08. Tag 02.01. Rabat, Mdina und Dingli-CliffsNachdem ich gestern überwiegend wandern war steht heute mal ne Stadt auf dem Plan. Naja, eigentlich 2 Städte Rabat und Mdina, aber die gehören sowieso zusammen.
Beim Vorbeifahren ist mir eine Parkmöglichkeit knapp außerhalb der Stadt aufgefallen und die steuer ich an. Bin im Süden, genau zwischen den beiden Städten, perfekt.
Wieder fallen mir die vielen Erker auf

Mdina war die frühere Inselhauptstadt von Malta, ehe die Ritter des Johanniterordens die Hauptstadt ans Meer verlegten; liegt auf einer Anhöhe und ist ganz von Festungsmauern umgeben.


Stadttor, das von Großmeister de Vilhena im Jahre 1724 erbaut wurde

(PS: Thema Filmlocation: Mdina fungierte als Drehort bei der beliebten Fantasy-Serie Game of Thrones. In der ersten Staffel spielte der Ort King’s Landing bzw. Königsmund in Mdina auf Malta. Das Stadttor von Mdina wurde zum Stadttor von Königsmund.)
Vilhena Palace, der "Palace of the Grandmaster de Vilhena, Order of St. John of Jerusalem". In dem um 1730 von G. Barbera erbauten Palazzo mit einem Innenhof, der von drei Flügeln umgeben ist, residierte der Großmeister während seinen Anwesenheitszeiten in Mdina. Jetzt ist dort das Naturgeschichtliche Museum untergebracht.

Da Mdina auf einem relativ beengten Raum gebaut ist, sind die engen und schmalen Gassen mit den dicht aneinander gereihten Häusern an sich schon sehenswert ....

..... da sie aber jetzt um die Uhrzeit noch zusehr im Schatten sind entscheide ich mich, erst mal meine beiden Sehenswürdigkeiten in Rabat zu besuchen.
Im späten 19. Jahrhundert wurde vor Mdina und Rabat ein römisches Haus aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. gefunden, das heute als ‚Römisches Villen-museum' bekannt ist. Es beinhaltet einige schöne Bodenmosaike und war mit Marmorstatuen, u.a. der regierenden Königsfamilie, ausgestattet.
Ich war der erste Besucher 2018

und anfangs alleine im Haus


Die Mosaiken waren mit wirklich kleinen Steinchen gelegt - was muss das für eine Heidenarbeit gewesen sein.

Draußen waren noch einige Ruinen-Reste zu sehen

Ich spaziere durch das morgendliche Rabat


Komme dann zu den St. Paul’s Katakomben. Sie wurden um das Jahr 350 angelegt und erstrecken sich über bisher bekannte 1,5 Quadratkilometer. Im Laufe der Jahre wurden hier etwa 1.400 Tote beerdigt. Inzwischen sind alle ausgelagert worden.
Die Anlage bietet Zugang zu über 20 Katakombenabschnitten mit Gräbern aus vielen Epochen der Geschichte Maltas und deren Religionen. Dazu kommen noch Pavillions mit informativen Schautafeln, Bildern und Texten zu Themen rund um die Katakomben.

Am häufigsten sind die einfachen Loculi-Gräber. Sie bestehen aus einer rechteckigen oder gewölbten Wandnische, manchmal aber auch aus einem einfachen Schacht im Boden und konnten mit einem Stein verschlossen werden. Meist ausgesprochen klein, dienten sie offenbar als Kindergräber.


Ein Agape-Tisch aus dem Stein gehauen, wie er für alle maltesischen Katakomben typisch ist. Hier wurde der "Leichenschmaus" abgehalten.

Aufwendigere Grabtypen waren den Wohlhabenden vorbehalten. Für Baldachingräber wurde ein Felsblock so ausgehöhlt, dass seine Decke wie ein gewölbter Baldachin wirkte. Meist fanden darunter zwei Tote Platz, für die sogar eine Kopfstütze aus dem Stein gehauen war. Die gewölbten Decken der Satteldachgräber besitzen ein extra ausgearbeitetes Satteldach.

Einer der über 20 Zugänge zu den Katakomben... da summieren sich die Treppenstufen, da es bei jedem zw. 10-20 Stufen runterging

Früher waren viele Wände mit Fresken geschmückt, die jedoch nahezu verblichen sind.


Menora - also ein jüdisches Grab.

Ich hab sehr viel Zeit in den Katakomben verbracht.
Dann ein bißchen kreuz und quer durch die Gassen von Rabat um wieder nach Mdina zu gelangen

Hier sind wir jetzt schon wieder mitten in Mdina, vor der St. Paul's Cathedral.

Das im neogotischen Stil errichtete Rathaus von Mdina

Dann spaziere ich planlos durch die Stadt, lasse mich einfach treiben

... zwischendurch noch ne Pause mit einer leckeren Pizza. Gut gestärkt geht es weiter.


So, dann reicht es mir mit der Stadt und ich spaziere zu meinem Auto zurück, fahre ein paar Kilometer weiter Richtung Meer. Hier bläst der Wind heute mal wieder extrem.
Die Dingli Cliffs sind eine Klippenformation an der Küste und der höchste Punkt des maltesischen Archipels. Den Namen verdanken die Dingli Cliffs dem englischen Ritter Sir Thomas Dingley, der sich im 16. Jahrhundert in der Gegend niederließ.


In der Nähe des Ortes Dingli gelegen, erheben sich die Dingli Cliffs beim Berg bzw. der Erhebung Ta’ Dmejrek bis zu 253 Meter hoch aus dem Mittelmeer. An der Südwestküste der Insel Malta fällt die Felswand vielerorts steil ab, jedoch nirgends so hoch wie an den Dingli Cliffs. Etwas unterhalb der Klippenkante befindet sich ein grünes und fruchtbares Felsplateau oberhalb der Küstenlinie, auf dem Landwirtschaft betrieben wird.




Ich fahre ein Stück an den Klippen entlang Richtung Norden und spaziere dann noch an der Küste entlang - war gar nicht so einfach ist





Der Rückweg ist dank starkem Rückenwind ganz einfach, man musste einfach nur die Füße heben, der Rest machte der Wind

Gut durchgepustet komme ich zurück und genieße den Whirlpool, bevor es zum Abendessen geht.