie das heisst, auch wenn das Wetter sich nicht von seiner besten Seite gezeigt hat.

Seid ihr gar nicht zum Snaefellsjökull gefahren oder waren die Strassen zu eurer Zeit noch gesperrt? Ach ja und war die heutige Tour ausnahmslos auf asphaltierter Strasse?

LG Sönke

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #72 am: 16. Oktober 2013, 22:33:51 »
Herrlich  :herz: - der Strand mit den Arches. Erinnert etwas an den Nordwesten der USA und an Twilight  :cool2:.

Bin ich froh, dass du durch den Eignungstest gefallen bist, denn sonst wüsste ich jetzt nicht, wie es in Island aussieht.
Da bin ich derart mit Pauken und Trompeten durchgefallen - da bestand keine Gefahr.  ;)


ich finde die Lichtstimmung in dieser Umgebung so richtig spannend!
Ich wünsche Dir mal, daß Du solche Lichtstimmungen auch per Speicherkarte oder als Erinnerung im Kopf mit zurück nach Franken bringst.  :)


Horst, mit deiner roten Jacke setzt du immer einen schönen Farbtupfer in deine Fotos.  ;D
Ja, meine rote Jacke ist sozusagen der dritte Star der Reise, nach dem Lada und dem kleinen Lundi.  :))


Seid ihr gar nicht zum Snaefellsjökull gefahren oder waren die Strassen zu eurer Zeit noch gesperrt? Ach ja und war die heutige Tour ausnahmslos auf asphaltierter Strasse?
Hi Sönke,
Snaefelssjökull haben wir wegen dem schlechten Wetter nicht gemacht - da hätten wir nichts gesehen.
Die Straße die Snaefelssness umrundet ist komplett asphaltiert.
Snaefelssness wäre sicher im Vergleich u vielen Landschaften auf der Welt eine tolle Ecke - aber im Vergleich zu den Landschaften in Island sind wir der Meinung - schön - aber es gibt besseres. Da sind die Geschmäcker aber verschieden - viele Fotografen sind ausgesprochene Fans von Snaefellsness.
Für uns das stärkste auf Snaefelssness ist die Berserkerhraun die wir ein Jahr später kennengelernt haben.
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Horst

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #73 am: 18. Oktober 2013, 17:32:49 »
7. Tag  Mittwoch, 10.6.2009


Wir sind gespannt wo es heute hingehen soll – in den Nordwesten bis Akureyri oder in den Süden nach Vik. Da wir es geschafft haben nach 6 Tagen praktisch fast noch keine Ringstraße zu fahren wird es jetzt Zeit das zu ändern – nur die Richtung soll abhängig vom Wetter in wenigen Minuten festgelegt werden.

Inzwischen bevorzugen wir eigentlich die Südvariante – was zwei Vorteile hätte:

1.wir können den stärker „überlaufenen“ Süden noch mehr in der Vorsaison abhandeln, treffen somit auf weniger Leute und finden leichter Zimmer
2.Wir können am Ende um wieder vom Norden zurück nach Reykjavik zu gelangen als Alternative zur Ringstraße die F35 wählen – hätten damit eine Hochlanddurchquerung und könnten mit etwas Glück vielleicht den Gullfoss noch mal bei besserem Wetter sehen – denn da trifft die F35 wieder auf Asphalt.
 

Um 9 Uhr fahren wir vor das Visitor Center in Borgarnes. Der für Besucher zugängliche PC lahmt (wie sollte es auch anders sein) aber eine Angestellte des Visitor Centers zeigt uns an ihrem PC wie sich das „Vedur“ in den nächsten Tagen entwickelt (oder entwickeln könnte  ;) ). So ganz eindeutig ist es zwar nicht aber – mit etwas gutem Willen sieht es im Süden tatsächlich besser aus und sympathischer ist uns diese Möglichkeit aus den erwähnten Gründen sowieso – also bedanken wir uns für die Auskunft und legen fest:
Es wird gegen den Uhrzeigersinn und nach Süden gefahren.

Noch gibt uns Borgarnes nicht frei – für uns inzwischen fast wie ein Bermuda-Dreieck. Denn bevor wir mit unserem Lada wieder an Schafen, Pferden und Wasserfällen vorbeirumpeln können -  wollen wir außer tanken auch noch einkaufen – was irgendwie gar nicht so einfach ist. Der erste Laden hat noch zu – der nächste ist noch gar nicht eröffnet ….
Endlich bei Nummer drei dürfen wir unsere Kreditkarte zücken.
Bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir endlich diesen Ort – wobei uns Borgarnes durchaus gefallen hat - ein nettes Städtchen. 
Wir durchqueren einen gebührenpflichtigen Tunnel, fahren an Reykjavik vorbei Richtung Selfoss und sind gegen Mittag am Seljalandsfoss.  Das Wetter ist inzwischen leider wieder wolkenverhangen – ab und zu gibt es auch mal ein paar Tröpfchen.






Noch viel mehr Tröpfchen bekommen wir allerdings am schönen Seljalandsfoss ab ...

 

 


.... denn hinter dem kann man sogar auf einem Pfad hindurchgehen.

 



Eine feuchte Angelegenheit – die man sich aber nicht entgehen lassen sollte. 

 

 


Neben dem Seljalandsfoss gibt es noch einen zweiten Wasserfall – und die ganze Gegend hier ist wunderschön, ein mäanderndes blumengesäumtes Flüsschen, saftige Wiesen, imposante Berge.

 

 



Auch die Strecke wird nun landschaftlich äußerst reizvoll – was man von dem Bereich zuvor zwischen Reykjavik und Selfoss beim besten Willen nicht sagen kann. Aber jetzt halten wir trotz des düsteren Wetters um Bilder zu machen und die isländische Natur zu bestaunen;  in der einzelne Höfe und kleine Gemeinden einsam im Schatten der Berge liegen.


 




Nächster „Programmpunkt“ ist in Skógar das kleine Heimatmuseum in dem es neben den fotogenen Torfhäusern ....


 

 


... auch eine Kirche (rechts) zu sehen gibt. 

 

 

     

An einem kommt aber wohl kaum jemand in Skógar vorbei  - 25 m breit und 60 m hoch – ein Anblick der Islands Vormachtstellung beim Thema Wasserfälle einmal mehr deutlich unterstreicht .....

 

 


 .... der Skógafoss.

 

 






Es beginnt zu regnen und aus zwei große Bussen „entweicht die Ladung“.  Menschenmengen – damit können wir ja gar nicht mehr umgehen – schnell weg und weiter nach Osten. 







Nur ein paar Kilometer weiter gönnen wir uns einen Abstecher zum Sólheimjökull – einer Gletscherzunge des riesigen Mýrdalsjökull zu dem eine kurze Piste führt

(auf diesen Gletscher kommen wir übrigens im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal zurück ).

 





Eine fast unwirkliche Gegend mit Gletscherflüssen und gelbbemooster Lava – faszinierend !

 

 



Auch der Blick aus nächster Nähe auf den Gletscher zu dem wir vom Parkplatz spazieren lohnt die wenigen zusätzlichen Kilometer.

 

 


 

 

 




Auch die weitere Strecke bis Vik i Mýrdal – oder kurz „Vik“ zwingt noch ein paar Mal zu unvermittelten Stops – manchmal auch einfach auf der Straße, was aber kein Problem ist. Selbst hier auf der 1 ist so wenig Verkehr, überhaupt ein weiterer großer Pluspunkt Islands – nirgendwo bisher auf unseren Reisen konnte man so entspannt Autofahren wie in Island.
 

 




Apropos Autofahren – was können wir heute Neues von unserem Lada berichten ?

Nun, so langsam kennen wir alle seine Macken und haben uns daran gewöhnt. Auch daran, daß man sich immer umstellen sollte wenn man sich gerade vorher im Auto unterhalten hat (was wegen des Ratterns etwas lauter ausfallen muss) und gleich nach dem Aussteigen auf nicht Ladageeichte Menschen trifft. Man will ja niemanden in Grund und Boden schreien.

 





Vik ist ein bezauberndes Örtchen in phantastischer Lage. Das Örtchen schmiegt sich an den mächtigen Reynisfjall – sozusagen der Hausberg Viks, das kleine Kirchlein thront malerisch auf einem Hügel von Lupinen umringt, und der Strand gilt als einer der schönsten der Welt – wozu auch die im Meer stehenden Basaltfelsen der Reynisdrangar beitragen; und das alles vor der Kulisse des Mýrdalsjökull.

 

 


Kirche und Berge in Vik i Mýrdal

 





Blick auf die Reynisdrangar

 
Bevor wir uns aber den Reizen der Umgebung hingeben können muss eine Unterkunft organisiert werden. Das kleine Hostel das hier kaum Zimmer anbietet ist bereits voll. Wir entscheiden uns für das Hotel Lundi (bei dem Namen …. ) das auch ein Guesthouse mit Schlafsackunterkünften anbietet.
Na ja – klein (Bettenlänge 1,70m), alt und gut abgewohnt und dazu die Koffer in den 3.Stock wuchten … zudem macht die Uralt-Küche im Keller nicht unbedingt Lust sich da auszutoben … dürfte mal wieder ein Restaurantbesuch angesagt sein.
Da wir unsere Ansprüche in punkto Zimmer vor der Reise schon gut nach unten disponiert haben macht uns das aber nichts aus – überhaupt war es bisher überall sauber – und wir konnten weit günstiger übernachten als wir gehofft hatten. 

 

 

Wir fahren um den Reynisfjall wieder aus dem Ort nach Westen und nehmen die Stichstraße 218 zum Kap Dyrhólaey. Leider kommen wir hier nicht weit. Der größte Teil der Straße die auf einem Felsen bei einem Leuchtturm endet und den Blick hinab auf ein Felsentor im Meer ermöglicht ist vom 1.5. bis 25.6. gesperrt, was wir aber schon vorher wussten.

Grund sind die dort brütenden Papageitaucher die dort in Scharen in den oberen Etagen der Felsen ihren Nachwuchs in kleinen gegrabenen Höhlen aufziehen. 
 

 




Der kurze Abstecher lohnt sich aber trotz verschlossenem Tor, denn immerhin gibt es hier einige interessante von Wind und Wasser geformte Wellenfelsen. 

 

 




Vik gilt ja als regenreichster Ort Islands. Heute ist es immerhin trocken und mit etwas Glück kämpft sich sogar noch die Sonne durch, die schon gelegentlich durch einige Wolkenfetzen blinzelt. 
An klaren Tagen kann man von der Küste bei Vik die Westmänner-Inseln sehen.

Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Film „Free Willy“ und seinen Star – den Orca Keiko. 1998 kam Keiko wenige Kilometer von hier auf der Insel Heimaey an (der größten der kleinen Westmänner-Inseln) – denn in isländischen Gewässern wuchs er einst auf bevor er für Hollywood „entdeckt“ wurde.
Die „Free-Willy-Stiftung“ beschäftigte ein ganzes Forscherteam, das jeden Atemzug Keikos dokumentierte. 20 Jahre hatte Keiko in den Betonbecken Nordamerikas Kunststücke gezeigt und sich durch den Kinofilm endgültig neben Flipper zum bekanntesten Fisch der Welt katapultiert. Keiko tat sich schwer seine Bucht mit Vollpension zu verlassen und im offenen Meer selbst für sich zu sorgen. Durch unzählige Trainingseinheiten ließ er sich dann doch noch von einem Leben in Freiheit überzeugen, schwamm nach Norwegen kam dort aber auch nicht ohne Menschen aus und starb 2003 an einer Lungeninfektion. Das Experiment das viele Millionen Dollar verschlungen hatte war gescheitert. Ein Happy End wie im Film war Keiko leider nicht vergönnt……








Direkt an der Westseite des Reynisfjall führt eine zweite Stichstraße (die 215) bis zum Meer.
Nur wenige Meter sind es vom Parkplatz bis zum pechschwarzen Strand.
 

 



Hier finden wir neben spektakulären Basaltsäulen ....

 

 


.... auch Papageitaucher (Lundis) die im Meer schwimmen. 

 






Auch das Felsentor von Dyrhólaey kann man gut von hier erkennen.

 





Das beeindruckendste sind aber natürlich die im Meer stehenden Lava-Felsnadeln - die Reynisdrangar. 


 




Da schlägt das Filmerherz wieder schneller.

 

 


Einige der im Meer schwimmenden Lundis drehen ein paar Flugrunden über dem Wasser und landen oberhalb der Basaltsäulen im Felsen.

 





Petra verrenkt sich fast den Hals um mit ihrem Tele ein paar Aufnahmen zu ergattern. 

 

 


Einfach immer wieder herrlich den Kleinen zuzusehen.

 

 



Macht einfach Freude hier große und kleine Dinge zu entdecken.

 

 

So langsam bekommen wir Hunger – auch wenn wir heute noch etwas vorhaben. Wir wollen hoch auf den Reynisfjall wandern in der Hoffnung, neben schönen Blicken auf Küste und Felsen vielleicht sogar einen Lundi oben an den Klippen zu entdecken. So gut wie in Látrabjarg sind die Chancen hier sicher nicht – aber wer nicht wagt der nicht gewinnt.

Aber das verschieben wir mal auf nach dem Essen – ab 21 Uhr gibt es in den meisten Restaurants in Island nichts mehr auf den Teller – also fahren wir wieder um den Berg herum zurück nach Vik. Große Auswahl an Lokalen gibt es im kleinen Vik nicht – aber das Strondin erweist sich als sehr gutes Restaurant – sowohl von der Einrichtung als auch dem Essen. Da wir heute irgendwie Lust auf Pizza haben verschmähen wir manch interessant klingende Alternative – aber Lachs und Lamm gibt es irgendwann anderswo noch.

 






Blick vom Restaurant zum Meer

 

 


Nach dem Essen geht es um 20.30 Uhr in einigen Kehren zu Fuß steil hinauf auf den Reynisfjall. 

 




Inzwischen hat sich die Sonne durchgekämpft und wir bekommen herrliche Blicke in „Fotografen-Licht“ auf die Küste, Berge und den Ort serviert. 
Oben angekommen müssen wir erst mal tief durchatmen – das hat Körner gekostet – mit vollem Pizzabauch.


 
 

 

Nach einigem erfolglosem Herumirren auf dem Felsen ohne Lundierfolg, entscheiden wir uns auf eine verlassene, verfallene Hütte zuzugehen die sich in der Nähe der Klippe befindet.

Vorsichtig treten wir an den Rand und trauen unseren Augen kaum.  :o :D :o :D     
 

 



Unfassbar – wie auf einer Postkarte sitzt eine Gruppe Lundis direkt am Klippenrand !

 


 


Im Hintergrund die Felsnadeln der Reynisdrangar ...

 

 



.... eine Szenerie wie im Film. 

 

 



Immer wieder fliegen Lundis heran, setzen sich vor ihrer Höhle ins Gras während andere wieder Richtung Meer hinab starten.

 

 


Klasse – ein Riesenerlebnis aus nächster Nähe ! 

 

 


 




 

 

   






Dieser Berg mit seiner Klippe ist sogar für Islandverhältnisse ein Superlativ – nicht nur wegen der Lundis – der Blick von hier oben ist überwältigend. Nach Osten steht das Felsentor von Dyrhólaey in der Brandung, direkt unterhalb die Felsnadeln der Reynisdrangar, nach Westen blickt man auf Vik und den weiteren Küstenverlauf – im Hintergrund nach Norden die scheinbar unendlichen Gletscher des Mýrdalsjökull.

Alles wird uns hier oben wie auf einem Präsentierteller serviert und vor allem Lundis ohne Ende !

 

 

Viele Aufnahmen später sind wir gegen 23 Uhr doch gut geschafft wieder im Zimmer und schlafen gleich ein.
Ein absolut phantastischer Tag in einem Wahnsinnsland – und Vik könnte einer unserer absoluten Lieblingsorte auf Island werden.  :D

 


Übernachtung: Hotel Lundi (Guesthouse)

Preis: 5200 ISK (29 €) ohne Frühstück mit Schlafsack WC & Bad auf dem Gang

Bewertung: 2 von 10

Kommentar: sauber und in Vik. Das ist das Positivste was man über das Zwergenzimmer berichten kann.

 

 

Bild des Tages:


Lundis in Vik - auf dem Reynisfjall
Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Andrea

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Re: Lava, Lada, Lundis - Island 2009
« Antwort #74 am: 18. Oktober 2013, 17:51:25 »
Traumhafte Landschaft - tolle Bilder! Aber dies hier war doch sicher das Nachbardorf von Hobbingen, oder?




Liebe Grüße, Andrea



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