8.Tag, Samstag 8.4.2023Heute müssen wir uns auf viele Leute einstellen. Karsamstag und in die City von Valencia – das wird nicht einsam werden.
Valencia hat den Beinamen „Stadt der Freude“ – verliehen von den Mauren nach Eroberung der Stadt 718 n.Chr.
Parkplatzsuche macht hier keine Freude, weshalb man sich am besten eines der städtischen Angebote zur unterirdischen Verbringung des Blechkameraden sucht.
So fahren wir vorbei an palmengesäumten Alleen zu einer Tiefgarage in der Innenstadt am berühmten Mercado Central, den wir auch gleich als ersten Anlaufpunkt ansteuern.

Der Mercado Central von Valencia...

... ist eines der architektonisch schönsten und charmantesten Gebäude in Valencia.

Er gehört zu Europas größten Zentralmärkten für frische Produkte, bringt ca. 300 Kaufleute zusammen und bietet ein breites Sortiment von etwa 20.000 Produkten an.

Die Palette ist riesig, insbesondere Obst, Gemüse, Nüsse, Gewürze, Fleisch, Fisch, Delikatessen, Hülsenfrüchte, Backwaren, Gebäck, Kaffee, Wein, Bier, Spirituosen sowie andere Non-Food Produkte wie typische Küchenutensilien aus Valencia, Souvenirs, Schmuck, Lederwaren und Accessoires. Neben Feinschmecker- und Gourmetläden findet man auch internationale Produkte aus aller Welt. Im Schnitt kaufen 15.000 Personen pro Tag im Zentralmarkt von Valencia ein.
Auch wir leisten einen kleinen Beitrag zum Erhalt dieses Marktes und erstehen etwas Verköstigung auf die Hand.

Danach werfen wir uns gut gestärkt ins Getümmel der Stadt.

Vorbei an der Seidenbörse Lonja de Caseda, an der uns heute zu viele Leute anstehen, ...

... spazieren wir durch die bunten Häuserschluchten ...

... zunächst bis zur Plaza de la Reina, wo wir in einem Straßencafe einkehren und mit den netten Spaniern an unserem Tisch ins Gespräch kommen.
Nach dem Verlassen der Lokalität (wir sind schon 20 m weiter) rennt uns die Bedienung hinterher und wir werden höflich darauf aufmerksam gemacht, dass wir unsere Zeche nicht bezahlt haben (beide auf der Toilette und jeder dachte der/die andere hätte bezahlt) – aber selbst in so einem Fall bleiben die Spanier noch freundlich – sehr bemerkenswert.




Einer der beliebtesten Plätze der Stadt ist die Plaza de la Virgen mit Springbrunnen und dem Blick auf die Kathedrale mit Basilika.

Das Stadttor hinaus aus der Innenstadt im Norden ...

... bilden die beiden Türme der Torres de Serranos, ...


... die für ein paar Euro auch einen Blick von oben auf Valencia ermöglichen.


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Blick auf eine der vielen Brücken über den Turia Park.
Eines von vielen guten Argumenten für die 800.000 Einwohnerstadt sind die vielen Grünanlagen. Die größte davon, die Turia-Gärten bildet nördlich der Innenstadt einen Gürtel von sagenhaften 9 Kilometern um Valencia, den wir uns morgen noch einmal näher ansehen wollen.

Jetzt haben wir als Kontrastprogramm zu den Stadtschluchten die grüne Oase des Jardin del Real im Visier – ein königlicher Garten maurischen Ursprungs, ...
mit einem botanischen Highlight – dem Florettseidenbaum.

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Der Florettseidenbaum (Ceiba speciosa) ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Wollbaumgewächse innerhalb der Familie der Malvengewächse und kommt ursprünglich aus Südamerika, in Europa oder anderswo ist dieser bis zu 15m hohe eigentümlich aussehende Baum selten zu finden.
Der Florettseidenbaum kann einen Stammdurchmesser von über 1 Meter erreichen. Da sein Stamm bei älteren Bäumen manchmal als Wasserspeicher für die Trockenzeit dick, tonnenförmig angeschwollen ist, hat ihm seine Statur den Spitznamen Flaschenbaum eingebracht.

Das besondere, der junge Stamm ist mit spitzen Stacheln besetzt, die am Grund warzenförmig aus der Rinde hervorbrechen und mit zunehmendem Alter immer weniger werden.

Auch sonst gefällt uns der Garten mit seinen vielen Palmen recht gut – eine schöne Abwechslung zu den Betongewächsen der Innenstadt.

Wir spazieren zurück durch die Innenstadt zum Mercado Central, holen unseren Mazda zurück ans Tageslicht und fahren nach Osten, wo sich nur eine Handvoll Kilometer von der Innenstadt und kurz vor der Küste die...

... Ciudad de las Artes y las Ciencias befindet.

„Die Stadt der Künste und Wissenschaften“ ist ein kultureller und architektonischer Gebäude- und Parkkomplex der Superlative.

Das moderne (oder besser futuristische) Wahrzeichen der Stadt liegt im trockengelegten Flussbett des Turia.

Um diese „Kunststadt“ kann man Valencia nur beneiden. Die von Santiago Calatrava entworfenen Gebäude, die dieses Freizeit- und Kulturzentrum bilden, bieten ein avantgardistisches Bild, das den Besucher in das 21. Jahrhundert begleiten soll.


Das Kuppelkino Hemisfèric bietet die neusten Filme im Imax-Format, ein Planetarium und eine innovative Lasershow. Das Wissenschaftsmuseum Museo de las Ciencias ist ein beeindruckendes Gebäude mit Exponaten und interaktiven wissenschaftlichen Ausstellungen. Im Wasserpark Oceanogràfic sind alle Ökosysteme der Welt mit ihrer Flora und Fauna vertreten, und in den verschiedenen Sälen des Kunstpalastes Palau de les Arts mit seiner spektakulären ovalen Form und seinem gigantischen Design werden die besten Opernaufführungen, Konzerte und Bühnendarbietungen gezeigt. Das CaixaForum València wurde als multifunktionales, vielseitiges Gebäude für die unterschiedlichsten Veranstaltungen entworfen.

Daneben gibt es viel kunstvolle innovative Architektur, nicht nur bei den Gebäuden selbst, sondern auch in den Details des Geländes.



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Ein Detail sollte man in Valencia sowieso nicht vergessen – man sollte mal eine Orxata oder „Horchata“ probiert haben. Ein süssliches Erfrischungsgetränk das aus der Tigernuss oder auch Erdmandel (chufa) hergestellt wird. Die Tigernuss wächst aus einer Knolle, die nur auf Böden mit besonderen Eigenschaften und klimatischen Bedingungen wächst, weshalb sie ausschließlich in Valencia angebaut wird und eine Herkunftsbezeichnung hat. Schmeckt jedenfalls ganz gut, vor allem dem, der es gerne süß mag.

Wir verlassen die Kunststadt und fahren den letzten Kilometer nach Osten ans Meer an die Playa de Cabanyal mit ihren bunten Häuschen an der Meeresfront.


Auch ein intensiver Tag, der sein Ende wieder in Port Saplaya findet (diesmal sogar mit einem Parkplatz vor der Tür unseres Apartments im 6.Stock).
Ü: Apartamento Avenieda la Horta 23, Port Saplaya (bei Valencia) 142,50 € (570 € gesamt 4 Nächte)