17.Tag, Montag 12.9.2011 
Sonnenaufgang bei der Eagle Plains Lodge.

Das einzige, das an diesem strahlenden Morgen nicht mithalten kann ist unser nach wie vor völlig verschlammtes Auto.
Auch wenn Petra gerade das Bier zum Auto trägt wird es nichts bringen sich das Auto schön zu saufen.
Demzufolge gönne ich unserem Wagen nach dem Frühstück eine wenigstens grobe Wagenwäsche mit dem Wasserschlauch neben der Tankstelle. Ich muss meist sekundenlang auf die gleiche Stelle halten, der Schlamm hat in mehreren Schichten unser Auto unter sich begraben und scheint anbetoniert.
Währenddessen checkt Petra aus – oder besser sie versucht es.
Das mittelalterliche Kartenlesegerät im Eagle Plains Hotel scheint den gleichen Geburtstag zu haben wie die nette Seniorin hinter dem Tresen.
Nach einer (nicht nur) gefühlten Ewigkeit mit mehrmaligem Steckerziehen und dem Switch auf meine Kreditkarte rattert das Gerät endlich los – ich kann die Quittung unterschreiben ...

... und wir können hinaus in die Sonne zu unserem nun etwas erträglicher aussehenden SUV.
Es ist also inzwischen schon 9 Uhr als wir wieder auf den Dempster Highway diesmal zurück zum Klondike Highway starten.
Auch der Straßenbelag ist über Nacht getrocknet, sodaß wir die Rückfahrt heute noch mehr genießen können.

Im Tal löst sich der Morgennebel auf.

Wir fahren durch eine völlig neue Landschaft, die im strahlendem Sonnenschein wieder ganz anders aussieht.

Natürlich halten wir einige Male zum Fotografieren und Filmen.

Nach gut einer Stunde läuft uns ein Cross Fox (Kreuzfuchs) über die Piste. Bevor er im Gebüsch entschwindet gelingt Petra wenigstens noch ein Schnappschuß.

Gegen 13:30 Uhr erreichen wir die Region der Tombstone Mountains.
Neben der Strecke in die Northwest Territories das landschaftlich attraktivste Stück – soweit wir es beurteilen können.
Die Seen und Berge leuchten in der Sonne ...

... und es gibt einige lohnende Aussichtspunkte u.a auf einen Canyon ...

... und ein langgezogenes Tal mit zackigen Berggipfeln in der Ferne.

Dazu herrscht eine fast völlige Stille. Wir genießen die Ausblicke, die Sonne und das "weit weg sein von allem".
Der Dempster hat fast etwas Meditatives.

Im Visitor Center informieren wir uns über kurze Wanderwege.

Wir gehen einige Schritte auf dem Golden Sides Mountain Trail ...

... bis zu einer erhöhten Aussicht ...
... und folgen dann im Tal dem North Klondike River Trail bis sich der Fluß ...

... fast wie in einem Delta verbreitert, vor den Bergen der Tombstone Mountains zeigt.
Wir laufen im Flußbett umher, machen einige Aufnahmen und kehren wieder um.

Es sind noch einige Kilometer zu fahren. Problemlos erreichen wir die Kreuzung mit dem Klondike Highway und dem Asphalt.
Unser zweimal geflickter Reifen hat gehalten – good job American Tire !

Wir fahren auf dem Klondike Highway Richtung Whitehorse.
War der Herbst in vielen Gebieten am Dempster Highway schon durchgezogen befinden sich die Espen-Wälder hier auf ihrem farblichen Höhepunkt.

Ein gelb-oranger Farbrausch.

Verursacht von diesen dünnen Bäumchen.

Der Yukon River schlängelt sich neben dem Highway entlang – eine tolle Strecke.

Ohne Unterbrechung umlagern die mit grünen Nadelbäumchen garnierten Herbstwälder den Fluß.

Sonnenuntergang am Yukon River.

Als wir die Five Finger Rapids, eine besonders schöne, aber früher wegen der Stromschnellen auch gefährliche Flußpassage erreichen, ist es schon spät.

So können wir hier nur noch eine Aufnahme vom Sonnenuntergang machen.
Weit wollen wir aber heute nicht mehr – also kein Problem diesen Aussichtspunkt morgen früh nochmal anzusteuern. Die Five Finger Rapids im Herbstlaub sind ein Motiv, das man sich nicht entgehen lassen will.
Wir erreichen nach 15 Minuten Carmacks, ein 400-Seelen-Nest mit 2 Motels.

Wir fragen im Carmacks Hotel nach einem Zimmer.
124 $ sind ein erschreckend stattlicher Preis aber da es schon nach 21 Uhr ist haben wir keine große Lust auch noch das andere Motel abzuklappern, um vielleicht 10 $ zu sparen. Weiterfahren würde auch nichts bringen – die nächste Unterkunft ist 150 Kilometer entfernt. Also beißen wir knirschend auf die Zähne und wuchten unsere Koffer in den ersten Stock.

Immerhin soll heute mal wieder Chili-Time sein aber auch diese Freude wird kurzfristig getrübt.
Der Dosenöffner Marke „günstig" kann leider nicht mit der Qualität des Chilies mithalten und bricht beim Öffnen der zweiten Dose ab. Wir können den „Worst Case" (nur eine Dose Chili) verhindern und auch den Inhalt dieser Dose mit allen Tricks in den Topf zaubern.
Wir staunen jedes Mal über die perfekte Schärfe dieses 08/15-Gerichts zu dem die Chefköchin wieder Reis kredenzt.
Obwohl wir laut Info des Hotelbetreibers im Epi-Zentrum der Nordlichtervorhersage sind wird es auch heute Nacht keine zu sehen geben – und wenn, haben wir sie schlichtweg verpennt.
Übernachtung: Carmacks Hotel, Carmacks
Preis: 124 Can$ (mit Steuer)
Kommentar: kurz und bündig – der Preis ist eine Frechheit. Das Zimmer ist zwar sauber aber alt und nichts rechtfertigt diesen hohen Preis
Bild des Tages:
North Klondike River Trail am Dempster Highway