Autor Thema: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste  (Gelesen 8211 mal)

Christina

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #105 am: 23. Dezember 2024, 18:45:34 »
Die Kugeln, vor allem die eine auf dem Sockel sind ja faszinierend. Der Coalmine Canyon sieht auch von oben schon toll aus, auch wenn es natürlich noch interessanter wäre unten zu wandern.

Die Ureinwohner, das ist ein schwieriges Thema, bei dem es eigentlich nicht möglich ist, einzuschätzen, wie schwierig/einfach es für sie wäre, sich "unserer" Lebensweise besser anzupassen. 


LG Christina

Horst

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #106 am: 28. Dezember 2024, 18:26:12 »
14.Tag, 3.5.2024, Freitag

Von einem tiefblauen See in den wilden Westen Arizonas




Auch an diesem Morgen heißt es zeitig aufstehen. Bereits um 5 Uhr lege ich vom Motel ab, besorge mir wie immer einen Kaffee.




Im Shop der Tanke erlebe ich wieder ein Stück moderne Service-Gesellschaft. Wer hier bar zahlt, steckt seine Scheine in einen Slot und bekommt das Wechselgeld wie aus dem Glücksspielautomaten. Den Kaffee schlürfend, verlasse ich Flagstaff.





Mein erstes Ziel ist heute der Watson Lake State Park bei Prescott, den ich um 7 Uhr erreiche.





Die Sonne ist noch nicht lange aufgegangen und steht noch tief, also noch gute Bedingungen am Seeufer auf einen kleinen Fotoausflug zu gehen.















Der See liegt eingebettet in die Granite Dells.




Die Dells bestehen aus freiliegendem Grundgestein und großen Granitblöcken, ...





... die durch Erosion ein ungewöhnlich klumpiges, welliges Aussehen erhalten haben ...





... und geologisch auf ein Alter von 1,4 Milliarden Jahre geschätzt werden.





Nach einigen Aufnahmen am See unweit des Parkplatzes folge ich einem Pfad der dem Westufer bis zum Damm folgt und immer wieder herrliche Blicke auf die runden Granitfelsen und den glitzernden See bietet.












Noch am Vormittag verlasse ich den Park und fahre auf dem Highway 89 weiter nach Westen.




Die Vegetation wird immer wüstenhafter und auch Joshua Trees tauchen in der Ebene auf.




Angeblich gaben Mormonen, welche die Mojave-Wüste durchquerten, dem Joshua Tree seinen Namen. Sie erkannten in den Pflanzen die Gestalt des Propheten Josua, der den Israeliten mit ausgestreckten Armen den Weg ins gelobte Land wies.





Die vor allem in der Mojave-Wüste des Joshua-Tree-Nationalparks vorkommende Art erreicht Wuchshöhen von über 12 Metern. Zusammen mit dem Saguaro sind sie die Symbole der nordamerikanischen Wüstenflora. Durchschnittlich wird sie etwa 150 Jahre alt.




Die Gegend im zentralen Westen Arizonas (abgesehen von Phoenix), kann man nicht unbedingt als florierend bezeichnen.




Mein zweites Ziel dieses Tages ganz im Westen Arizonas ist die Ghost Town Aguila, die Teil der Robsons Mining World ist, die ich am frühen Nachmittag erreiche.




Robsons Mining World geht zurück auf die Nella-Meda Gold Mine aus dem Jahr 1917.



Es gibt diverse alte Gebäude,




jede Menge alte Autos, ...





Mining-Equipment ...




... und viele urige Utensilien des alten Westens und der Minenförderung.











Für mich eine der schönsten Ghosttowns des Südwestens, alleine schon wegen der tollen Wüstenvegetation rund um die alten Bretterhütten die ich auf einer großzügigen Runde um die Ghosttown erleben kann.












Diverse Kakteen hinterlassen wieder mal ihre Spuren auf meinen Schuhen.
















Die letzte Tagesetappe führt nach Blythe und damit hinüber und zurück nach Kalifornien.


Übernachtung: Magnus Hotel, Blythe, Kalifornien, 95 €

Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Isa

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #107 am: 28. Dezember 2024, 23:44:16 »
Sehr, sehr hübsch!
Da dank ich dir für den Tipp! Diese Ghost Town wäre auch etwas für mich!  :danke:

Horst

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #108 am: 30. Dezember 2024, 10:54:12 »
Hi Isa,

hat keine eigene Webseite aber hier kann man noch einige Eindrücke sammeln:
https://www.tripadvisor.com/Attraction_Review-g31405-d601016-Reviews-Robson_s_Ranch_Mining_Camp-Wickenburg_Arizona.html

10-16 Uhr geöffnet.
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Christina

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #109 am: 30. Dezember 2024, 18:11:25 »
Wieder zwei tolle Ziele heute. Die Ghosttown gehört wohl eher zu den unbekannten? Ich kann mich nicht erinnern, den Namen schon mal gehört zu haben. Würde mir auf jeden Fall auch gut gefallen, gerade wie du auch schreibst, wegen der Kakteen Landschaft drumherum.

So ein Teil, wo man seine Geldscheine einsteckt und das Rückgeld automatisch zurück bekommt, gibt es hier auch hin und wieder, ich kann mich an eine Metzgerei (damit die Verkäufer nicht das unhygienische Geld anfassen müssen) und eine Apotheke erinnern, bei der Apotheke wurde es aber wieder abgeschafft, weiß nicht warum.


LG Christina

Horst

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #110 am: 31. Dezember 2024, 17:25:17 »
15.Tag, 4.5.2024, Samstag


Ein Ende mit Paukenschlag







Mein letzter Tag den ich noch nutzen kann, also wird auch heute noch mal früh aufgestanden und um 3.30 Uhr sieht das Motel meine Rücklichter. Mein Ziel ist es zum Sonnenaufgang im Joshua Tree National Park zu sein. Heute fällt mir diese neuerliche Kurzschlafaktion besonders schwer, und ohne Kaffee an diesem Morgen drohen mir ein paar Mal die Augen zu zufallen. Mein Akku scheint auch langsam wirklich tiefenentladen (wobei das nur für den Körper gilt - der Kopf hat jeglichen Stress zu 100% abgebaut und wird noch lange von dieser Reise zehren können  :D ).

Nach knapp zwei Stunden Fahrt passiere ich endlich den noch unbesetzten Südeingang des Nationalparks und fahre noch bei völliger Dunkelheit nach Norden ins Zentrum des Parks.





Für die ersten Sonnenstrahlen des Tages habe ich mich für die Region rund um den Arch Rock entschieden.



So parke ich meinen Wagen und gehe den kurzen Weg zum Felsbogen während allmählich die Dämmerung hinter den Felsen zum Vorschein kommt.








Der Arch Rock ist aber noch nicht von Sonnenstrahlen durchdrungen, ...





... also nutze ich die Zeit und besuche den Heart Rock, den man in 10 Minuten erreicht hat. Wirklich herzig dieser Stein.









Zurück am Arch Rock komme ich gerade rechtzeitig zu den ersten Sonnenstrahlen, verlockend natürlich die Sonne durch den Bogen strahlend festzuhalten.





Danach sehe ich mich etwas in der Nähe der Jumbo Rocks um.








Kopulierende Felsen.









Die Josua-Palmlilie, die als größte der Yucca-Palmen bis zu zwölf Meter hoch und 150 Jahre alt wird, findet man nur in der Mojave-Wüste. Der nach dieser Agave mit dolchartigen Blättern benannte, 3200 km2 große Joshua Tree-Nationalpark zieht jährlich über zwei Millionen Besucher an, die natürlich nicht nur wegen der Palmen kommen. Gerade am Wochenende (heute ist Samstag) ist mit regem Zustrom aus den Metropolen Los Angeles und San Diego zu rechnen. Um so besser, wenn man den Park gleich früh am Morgen besucht, wo noch nicht viel los ist.
Im südkalifornischen Joshua-Tree-Nationalpark treffen mit der Mojave- und der Colorado-Wüste zwei unterschiedliche Wüstenökosysteme aufeinander. Der Nationalpark beherbergt eine faszinierende, artenreiche Flora und Fauna, die perfekt an die unwirtlichen Berge und die durch Erosion freigelegten Granitformationen angepasst ist.





Überhaupt weist der Park einige der interessantesten geologischen Formationen auf, die in den kalifornischen Wüsten zu finden sind, wie z.B. hier den Penguin Rock bei den Jumbo Rocks.






Zeit etwas zu wandern bevor es zu heiß wird. Zunächst entscheide ich mich für den Barker Dam Trail, ein Rundweg, der in einer Stunde Gehzeit zu einem manchmal mit Wasser gefüllten Tümpel am Damm führt, heute leider ohne Wasser, dafür aber mit schönen Ansichten der Region.










Danach geht es auf den Hidden Valley Trail, ...




... der für mich schönste (Rund-) Weg im Park.






Auf gut einer Stunde führt der Weg an riesigen Granitansammlungen vorbei, natürlich immer von den markanten Joshua Trees garniert (und wenn es nur ein Schatten ist).


















Gegenüber des Hidden Valley Trails beim Campground versteckt sich der Turtle Rock. Der gefällt mir besonders. Vielleicht gucke ich hier später noch mal vorbei.





Joshua Tree Forest am Hidden Valley Campground




Eine Stichstraße führt hinauf zum Keys View.





Weit schweift der Blick in die Umgebung, zu der auch ein Teil der San-Andreas-Verwerfung (San Andreas Fault) gehört. Die Spalte erstreckt sich über gut 1100 Kilometer Länge von Mexiko bis zum Norden von San Francisco und teilt den Bundesstaat Kalifornien in zwei Hälfte, wobei San Francisco auf der Nordamerikanischen Platte und Los Angeles auf der Pazifischen Platte liegt.
Durch einen Bruch in der San-Andreas-Verwerfung wurde das San Francisco Erdbeben ausgelöst. Es erschütterte die Küste Nordkaliforniens am 18. April 1906 und gilt als eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten.





Danach geht es zurück ins Parkzentrum zum Skull Rock.




Skull Rock




Felsen am Skull Rock




Inzwischen ist es Mittag und der Park hat sich gefüllt. Trotzdem findet man am Trail zum Face Rock noch einen Parkplatz.




Auch diesen Trail kann ich weiterempfehlen und der Face Rock selbst ist schon außergewöhnlich gute Steinmetz-Arbeit der Natur.




Auch hier findet man immer wieder etwas blühendes.









Gegen 13 Uhr ist der Park voll (für mich gewöhnungsbedürftig nach vielen Locations in fast völliger Einsamkeit) und ich trete erst mal den geordneten Rückzug an. Bei der Ausfahrt aus dem Park zahle ich die 30$ Parkgebühr und fahre weiter in die rund 20 Minuten vom Ort Joshua Tree entfernte Pioneer Town.




Die Pioneer Town ist eine nette Westernstadt ...




... mit vielen fotogenen Gebäuden und guter Wildwest-Atmosphäre.





Die Besucher verteilen sich hier ganz gut und ein Eintritt wird nicht erhoben.





Pioneertown wurde 1946 von einer Gruppe von Schauspielern und Investoren gegründet, darunter Roy Rogers und Gene Autry. Die Idee war, eine Stadt zu schaffen, die als Kulisse für Westernfilme dienen sollte, die aber auch nach Drehschluss noch von den Filmcrews genutzt werden konnte. Dazu wurden Gebäude errichtet, die von außen einer typischen Westernstadt aus dem 19. Jahrhundert glichen. Im Inneren beherbergten sie jedoch moderne Einrichtungen wie Eisdielen, eine Bowlingbahn oder Motels. In den folgenden Jahrzehnten wurden hier über 50 Filme und Fernsehshows gedreht.
Pioneertown war nie eine reine Westernkulisse oder ein Dienstleistungsangebot für Filmcrews, sondern hier lebten immer auch Menschen, die die diversen Motels, Gaststätten oder verschiedene Läden betrieben. Auch heute noch erfreut sich Pioneertown als Wohnort für Künstler oder Unternehmer wachsender Beliebtheit.
Auch wenn die Blütezeit der Westernserien inzwischen vorbei ist, wird Pioneertown noch immer zumindest gelegentlich als Kulisse für Filmproduktionen verwendet.















Lange halte ich mich hier allerdings nicht auf.




Zeit zum Zimmer zu fahren, einzuchecken und mal eine Pause am Zimmer einzulegen, zumal es recht windig geworden ist und düstere Wolken einen möglichen Regenguss andeuten.
Am Zimmer gilt es etwas Augenpflege zu betreiben und sich mal für eine Stunde eine Auszeit zu gönnen.
Danach organisiere ich mir einen Happen zu Essen und blicke kritisch hinauf zum Himmel. Es tröpfelt, ist windig, die Wolken bieten ein tristes Grau in Grau.
Also zusammengefasst, das Wetter sieht nicht gerade verheißungsvoll aus und eigentlich könnte ich es ja jetzt gemütlich ausklingen lassen.
Hm…  andererseits … wer nicht wagt, der nicht gewinnt.





Also raffe ich mich doch noch einmal auf, werfe mein Stativ auf die Rückbank und fahre über den Nordeingang noch einmal in den Park.




Immerhin hört das Tröpfeln auf. Dem Park Boulevard nach Süden folgend, halte ich an der Granitwand der Hemingway Buttres.














Es ist schon Abend vielleicht eine Stunde bis Sonnenuntergang und so lassen sich trotz oder wegen der Wetterumstände Gegenlichtmotive finden.




Der Himmel hat nun auch dunkle geschwungene Wolkenbänder im Programm, es wird interessant.










Mir fällt die Gegend um den Turtle Rock am Hidden Valley Campground ein, wo es mir heute Mittag gut gefallen hatte.




Neben den tollen Felsen gibt es hier auch einen Joshua Tree Wald also könnte das eine gute Location für diesen letzten Abend sein.
Ich baue mein Stativ auf und mache ein paar Aufnahmen vom Turtle Rock und bin doch froh dass ich mich noch einmal aufgerafft habe.




Während ich gerade fasziniert auf die schwarzen Wolken blicke, die sich Richtung Westen drohend am Himmel präsentieren bekommt diese wirklich phantastische Tour, die mir schon so viele Naturwunder auf dem Silbertablett präsentiert hat eine letzte Kirsche aufgesetzt.




Die Sonne bricht wie ein Laserschwert durch die dunklen Wolken ...





... und taucht die Landschaft  in ein herrliches Licht.









Mein Stativ lasse ich stehen wo es steht und fange wie ein aufgeschrecktes Huhn an zu rennen.




Irgendwohin wo ich dieses Licht und die Landschaft halbwegs würdig festhalten kann.





Wer mich hier beobachtet würde mich wahrscheinlich in eine Anstalt mit gummierten Wänden einliefern lassen, so chaotisch wie ich im Rückwärtslaufen fotografiere.




Egal, kaum textlich vermittelbar, welchen Spaß ich dabei habe, da ich heute wirklich nicht mehr mit solchem Büchsenlicht gerechnet habe.










Die Show dauert fast eine halbe Stunde. Irgendwann schließen sich die Wolken vor der tief gesunkenen Sonne und ich kehre zum meinem Stativ zurück, dass zum Glück niemand geklaut hat.





Eigentlich denke ich, dass das ein wirklich würdiger Abschluß war und fahre auf dem Parkboulevard wieder zurück nach Norden.






Dann bricht die rote Sonne noch einmal durch die Wolken und beleuchtet die Felsen entlang der Straße.




Ob gegen die letzten Sonnenstrahlen ...




... oder mit dem letzten Licht, man kann sich kaum sattsehen.




Den Wrangler lasse ich einfach am Straßenrand stehen und knipse mich noch mal durch ein paar Hundert Meter Joshua Tree Nationalpark.









Der Horizont liefert ein letztes Farbenspiel ...





... und die Joshua Trees heben sich dramatisch vom glühenden Himmel ab.






















Das letzte Foto dieser Reise.

Zurück am Zimmer falle ich passenderweise wie ausgeknipst ins Bett.




Übernachtung: High Desert Motel, Joshua Tree, Kalifornien, 97 €



> Folgt noch die Rückreise nach LA und ein Fazit.

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Christina

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #111 am: 01. Januar 2025, 18:05:59 »
Nochmal ein von Anfang bis Ende wunderbarer Tag. Besonders die Abendfotos sind genial.

Auch nach meiner Erfahrung ist es häufig so, dass der Sonnenuntergang schöne Lichtstimmungen bringt, auch wenn der Himmel in der Zeit davor komplett bedeckt war. Ich denke da aber nicht immer dran und habe deshalb diesen Herbst in der Normandie einen tollen Untergang verpasst bzw. zwar immerhin gesehen, aber nicht von einer guten (Foto) Position aus.


LG Christina

Horst

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #112 am: 03. Januar 2025, 20:13:07 »
Nachtrag.
 
Am nächsten Tag geht es zurück nach Los Angeles.




Die Rückgabe des Wranglers ist diesmal mit ein bisschen Wehmut verbunden. So ein tolles Auto hatte ich noch nie.

Der Rückflug nach München verläuft ohne großen Vorkommnisse und ich schwelge noch auf Wolke 7. Der Kopf ist noch voller phantastischer Landschaftsbilder des amerikanischen Südwestens, als ich am Nachmittag des folgenden Tages, in meinen an Flughafen München geparkten Wagen einsteige, auf die Autobahn nach Nürnberg einbiege und mir nach 2 Kilometern Fahrt der Reifen platzt.
Nach 2 Stunden warten auf dem Standstreifen der Autobahn und warten auf den Abschleppwagen werde ich schließlich mit meinem Wagen in eine in der Nähe befindliche Werkstatt transportiert.
In der Werkstatt stellt man dann noch einen Federbruch fest (die kaputte Feder hatte den Reifen aufgeschlitzt).
Pech, dass mir das hier in München nach so einem tollen Urlaub passiert. Glück, dass ich es übelebt habe und man mir am Abend noch notdürftig eine Feder einbaut und einen Reifen aufzieht, so daß ich wieder nach Hause komme.
Im Leben geht's halt immer rauf und runter...
 



Fazit:

 
Eigentlich haben mir alle meine Reisen sehr gut gefallen. Diese wird mir aber sicher in besonders guter Erinnerung bleiben.

Vielleicht weil Wetter und Licht mir so besonders gewogen waren, vielleicht weil ich mit dem Westen der USA so eine lange Pause hatte (zuletzt 2015), vielleicht weil ich mich nach den grünen Reisen in Europa besonders nach der Wüste gesehnt hatte, vielleicht weil ich es diesmal so intensiv erlebt habe und mich auf meine "alten Tage" doch noch einmal ausgetobt habe, vielleicht aber auch weil meine ausgesuchten Ziele einfach wunderschön sind und die Natur im Südwesten der USA seinesgleichen auf der Welt sucht.

Von der Euphorie die man beim Ersten Mal in einem neuen Land erlebt bin ich natürlich weit entfernt. Ich habe mal nachgezählt, dies war meine 19. Reise in die USA.
Manches hat sich auch verändert, manches nehme ich aber auch anders wahr. Sei es die Gleichschaltung von Orten und Städten (überall sieht es bis auf wenige Ausnahmen gleich aus), der mangelhafte Umweltschutz (was sogar mir auffällt und das heißt was), die mehrheitlich minderwertige Kost die viele Amerikaner in den unzähligen Fast-Food Tempeln angeboten wird, die Zustände in den Reservaten usw.
Dem entgegen steht, dass es kaum ein Land gibt, das einfacher zu bereisen ist, sich vorbildlich gegenüber Behinderten zeigt (vor allem gegenüber Deutschland), es gerade im Südwesten nach wie vor die Weite und Einsamkeit gibt, die mich als Kind in John Wayne Western begeistert hat. Auch das Autofahren kann kaum entspannter sein, als im Südwesten der USA (wenn man nicht gerade morgens in völliger Dunkelheit auf einer Tiefsandpiste zur White Pocket schaukelt).
 
Obwohl ich wirklich von allem was ich auf dieser Reise erleben durfte restlos begeistert war, würde ich die White Pocket und die Bisti Badlands besonders herausheben.

Der besondere Moment der Reise war für mich die Lichtstimmung am Moonscape Overlook, frei nach dem Motto unverhofft kommt oft. Aber das hat wirklich den Vogel abgeschossen.
Wenn ich heute, Monate später die Aufnahmen sehe, spüre ich immer noch wie ich mich da gefühlt habe, wie als kleines Kind das sein erstes Weihnachten erlebt.






Danke fürs Mitfahren  :D

Ich bin mit dem, was Du sagst, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod Dein Recht verteidigen, es zu sagen. Voltaire.

Paula

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #113 am: 04. Januar 2025, 14:01:43 »
erstmal alles Gute fürs neue Jahr 2025 Horst! Das Ende war spannender als erwartet, wie gut dass dir nichts passiert ist, manchmal muss man einfach Glück haben! Wie du sagst: im Leben geht es auf und ab, wenn es dich tröstet das ist bei allen so, ich hatte zum Beispiel pünktlich zu Weihnachten einen Abszeß im Ohr, das braucht man auch nicht, ist natürlich kein Vergleich zu aktuter Lebensgefahr in die man gerät wenn einem auf der Autobahn der Reifen platzt  :schreck: (das ist einer Kollegin von mir mal vor Weihnachten passiert, auch sie blieb unverletzt und sie meinte damit sind alle Geschenke überflüssig, mehr will sie gar nicht).

Deine Begeisterung für den Südwesten der USA kann ich gut verstehen, ich war zwar erst ein paarmal dort aber ich habe die gleichen Empfindungen. Die White Pocket werde ich definitiv beim nächsten USA Besuch besichtigen (aber mit Guide, das traue ich mich nicht zu fahren).
Das Wolkenspiel am Ende war ja der absolute Hammer wirklich der krönende Abschluß, wir hatten mal einen ähnlichen Himmel im Rocky Montain NP, aber so gut war es nicht, ich war aber auch damals schwer beeindruckt!

Vielen Dank für den ausführlichen Bericht und die vielen Fotos, davon werde ich einiges verwenden für meine nächste Reise.  :herz:  :anbeten: :danke:
Viele Grüße Paula

Silv

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #114 am: 04. Januar 2025, 15:21:55 »
Der letzte Tag war ja wirklich toll mit den Wolken! Aber auch sonst eine tolle Reise - bis auf die Heimfahrt  :o

Vielen Dank fürs Mitnehmen!
Liebe Grüße
Silvia

Susan

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #115 am: 04. Januar 2025, 23:45:08 »
Endlich die letzten Tage nachgelesen, da war ja wieder viel sehenswertes dabei.

Puh, der Reifenplatzer hätte nun nicht sein müssen. Gut, dass der so glimpflich verlaufen ist.
 
 :herz: lichen Dank für den tollen Reisebericht und die vielen wunderschönen Bilder. Herrliche Lichtstimmungen! Das führt uns ja direkt in Versuchung doch nochmal in die Gegend zu reisen.  ;D
Liebe Grüße
Susan


Heike Heimo

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #116 am: 05. Januar 2025, 08:59:25 »
Es sehr schöne Tour mit vielen Inspirationen, falls wir nochmals in die Gegend kommen. Von deinen Island-Berichten konnte ich schon viel mitnehmen. Danke dafür

Das mit dem Reifen war Glück. Wenn das bei der Hinfahrt passiert wäre, wäre es wahrscheinlich knapp geworden, den Flieger zu erreichen.
"Of all the books in the world, the best stories are found between the pages of a passport."

www.heibergweitweg.wordpress.com

Silvia

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #117 am: 05. Januar 2025, 16:52:53 »
So, ich habe laaaange gezögert deinen Bericht zu lesen, denn ich wusste dass sich dann sofort das Fernweh meldet und ich zurück in den Südwesten will - auch wenn es jetzt so gekommen ist, bin ich doch froh den Bericht angegangen und komplett in einem Stück gelesen habe.

Was für ein HAMMER!!  Eine faszinierende Landschaft nach der anderen, einige bekannte Orte und sehr, sehr viele unbekannte Ecken mit unglaublichen Formationen und Farben. Jedes mal denkt man, das kann nicht besser werden und ständig tauchen noch spektakulärere Bilder auf - mit dem krönenden Abschluß im Joshua.

Vielen herzlichen Dank das du uns mit auf diese Tour genommen hast  :danke:

Christina

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Re: USA 2024 – Desert Rocks – die Farben der Wüste
« Antwort #118 am: 06. Januar 2025, 18:32:11 »
Schon ironisch, da fährst du kilometerweit auf Schotterpisten und nichts passiert und dann ausgerechnet auf der geteerten Autobahn erwischt es dich mit einem Reifenplatzer, das hätte nun wirklich nicht sein müssen.

Vielen lieben Dank Horst, für den Bericht aus einer beeindruckenden Landschaft, sollte ich nochmal in die Gegend kommen, werde ich deinen Bericht bei der Planung nochmal heranziehen. Gut auch zu wissen, dass es noch einige ruhige Spots dort gibt.


LG Christina