2. Tag 20. Mai 2018Heute Nacht war es ziemlich warm im Zimmer (wir hatten die Klimaanlage wie üblich nachts ausgeschaltet), ich war einmal wach habe aber gut geschlafen. Das Bein war morgens wieder ein Tick besser als gestern

Das Frühstücksbuffet sah aus wie gestern, nur der Schinken war eine andere Sorte und schmeckte nicht besonders. Ich habe noch eine Portion Haferflocken mit Joghurt und Banane gegessen - für das gute Gewissen

Beim Auschecken bekamen wir eine Tüte Lavendelkekse geschenkt (die lagen im Zimmer auf dem Bett und haben einfach herrlich geschmeckt) die backt jemand vom Hotel selber wenn ich das richtig verstanden habe, außerdem gab es als Abschiedsgeschenk eine Flasche Zitronenlikör, der Service war wirklich super hier. Beim Auschecken haben wir neben dem Hotel auch die Kurtaxe bezahlt, das gab es in Kroatien öfter.
Es war wieder strahlendes Wetter. Das Navi dirigierte uns diesmal fehlerfrei nach Baska. In der Nähe des Startpunkts zur geplanten Wanderung entdeckten wir einen großen Parkplatz der auf Google Maps nicht verzeichnet gewesen war. Google Maps ist in Kroatien nicht immer aktuell. Für den Parkplatz zahlten wir 30 Kuna für 5 Stunden.
Wir gingen zusammen ein Stück Strandpromenade entlang, alles sehr gepflegt, Restaurants und Andenkenläden im Wechsel, schöner Kiesstrand weiter hinten sogar etwas Sand.

Josef hat sich dann zu seiner Wanderung verabschiedet und ich ging in diverse Andenkenläden auf der Suche nach Magneten als Andenken und Sonnenspray, das fast leer war und wir zuhause zu kaufen vergessen haben. Leider gab es weder das eine noch das andere und die öffentlichen Toiletten waren noch geschlossen. In China bin ich in solchen Situationen in großen Hotels auf die Suche gegangen, das hat hier auch funktioniert, in so großen Hotels weiß ja auch niemand ob man da Gast ist und neben der Rezeption gibt es immer eine Toilette. Auf dem Weg zurück zum Strand habe ich einen Supermarkt entdeckt wo ich endlich das passende Sonnenspray fand. Nebendran zwischen die Hotels und Restaurants gequetscht stand diese Kirche, ansonsten gab es am Strand nur moderne Gebäude

die Krähen die auf dem Rasen rumspaziert sind waren grau schwarz gemustert, so sahen damals die Krähen in Sri Lanka auch aus.

dann habe ich mir ein schönes Plätzchen am Strand gesucht. Es hätte auch Liegen zu mieten gegeben aber das war gar nicht nötig,

ich habe mich auf meine Jacke auf den Kies gelegt, das Knie schön auf ein kleines Kissen (so was liegt immer im Auto) und der Kopf wurde auf den Rucksack gebettet

so habe ich dann weiter in meiner Schulz-Biografie gelesen (dem gings da gerade viel dreckiger als mir). Es war genau richtig: nicht zu heiß und nicht zu kalt und richtig schöne Wellen zum anschauen.
Nach und nach kamen immer mehr Leute an den Strand und es gingen auch immer mehr zum Baden ins Wasser, das wäre mir aber doch zu kalt gewesen. Um mich rum wurde nur kroatisch gesprochen, klar es war Sonntag, da kommen die Einheimischen auch an den Strand.

um halb 2 wurde mir ernsthaft langweilig und ich habe Josef angerufen wie weit er ist. Er war am Rückweg und kam eine halbe Stunde später am Strand an. Wir setzten uns in ein Strandcafé, erstaunlicherweise war die Speisekarte dort rein kroatisch, englisch haben die Kellner aber verstanden. Josef bestellte einen Cappucino und ich eine Cola zero und Josef erzählte von der Wanderung. Die ging den Berg hoch und oben war die Gegend sehr unwegsam und felsig das wäre für mein Bein nix gewesen. Ohne Garmin wäre der Weg nicht zu finden gewesen. Er war auch länger unterwegs als geplant, wir wollten heute ja noch zu den Plitvitzer Seen.
für Wanderinteressierte: Die Wanderung heißt "Weg zum Mond", hier ein paar Fotos von Josef:

hier sieht man gut wie felsig der Weg war, bzw. es gab keinen Weg...da sind Bergstiefel angebracht!

Baska von oben

Der Weg zurück über die Insel war leicht zu finden, dann ging es ein kurzes Stück über die Autobahn aber ab der Abfahrt wurde es mit der Orientierung schwierig, es waren weder Straßennummern zu finden und oft auch keine Ortsschilder so dass wir erst mal planlos dem Navi folgen mußten. Immerhin waren dann Schilder zu den Plitvitzer Seen auf der Route die das Navi ausgesucht hatte, das konnte also nicht falsch sein. Es dauerte aber über eine halbe Stunde bis ich am Plan gefunden hatte wo wir waren. Das Navi führte uns über die Landstrasse 42 (nicht über die größere 1 die google maps und ich ausgesucht hatten). Der Weg ging durch absolute Pampa nur ganz kleine Orte oft mit halbfertig gebauten Häusern und teilweise ziemlich ärmlich aussehend. Auf der ganzen Strecke am Festland bis zum Hotel sahen wir keine einzige Tankstelle (zum Glück hatten wir noch auf der Insel getankt)!
Die 42 führt schließlich in den Nationalpark rein, man fährt durch dichten Wald, die Straße wurde immer enger, war schließlich einspurig, sehr kurvig und dann fing es auch noch zu regnen an. Zum Glück kam uns kein Auto entgegen denn es gab fast keine Ausweichstellen.
Um 17 Uhr kamen wir am Hotel Degenija an, eine große Anlage aus mehreren Häusern in einem gepflegten Garten, es hätte auch einen Pool gegeben aber dafür war es zu kühl. An der Rezeption sprachen alle deutsch. Unser Zimmer war im ersten Stock eines Nebenhauses und hatte einen Balkon

auf dem Bett lag nur eine Decke, das geht ja gar nicht, also gleich zurück zur Rezeption und prompt wurde eine zweite Decke gebracht.

pünktlich zu unserer Ankunft hatte es zu regnen aufgehört und wir konnten am Balkon Kaffee trinken (Wasserkocher und Tassen waren im Zimmer vorhanden)

danach habe ich ein paar Klamotten gewaschen und am Balkon zum trocknen aufgehängt. Josef hatte überlegt abends schon mal ein Stück in den Nationalpark zu gehen, er war aber zu müde und es war eigentlich auch schon zu spät. So haben wir uns beide vor dem Abendessen noch auf Bett gelegt.
Im Hotelrestaurant hatten wir für 20 Uhr einen Tisch reserviert, das Restaurant war gut besucht, man merkt dass man hier in Nationalparknähe ist. Die Speisekarte hatte nichts kroatisches und die Auswahl war eher bescheiden, wir bestellten eine Vorspeisenplatte mit Schinken und Käse, ich hatte dann ein mit Käse gefülltes Schweinefilet im Speckmantel auf Gemüse das sehr schmackhaft war, Josef hatte eine Salat mit Steakstreifen, auch da wurde nicht am Fleisch gespart. Der Wein war uns entschieden zu teuer, den holten wir später im Zimmer nach. In dem einzigen Lebensmittelgeschäft in Vrbnik hatte ich eine Literflasche Wein gekauft (für 20 Kuna und das war der einzige in dem Laden, mehr Auswahl gab es nur bei harten Spirituosen). Josef fand ihn zu süß aber bei 3 Euro konnte man wirklich nicht meckern.
Übernachtung: Hotel Degenija in Selište Drežničko (154 € für 2 Nächte)
(den Ort Lapat habe ich nur markiert um Google Maps zu dieser Route zu "überreden")