Nach Ostfriesentee und Kuchen erklimme ich jetzt natürlich den Leuchtturm von Campen
.
Hoffentlich hast du keinen Drehwurm gekriegt

Denn jetzt geht's weiter
3. Juli Krummhörn Rollertour 
und wir haben zumindest noch den Tag Urlaub.
Während Kersten herumrödelt, gehe ich nochmal für eine Stunde ins Watt. Diesmal auch mit Schlappen



Es ist auch hier ziemlich schlickig

Am besten kommt man mit so einer Art Schlittschuhschritt vorwärts.

Ich habe es so in Erinnerung, dass man im Watt interessante Dinge sehen und finden konnte. Krebse oder zumindest Muscheln, ganz früher auch Seesterne. Ich sehe nur was Quallen artiges und Wattwurm-Häufchen.

Trotz Schlappen werden die Füße matschig

Leider gibt es erst vor'm Campingplatz eine Dusche zum Abbrausen.

Das ist aber noch gar nix, schaut mal die Ostfriesen beim
Schlickschlitten-Rennen an oder beim
Wattfußball 

Da eine Reihe Ostfriesenkrimis in Krummhörn spielt, drehen wir noch eine Runde mit dem Roller über die Dörfer. Die bestehen in der Regel aus Kirche(n), Klinkerhäusen, Gulfhöfen und einer Ringstraße

Letztere sicher wegen der früheren Warften. Heute wohnen meist Pendler aus Emden hier oder es sind Ferienwohnungen. Bilder habe ich so gut wie keine gemacht. Die Osterburg in Groothusen war wegen einer Veranstaltung geschlossen. Der Ort Manslagt klingt ja irgendwie schon nach Krimi

Tatsächlich setzen es manche Sprachforscher mit dem altfriesischen Wort für Totschlag "mannslachta", tatsächlich kommt der Ortsname eher von "slacht" für Pfahlbauten. Auch in Pilsum halten wir uns nicht lange auf, sondern fahren weiter zum gleichnamigen Leuchtturm. Vom Parkplatz aus kann man vor'm, auf oder hinter'm Deich zum Turm laufen.

Blick vom Deich : Salzwiesen
Ostfriesische Landschaft: Wiesen, Rapsfelder, Kühe, Wind
mühlenräder und ein Leuchtturm


Wie auch der in Campen wurde der Leuchtturm 1891 in Betrieb genommen. Er wurde schon 1919 stillgelegt, da sich die Fahrrinne verlagert hatte. Danach wurde er zu verschiedenen zwecken benutzt und verkam. 1973 wurde er renoviert, bekam dabei den rot-gelb Anstrich und wurde zu einem Wahrzeichen Ostfrieslands.

Der Turm spielte in Otto-Filmen mit, sowie in einem Tatort. Außerdem beherbergt er ein Trauzimmer. Paare hängten Liebesschlösser an die Gitterfenster, bei einer Renovierung wurde die "umgebettet" zu einemextra aufgestellten Gitter. Das hängt auch schon ziemlich voll.

Blick auf die Marsch, ein Vogelschutzgebiet

Zumindest einige Gänse sichten wir auch


Die Straße beim Parkplatz führt nördlich weiter zur Schleuse Leysiel, ist aber abgesperrt. Da wir nicht wissen, wie weit das ist gehen wir nicht zu Fuß dahin (spätere Recherche 4 km wären es)
Wir sind nicht weit weg von Greetsiel, also halten wir dort nochmal für einen Bummel.

Kurz überlegen wir dort zu Abend zu essen, doch dafür ist es viel zu früh. Also wird es erstmal ein Eisbecher für jeden

Wir haben etwas mehr Muße, die Häuser anzuschauen.

Unten im Turmtor ein offener Bücherschrank. Ist aber nichts interessantes dabei.

Die Kutter sind auch noch da

Auf einem findet offenbar grad eine Männertour statt mit lauter Musik und wahrscheinlich viel Flüssigem



Wir schlendern noch den Ostdeich ein Stück entlang und treffen einen alten Fischer

Es ist immer noch recht früh am Abend, also rollern wir weiter über die Dörfer und halten schließlich noch in Upleward. Schon Mitte des 7. Jahrhundert gab es hier ein Warfendorf. Der älteste bau ist die Kirche von etwa 1300. Im Mittelalter gab es eine Wasserburg, die allerdings 1782 abgerissen wurde. Der Anbau von Erbsen war hier groß, darauf weisen noch heute Straßennamen hin. Etwas umstritten im Ort sind die von einem kanadischen Künstler gestalteten Kunstschmiedezäune. Teile kann ich noch ablichten, dann ist der Kamaraakku leer.




Unseren Aperitif - alkoholfreies Bier - nehmen wir auf dem Deich zu uns, zum Abendessen geht es ins Restaurant Erbsenbinder am Platz. Das Lachsfilet ist leider schon aus, daher gibt es ganz gewöhnlich Currywurst mit Pommes.
Gegen 20:30 Uhr starten wir die Heimreise. Das war es dann mit dem Wiedersehen mit Ostfriesland.
FazitJa, es war schon alles in allem ein recht netter Urlaub.
Ja, es war äußerst interessant, die Ferienstätten meiner Jugend wiederzusehen.
Ja, es hat Spaß gemacht, die Schauplätze etlicher Ostfriesenkrimis zu sehen.
Okay, hier und da haben uns Wetter und Corona-Auflagen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und einiges, was ich geplant hatte, haben wir nicht umgesetzt. Wie e-Bike leihen, Kajak fahren oder die Städte anschauen.
Trotzdem hat die Küste für uns nicht so sehr den Reiz, ist halt wenig abwechslungsreich. Die quasi Endlosigkeit von Deich und Watt hat zwar was, aber nicht tagelang

Radtouren könnte man lang und reichlich machen, wäre aber auch immer dasselbe. Da wir es nicht so weit haben, könnte es vielleicht nochmal Kurzkurztrips in die Gegend geben.
Ansonsten weiß ich wieder, warum ich so lange nicht da war

euch allen für's virtuelle Mitreisen!