22.8.16Obwohl die Kojen in meiner Kabine recht eng waren, habe ich hervorragend geschlafen und war daher fit und munter als ich morgens um 6:00h davon geweckt wurde, dass Mike die Maschine anließ. Nach einer heißen Dusche und einem Kaffee bin ich raus aufs Deck, um die Fahrt zu genießen. Das Wetter war leider weiterhin gar nicht zum genießen. Eher kühl und regnerisch und grau. Aber zumindest hatte der Wetterbericht recht behalten und der Seegang hielt sich zwischen den Inseln in Grenzen.

Bald drangen von drinnen leckere Kaffeedämpfe in meine Nase, so dass ich das graue Wetter alleine gelassen habe und stattdessen lieber das üppige Frühstück genossen habe. Kaum war ich nach dem Frühstück wieder draußen auf Deck, gabe es auch schon was zu sehen.
Buckelwale! Meine ersten!

Und ich bekam sogar mehrere Chancen, beim abtauchen ihre Schwanzflosse zu knipsen.


Blub blub, weg war er


Wir haben insgesamt 3 oder 4 Wale gesehen bevor wir beim ersten geplanten Ziel der Bootstour ankamen. Einer Steilküste, wo Puffins nisten sollten. Zuerst waren nur Möwen zu sehen.

Aber schon hinter der nächsten Felsnase warteten die ersten Puffins oder Lundis oder Lunde oder wie auch immer man sie nennen will. Während es in Island und rund um Svalbard "nur" die Atlantic Puffins oder Papageientaucher gibt, leben an den Küsten Alaskas 2 verschiedene Arten.

Das hier sind Tufted Puffins oder Glebschopflunde, die mir mit ihren gelben "Zöpfen" sehr gut gefallen haben.

Aber sie saßen natürlich nicht nur rum, sie flogen auch und fingen Fisch.



Besonders gefreut habe ich, dass ich sie ein paar mal mit Fisch im Schnabel erwischt habe.



Gemischte Formation (hinten dran ist ein Horned Puffin oder Hornlund):

Ich hätte noch Stunden bei diesen faszinierenden Vögelchen verbringen können aber wir hatten ja noch einige Seemeilen vor uns an diesem Tag. Also hieß es viel zu schnell Abschied nehmen. Das nächste Highlight ließ aber nicht lange auf sich warten. Ganz in der Nähe gab es eine Mini-Insel, um die sich jede Menge Seeotter versammelt hatten. Teilweise war es richtig schwierig zu unterscheiden, was Kelp war und was Otter.



Und erfreulicherweise tauchten immer wieder auch Puffins auf.

Starten ist gar nicht so einfach


Gemischte Formation II, diesmal ist der Hornlund vorne.

Auch im weiteren Verlauf der Fahrt tauchten immer wieder Wale auf (und unter

).


Und auch der eine oder andere neugierige Otter ließ sich neben dem Boot sehen.

Schließlich verließen wir den Schutz dr diversen kleineren Inseln um Kodiak Island und begannen die Überquerung der Shelikof Strait zwischen Kodiak Island und dem Festland. Unser Ziel war ja die Katmai Coast auf der anderen Seite dieser Meeresstraße. Es gab zwar hier draußen auf dem relativ offenen Meer etwas mehr Seegang aber mehr als 1m hoch wurden die Wellen nicht. Außer ein paar wenigen Seevögeln gab es nicht wirklich viel zu sehen, so dass ich nach dem wieder sehr leckeren Mittagessen (das wird keine Tour zum abnehmen!) unter Deck bin und noch ein wenig daran gearbeitet habe, das Jetlag-bedingte Schlafdefizit der letzten Tage abzubauen.
Als wir die andere Seite der Meerenge erreicht hatten war ich aber wieder fit und munter. Immerhin hatte es inzwischen aufgehört zu regnen und die Sicht war etwas besser geworden.


Als wir dem Ufer näher kamen, entdeckte ich einen Weißkopseeadler im Baum.

Wir haben uns eine Weile an der Stelle treiben lassen, um ihn zu beobachten und in der Hoffnung ein paar Aufnahmen im Flug zu bekommen. Er hob dann auch tatsächlich ab aber leider in die falsche Richtung. Trotzdem schön anzusehen

Unser Ziel war Geographic Harbour, ein am Ende eines Fjords gelegener natürlicher Hafen. Bis wir dort angekommen waren, hatte sich die bessere Sicht wieder sehr stark relativiert.


Irgendwo in diesem Nebel soll es einen Strand geben, wo wir morgen Bären sehen wollen. Ich bin gespannt.
Dass auch das Abendessen wieder lecker und reichlich war, brauche ich kaum noch zu erwähnen, oder?
Zum Glück hatte ich eine Flasche Bourbon dabei, so dass wir uns noch einen Absacker schmecken lassen konnten, bevor es in die Koje ging, um von den Bären zu träumen, die wir am nächsten Tag sehen wollten