12. 29.August 2019Tegna - Valle Verzasca (Lavertezzoo) - Valle Maggia - Tegna
Am Morgen brechen wir auf in ein weiteres schönes Tal nördlich des Lago Maggiore ins 25 km lange Valle Verzasca.
Unser Ziel ist erst mal Lavertezzo wo wir am Ufer der Verzasca parken und die wilde Flusslandschaft ...

... mit seinem kristallklaren und smaragdgrünen Wasser bewundern.


Wir überqueren den Fluß über eine Steinbrücke und folgen einem wunderschönen Uferweg entlang vereinzelter Häuser und üppiger Urwald- und Flußlandschaft.



Höhepunkt ist eine Stelle im Fluß an einer geschwungenen Steinbrücke.

Hier hat der Fluß eine wahre Wunderlandschaft aus dem Fels gespült und in der Ferne schließt ein Kirchturm das Setting ab.


Ein El Dorado für Fotografen.



Diese Stelle hat im Internet einen großen Bekanntheitsgrad erreicht - somit konzetriert sich hier ein unerwarteter Besucherstrom und von Minute zu Minute kommt hier sowas wie Volksfeststimmung auf.
Jugendliche hopsen von der Brücke in den Fluß, die Drohnen schwirren über uns und die Busse karren weitere Besucher heran.
Wir sind davon völlig überrumpelt - zum Glück waren wir halbwegs früh dran und ziehen nun den geordneten Rückzug an.
Der Rückzug hat noch einen zweiten Grund. Beim übermütigen Klettern habe ich mit meinem Schienbein die Härte eines Felsens getestet. Fazit - der Felsen hat eine höhere Festigkeit als mein Bein - das beginnt anzuschwellen.
Wir fahren zu einer Apotheke und ich erwerbe zwei Eispacks.
Danach geht es aufs Zimmer und ich kühle mein Mütchen und das Bein.
Natürlich ärgere ich mich - andererseits bin ich froh, dass mir das nun am vorletzten Tag passiert und nicht zwischendrin.
Trotzdem wollen wir nicht nur am Zimmer rumsitzen.

Wir entscheiden uns noch einmal ins tolle Valle Maggia zu fahren.

Ein Wanderung packe ich nicht aber ein paar Dörfer und Fotostops kann ich humpelnder Weise absolvieren.


Im hinteren Bereich des Tals nehmen wir diesmal den Ostarm des "Y" und besuchen die Chiesa San Giovanni Battista Kirche in Mogno.
Diese Kirche am Ende der Welt ist unglaublich.
Ein von aussen elliptischer Bau mit schrägem Dach, schwarz-weiss gestreift, ...

... innen ein sinnestrübendes Schachmuster mit ebensolchen Formen
Ein Architektur Kunstwerk das erstaunt und fasziniert.

Dass dieses Kunstwerk hier entstand ist letztlich den Naturgewalten des Gebirges geschuldet. Denn Mogno besaß ja schon seit 1626 eine stattliche Kirche, allerdings nur bis zum 25. April 1986. An diesem Tag verwüstete eine Fließlawine ein gutes Dutzend Häuser. Auch das Gotteshaus blieb nicht verschont. Was dann folgte spaltete die Gemüter. Mario Botta, ein Tessiner Architekt von Weltruhm, der inzwischen bereits ein gutes Dutzend Kirchen gebaut hat, wurde gebeten ein Konzept für die Wiederauferstehung der Kirche zu entwickeln.

Was schließlich entstand nennen die einen ein geniales Meisterwerk, während die anderen von einer unnötigen Zumutung und einer Provokation sprechen. So wundert es nicht, dass sich die Projektierungsphase von 1986 bis 1992 hinzog und von vielerlei Diskussionen und Protesten begleitet war. Seit 1998 ist er nun allerdings schon fertiggestellt, dieser Kraftort in den Tessiner Bergen.
Der elliptische Bau, der von außen eher wie ein perfekter Zylinder wirkt, strahlt mit seinen streng symmetrischen Mustern aus grauem Riveo Granit und weißem Peccia Marmor eine eigenartige Ruhe aus. Nichts lenkt den Besucher im Inneren ab. Und das filigrane Glasdach sorgt für Lichtspiele die schon fast hypnotische Wirkung haben.

Wir fahren noch weiter bis Fusio fast am Ende des Tales ...

... und zum Stausee Lago del Samuco am Talschluß.

Im letzten Licht fahren wir noch an einigen Schluchten vorbei ...

... schließlich nach Tegna zurück.