25.02.2020 Melbourne - YularaPünktlich um 7 Uhr holte uns das Hotelshuttle ab und brachte uns zum Flughafen. Bei der Handgebäckskontrolle wurde Heikes Rucksack aussortiert. Ein strenger Security Mitarbeiter fragte was wir im Rucksack haben. Als wir uns fragend ansahen und wir keine Ahnung hatten, was er meinte, griff er in den Rucksack holte unseren vielteiligen Allzweck-Leatherman heraus. Quasi unsere Miniwerkzeugkiste. Auf den hatten wir vergessen. Schweren Herzens mussten wir uns von unserem treuen Begleiter verabschieden. Er wollte uns noch die Hülle geben. Die kann er sich auch behalten.
Wir folgen mit JetStar, der Billigfluglinie von Quantas, nach Yulara. JetStar nimmt die Handgebäcksregel sehr genau. Beim Bording fischte ein Mitarbeiter jeden Gast aus der Reihe, der verdächtigt viel Gebäck dabeihatte. Da gab es dann einige wilde Diskussionen, da der Aufschlag recht heftig sein dürfte. Es haben dann aber alle brav bezahlt.
Bald nach dem Start verließen wir das grüne Melbourne und erreichten das Outback. Der Fug dauert knapp 2,5 Stunden. Bei unserem Tarif waren Sitzplatzreservierungen dabei. Das hatte ich genutzt und mir bei Flight Aware den wahrscheinlichsten Anflug angesehen. Wir nahem zwei Fensterplätze auf der linken Seite. So hatten wir einen perfekten Anflug und konnten den Uluru (Ayers Rock), sowie die Kata Tjuta (Olgas) sehr gut sehen.





Beim Verlassen des Flugzeuges schlug einem schon die enorme Hitze von deutlich über 30°C entgegen. Wir bekamen lustigerweise das gleiche Fahrzeug wie in Melbourne, ebenfalls ein Upgrade. Die Dame am Dresen war sehr genau. Sie wollte unbedingt den Internationalen Führerschein sehen. Hatte ich auf meinen Reisen bisher noch nie. Glücklicherweise hatte ich einen alten mit, den sie akzeptierte.
Beim Verladen der Koffer machten wir gleich Bekanntschaft mit den Quälgeistern Australiens den Fliegen, die hier besonders zahlreich vorkommen. Wir hatten noch Zeit bis zum Einchecken in unser Zimmer, daher fuhren wir gleich zum Uluru. Bei der Einfahrt zum Nationalpark kauften wir den 3 Tagespass. Die Frau hinter der Scheibe entschuldigte sich gleich mehrmals für die Fliegen.
Steht schon sehr fulminant in der Ebene.

Das Kulturzentrum der Aborigines war unser erstes Ziel. Es waren praktisch keine Besucher da. Es war aber interessantes zu erfahren. Das Gebiet wurde den Aborigines wieder zurückgegeben. Im Gegenzug dulden sie die Touristen und bekommen die Gewinne. Regierung und Aborigines haben im Respekt vor den Traditionen der Aborigines die Zugänge und Wanderwege angelegt. So ist es nicht erlaubt überall zu fotografieren, da der Berg ein heiliger Kraftort ist. Wenige Wochen vor unserer Ankunft wurde als letzter Schritt, die Besteigung des Uluru, verboten.
Der Sonnenaufgangsaussichtspunkt war unser Ziel. Bei der Hitze, es hatte nun um die 40 °C waren wir natürlich die einzigen. Wir hatten schon vor der Reise gewusst, dass um diese Zeit die Fliegen die Herrschaft über das Land haben. Daher haben wir schon vorsorglich zwei Gesichtsnetze besorgt. Hinaus und Netze auf. Es dauert ca. 30 Sekunden bis einem die Fliegen entdecken. Dann ist man umschwärmt. Sie versuchen an die feuchten Stellen, wie Nase, Mund und Augen zu kommen und krabbeln hinein. Jeder ohne Netz war zu bemitleiden.
Der Aussichtspunkt hatte überdachte Plätze. Hier war es auszuhalten.

Zurück beim Auto, war das größte Problem sich von den Fliegen zu befreien. Abschlagen, dabei tanzen und sofort rein ins Auto. Trotzdem gelangten einige Fliegen ins Auto. Ohne Netz stürzten sie sich natürlich sofort auf die feuchten Öffnungen. Wir fuhren los und öffneten die Fenster. Siehe da, die flogen aus dem Auto. Wir umrundeten den Felsen, bevor wir nach Yulara fuhren.

Wir erkundeten den Touristenort Yulara. Der im Wesentlichen aus Hotels und einem großen Campingplatz besteht. Das positive war, dass hier weniger Fliegen waren. Die Preise für die Übernachtungen sind sehr hoch. Es gibt ja keine andere Wahl. Zwei Tage vor der Anreise wurden wir von einer Selbstversorger Cabine auf dem Campingplatz, in ein Zimmer der Outback Pioneer Lodge „hochgestuft“. Ich denke das mir die Cabine lieber gewesen wäre.
Am späten Nachmittag fuhren wir wieder zum Uluru. Nicht zum Sonnenuntergangsaussichtspunkt, sondern zum Berg selbst. Bei der Anfahrt ein Fotostopp.

Die tiefstehende Sonne und der rote Stein ergaben eine tolle Stimmung. Leute waren auch keine mehr da, dafür hatten die Fliegen nur noch uns. Wir waren übersäht mit ihnen.


Wir sparzierten am Rundweg und genossen die Farbstimmung



Nach einiger Zeit erreichten wir einen trockenen Wasserfall.

Die Sonne stand kurz vor dem Untergang. So machten wir uns auf den Rückweg.



Als die Sonne schon untergegangen war, hielten wir auf dem Rückweg beim Sonnenuntergangsaussichtspunkt und genossen die ständig ändernde Farbstimmung.


Auch die Fliegen gingen mit Sonnenuntergang schlafen. Wie angenehm ohne Netz und die Temperaturen waren jetzt auch erträglich.
Nach der Rückkehr zur Pioneer Lodge, genehmigten wir uns noch ein abendliches Bier, samt Burger.