Hallo Zusammen,
wir bauen gerade bei meinen Schwiegereltern das Bald altersgerecht um. Mit der ganzen Rohrverlegung ist auch Omas Nähstube betroffen, muss also etwas auf- und umgeräumt werden. Im Zuge dessen habe ich die Genehmigung bekommen vorsichtig auszumisten, sprich allerhöchstens die Hälfte weg zu schmeissen.

Lassen wir mal die Berge von nicht mehr getragenen oder in verschiedenen Stadien der Ausbesserung befindlichen Klamotten, die gefühlt tausende von Stoffresten, Nähutensilien, Näh-, Koch- und Wohnzeitschriften beiseite (da hab ich mich gar nicht erst rangetraut)
Wir könnten locker einen kleinen Laden für Weihnachtsdekoartikel aufmachen, inklusive Kerzen und Geschenkpapier, -tüten, -kartons, sowie Schleifenbändern. Highlight: originalverpacktes Lametta aus den 1960er Jahren

Wir brauchen in den nächsten Jahren auch keine Papierservietten mehr zu kaufen, wenn es egal ist, dass nicht immer jeder die gleiche bekommt.

Gilt auch für die 4 kg Dekosand/-kies

Es gibt zudem noch eine Schublade voll mit teil unbenutzten Skatspielen - muss mal ein beliebtes Werbegeschenk gewesen sein.
Was ich bisher zur Entsorgung bereitgestellt habe (ohne die Vorräte zu erschöpfen):
- zwei riesig große Müllsäcke mit Plastiktüten
- unsere Papiertonne füllte sich rasend schnell mit Papiertragetaschen, kruseligen Geschenkpapier und solchem in Minigröße, leeren Pappkartons von Smartiesschachteln, über die von Pralinen bis hin zu Versandhauspaketen, leeren beschriftete Briefumschläge, Katalogen von anno knipps uä Morgen ist gottseidank Abholung, denn ich habe noch mehr
- sechs gelbe Säcke mit leeren Plastikdöschen, -tuben, -röhrchen, -korken, -flaschen, -schachteln. Und wozu zum Henker braucht man leere Kaffeetüten?
- einen Querschnitt der Sonnenbrillen-Mode, der letzten 40 Jahre, die meisten leider mit kaputten Bügel
- einen Maurerkübel voll Hartplastik, sprich vergilbten Litermaßen, Zahnputzbechern, merkwürdigen Gestellen uä; dito für angerostete Blechdosen unterschiedlichster Herkunft
- zwei defekte Bügeleisen, eine kaputte Strickmaschine und ein nicht funktionierender Bügelautomat
- zwei Kartons mit vertrockneten Rosen- und Hortensienblüten, sowie schon leicht schimmelnden Orangenscheiben, Tannenzapfen und Lampionblüten
- zwei weitere Maurerkübel mit allen möglichen Kram, das wohl als Restmüll zählt. Kreidestummel, Wachsmalstifte, löchrige Bastmatten, kaputte Schlüsselanhänger, abgetrennte Hosen/Rockbunde??? etc pp
Okay, Schwiegermama hat früher leidenschaftlich gern gebastelt, Wiederverwendung ist löblich ebenso wie Sparsamkeit, aber das??? Ich glaub auch nicht, dass dasmit den kürzlich proklamierten Hamsterkäufen zu tun hat

Und ich dachte schon, wir heben viel zu viel auf
Mir ist in mehrfacher Hinsicht das kalte Gruseln gekommen:
Wieviel Müll produzieren wir Menschen eigentlich? Ist das nicht schrecklich!
Wir müssen das in ein paar Jahren
alles ausmisten

Was kommt noch alles in Opas Büro, Gartenschuppen und Garage zum Vorschein?

Halb hoffend, dass es euch ähnlich geht - halb wünschend, dass ihr von sowas verschont bleibt, gönne ich mir jetzt den letzten Tropfen unseres guten Talisker-Whiskys
und werde die Flasche gleich morgen entsorgen
