Autor Thema: Shanghai Wedding 2015  (Gelesen 58252 mal)

Gipsy

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #45 am: 09. Oktober 2015, 22:24:19 »
Du hast ja geschrieben, was Dein Schwiegersohn alles nicht mochte. Gibt es umgekehrt vielleicht ein oder zwei Gerichte, die Dir besonders gut geschmeckt haben?

Das ist sehr schwer zu beantworten. Ich hab mich einfach von einem leckeren Gericht zum nächsten durchgefuttert. Am wenigsten lecker waren die Hühnerfüße. Ich mag halt so ziemlich alles von süß-sauer über normal bis scharf. Von den meisten Gerichten kenne ich auch den Namen nicht. Sehr gut geschmeckt hat mir auch der Mais, der mit einer käseartigen Masse zu einem Kuchen zusammen gebacken und dann in Kuchenstücke geschnitten wird. Und Aubergine in Sojasoße. Und scharfes Rindfleisch in schwarzer Bohnensoße. Und natürlich die Spieße von den Straßenständen.
Mein Schwiegersohn hat dann auch noch sehr viel gefunden, was ihm geschmeckt hat.
Viele Grüße

Gipsy

Andrea

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #46 am: 09. Oktober 2015, 22:29:36 »
Ich esse mich immer am Reis satt... Okay, als Veggie gibt es nicht sooo viel Auswahl und da halte ich es deswegen mit Flicka: Meins ist meins!  ;)

Aber die Teezeremonie hätte mich auch sehr gefreut, zumal ich an meinem jetzigen Wohnort so hartes Wasser habe, dass ein schöner Darjeeling oder anderer feiner Tee einfach nicht schmecken. Trotz Wasserfilter. Daher fürchte ich, dass ich nicht wie du das "nachmachen" könnte. Toll, dass es bei dir klappt!
Liebe Grüße, Andrea



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Gipsy

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #47 am: 09. Oktober 2015, 22:41:25 »
Andrea, bei den Essen mit der Familie gab es auch sehr viele Gemüse-Gerichte. Und in den Speisekarten der richtigen Restaurants ebenfalls. Nur bei einem Schnellimbiss wird es schwieriger, aber auch da waren immer ein paar vegetarische Gerichte dabei. Weil alles klein geschnitten und mit Soße vermischt ist, sind die vegetarischen Gerichte nicht ganz so einfach zu erkennen.

Ich hab hier wirklich weiches Wasser. Ich hatte aber auch schon in einer Gegend gewohnt mit sehr hartem Wasser. Dort hab ich mir immer die Mühe gemacht, das Wasser abzukochen (10 Minuten kochen lassen) und es dann lauwarm oder kalt durch einen Kaffeefilter mit Filtertüte gegossen, so dass ein großer Teil des Kalks in der Filtertüte zurückblieb. Alternativ kannst Du auch mal günstiges Mineralwasser ohne Kohlensäure probieren.
Viele Grüße

Gipsy

Andrea

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #48 am: 09. Oktober 2015, 22:46:18 »
Abkochen habe ich tatsächlich noch nicht probiert. Mineralwasser ja. Jedoch sagt der Name ja schon, dass Mineralien enthalten sind. Eigentlich sollte ich dankbar für unser Wasser sein, denn deswegen ist Oeynhausen ja Kurort...
Liebe Grüße, Andrea



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Gipsy

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #49 am: 09. Oktober 2015, 23:16:45 »
Jetzt kommt gleich noch ein Tag mit (viel) mehr Bildern.

Wir erobern Shanghai - Teil 2 (Donnerstag, 1.10.2015)

Das Wetter bringt erst einmal nichts Neues; es nieselt noch immer. Beim Frühstück (Pulverkaffee, restliche Hefeklöße von gestern, Obst, Knoppers) beraten wir, wie wir diesen Tag gestalten wollen.
Weil wir noch immer einige Souvenirs und Mitbringsel brauchen und bisher nur einen Ort gefunden haben, in dem es solche Dinge in großer Auswahl gibt, beschließen wir, den Vormittag in der touristisch hergerichteten Altstadt neben dem Yu-Garden zu verbringen, in der uns am Sonntag Nachmittag viel zu viel Trubel herrschte.

Wir haben auch einige Souvenirs gefunden wie Essstäbchen für mich, Kühlschrankmagnete, Postkarten und eine in einem drehbaren Rahmen mit Standfuß untergebrachte Seidenstickerei für meine Tochter.







Und weil wir plötzlich (absichtlich) auf den Shanghai Town Gods Tempel stoßen, schauen wir uns den auch noch an. Das ist eigentlich ein Tempelbezirk mit mehreren Gebäuden, in denen jeweils Altäre für einen der Stadtgötter und dessen Gehilfen stehen.











Nachdem wir uns mit frittierten (Schweine-)Fleischteilchen, Obstspießen und einer Kokosnuss mit Trinkhalm gestärkt hatten, ging es weiter zum nächsten Programmpunkt, der Fahrt mit dem Transrapid (Maglev) zum Flughafen Pudong und wieder zurück einfach so zum Spaß.


Inzwischen kam auch die Sonne raus und meine Tochter und ihr Mann wollten in der Gegend um den Flughafen einen kleinen Spaziergang machen. Ich zog es vor, mich mit einem Getränk im Flughafen in der Schnellimbissreihe nahe der Metro-Station niederzulassen (Stichwort: qualmende Füße) und dort auf die beiden zu warten. Als sie wieder da waren, gab es noch ein Abendessen und dann wurde die Entscheidung gefällt, die Option für heute Abend Realität werden zu lassen.

Shanghai bei Nacht vom Jin Mao Tower

Auf dem Weg von der Metro-Station zum Jin Mao Tower

Der Oriental Pearl Tower, der die Farbe wechselt:



Der Jin Mao Tower von unten:

Der Oriental Pearl Tower von oben:


Blick auf den Bund:


Ein Wunschbaum auf der Aussichtsetage:




Blick von der Aussichtsetage durch eine Kuppel in der Mitte 88 Stockwerke in die Tiefe;


Da unten müssen irgendwo Autos sein:


Inzwischen stelle ich fest, dass die Zeit viel zu kurz ist, um alles zu sehen, was ich herausgesucht hatte. Morgen steht der Tag noch für Sightseeing zur Verfügung und dann kommt schon das große Fest und danach der ewig lange Rückflug. Bei mir macht sich auf dem Rückweg (Metro) zum Hotel noch Wehmut breit.
Meine Tochter weigert sich, am People's Square noch umzusteigen und will von dort zum Hotel laufen. Das ist mit etwa 700 m ja auch kein Problem, wenn man den richtigen Ausgang aus der Metro erwischt. Die East Nanking Road war definitiv am falschen Ende des Platzes, aber so hat sich doch noch ein Wunsch meines Schwiegersohns erfüllt, diese Disneyland-Straße wenigstens teilweise zu sehen. Er hat zum ersten Mal solch eine Straße gesehen und war total fasziniert. Ich dagegen wollte nur weg von dort; das waren definitiv zu viele Menschen. Zu meinem Glück haben alle Füße gequalmt, so dass die beiden nach etwa der halben Straßenlänge die Richtung zum Hotel einschlugen, wo wir die Füße endlich mal hochlegen konnten.
Viele Grüße

Gipsy

Andrea

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #50 am: 09. Oktober 2015, 23:27:43 »
Ich habe wirklich Mühe Shanghai mit dem traditionellen oder auch kommunistischen China in Verbindung zu bringen. Gut, dass da auch mal ein Tempel zu sehen ist  ;) Wirklich, es gefällt mir sehr gut!
Liebe Grüße, Andrea



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Paula

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #51 am: 10. Oktober 2015, 16:50:06 »
Die bunten Bilder bei Nacht sind klasse und der Tempel ist auch ganz nach meinem Geschmack  ;)

Bei den Bildern von eurem Essen ist mir aufgefallen dass Messer und Gabel gedeckt waren, ist das normal? Ich kann nicht richtig mit Stäbchen Essen und hatte in Japan Besteck dabei. Gurkensaft mit Limette klingt interessant, würde ich auch gern probieren, wie bestellt man das, hat das einen Namen den ich aussprechen kann?

Teetrinkerin bin ich nicht, wobei mir das ausprobieren bestimmt Spaß gemacht hätte. Um mich bei Laune zu halten muss immer Kaffee dabei sein. Gabs überall Kaffee zu trinken oder ist das ein Problem?
Viele Grüße Paula

Gipsy

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #52 am: 10. Oktober 2015, 17:50:57 »
Die bunten Bilder bei Nacht sind klasse und der Tempel ist auch ganz nach meinem Geschmack  ;)

Bei den Bildern von eurem Essen ist mir aufgefallen dass Messer und Gabel gedeckt waren, ist das normal? Ich kann nicht richtig mit Stäbchen Essen und hatte in Japan Besteck dabei. Gurkensaft mit Limette klingt interessant, würde ich auch gern probieren, wie bestellt man das, hat das einen Namen den ich aussprechen kann?

Teetrinkerin bin ich nicht, wobei mir das ausprobieren bestimmt Spaß gemacht hätte. Um mich bei Laune zu halten muss immer Kaffee dabei sein. Gabs überall Kaffee zu trinken oder ist das ein Problem?

Wir hatten für meinen Schwiegersohn Besteck von zu Hause mitgebracht. In den besseren Restaurants gibt es auch auf Nachfrage welches. Wenn wir in einem Schnellimbiss waren, haben wir das mitgebrachte Besteck verwendet.
Ich vermute mal, dass es sich bei dem Gurkensaft um den auf dieser Seite erwähnten "Cucumber Juice" handelt (http://www.chinahighlights.com/travelguide/menu/drinks-menu.htm). Wenn die Speisekarte auch auf Englisch ist und/oder Bildchen hat, ist es kein Problem; einfach draufzeigen. Der Saft sieht wirklich (eklig) grün aus, hat etwa den Farbton eines grünen Smoothies, etwas heller als unsere Salatgurken.

In einem Schnellimbiss habe ich nie Kaffee gesehen. In Restaurants gibt es den teilweise schon, entweder als Pulverkaffee (Nescafé) oder Cappuccino. Beim ersten Treffen mit Elise und ihrem Mann haben wir in einem Pizza-Laden Kaffee, Cappuccino und sogar richtigen doppelten Espresso (für mich) gefunden. Die besseren Hotels haben häufig einen Wasserkocher im Zimmer und stellen wohl auch manchmal Kaffeepulver bereit. In allen Supermärkten gab es Pulverkaffee zu kaufen. Wir haben auch Nescafé 2 in 1 und die chinesische Entsprechung mit 2 in 1 (Kaffee und Zucker) und 3 in 1 (Kaffee, Zucker, Milchersatz) gefunden. Der chinesische 3 in 1 hat genau so geschmeckt wie ein 3 in 1 Pulver hier bei uns (ein Liebhaber italienischen Kaffees kann das Zeug trinken, von Genießen ist aber nicht die Rede).

Ich hatte ja auch Bedenken wegen des Kaffees. Obwohl ich hier tagsüber auch noch mehrere Tassen Kaffee trinke, war ich in Shanghai so aufgekratzt, dass die eine Tasse zum Frühstück gereicht hat. Schwarzer Tee (heißt in China "roter Tee") mit Milch(ersatz) war fast überall zu haben. Auch bei den Kaltgetränken in den Supermärkten gab es Flaschen, deren Inhalt nach Kaffee aussah. Ich hab auch ein paar Starbucks Läden gesehen.
Viele Grüße

Gipsy

Flicka

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #53 am: 10. Oktober 2015, 19:13:33 »
Coole Fotos!  :)

Gipsy

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #54 am: 10. Oktober 2015, 19:56:51 »
Ich habe wirklich Mühe Shanghai mit dem traditionellen oder auch kommunistischen China in Verbindung zu bringen.

Weil ich mich noch gut an die Erzählungen meiner Tochter von ihrem damaligen Aufenthalt erinnerte und mich auch vorher etwas mit der Geschichte Shanghais beschäftigt hatte, war mir klar, dass ich in Shanghai das traditionelle oder kommunistische China nicht finden würde. Mein Schwiegersohn, der seine Kindheit in Sachsen verbracht hatte, hatte dasselbe Problem wie einige hier schon zum Ausdruck gebracht haben: Sein Eindruck von Shanghai hatte absolut keine Ähnlichkeit mit dem Bild, das ihm damals in der Schule vom "großen kommunistischen Bruder" vermittelt worden war.
Shanghai wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts von den Engländern erobert und als Handelshafen für Asien genutzt. Aus dieser Zeit stammen auch die alten Kolonialbauten am Bund. Erst zum Ende des Zweiten Weltkriegs marschierte die kommunistische Armee in Shanghai ein und gliederte es ins kommunistische China ein. Viele westlichen Firmen verlegten damals ihren Sitz von Shanghai nach Hongkong. Die 50 Jahre unter kommunistischer Verwaltung konnten die 100 Jahre unter westlicher (englischer) Herrschaft nicht auslöschen und so war Shanghai eine der ersten Städte, die bei der Öffnung Chinas für den Westen wieder als Ziel verfügbar war. Diese Geschichte ist in Shanghai überall präsent.

Meine Tochter hatte schon vorab solch eine Reaktion von ihrem Mann erwartet und mit eingeplant, uns das ursprünglichere, traditionellere China ebenfalls erahnen zu lassen bei einem

Ausflug nach Suzhou (Freitag, 2.10.2015)

Heute war das Wetter herrlich; die Sonne lachte vom wolkenlosen Himmel und es war wie die letzten Tage auch sommerlich warm. Nur etwas schwül war es immer noch.
Nach dem üblichen Pulverkaffee zogen wir los, um mit der Metro zum Westbahnhof zu fahren, von dem die Züge nach Suzhou abfahren. Dort angekommen, brauchten wir noch Fahrkarten. Wir suchten das ganze Terminalgebäude nach einem Fahrkartenschalter ab, weil die Automaten an Ausländer keine Tickets ausgaben. Endlich entdeckten wir an dem Ende, an dem wir die Suche begonnen hatten, ein im rechten Winkel zum Terminalgebäude stehendes weiteres Gebäude, an dem groß "Tickets" angeschrieben war. Da hatten wir alle Tomaten auf den Augen gehabt und sind überflüssigerweise 1/2 Stunde durch Hitze und Menschenmassen geirrt.

Einer der Schalter war für Ausländer eingerichtet; dort sprachen die Angestellten englisch. Wir kauften die personen- und zuggebundenen Fahrkarten für den nächstmöglichen Zug, der um 12:53 abfuhr, Zum Fahrkartenkauf brauchten wir unsere Pässe, die wir glücklicherweise bei uns trugen. Weil wir noch viel Zeit bis zur Abfahrt des Zuges hatten, verzogen wir uns erst einmal in eine etwas entfernte Querstraße zum Bahnhof, wo wir in einem Kiosk-Supermarkt süße Teilchen und Getränke für ein spätes Frühstück kauften und diese mit Heißhunger verspeisten.

Etwa 1 Stunde vor Abfahrt des Zuges gingen wir wieder zurück zum Bahnhof. Die Schlange vor dem Eingang war noch genau so lang wie heute Vormittag und so dauerte es einige Zeit, bis wir den Bahnhof betreten durften. Wie beim Fliegen war hier auch eine Fahrkarten- und Passkontrolle. Zusätzlich zu der von den Metro-Stationen schon gewohnten Prozedur, das Gepäck zu durchleuchten, mussten die Personen ebenfalls einzeln durch den Metalldetektor gehen und wurden noch mit einem Handgerät überprüft, wenn der automatische Detektor angeschlagen hatte. Kein Wunder, dass die Schlange am Eingang so lang war.

Wie in einem Flughafen gab es immer für 2 Gleise einen Wartebereich mit Drehkreuzdurchgängen. Die Fahrkartenleser an den Drehkreuzen sind so programmiert, dass sie den Durchgang nur für den aktuellen Zug gültige Fahrkarten freigeben. Die Freigabe erfolgt etwa 10 Minuten vor Abfahrt des Zuges und wird an der Abfahrtstafel des Wartebereichs angezeigt. Das war auch ohne Kenntnis der chinesischen Zeichen deutlich zu erkennen: Hinter der Abfahrtszeit des Zuges stehen chinesische Zeichen in Rot, die erst in andere in Grün wechseln, wenn der Durchgang freigegeben ist.

Für die Hinfahrt hatten wir nur noch Fahrkarten für die erste Klasse bekommen, was aber mit etwa 7.20 Euro pro Person durchaus bezahlbar war. Für die Rückfahrt hatten wir die zweite Klasse gebucht, die auch nicht so schlecht ist.
In den Zügen sind wie in einem Flugzeug auf jeder Gangseite in Fahrtrichtung ausgerichtete Sitze, 2-3 in der ersten Klasse und 3-3 in der zweiten Klasse. In beiden Klassen gibt es herunter klappbare Tische und Flaschenhalter sowie in der ersten Klasse zusätzlich zu den plüschigeren Sitzen noch herunter klappbare Fußstützen.

Schon während der Fahrt wurde China ländlicher und traditioneller:




Wir verlassen den Bahnhof - welche Wohltat! Es gibt keine Menschenmassen und das Dauerhupen von Shanghai ist auch verstummt!

Der Bahnhofsvorplatz:

Hier sehen wir auch noch (fast) traditionelle Rikschas. Aber der Fortschritt hat auch hier schon Einzug gehalten: Sie werden nicht mehr durch Muskelkraft bewegt (Fahrräder) sondern mit Elektrorollern. Wir gehen erst einmal am Fluss entlang zur Brücke in die Stadt. Unser erstes Ziel ist die große Pagode.








Die große Pagode liegt in einem sehr schönen Garten, der frei zugänglich ist. Leider ist die Pagode selbst nicht geöffnet.



In jeder der 6 Seiten ist eine Nische mit einer Buddha-Figur mit unterschiedlichen Stellungen der Arme und Hände:








Nach einer ausgiebigen Besichtigung dieser Anlage wollen wir versuchen, durch das angeschlossene Wohngebiet wieder zum Fluss zu kommen. Aber wir landen in einem der alten Wohngebiete mit winzigen Häusern und extrem schmalen Straßen, die wie ein Irrgarten angelegt sind. Den Ausgang zum Fluss finden wir nicht und so kehren wir nach einigem Umherirren wieder in Richtung Pagode um. Die Bewohner fragen sich wahrscheinlich auch, was die komischen Touristen in ihrem armen Wohngebiet zu suchen haben und wir fühlen uns auch als Störenfriede. So machen wir auch keine Fotos von diesem Gebiet. Uns ist nur aufgefallen, dass keiner der Deckel für die Kanalisation älter als 2009 ist. Auf Stromleitungen habe ich nicht geachtet.

Als wir wieder auf der Kreuzung vor der Pagode angekommen sind, ruhen wir uns in einem kleinen Restaurant aus und bestellen das erste Mal Kaffee und frittierte Kürbisküchlein. Wir bekommen extrastarken Nescafé, der gar nicht mal so schlecht schmeckt. Milch gibt es keine und so trinken wir ihn halt schwarz mit (viel) Zucker. Frisch gestärkt ziehen wir wieder los, wir wollen schließlich noch die Kanäle sehen, die Suzhou auch "Venedig des Ostens" genannt wird.
Als wir die Kanäle erreichen, parken da auch jede Menge Touristikbusse, die alle ihren Inhalt in die angrenzenden Straßen zu den obligatorischen Ständen ausgepuckt haben. Wir sind insgeheim froh, dass wir langsam wieder in Richtung Bahnhof abdrehen müssen und uns so die Entscheidung abgenommen wird, ob wir uns in diese Gewühl mischen wollen oder nicht.
Entgegen meiner heimlichen Befürchtung kam weder vom Fluss noch von den Kanälen trotz sommerlicher Temperaturen auch nur die geringste Geruchsbelästigung - im Gegensatz zu Venedig (im Frühjahr) vor Jahrzehnten. Überhaupt sind die Straßen in Shanghai und Suzhou sehr sauber.









Während der Rückfahrt wird es dann dunkel.
Das war ein sehr gelungener, erholsamer Tag - auch wenn die Füße so sehr qualmen, dass man eigentlich eine Rauchwolke sehen müsste.

Meine Tochter und ihr Mann wollen noch einmal zu den Souvenirbuden am Yu-Garden, um sich ein weiteres Bild mit Seidenstickerei zu kaufen. Mir tun die Füße so weh, dass ich lieber allein ins Hotel zurückgehe und mir nur ein kleines Bild mit Seidenstickerei mitbringen lasse.
Als meine Tochter und ihr Mann ins Hotel zurückkommen, beraten wir, wo wir zu Abend essen wollen. Mein Schwiegersohn weigert sich, die Wohnung noch einmal zu verlassen und auch ich will nicht weiter als ins Restaurant des Hotels. In der Infomappe im Wohnzimmer ist auch eine zweisprachige Speisekarte des Restaurants enthalten, aus der wir uns ein Menü für 3 Personen zusammenstellen, das meine Tochter persönlich im Restaurant bestellt (sie hat alles auf einem Zettel notiert) und vom Zimmerservice liefern lässt.
Schweinefleisch süß-sauer, Rind scharf, Rind mild, 2x Reis, gebratene Nudeln und Auberginen in Soja-Soße lassen wir uns schmecken. Dabei beraten wir noch, wann wir morgen aufstehen müssen und wie wir unsere Festkleider in der Metro zu dem Hotel transportieren, in dem die Hochzeit stattfinden wird und wo wir ab 11 Uhr zum Mittagessen eingeladen sind.
Viele Grüße

Gipsy

Paula

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #55 am: 10. Oktober 2015, 23:15:21 »
Gefällt mir sehr gut der Ort und ich finde es sehr erstaunlich wie sehr das alte China Japan gleicht. Wenn ich nur die Bilder gesehen hätte, hätte ich auf Japan getippt.

Die Kanäle sind schon was besonderes, könnte man da eigentlich eine Bootstour machen? Das würde mir gefallen.
In den einfachen Wohngebieten laufe ich auch immer sehr gern rum und ich traue mich meistens auch nicht Fotos zu machen weil ich mich wie ein Eindringling fühle, dabei sind diese Ecken immer viel interessanter als die Hochglanzbauten.

Dass es Nescafé zu kaufen gibt finde ich sehr beruhigend, da kann man sich ja im Hotel selber Kafee machen, dann kann ich im Restaurant notfalls auch roten Tee trinken  :)
Viele Grüße Paula

Gipsy

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #56 am: 11. Oktober 2015, 00:38:18 »
Wenn ich mich recht erinnere, hatten China und Japan immer wieder engen (nicht immer friedlichen) Kontakt, so dass wohl schon die eine oder andere Technik und Bauweise in beiden Ländern präsent ist. Bei einem Vergleich der beiden Schriften fällt auf, dass in der japanischen Schrift 2 Gruppen von Zeichen vorkommen: einerseits leicht geschwungene Zeichen und andererseits welche, die es genau so auch in China gibt. Weil das chinesische Schriftbild in sich homogener wirkt, gehe ich davon aus, die Japaner chinesische Schriftzeichen in ihre Schrift übernommen haben und nicht umgekehrt.

Wir haben im Fluss Holzkonstruktionen gesehen, die vielleicht Bootsanleger sein können. Und wahrscheinlich gibt es auch Bootstouren in Suzhou. Weil wir aber nur einen Nachmittag dort waren, haben wir erst gar nicht danach gesucht. Zufällig gesehen haben wir nur ein Schiff, mit dem Unrat aus dem großen Fluss geholt wurde, aber keine Ausflugsboote.

Wenn Du in einem Hotel, das auf Europäer eingestellt ist, das Frühstück mit buchst, müsste dort auch Kaffee verfügbar sein. Jedenfalls war auf der Frühstückskarte in der Infomappe von unserem Hotel auch Kaffee aufgeführt. Wir hatten aber keine Lust, 10 Euro pro Person für das Frühstück zu bezahlen, wenn wir bei Selbstversorgung mit etwa 4 Euro für alle 3 auskommen.
Viele Grüße

Gipsy

Andrea

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #57 am: 11. Oktober 2015, 01:21:46 »
Wer hätte das gedacht? So wie du hier China (d.h. einen winzig kleinen Teil davon) vorstellst, würde mir eine Reise dorthin auch gefallen. Bisher konnte noch kein Bericht mein (Reise-) Interesse an diesem Land wecken. Daher zwischendurch ein Dankeschön für die schönen Bilder und deine Ausführungen!  :danke:
Liebe Grüße, Andrea



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serendipity

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #58 am: 11. Oktober 2015, 10:36:57 »

Die Kanäle sind schon was besonderes, könnte man da eigentlich eine Bootstour machen? Das würde mir gefallen.
In den einfachen Wohngebieten laufe ich auch immer sehr gern rum und ich traue mich meistens auch nicht Fotos zu machen weil ich mich wie ein Eindringling fühle, dabei sind diese Ecken immer viel interessanter als die Hochglanzbauten.


Kann man, Paula und lohnt sich sehr, da man das Leben am Kanal ganz aus der Nähe erlebt, guckst du hier: http://www.eumerika.de/smf/index.php/topic,970.45.html

serendipity

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Re: Shanghai Wedding 2015
« Antwort #59 am: 11. Oktober 2015, 10:38:11 »
Bin jetzt hinterher gereist und viele Erinnerungen wurden geweckt  :).

Jetzt bin ich sehr auf die Hochzeit gespannt.