17.02.2016 Wanderung Geothermalgebiet Hengill, Geysir die 2. und der eigentliche Grund der Reise Teil 1In der Früh kam zuerst einmal der Frust. In der Nacht hat es unerwartet einen leichten Sturm im geomagnetischen Feld der Erde gegeben. Es hat sehr schöne Nordlichter gegeben. Aber erstens haben wir es nicht gewusst und zweitens waren sowieso die Wolken im Weg. Bleibt uns noch die Hoffnung, dass für den Abend noch etwas übriggeblieben ist. Die Wettervorhersage wäre gut. Es soll aufklaren. Auch die Nordlichtvorhersage, zumindest für die erste Nachthälfte schaut noch gut aus.
Für den Tag waren Wolken und leichte bis mäßige Schneefälle mit wenig Wind prognostiziert. Wir beschlossen die Wanderung zum Hengill Geothermalgebiet zu wagen. Wer weiß wie das Wetter morgen ist. In der Nacht gab es wieder eine dünne Neuschneeauflage.

Es war wie vorhergesagt bewölkt. Als wir auf die Hauptstraße einbogen, fielen uns zwei Autos auf, die ständig auf der falschen Seite fuhren. Zuerst dachte ich mir wegen der besseren Spur auf der anderen Seite der Straße.

Als sie vor einer Kuppe nicht wechselten kam es uns schon etwas komisch vor. Aber als sie auch vor einem Bus nicht ausweichen wollten, war klar, dass es sich um Leute, die den Linksverkehr gewohnt sind handelt. Es ging sich aber alles aus. Gut das der Bus nicht bei der Kuppe entgegengekommen ist.
Vor Sellfoss setzte heftiger Schneefall und Sturm ein und bei uns kamen Bedenken auf, ob wir dir richtige Entscheidung getroffen hatten. Nach Sellfoss Richtung Reykjavik wechselte das Wetter schlagartig. Die Wolken waren weg und die Sonne lachte vom Himmel. Hinter dem Ort von Hveragerði ist der Parkplatz, bei dem der Wanderweg beginnt. Wir dachten, dass wir allein sein würden, aber weit gefehlt. Der Parkplatz war halb voll, sogar ein kleiner Bus war da.

Die Bedingungen waren jetzt optimal. Wenig Wolken, Sonne und fast kein Wind. Das Geothermalgebiet ist rund 3,5 km vom Parkplatz entfernt. Zuerst geht es recht steil bergauf, vorbei an dampfenden Quellen. Das Gehen im lockeren Schnee war zeitweise ganz schön anstrengend.

Auch im Tal dampfte es ordentlich und die Aussicht wurde immer besser.

Vorbei an sprudelnden Schlammtöpfen ging es bergauf.

Dampf und Sonne ergaben tolle Lichteffekte.


An den Spuren im frischen Schnee war zu erkennen, dass die meisten nach den dampfenden Quellen umdrehten. Als wir den ersten Anstieg hinter uns hatten, waren nur noch Spuren von vier Personen zu sehen.
Hier öffnete sich uns eine sehenswerte Winterlandschaft.

Der Weg führt oberhalb des Tals entlang. Die Mulden waren tief mit Schnee verweht, die Markierungspflöcke waren oft nicht zu sehen. Unser Garmin und die Spuren im Schnee wiesen uns den Weg.

Nach einiger Zeit kamen wir an einem dampfenden Wasserfall vorbei, der sich im Tal befindet.

Der Weg ist relativ sicher nur bevor der Weg den Bach quert, gab es eine Stelle, von der eine Lawinengefahr ausgehen hätte können. Hier waren mächtige Schneewächten am Bergkamm seitlich von uns zu sehen. Auf der anderen Seite des Berges ist alles sicher. Hier war der Schnee weggeweht. Aufpassen hieß es auch bei Gräben. Es gab kleine Bäche die unter dem Schnee fließen. An den Spuren war zu sehen, dass einer unserer Vorwanderer bereits bei einem eingebrochen war.

Bevor wir die Badestelle erreichten, kamen wir zu Heißwassertöpfen und Fumarolen.


Bei einer führt der Weg so knapp vorbei, dass einem das warme Wasser in Gesicht spritzte.

An der langgezogenen Badestelle trafen wir auf anderen Personen, die bereits im Wasser waren. Wir beschlossen weiter hinten eine Stelle zu suchen. Wir hatten rund 1 ½ Stunden für den Hinweg gebraucht.

Die erste Stelle mussten wir wieder verlassen, das Wasser hier einfach zu heiß war. Etwas weiter bachabwärts floss ein kalter Bach zu. Im Mischbereich war es angenehm. Auch wenn genau der Richtige Platz notwendig war, etwa zu weit links war es kalt und recht zu heiß.

Es hat schon was bei knapp unter 0°C vor einer rund 2 Meter hohen Schneewächte im warmen Wasser zu plantschen.

Nach einer Stunde machten wir uns wieder auf den Rückweg. Sonne, Dampf und Wolken ergeben wieder tolle Impressionen.



Fast schon apokalyptisch.

Am frühen Nachmittag waren wir wieder am Parkplatz.