Dienstag 29.09.So, heute steht ein langer Fahrtag an, denn es geht nach Vermont.
Zunächst wollen wir aber die Ausable Chasm besuchen, eine Schlucht, die wir auch schon vor 10 Jahren besucht haben. Hatten damals aber nur wenig Zeit.
Heute starten wir erst gegen 8:30 Uhr. Wir benötigen eine Stunde vom Hotel aus. Zuvor halten wir noch an einem Flussufer:

Gegen 9:30 erreichen wir den riesigen Parkplatz der Ausable Chasm, außer 2 Reisebussen steht hier allerdings kein Auto.
Wir bezahlen den Eintritt und machen uns auf eine 2,5 stündige Wanderrung durch die Schlucht.
Die Wasserfälle sind gleich zu Beginn zu sehen:

Nochmal mit Brücke:

Dann gehts durch Wald, immer mal wieder sind Aussichtspunkte, aber nichts Überragendes.
Dann gehts direkt an der Schlucht entlang:

Der Weg zieht sich ganz schön und wir finden es ein wenig langweilig. Aber das laufen tut mal ganz gut. Es ist zwar sehr wolkenreich am Himmel, aber es regnet nicht wie vorhergesagt.
Nach 1,5 Stunden erreichen wir das Ende des Trails und kommen an diesen Pool:

So, entweder könnte man jetzt den Weg wieder zurücklaufen auf der anderen Seite oder man nimmt den Shuttle Bus, den es hier gibt zurück zum Eingang.
Wir sind faul

und nehmen den Shuttle Bus. Wir sind die Einzigen hier weit und breit.
Der Busfahrer lässt uns an diesen Wasserfällen heraus. Sehen recht gut aus, über der Kante ist ein Kraftwerk, was nicht so hübsch aussieht:
Aber so sind es schöne Wasserfälle:

Nach insgesamt 2,5 Stunden kommen wir wieder zum Auto. War ganz nett in der Ausable Chasm, aber jetzt auch nicht unbedingt das Megahighlight.
So wir haben noch viele Ziele vor uns. Dafür müssen wir nach Vermont und müssen den riesigen Lake Champlain überqueren. Da die Fährverbindungen schon teilweise eingestellt sind, fahren wir ca. 1 Stunde gen Norden nach Auburn. Dort überqueren wir den Lake Champlain per Brücke und gelangen in den Staat Vermont.
Gerade als wir über die Brücke sind, fängt es ordentlich an zu regnen.
Wir halten am Lamoille River:

Wir haben hier so viele Ziele gehabt, aber der starke Regen macht uns einen Strich durch die Rechnung.
Wir besuchen die Cambridge Bridge, eine überdachte Brücke, die in Neuengland Wahrzeichen sind und es zu Hauf gibt. Die meiste Zeit haben wir die Brücke jedoch als Unterschlupf gegen den starken Regen genutzt.

Die Landschaft sieht eigentlich ganz nett aus, aber es zieht immer mehr zu und der Regen wird immer stärker, so dass alles grau in grau ist. Hier sind wir am Lake Elmore:

Ja und dann öffnet der Himmel so richtig seine Pforten. Es schüttet wie aus Kübeln:

Nichts geht mehr und wir brechen unsere Planung ab.
Wir fahren zum Hotel nach St. Johnsbury, dem Fairbanks Inn, wo wir 3 Nächte verbringen werden.
Am Parkplatz angekommen gibt es einen Platzregen, so wie ich noch Keinen erlebt habe. Alter Schwede, sagen wir in Norddeutschland.
Auf den ca. 20 Metern zur Lobby werden wir klitschenass. Dann der nächste Schock. Vor uns stehen ca. 10 Leute in einer Schlange und nur eine junge Dame an der Rezeption.
Es waren zwar 5 Pärchen, aber keiner von denen hatte vorreserviert so wie wir. So stellte die Dame zigtausend Fragen, um einen korrekten Check Inn vorzunehmen. Hinderlich war auch, dass ein asiatisches älteres Pärchen kein englisch konnte, was die Konservation nicht voranbrachte.
Zudem war es in der Lobby so heiss wie in einer Sauna.

Hinter uns kamen noch weitere Gäste. Nach 4 Zigarettenpausen und einer Laune, die ich aus Jugendschutzgründen nicht näher bezeichnen möchte, kamen wir ungelogen nach einer Stunde Wartezeit dran.

Der Schweiss lief in Strömen von der Stirn. Habe ich schon erwähnt, dass es hier im Raum heiss ist ? Das Death Valley wäre geradezu eine Abkühlung gewesen.

Ich musste mich sehr beherrschen freundlich zu bleiben. Bei uns ging es dann schnell, da wir ja vorreserviert hatten.
Wir bekamen unsere Zimmerschlüssel und gehen draußen die Treppe hoch zur ersten Etage. An den Außendecken hingen unzählige riesige Spinnen und ich habe schon vor kleinen Spinnen Angst und Panik. Ganz vorsichtig und immer mit Blick auf die Spinnen, erreichen wir unser Zimmer.
Das Zimmer war nicht der Hammer. Vor dem Kühlschrank war alles voller Wasser und der Kühlschrank war aus, funktionierte nicht.
Alos wieder runter in die Sauna, wo die Dame immer noch Gäste eincheckte. Diesmal sprach ich kurz dazwischen und sie sagte, sie komme gleich hoch zu uns.
Da wir nicht wussten, ob wir das Zimmer tauschen mussten, haben wir draußen auf dem Außenbalkon mit den Spinnen gewartet und dem Wolkenbruch, der immer noch anhält, zugeschaut und gewartet...... und gewartet....... mittlerweile waren aber alle Gäste abgefertigt, was ich zwischendurch gecheckt habe, aber die Dame kam nicht. Und wieder ungelogen, nach einer weiteren Stunde bin ich dann wieder in die Sauna und haben meinen Unmut so richtig geäußert. Die Dame meinte, sie hätte eben so viele Check Inns gehabt und müßte erstmal Papierkram bearbeiten.
Ich dachte nur, "du blöde Kuh", das habe ich persönlich wartend in der Schlange mitbekommen. Es hatte den Eindruck, als wenn sie uns vergessen hätte.
Ich habe sie dann aufgefordert sofort mitzukommen und das Problem mit dem Kühlschrank zu regeln was sie dann auch unhöflich tat. Sie hat den Schalter ausgewechselt und wir haben das Zimmer behalten.
2 Stunden hat es gedauert bis wir endlich eingecheckt haben. So was habe ich auch noch nie erlebt.
Draußen ist immer noch Weltuntergang, den wir vom Balkon aus beobachten. Die Strasse ist schon ganz schön überschwemmt.
Dennoch fahren wir zu Mc Donalds bei sehr gereizter Stimmung. Bei sehr gereizter Stimmung.

Ich glaube, wenn mir ne Fliege auf den Fuss getreten wäre, dann wäre ich aber so richtig........Piep.

Naja, Adrenalin im Urlaub kann ja auch was Gutes sein, heute aber nicht !
Wieder zurück schauen wir nach dem Wetter. Überall Unwetterwarnungen bis morgen Abend, wo wir sind und weiterhin 10 Tage Regen angesagt.

Wir haben durchaus mit unbeständigem Wetter gerechnet, aber so....... Eine gute Freundin war vor 2 Jahren in Neuengland und sie hatte auch 10 Tage Regen in 10 Tagen und fand es ganz schlimm.
Wir hatten uns schon vorher eine Alternative überlegt eventuell Neuengland abzubrechen und dann New York oder Florida zu besuchen. Nur da ist der Hurrikan so langsam angekommen.
Der Wetter Channel berichtet ununterbrochen vom Hurrikan, besonders South Carolina und Georgia sind betroffen, Es gibt dort große Schäden.
Wir wollen aber trotzdem optimistisch bleiben und beruhigen uns.
Während draußen die Welt weiter untergeht, legen wir uns schlafen.
Bis morgen