6. Juni Zurück in den WestenDer Wind hat alle Wolken weg geblasen und ist jetzt aus der Puste: Frühstücken unter strahlend blauen Himmel.

Für die Fahrt zu unserem nächsten Ziel haben wir nun zwei Alternativen. Die vermutlich schnellere Strecke sind wir aber größtenteils schon beim letzten Mal gefahren. Wir wählen daher die Rückkehr zur geplanten Route, quasi auf einer anderen Dreiecksseite. Eine Ecke A9 südwärts, wieder vorbei an Invergordon, wieder kein Kreuzfahrtschiff vor Anker, dann abzweigen nach Westen zur A835 .
Erster Halt:
Rogie Falls. Vom Parkplatz aus führt ein Weg durch den Wald zum Fluss Black Water und einen Aussichtspunkt. Der Blick auf die Wasserfälle ist hier nicht so spannend, dafür gibt es interessante Erklärungstafeln zum Leben der Lachse und ihrer Wanderung. Beeindruckend, was für lange Wege die so zurücklegen und dass sie es tatsächlich schaffen, diese Wasserfälle zu überwinden. Von Juni bis Oktober sollen sie zu beobachten sein, da sind wir mal gespannt.

Weiter geht’s zur kleinen Hängebrücke über das schwarze Wasser.

Ich bin ja kein Fan von solchen Brücken

da wir aber nahezu allein hier sind, liegt sie recht ruhig. Von hier aus sehen wir dann die Fälle richtig schön.

mit all dem Flussgewirbel und näher


An der Seite eine kleine "Aufstiegshilfe" für die Lachse

Auf der anderen Flussseite führt ein Trampelpfad hügelauf, von den Fällen sehen wir allerdings durchs Gebüsch wenig . Erst am Oberlauf gibts wieder freiere Sicht

Zurück zur Brücke, wieder hinüber und letzte Blicke.


Wir haben nicht ausprobiert, ob man auch runter zum Fluss kommt. Der Weg führt weiter Richtung Straßenbrücke und Parkplatz, unterwegs noch ein weiterer Aussichtspunkt
Raven’s crag Raben haben wir keine gesehen, nur Hängebrücke mit ein paar mehr Leuten.

Natürlich haben wir eifrig nach Lachsen Ausschau gehalten. Hier die einzigen, die wir erspäht haben


Die A835 führt weiter nach Ullapool, damit wäre unsere Umleitungsrunde fast komplett. Aus Zeitgründe kürzen wir aber ab. Uns begleitete schon die Bahnstrecke Inverness – Kyle of Lochalsch mehr oder weniger und ihr folgen wir weiter auf der A832. Leider verpenne ich den Moment als wir dann tatsächlich mal einen Zug sehen.

Nächster Halt:
Glen Docherty Viewpoint 
Straße nach Kinlochewe und Loch Maree

Ein VW- Bus hat sich hier häuslich stationiert, aus dem duftet es eigentümlich nach Amsterdam

Auch die Bewohner bedienen voll das Hippie-Klischee. Netter Stellplatz, wir müssen aber noch etwas weiter.
In Kinlochewe erreichen wir die urprünglich geplante Route wieder, weiter geht's Richtung Torridon auf jetzt wieder schmalerer Straße.

Rechts der Straße die
Beinn Eighe National Nature Reserve mit dem gleichnamigen 1010m hohen Bergmassiv.


War der Verkehr bisher überschaubar, kommen uns nun recht viele Fahrzeuge entgegen. Und auf unserer Seite stockt’s bis wir ganz zum Stehen kommen. Sieht verflixt nach Unfall aus - nicht schon wieder eine Sperre.

Wir werden bald weiter gewunken, jetzt fallen uns auch das technische Equipment und die vielen Kameras auf. Also kein Unfall sondern Filmaufnahmen, zu denen kurzfristig die Straße gesperrt und die Autos wechselseitig vorbei geleitet werden.

Bin mal gespannt, in welchem Film wir dann die Szenerie wieder erkennen. Vielleicht James Bond?
Leider sind damit auch alle Parkplätze belegt und eine geplante Wanderung muss ausfallen. Weiter geht die Fahrt oberhalb des
Upper Loch Torridon, wir halten an einem Aussichtspunkt.

Übrigens kein See, sondern eine fjordartige Meeresbucht, die (da recht tief) ein sehr interessantes Unterwasserleben haben soll. An der Nordseite Berge:

Zufällig habe ich die so fotografiert, dass ich ein Panorama zusammenschnipseln konnte

von rechts nach links: Liathach (1055m), Beinn Dearg (1084 m), Bein Alligin ( 986 m) und An Ruadh-mheallan (672 m). Wegen ihnen ist Torridon beliebt bei Wanderern und Kletterern.

Wir erreichen Seeniveau und den Ort Shieldaig, kurz danach die Abzweigung zur berühmte Applecross Peninsula. Dies ist aber nicht WoMo tauglich. Ab hier ähnelt die Fahrt einer (moderaten) Achterbahn: hinauf auf einen Bergrücken und wieder hinunter zum nächsten Loch


In Lochcarron dann seit langem mal wieder Häuser, nicht hier und da ein paar, sondern eine ganze Häusereihe

Um die gleichnamige Bucht müssen wir einen Bogen schlagen zur nächsten "Bergetappe". Im Hintergrund schon zu sehen

Der Verkehr wird lebhafter, so oft mussten wir bisher noch nie auf passing places ausweichen. Schließlich stoßen wir bei Auchtertyre auf die A82, die belebte Straße nach Skye. Eine Kaffeepause ist längst überfällig. Dafür bietet sich das
Eilean Donan Castle an.

Angekommen im Touri-Land

Im letzten halben Jahr habe ich sehr viele Cosy Crime Romane gelesen. Egal ob Cornwall, Cotswold oder Cape Code; die Amatuerdetektivin muss offenbar Katze(n) haben und eine Teestube / ein Cafe

Scones kenne ich ja mittlerweile, aber die anderen Gebäcke nicht (zum Googeln hatte ich keine Lust). Hier in der Cafeteria kann ich jetzt einige anschauen.
Victoria Sponge las sich als eine leckere Erdbeertorte, sehr enttäuschend entpuppt es sich aber als Biskuit mit einer Schicht Erdbeermarmelade.

Na gut, die Romanheldinnen backen vielleicht schönere Kuchen. Da nehm ich doch lieber den Lime Cake mit Cocos Glasur. Der Gatte hält sich an Schokoladenkuchen.
Danach machen wir noch ein paar Fotos, besichtigt haben wir das Castle schon bei der letzten Tour.


Endlich bläst (pfeift, dudelt) mal ein Piper hier den Skye Boat Song. Vom Castle ist es ein Katzensprung zu unserem Ziel, der
Caravan und Motorhome Club Site in Morvich. Der ist sehr schön gelegen mit Blick auf grüne Berge. Leider habe ich kein Foto gemacht. Obwohl der Himmel sich mittlerweile zugezogen hat, können wir noch drauße den Aperitif genießen.

Heutige Etappe