2. Tag 18.10. DamaskusDie erste Nacht war wieder mal gewöhnungsbedürftig. Dazu kam, daß die andere Gruppe um 6:00 Uhr abfuhr.
Zum Frühstück Baguette-Brot. Fahrer ist echt in Ordnung, okay ich hab mit meinem Dialekt schon von vornherein immer einen kleinen Bonus

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Es ist jetzt 8 und in 15. min. geht es los, nach Damaskus. Stop und kurzer Spaziergang zur Anaias-Kapelle. Die Kirche ist das einzige christliche Gotteshaus aus dem 1. Jahrhundert, das in der heute mehrheitlich islamischen Stadt überdauerte.
Es ist noch früh am Morgen und wir folgen Achmed durch die Gassen von Damaskus.



Kurze Besichtigung eines Wohnhauses Beit Nassan.


Die Stadt ist ein brodelnder Moloch mit dem Flair von 1001 Nacht.


Takiye Sulaimaniye eine Freiluftwerkstatt für Kunsthandwerk, ehemals Moschee und Medresse (Schule).

Eingang zum Suq al-Hamidiye (Suq oder Suk = Markt, Bazar)


Wir queren ihn nur um zur Omaijaden-Moschee zu gelangen.

Sie ist eine der ältesten Moscheen der Welt und Vorbild für andere Moscheen im Baustil einer antiken Basilika. In vorislamischer Zeit wurde sie als eine Johannes dem Täufer geweihte, frühbyzantinische Kathedrale errichtet.
Die Moschee misst 157 × 97 Meter und gehört zum Basilikatypus und erinnert stark an eine christliche Kirche. Sie hat vier Tore und drei später errichtete Minarette in verschiedenen Baustilen. Das Ostminarett trägt den Namen „Jesusminarett“. Viele Muslime glauben, an diesem Ort werde am Ende der Welt Jesus erscheinen, um mit dem Antichristen zu kämpfen.
Nachdem wir Frauen mit Umhang ausgestattet sind dürfen die die Moschee betreten. Zuerst kommt man in enen großen Innenhof, direkt gegenüber ein vergoldeter Toreingang mit wunderschön, riesigen Mosaikarbeiten.



Dann Schuhe aus und in den Gebetssaal. Statt Achmed zu folgen habe ich mich hingesetzt und die Atmosphäre genossen. Die Moschee war mal eine Kirche und ein Jupitertempel. Außerhalb der Moschee stehen überall noch Säulenreste des Jupitertempel. Achmed ist wie sein Land – liebenswert, aber chaotisch.

Wieder draußen im Hof, das Schatzhaus (Kubbat al-Khaszina)

Im Schatzhaus wurde arabischen Quellen zufolge der Staatsschatz aufbewahrt – al-Walid hielt dafür keinen Platz für geeigneter. Möglicherweise wurden im Schatzhaus jedoch nur die Spenden der islamischen Gemeinde aufbewahrt.

Die Moschee ist mit farbigen Mosaiken verziert, die von byzantinischen Baumeistern gefertigt wurden. Besonders prächtig sind die Mosaiken in den Arkadengängen, die das Paradies darstellen – mit goldenem Himmel und 22 verschiedenen Grüntönen für das Laub der Bäume. Die Oase von Damaskus repräsentierte dabei das äußere, weltliche Paradies. Der Vorhof der Umayyadenmoschee hingegen sollte den Vorhof zum Paradies darstellen. So inszenierten sich die Umayyadenkalifen als religiöse Oberhäupter - und verwiesen zeitgleich auf den politischen Anspruch, als Sachverwalter Gottes über die Gläubigen zu herrschen.



Der Innenhof, wir haben Zeit, das jeder für sich umherstromert




Danach geht’s weiter durch die engen, dunklen Gassen der Stadt. Kommen auch durch die Souks, anfangs Textilien, dann Handwerk, Gewürze, später auch Obst- und Gemüsestände. Auch einen Apotheker gefunden.

Besuch einer Karawanserei - Khan des Asad Pasha al-Azem 1752/53

Eine Karawanserei war eine ummauerte Herberge an Karawanenstraßen. Reisende konnten dort mit ihren Tieren und Handelswaren sicher nächtigen und sich mit Lebensmitteln versorgen. Große Karawansereien dienten zugleich als Warenlager und Handelsplatz für Im- und Exportwaren.

Ca. 1 Uhr Pause in einem der ältesten Coffee-Shops, dem Naufran-Cafe. Leider gibt es hier nur schwarzen Tee, aber dafür noch was zu essen. Fladenbrot mit Käse oder Spinat und danach noch Süßes.
Weiter durch die engen Gassen und Achmed biegt plötzlich in einen Hauseingang ein. Hinter der Tür öffnet sich ein kleiner – oft auch großer Innenhof, angenehm hell und kühl. Wir sind im Ambart-Haus.



Wieder einige Gassen, Ecken weiter kommen wir ins Jabri-Haus.

Wir haben heute auch die Gelegenheit ein Hammam zu besuchen und natürlich sage ich da nicht nein, mit 8 weiteren Damen lädt uns Achmed vor der Tür ab und erklärt uns, das die Frau an der Kasse uns alles zeigen wird. Ohne Sprachkenntnis, dafür mit Händen und Füßen und viel Gelächter werden wir durch die "Zeremonie" geführt. In zwei Handtücher gewickelt ging jeder in den Waschraum. Mit Seife und Schwamm ausgestattet haben wir uns erst mal gewaschen, dann hab ich das Dampfbad entdeckt und nach 3 kurzen Durchgängen wurde ich von einer „Matrone“ abgeschrubbt (autsch!) und dann massiert (mmmh). Anschließend in trockene Tücher gewickelt und abschließend bei einem Gas Tee noch ausruhen.
Achmed steht pünktlich vor der Tür und holt uns ab, denn dann ging's zum Essen. Syriens Spezialität sind die Vorspeisen und die haben wir wirklich genossen. Frittierte Fleischbällchen, Teigtaschen, dazu viele verschiedene Soßen. Spitze. Danach noch Hauptgericht, Schaf gegrillt, Hähnchen und Hackfleisch.
Zum Abschluß noch auf einen der Hügel und wir haben einen wunderschönen Blick aufd ie beleuchtete Stadt. Man bemerkt, das Achmed aus Damaskus ist und an seiner Stadt hängt.