Tag 4: Zrmanja Canyon und Mala PaklenicaNichts Neues ist von der Wetterfront zu berichten, denn es regnete immer noch

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Unser Gepäck war schnell verstaut und um 8 Uhr verließen wir die Unterkunft. Zum Abschluss wollten wir aber noch das Frühstück im Restaurant Plitvicka Vrela zum Preis von 7 € pro Person ausprobieren. So sah das für 2 Personen aus:

Dazu gab es Weißbrotscheiben und lauwarmes Teewasser aus dem Bottich. Heiko stellte erst einmal den Thermostat etwas höher. Gut, dass wir die letzten zwei Tage im Degenija gefrühstückt hatten. Letztendlich machte das so einen guten Eindruck, dass wir auch in dem Hotel hätten übernachten sollen. Aber hinterher ist man immer schlauer.
Unsere nächste Station lag an der Adria. Wir fuhren gemütlich im dichten Regen die Landstraße 1 vorbei an den Plitvicer Seen und über viele bewaldete Berge. Erst nach 1,5 Stunden Fahrt wurde die Gegend felsiger

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Nein, das ist kein Bild aus der Waschstraße

. Als wir über einen Pass fuhren, blitzte, donnerte und schüttete es so heftig, dass wir 10 Minuten in einer Einfahrt parken mussten.
Danach setzten wir die Fahrt zu unserem ersten Ziel, dem Zrmanja Canyon fort. Nach Obrovac bzw. der kleinen Ortschaft Jasenice steht ein kleines, unscheinbares Schild neben der Straße.

Hier führt ein Schotterweg, der an dem Tag ziemlich geflutet war,

zum Plateau bzw. dem Aussichtspunkt.
Dort war in den 60er Jahren der Drehort vieler Winnetou Filme.


1962 Der Schatz im Silbersee
1963 Winnetou 1
1965 Winnetou 3
1965 Old Surehand 1
1966 Winnetou und das Halbblut Apanatschi
1968 Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten
Wo sich damals das Pueblo befand, stand jetzt mein Hausfrauenpanzer

.

Hier oben war also Old Shatterhand am Marterpfahl festgebunden

und einziger Zeitzeuge ist dieser Betonsockel.

Was für ein Ausblick:


Es regnete nicht mehr, aber die Sonne war noch zögerlich.
Nach einer halben Stunde Fahrt erreichten wir unsere Unterkunft in Starigrad-Paklenica. Wir hatten auch dieses Appartement über Booking.com reserviert. Das Gebäude steht direkt an der Hauptstraße, nur 200 m vom Meer entfernt, mit riesigem Balkon. Die Wohnung befindet sich im 2. Stock, ist ziemlich geräumig und absolut sauber.

Im 1. Stock wohnen die Eigentümer (deutsch- und englischsprachig), im EG ist eine Metzgerei, daneben das Bistro Antonio, ein sehr gutes und preiswertes Restaurant. Auf der anderen Straßenseite gibt es zwei kleine Supermärkte, eine Bank und die Uferpromenade. Auch diese Unterkunft war mit hervorragend bewertet und noch konnten wir keinen Haken entdecken.
Wir stellten unser Gepäck ab und gingen ins Bistro nebenan, um eine Kleinigkeit zu essen. Serviert wurde aber eine Riesenportion. Auf jedem Teller waren 10 Cevapcici, die hatte der Kellner frisch vom Metzger nebenan geholt, Pommes und Djuvec-Reis. Das konnten wir nicht alles essen, denn schließlich wollten wir noch die kleine Schlucht erwandern.
Die Zufahrt zur kleinen Paklenica-Schlucht befindet sich ein paar Kilometer außerhalb von Starigrad. Es gibt einen Parkplatz und ein Kassenhäuschen. Da diskutierten gerade zwei junge Deutsche auf Englisch mit dem Ranger. Sie wurden aufgrund der starken Regenfälle am Morgen von einer Flashflood überrascht und kamen gerade noch aus der Schlucht raus. An der Kaskade wäre Schluss mit der Wanderung und die ist gerade mal 1,5 km entfernt. Als ich das hörte, war ich nicht bereit, den Tagespreis für die Schlucht zu bezahlen, wenn nur ein kleines Stück machbar ist. Ich sagte dem Ranger, dass wir auf dem Rückweg bezahlen, falls mittlerweile ein Weiterkommen möglich ist. Genervt ließ er uns ziehen.
Am Parkplatz unterhielten wir uns noch kurz mit den zwei jungen Leuten. Sie waren nach Kroatien geflogen und hatten ein Auto gemietet. Tage zuvor waren sie an den Plitvicer Seen und fragten uns, ob wir denn Wasserfälle gesehen haben. Aufgrund der fast fünfmonatigen Dürre, waren die Fälle ausgetrocknet. Da es aber seit Tagen regnete, hatten wir die Wasserfälle in voller Pracht

. Also durften wir uns gar nicht über das Wetter beschweren.
Wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Weg in die kleine Schlucht.


Der Weg wurde sehr schnell felsig


und wir standen schon bald vor der Kaskade.

Der Weg in die Schlucht führt durchs Flußbett und das war uns an dem Tag zu gefährlich. Bei weiteren Niederschlägen kann das ganz schön leichtsinnig sein. Zurück am Parkplatz, machte der Ranger gerade Feierabend und würdigte uns keines Blickes mehr.
Zurück an der Unterkunft, machten wir einen Erkundungsspaziergang durch Starigrad.




Interessant fand ich die Grabplatten der Marke Schachtdeckel.

In der Nachsaison scheint das rote Touristen-U-Boot wenig gefragt zu sein.

Zum Abendessen gingen wir nochmals ins Bistro Antonio, bestellten aber sicherheitshalber eine Pizza auf zwei Tellern und das war gut so.
Danach setzten wir uns bis zum Sonnenuntergang

gemütlich mit einer Flasche Wein und spannender Lektüre auf den Balkon. Leider vertrieben uns hungrige Schnaken.
Soweit alles gut mit der Unterkunft, doch dann gingen wir schlafen. Jetzt komme ich zum Haken: Das Bett knarzte bei der geringsten Bewegung so laut

(jetzt kann ich darüber lachen), dass keiner von uns richtig schlafen konnte. Sobald man sich umdrehte, war der andere wach.
Wir unterhielten uns am nächsten Tag mit den Gästen der Nebenwohnung und da schlief der Mann die ganze Zeit auf der Couch im Wohnzimmer. Zwei Nächte in dem Bett waren schon grausam, aber 14 Tage hätten wir das nicht ausgehalten.
Unterkunft: Apt. Grga, Starigrad
Preis: 45 € pro Nacht (nur Unterkunft)