2.Tag, Sonntag 28.8.2011Als wir dank Zeitverschiebung bereits um 6 Uhr aus dem Stockbett hüpfen haben wir die Dusche ganz für uns. Das ist eigentlich auch das einzige was an Shared Bath manchmal richtig nervt – ein besetztes Bad.
Frisch geduscht gehe ich die paar Meter von der Hostel zum Auto.

Als ich mich umdrehe trifft mich fast der Schlag – neben mir steht ein Elch der mein Shampoo offensichtlich ok findet und dort verharrt.

Nein, stimmt nicht, es ist gar nicht ein Elch sondern zwei und es ist auch kein Elch sondern eine „Elchin" mit Nachwuchs.
„Cool".
Ich haste zurück in die Hostel und erzähle Petra von meiner Sichtung am Auto und hole meine Filmkamera.
Elchmutter und Jungelch grasen immer noch gemütlich nicht mal 10 Meter neben unserem Wagen.

Wir können die beiden ausgiebig ablichten.

Als das Jungtier neugierig wird und auf mich zuläuft, trete ich doch lieber vorsichtig den Rückzug an – ich war sowieso zu nah dran (wie immer leichtsinnig) und will keinen Ärger mit der Mutter bekommen.

Noch eine letzte Aufnahme da kommt auch der Hostelbetreiber heran und warnt uns nicht zu nah an die Elche heran zu gehen – sie wären die gefährlichsten Tiere hier und es gäbe oft üble Verletzungen wenn der Sicherheitsabstand den ein Elch für sich beansprucht nicht eingehalten wird.
Wir machen uns in der Hostelküche ein kleines Frühstück und es ist erst etwas nach 7 Uhr, als wir die Tankstelle an der Kreuzung in Girdwood erreichen, uns einen French Vanilla Kaffee kaufen und nach einem öffentlichen Telefon fragen, um uns zu Hause zu melden.
Gibt's nicht mehr sagt man uns, weil hier alle Handys haben.
Will der uns veräppeln ?
Na ja, irgendwo wird's schon später auf Kenai ein Telefon geben....

Im Moment sind wir auch viel zu gefangen von dem was uns Alaska diesen Morgen als Szenerie bietet um uns zu sehr mit dem Telefonproblem zu beschäftigen.
Entlang dem Seward Highway fahren wir durch von Sonne geflutete Nebelschwaden ...

... und an wie frisch geputzt aussehenden Berggipfeln ...


... und Gletschern vorbei ...


... und bekommen von den tollen Spiegelungen der Seen den Mund fast nicht mehr zu.

Nicht überraschend, daß wir kaum vorankommen.
Alle paar Meter teste ich den nicht unbeträchtlichen Bremsweg unseres Nissan Muranos um für einen Foto- und Filmstop anzuhalten.

Trotz der beträchtlichen Abnutzung unserer Bremsbeläge ist es erst 8 Uhr als wir die Kreuzung erreichen, die Richtung Osten nach wenigen Meilen zum Portage Gletscher führt. Das erste Boot über den Gletschersee zur Gletscherzunge geht erst um 10.30 Uhr – solange können wir nicht warten – noch dazu bei diesem tollen Wetter. Wir kommen ja auf der Rückfahrt nochmal in ein paar Tagen hier vorbei.


Über dieses Thema wird auch noch zu reden sein ...
Also weiter auf die Kenai Halbinsel – sozusagen das Naherholungsgebiet der Metropole Anchorage.
Kenai ist wie alle Gebiete an Alaskas Küste mit weit mehr Regen gesegnet als er im Landesinneren vorkommt. Dementsprechend glücklich darf man sich schätzen, wenn man hier mit wolkenlosem Himmel und unglaublicher Fernsicht gesegnet wird wie wir an diesem Tag. Wir lassen den ursprünglich ins Auge gefassten Abstecher nach Hope erst mal aus und biegen auf den Sterling Highway nach Westen. Nach einer Stunde Fahrt halten wir an einem Kenai Visitor Center. Auch hier gibt es genauso wenig ein Telefon wie sonstwo entlang der Strecke. Die Telefone sind tatsächlich alle abmontiert!
Nur noch die Gehäuse künden von der einstigen wohl inzwischen völlig antiquierten Form eines Telefongesprächs.

Wir probieren die nichtasphaltierte Alternativroute zum Highway – die Skilak Road. Außer 2-3 netten Aussichtspunkten bietet die Piste nichts - nur einige Meilen durch dichten Wald.
Soldotna, einer der größeren Orte auf der Kenai Halbinsel wird unser nächster Versuch das Telefonproblem zu lösen. Wir klappern Visitor Center und Supermärkte ab – Ergebnis wie zuvor.
Im Fred Meyers Supermarkt, wo wir uns nochmals nach einem Telefon erkundigen erbarmt sich der Verkäufer und wir können von seinem Geschäftsapparat endlich mit unserer Telefonkarte unseren Anruf erledigen. Manchmal sind im Leben die kleinen Dinge die schwierigsten.

Dann geht es über die Kalifornsky Beach Road und den Old Sterling Highway nach Süden Richtung Homer.

Die ganze Strecke über bekommen wir die Vulkanberge des Ring of Fire in einer Postkartenansicht nach der anderen geboten.

Viele Kenai-Besucher kennen diese Vulkane nur von Fotos.

Wir bekommen die Gelegenheit unsere eigenen zu machen und können uns bei den immer besser werdenden Aussichtsmöglichkeiten auf die rund 50 Meilen entfernten Mt Iliamna, Mt Redoubt und Mt Augustine, ...

... auch kaum von diesem seltenen Anblick lösen.

Selbst hinter dem obligatorischen Stop an der alten russisch-orthodoxen Kirche in Ninilchik sind die Berge zu sehen.
Wie oft das wohl seit 1847, als hier erstmals ein russischer Stützpunkt entstand, der Fall war ?


Wir halten noch beim Anchor Point (der westlichste Punkt von Nordamerikas Festland) und erreichen am späten Nachmittag bei immer noch strahlendem Wetter Homer – einen der sonst regenreichsten Orte Alaskas. Hauptattraktion in Homer ist der sogenannte Homer Spit. Wie eine Sichel reicht die teilweise nur wenige Meter breite Landzunge in die Kachemak Bay.

Wir fahren hinüber auf den Spit ....


... und sehen den Fischern beim Zerlegen ihres Tagesfangs zu.


Hier auf dem Homer Spit befindet sich auch das Büro von Bald Mountain Air.
Wir melden uns dort im Büro und bekommen unsere Einweisung und Infos für den nächsten Morgen wenn es mit dem Wasserflugzeug in den äußersten Norden des Katmai Nationalparks zum Bear Watching geht.
Es wird morgen auch definitiv geflogen – was aufgrund des Wetters hier ja nicht immer möglich ist. Ein Tag auf den wir uns schon lange freuen.


Wir fahren etwas außerhalb aus dem Ort zu unserer vorgebuchten Cabin.
Moose Creek Cabins nennen sich die Handvoll Hütten die etwa 10 Meilen östlich von Homer in schöner Lage mit tollem Blick über die Berge wirklich eine tolle Übernachtungsmöglichkeit bieten.
Das Ehepaar, das die Hütten betreibt empfängt uns herzlich, wir bekommen den Hot Tub erklärt und unsere Hütte gezeigt, in der eine kleine Küche integriert ist. Die Hütte gefällt uns sehr gut und würde sich bestens in jedem Hochglanzprospekt über Alaska machen.

Auch innen alles tip top.

Da es noch nicht zu spät ist fahren wir vor dem Essen nochmal zum Homer Spit ...

... und beobachten Bald Eagles auf einer Tsunamisirene, ...

... sehen noch einmal den Fischern zu, wie sie den Fang des Tages ausnehmen ...

... und spazieren am Strand entlang.
Gegen 20 Uhr sind wir zurück in unserer Cabin und weihen die neue Walmart-Herdplatte mit Steaks ein – klappt bestens.
Ein schöner erster Tag, gleich zwei Elche am Morgen und Traumwetter.
Hoffentlich zeigt sich der Himmel morgen ähnlich freundlich. Der Flug ist ja der halbe Spaß aber wir sind natürlich auch schon sehr gespannt ob wir Bären sehen.
Dürfte ein aufregender Tag werden …...........
Übernachtung: Moose Creek Cabins, Homer
Preis: 118 $ (mit Steuer)
Kommentar: Vielleicht beste Unterkunft der Reise, nagelneue Cabin mit Küche, super Hot Tub, bei gutem Wetter Traumlage, nette Vermieter, Preis für das Gebotene angemessen und für Homer sogar günstig
Bild des Tages:
Ein toller Tag auf der Kenai Halbinsel