Tag 21 Freitag 8.9.2017Am letzten Tag des Urlaubs haben wir natürlich ausgeschlafen

und wollten uns auch noch mal ein richtiges Frühstück gönnen und sind ins „Good Karma“ Café gegangen. Es war schönes Wetter und ich habe ein paar Fotos von Manitou Springs gemacht.
seht ihr diese Schneise im Berg über dem weißen Haus? Das ist der Manitou-Incline, eine alte stillgelegte Bahnstrecke. Von oben hat man einen herrlichen Blick auf Manitou Springs und die Umgebung. Diesen Hike hatte ich ursprünglich eingeplant, den haben wir zeitlich aber nicht geschafft. Und ich weiß auch nicht wie gut die Sicht gewesen wäre bei dem Waldbrandsmog der derzeit durch Colorado wabert.

ein witziges Sofa

Hinter der Kirche war das Café, wir hatten Glück und bekamen einen Tisch draußen am Bürgersteig. Ich habe passend zur Umgebung das Incline Breakfast bestellt (zwei Spiegeleier auf Bratkartoffeln mit Rucola, Tomate und Oliven). der Kaffee war richtig gut stark und zum ersten Mal gab es kein Refill. Im Park hinter der Kirche turnte ein Eichhörnchen rum und fraß den Blumen die Köpfe ab, sowas habe ich auch noch nicht gesehen.

Zurück im Hotel holten wir uns noch Kaffee in der Lobby, die eine Tasse war mir zu wenig. Dann ging es ans Packen. Zum Glück ging der Koffer zu

die Kühltasche haben wir im Zimmer stehen lassen in der Hofffnung dass jemand Verwendung dafür findet. Ich warte ja noch drauf dass die Autovermieter auch Kühlboxen vermieten...
Nächstes Ziel an unserem letzten Urlaubstag war der REI Store in Colorado Springs. Meinem Bruder fällt immer was ein was er nur im REI in Amerika bekommt: diesmal waren es zwei Thermotrinkflaschen mit Jubiläumsaufdruck für meine Neffen. Außerdem hatten wir noch ein unbenutztes Bärenspray. Josef wollte es nicht mit nach Hause nehmen (obwohl es offiziell im Koffer erlaubt ist). Letztes Mal haben wir es im Visitorcenter eines Nationalparks abgegeben, es lag aber nix passendes auf der Route. Josef hatte sich überlegt dass wir es im REI Store abgeben könnten. Normalerweise kaufe ich selber auch gerne Klamotten bei REI aber mein Koffer war voll und ich brauchte jetzt auch nichts dringend. Die Trinkflaschen haben wir auf Anhieb nicht gefunden und fragten einen Verkäufer um Rat, er führte uns zum entsprechenden Regal. Josef hat ihn dann gefragt ob er ihm das Bärenspray geben kann. Als der junge Mann verstanden hatte dass wir das Spray nicht umtauschen wollen sondern verschenken war er ganz glücklich und strahlte über das ganze Gesicht: ja sie hätten eine Box für solche Dinge und er nimmt es sehr gerne an. Es ergab sich das übliche Gespräch wo wir herkommen und was wir gemacht haben, er hat sich dann sogar auf deutsch bedankt, wow! Wir hatten das Gefühl eine gute Tat getan zu haben

An der Kasse haben wir zum letzten Mal von unserem Sonnenfinsterniserlebnis erzählt und wurden ausgiebig darum beneidet
danach ging es über die I25 noch ein kurzes Stück zur U.S. Airforce Academy. Weder mein Freund noch ich sind an Flugzeugen oder Militär interessiert aber die spektakuläre Kapelle auf dem Gelände wollten wir uns anschauen. Am Eingang zur Academy mußte Josef seinen Führerschein vorzeigen, wir wurden gefragt ob wir Waffen dabei haben (nein unser Bärenspray hatten wir ja schon entsorgt

) dann durften wir auf den Besucherparkplatz fahren.
Moderne Kirchen finde ich normalerweise total häßlich, aber dieses Gebäude hier aus dem Jahr 1963 ist einfach genial. Ich hatte es schon in einigen Reiseberichten gesehen und hatte es bei der letzten Reise schon auf dem Plan (wie auch die Paint Mines) aber 2013 konnten wir wegen des Hochwassers nicht hinfahren.
innen überraschen die bunten Fenster

ein wunderschöner Bau, ich finde rundum gelungen!
das einzige was hier fehlte war eine Toilette, auf Nachfrage wurde mir ein anderen Bau auf dem Gelände gezeigt wo es Besuchertoiletten gibt. Das war mehrere hundert Meter weg, ein Ami wäre wahrscheinlich mit dem Auto hingefahren. Auch dieses Gebäude war innen sehr elegant, die Army hat Geld, das sieht man.
Noch ein Blick aufs Gelände

Die Fahrt zum Flughafen war problemlos, über eine Mautstrasse ging es um Denver herum, da war nicht viel Verkehr, um halb 2 waren wir bei Alamo. Die Autorückgabe war wie immer äußerst einfach: Schlüsssel abgeben, Nummernschild wird eingescannt, man bekommt einen Beleg wie beim Einkaufen im Supermarkt, das wars. Wir haben uns auf eine Bank gesetzt haben unseren Rest Pizza vom Vorabend gegessen, so jetzt hatten wir wieder eine Schachtel weniger zu tragen

Mit dem shuttle ging es zum Flughafen, Icelandair war wieder neben Lufthansa, am Schalter war wenig los, wir waren früh dran. Meine zweite Handtasche (die REI Tüte mit den Flaschen konnte ich weder im Koffer noch im Rucksack verstauen) wurde beim Check-in freundlich ignoriert ebenso bei der Security und fand später in den Gepäckboxen in der Boing Platz.
Wir haben uns in ein fastfood Restaurant gesetzt und zum letzten mal bis zum nächsten USA Urlaub einen Burger bestellt, danach war ich mehr als satt. Mit zusätzlich Studentenfutter für den kleinen Hunger im Flug (bei Icelandair gibt es kein kostenloses Essen) waren wir bestens versorgt.
Am Rückflug hatten wir wieder Verspätung und kamen erst nach der geplanten Abflugzeit für den Flug nach München in Reykjavik an aber wie beim Hinflug hat die zweite Maschine gewartet.
Irgendwo über Island:

Kurz darauf waren wir wieder in München....
Hotel: Boing 757

Tier des Tages: Das blumenmördernde Eichhörnchen

Die heutige Route:
FAZIT
Es war ein wunderbarer Urlaub! Selbst mein Freund hat sich diesmal in USA rundum wohlgefühlt, wir sind wohl mitlerweile beide gut an die amerikanischen Sitten angepaßt; dass man überall nach dem Wohlergehen gefragt wird was uns früher immer massiv gestört hat haben wir jetzt endlich nur noch als „Hallo“ empfunden wie es ja auch gemeint ist.
Trotz langer Planung (ich war wirklich 2 Jahre damit beschäftigt und fragt nicht wie oft ich die Route umgeschmissen habe) gab es immer noch etliche Überraschungen. Dass die Sonnenfinsternis solch ein Knüller würde hätte ich selbst in den hoffungsvollsten Träumen nicht erwartet. Neulich habe ich im Radio einen Bericht eines Sonnenfinsternisjunkies gehört der vor 30 Jahren zum ersten Mal das Glück hatte eine Sonnenfinsternis zu erleben und seither alle Sonnenfinsternisse gesehen hat die er erreichen konnte. Er sagt dass es auf der Welt nichts Schöneres gibt und dass man sich das nicht vorstellen kann wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat und dass es zu den wenigen Dingen gehört die man mit Foto und Film nicht zeigen kann. Das kann ich alles unterschreiben! Und ich bin meinem Schicksal sehr sehr, sehr dankbar dass ich das erleben durfte. Wenn möglich werde ich 2024 nach Texas zur nächsten Sonnenfinsternis in USA reisen.
Die Kombination aus roten Steinen mit anderen Naturphänomenen wie z.B. den heißen Quellen fanden wir sehr gelungen und viele Wanderungen z.B. zu den Fisher Towers und den Ice Lakes waren deutlich spektakulärer als erwartet und das trotz der Menge an Fotos und Berichten die man im Internet findet, in der Realität ist es dann doch noch mal ganz anders!
Besonders überrascht hat mich persönlich wie wild der Westen in Colorado ist. Eigentlich hatte ich mir Colorado als demokratischen Staat besonders modern und fortschrittlich vorgestellt aber wir haben noch nie so viele ungeteerte (und unbeleuchtete) Straßen gesehen wie in den kleinen Orten in Colorado, wir fühlten uns oft in die Vergangenheit versetzt, so als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Besonders typisch fand ich dieses Schild das wir in Hot Sulphur Springs fotografiert haben:

Offensichtlich ist man hier auch noch tief in der Geschichte verwurzelt und pflegt das Image vom wilden Westen wie man z.B. in Grand Junction auf dieser Gedenktafel vor dem Colorado Welcome Center sehen konnte:

Butch Cassidy in the Grand valley
Reportedly in October 1899 Butch Cassidy and several members of the wild bunch also known as the Hole-in-tbe-Wall Gang traveled through the grand valley. From 1889 to 1904 this band of desperados thrilled local citizans and terrified many merchants and lawmen with their brazen bank, train and stagecoach robberies in the western slope region of Colorado.
George Butch Cassidy the legendary outlaw leader was also known as the Robin Hood of the West because of his practice of robbing from the rich and giving to the poor. To date his final disposition remains a mystery and a subject of much debate. Did he die in South America or did he return to the United States and live out his remaining years as a law abiding citizen?
Although their presence resulted in no criminal activity it reinforced the myth, legend and lore of the grand valley as being part of the western frontier during the last days of the wild wild west.
Dedicated as a chartering event June 10, 2017 and year of the order 6022
Außerdem hatten wir wieder ein Riesenglück mit dem Wetter und haben diesmal auch öfter einen Gang zurückgeschaltet und einfach nur am Pool gefaulenzt, okay man wird eben auch älter

Da ist es schon schön wenn man mal mit dem Boot gefahren wird oder mit der Zahnradbahn auf einen Berg gefahren wird und einfach nur aus dem Fenster schauen darf, ich glaube in Zukunft werde ich mehr solch relaxte Ausflüge einplanen und ein paar stramme Wanderungen weniger.
Die nächste USA Reise wird uns wahrscheinlich 2019 in den Nordwesten führen. Es hat mich gefreut dass ihr dabei wart und hoffe es hat euch soviel Spaß gemacht dass ihr nächstes Mal wieder dabei seid
