6. bis 10. Juni Tolo: Sonnen, Baden & RuinenEin Sprung zu einem weiteren Golf steht an und zwar zum argolischen. Der direkte Weg führt – wie könnte es anders sein

– durchs Gebirge. Die Straße war auch schon vor zwölf Jahren recht gut bis auf eine enge Ortsdurchfahrt. Diese fühlte sich schon damals mit unserem ausgebauten Kastenwagen knapp an.

Wegen meiner mangelnden Recherchelust, ob sich da was geändert hat, bleiben wir auf der sicheren Seite und fahren an Sparta und Tripoli vorbei zur Küste.

nochmal Taygetos im Blick

in der Nähe von Tripoli

Gebirge auch hier
Der argolische Golf kommt in Sicht

Von der Küstenstraße aus erhaschen wir immer mal wieder Blicke in eine hübsche Bucht.


Langsam kommen wir wieder auf Höhe des Meeresspiegels und zum nördlichen Ende der Meeresbucht.


Wir nähern uns Nafplio, der Hafenstadt hier; später mehr dazu.

Dort finden wir einen Lidl, in dem wir uns gleich mal mit Vorräten eindecken. Weiter geht es dann quasi um die Ecke zur Ostküste des Golfs nach Tolo. Wir kennen den Ort als vor allem bei Briten beliebten Ferienort. Er hat einen netteren Strand als das benachbarte Drepano, in dem wir sonst immer waren. Für die nächsten fünf Nächte nehmen wir Quartier beim
Camping Lido am östlichen Ende des Ortes nahezu direkt am Strand.
Die heutige Fahrtstrecke will Google mal wieder nicht ganz richtig anzeigen.

Wir sind das graue Teilstück gefahren.
Auf den Stellplätzen auf dem Campings steht man relativ eng. Da aber außer ein paar Dauercampern nur noch zwei VW-Busse da sind, stört das erstmal nicht. Wir sind sogar ein wenig verwundert, wie wenig hier los ist.

Stimmt etwa was nicht mit dem Platz? Doch die Sanitärs sind ordentlich, die Warte sehr nett und der Gang zum Strand bestätigt die Wahl. Wir gewinnen auch gleich einen Freund, eine bunte Hundemischung mit gaaaanz treuen Augen. Ein Streuner, aber recht wohl genährt, daher widerstehe ich auch der Versuchung ihn zu füttern. Er bettelt sehr verhalten, aber liebt es, unter unserem WoMo zu dösen. Der Gatte ist nicht begeistert; seit er als Kleinkind mal gebissen wurde, macht er einen Bogen um Hunde (und Katzen). Streunende Hunde und Katzen gibt es hier und da auf der Peloponnes, aber sehr viel weniger als früher.
Apropos Strand, da verbringen wir den Rest des Tages, die Reste unserer Ausflugstage und noch zwei volle Badetage


die Liegestuhl-Parade
gehört leider nicht zum Camping, daher kostenpflichtig. Doch wir haben ja unsere eigene Strandausrüstung.

Blick Richtung Ort, etwas dunstig
Ein sehr kinderfreundlicher Strand, es geht flach rein ins klare Wasser und dessen Temperatur ist auch für mich erträglich.


Hier war schon mehr los als in Mavrovouni am Strand. Doch richtig die Hölle los war am Samstag. Da kamen ganze Jugendgruppen in Bussen aus Athen und Korinth

und Sonntag war offenbar Familienausflugstag.
Es gibt hier auch Wanderwege, zum Beispiel auf den Hügel oben im Bild oder zu einer Kirche auf einem Kap, das ich - warum auch immer - leider ebenso wenig fotografiert habe wie die vorgelagerten Inseln. Vermutlich habt ihr schon erraten, dass wir allerdings zu faul waren, diese Wege unter die Füße zu nehmen

Am Freitagmorgen muss Kersten Brot vom Bäcker holen, denn am Campingplatz gäbe es erst ab Samstag welche. Als wir vom Abwaschen zurück kommen, haben wir Nachbarn bekommen; einen fröhlichen Holländer, der meint, es kämen noch zwanzig. Der Gatte hält das für einen Ulk, ich bin mir nicht ganz so sicher, als ich die Nachbarn mit Straßenhütchen übern Platz wandern sehe. Tatsächlich ist der dann voll mit niederländischen Campern, als wir vom Strand zurück kommen.

Die reisen tatsächlich als Gruppe! Schön ordentlich mit Namensschild an der Windschutzscheibe, organisiertem Ausflug und Happy Hour auf der Zeltwiese. Wir haben jetzt nicht gesehen, ob die etwa auch im Konvoi unterwegs sind. So eine Reise wäre jetzt so gar nicht nach unserer Mütze

Unser Nachbar fungiert offenbar als Reiseleiter. Er erzählt, es sei ungewohnt kühl für die Reisezeit und dass es immer schwieriger wird, so eine Tour zu organisieren, da die WoMos der Teilnehmer immer größer werden. Wir werden auch eingeladen, dem Club beizutreten, gäbe Rabatte auf Campingplätzen in ganz Europa und man muss ja keine Tour mitmachen. Eine ähnliche Truppe, diesmal vom italienischen Campingclub, sehen wir noch kurz später bei Korinth.
Seit dem trojanischem Krieg galt die Bucht von Tolo alsZuflucht für Kriegsschiffe. Auf der vorgelagerten Insel gab es eine Festung und im Nachbarort Asini ein paar antike Mauern. Tolo selbst wurde erst 1834 gegründet für Flüchtlinge aus Kreta, damals noch unter dem Namen Minoa. Es entwickelte sich ein Fischerort und schließlich ein Ferienort.
Wir spazieren Sonntagabend ins Zentrum auf der Suche nach einem Restaurant. Hier ist besonders auffällig, was auch in anderen Orten zu sehen ist: nette und durchaus schicke Hotels/Pensionen gleich neben eher abgewrackten. Die Ausflügler scheinen schon weg zu sein (und die Briten noch nicht da

), es ist ziemlich ruhig, da haben wir den Ort lebhafter in Erinnerung. Restaurants gibt es wieder reichlich und die meisten mit Terrasse/Balkon zum Strand (der hier nicht so schön ist wie beim Campingplatz).
Wir entscheiden nach Speisekarte und bekommen ein Plätzchen mit Meerblick.

Handybild nach reichlich Ouzo
Zumindest interessant ist das "Zaziki-Tricolor": gelb mit einem Curry-Touch, pink (rote Bete?) und normal weiß.

Der Gatte ist mit seinem Schnitzel (sehr griechisch

) ganz zufrieden, meine Lammkoteletts sind zäh und nicht besonders gut gewürzt

Immerhin sind sie mit dem Ouzo großzügig: der erste sind 6 cl aufs Haus, der zweite gute 8 cl !! für 2 Euronen. Hicks!! Leider bin ich mir nicht mehr sicher, welches Restaurant das war, um euch zu warnen. (Wahrscheinlich wegen der vielen Zentiliter Ouzo

) Nach Streetview könnte es das Panorama Restaurant gewesen sein.

PS: Wundert ihr euch auch manchmal, was euch ein Foto wert ist und was nicht?