30. Mai Rotgoldenes Lebenswasser, weißes Schloss und gelbe BlütenHm, wo sind die sonnigen Morgen geblieben? Hier an der Küste begrüßt uns wieder Nebel und eine frische Brise. Das verlockt nicht gerade zu Strandwanderungen, bringen wir also etwas Strecke hinter uns.
Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf den Weg, queren den Cromarty Firth auf der Brücke der A9

und kommen an Invergordon vorbei, den Kreuzfahrern unter uns vielleicht ein Begriff. Der Gatte hat gestern Abend eben ein solches Schiff auslaufen sehen.
Die Whiskydistille von Glenmorangie springt uns in den Weg, ein kleines Tasting ist doch das richtige bei dem Wetter.

Zumal das so ziemlich die erste schottische Whiskymarke ist, von der ich gehört hatte. Zwei Drams für mich, denn der Gatte muss ja noch fahren.

Damit läuft es bei uns umgekehrt zu den anderen Gästen im Tastingroom, da müssen die Frauen fahren.
Wir erstehen einen
Quinta Ruban für die Bordbar; der ist in einem Portweinfass gereift und hat eine leicht rotgoldene Farbe. Außerdem kaufe ich noch einen Roman von 1947:
Whisky Galore. Eine witzige Geschichte über zwei kleine schottisch Inseln, denen im 2. Weltkrieg der Whisky ausgeht, was allerlei Konsequenzen hat, bis … Wie ich jetzt gesehen habe, gibt es auch einen Film dazu.
Wir überqueren den Dornoch Firth, das Wetter verleitet immer noch nicht dazu, den gleichnamigen Strand anzuschauen.

Also weiter nordwärts; die Sicht wird heller. Nächster Halt: ein Besuch beim Earl of Sutherland. Der hat hier an der Küste seinen Stammsitz, eine kleine bescheidene Hütte mit 189 Zimmern, die eher französisch denn schottisch aussieht.

Eine Allee führt zum Schloss, wir dürfen ziemlich am Anfang parken mit unserem Dickschiff und den Rest per pedes zurücklegen.


Wir kommen grad pünktlich zur Vorführung der Falknerei und werden daher gleich in den Garten geschickt. Die Sonne kommt ebenfalls zu Besuch. Diese Seite vom Schloss ist das bekanntere Fotomotiv.


Dunrobin Castle

Das Jagen mit Hilfe von Greifvögeln und deren Abrichtung darauf ist eine Jahrtausende alte Tradition. Ursprünglich entstand sie in Zentralasien, war dann ab dem Mittelalter beim Adel in Europa sehr beliebt und ein Zeichen von Wohlstand, geriet jedoch mit Verbreitung der Flinten in Vergessenheit.

Die Kunststücke des ersten Vogels haben wir verpasst. Mussten schließlich erst in den Garten hinab steigen. Der bekommt schon wieder seine Haube übergezogen. Der zweite Vogel ist ein Immigrant aus Arizona

Wüstenbussard
Der Falkner zeigt uns, wie der jagt. Zusammengefasst: verflixt schnell

Nicht auf den Chip zu bannen.

Dabei ist der noch langsam im Vergleich zum dritten Vogel, dessen Name ich vergessen habe


Demnach, was uns über diesen Flieger erzählt wurde, könnte es ein Wanderfalke sein. Deren Spezialität ist der Sturzflug, bei dem sie bis zu 350 kmh schnell werden können. Gut gucken können sie auch, wie uns eindrucksvoll demonstriert wird. Das Training mit ihnen ist auch für den Falkner sehr sportlich


und was sie einmal gefangen haben, lassen sie so schnell nicht los.

Nach der Vorführung können wir auch die anderen Bewohner der Falknerei besuchen.
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Dunrobin Castle ist auch bekannt für seinen schönen Garten nach dem Vorbild von Versailles. So toll fand ich ihn nun nicht, vielleicht waren wir zu einer ungünstigen Zeit da - zu spät für Frühlingsblumen, zu früh für Sommerblumen.

Aus der Perspektive kommt mir das Castle fast vor wie Burg Möwenfels

(aus den Dolly-Büchern von Enid Blyton). Tatsächlich war es ab Ende der 1960er für sieben Jahre ein Internat - allerdings eins für Jungs.

Wir besichtigen auch noch das Innere des Schlosses; leider keine Bilder, da wir unsere Rucksäcke abgeben müssen und die Kameras ( selbst die Handys) vergessen haben mitzunehmen.

Zu sehen gab es mehr oder weniger das Übliche: Ahnengalerien, prachtvolle Speisesäle, Pfostenbetten, die Bibliothek mit den alten Wälzern (immer mein Lieblingsraum) usw. In der Teestube wollen wir ein Päuschen machen, doch kurz vor Schließung (16:30 Uhr) ist die Auswahl nicht mehr groß. Der Gatte bekommt nur noch einen normalen Kaffee und auch die Scones sind "out".
Weiter geht's; immerhin scheint jetzt ordentlich die Sonne, so können wir den ganzen blühenden Ginster rechts und links der Straße bewundern.


Anfahrt auf Helmsdale
glaube ich. Einmal geraten wir in einen kleinen Stau, ausgerechnet bergauf. Gute Übung für "Anfahren am Berg" .

Da ist offenbar ein Bus liegen geblieben.


Wir beenden unsere heutige Fahrt kurz hinter Dunbeath beim
Inver Caravan Park. Dies ist ein privater kleiner Stellplatz für etwa 10 Wohnmobile bzw. Wohnwagen und einer Zeltwiese. Der Gatte bemängelt, dass es nur ein WC gibt, doch wenn man es mit den Stellplätzen hochrechnet und mit andernen Campingplätzen vergleicht, passt es schon. Die Hauptverkehrsstraße A9 ist in Hörweite, was uns aber nicht wirklich stört. Vielmehr rätseln wir über die Dame im Zelt hinter uns, die mit fünf! großen Trolleykoffern unterwegs ist. Wie kann sie die handeln und wie passen die ins Zelt? Und warum schleppt
man frau soviel Gepäck überhaupt mit?

Aperitif und Abendessen können wir wieder im Lichte der Abendsonne genießen.

Heute mal Rotwein

Heuitige Etappe: