Auch Gabi noch ein extra Willkommen

Und weiter gehts...
12. August Auf Maultierpfaden im Tavignano-Taloder "Wo geht's denn hier zum Pool?" 
Der Gatte steht um etwa Viertel nach Acht kurzfristig auf, um Baguettes zu "jagen". Denn Brot gibt es an der Camping-Bar, nur solange der Vorrat reicht. Danach schlummern wir noch weiter bis kurz vor Zehn. Wir lieben ausgiebige Frühstücke, im Alltag kommen die eben einfach zu kurz; auch wenn es manchmal auf Kosten der Zeit für Urlaubsunternehmungen geht. Aber hey, relaxen gehört eben dazu.

Was also tun mit dem angebrochenen Tag? Eine gemütliche Wanderung in der autofreien Schlucht eines Flusses mit Felsbadewannen hört sich doch gut an.

Also die Rucksäcke gepackt, vor allem auch mit Getränken, denn der Weg soll stark der Sonne ausgesetzt sein. Ich muss leider noch fast komplett das Outfit wechseln. Denn die uns so schön Schatten spendenden Bäume dienen diversen Vögeln wohl als Bedürfnisanstalt – und mein T-Shirt als ….

Zuerst gilt es den Ausgangspunkt zu finden, einen Parkplatz am westlichen Stadtrand. Nicht weiter schwierig, aber für uns schon mal ein 1,5 km Marsch leicht bergauf in Sonnenhitze.

Unterwegs ein Blick auf den Altstadt-Felsen von Corte

Auch eine Brücke über den besagten Fluss, den Tavignano, kreuzen wir bald.

Am Parkplatz finden wir zwei Wandertafeln: sehr verwittert "Baignade …" und schön deutlich "Tavignanu". Wir folgen dem zweiten, da die schönen Badestellen flussauf liegen sollen. Der ehemalige Maultierpfad soll oberhalb des Hanges am Fluss entlang führen. Tut er auch, nur leider stand da nicht, wie weit oberhalb!

Nach einer Weile ist es schon etwas frustrierend, durch die Hitze zu laufen, den Fluss weit unter uns. Vergnügtes Gegröle zu hören, durchs Tele Leute baden zu sehen – aber keinen Weg hinunter zu finden!
Und von wegen gemütlich, - vielleicht für Zugspitz Stürmer und Grand Canyon Eroberer. Der Weg geht zwar ohne steile Steigungen mal auf und ab, ist mitunter aber auch recht steinig. Für mich als Umknick-Queen schon anstrengend. Bin ich froh, der Verlockung nach Turnschuhen nicht nachgegeben zu haben und meine Wanderstiefel zu tragen.

Kleine Schattenspender finden sich doch dann und wann


Wir trotten weiter, denn – wer weiß - hinter der nächsten Ecke könnte ja der Weg aufs Flusstal treffen.

Langsam gewöhnen wir uns auch daran Entgegenkommende mit "Bonjour" statt "Grüßgott" zu grüßen. Kerlie meint zwischendurch, dass es hier irgendwie nach Maggi riecht

Okay, sein Opa verwendet diese Würzflüssigkeit ja gern und reichlich

Und irgendwie hat der Junge ja Recht Von Maggi-Pflanzen haben wir allerdings noch nie etwas gehört. Was die Frage aufwirft: welche Gewürze sind in dem Zeug drin, duften so speziell und wachsen auf Korsika? Sachdienliche Hinweise werden gern entgegen genommen

Nach einer gefühlten Ewigkeit wähnen wir uns dem Ziel nahe und erreichen ein schattiges Waldplätzchen mit Bachquerung und kleinem Teich. Gerade richtig für eine Rast.


Sogar ein Stuhl steht hier.

Das Teichlein ist leider nicht badetauglich,

aber gut genug, sich kühles Nass ins Gesicht zu spritzen.
Ein genauerer Blick in den Wanderführer lässt alle Badeträume platzen. Offenbar haben wir hier den Antia-Bach erreicht und damit gerade die Hälfte des Weges hinter uns. Steiler soll’s jetzt auch noch werden, och nööööö…

da hinauf...
Wir kehren also um, nix mit Badegumpen heute.

Ich folge zumindest dem Ratschlag der Grand Canyon Ranger und mache meinen Hut nass, bevor ich ihn für den Rückweg wieder auf den Kopf stülpe. Erfrischt zumindest eine kleine Weile…


Okay, interessant war die Landschaft auf der Wanderung schon. Hat uns zeitweise sogar an die USA erinnert. Aber wenn man bestimmte Erwartungen hat… Dafür hätten wir doch dem Schild “baignade“ (Baden) folgen sollen.


Corte, wieder in Sicht
Auch der Rückweg hat irgendwann ein Ende und wir landen wieder am Parkplatz. Den Schild zu den Badestellen zu folgen haben wir aber keine Lust per – keine weiteren Experimente! Der Vorschlag des Gatten, ein Bistro aufzusuchen, findet da schon mehr Zustimmung.
Wir folgen also der anderen Straße vom Parkplatz aus und gelangen letztlich über eine Treppe an einem schönen Brunnen vorbei zur Hauptgeschäftsstraße Cortes. Gleich gegenüber liegt auch eine Brasserie, so dass aller Durst gestillt werden kann.

Coke für den Junior und Bier für uns.

So kommen wir erstmals in den Genuss des original korsischen Bieres Pietra. Das gibt es erst seit 1995 und wird mit einem Zusatz von Kastanienmehl gebraut. Kastanien sind nämlich ein klassisches korsisches Lebensmittel, dem wir noch in anderen Formen begegnen werden.
Das ursprüngliche Pietra hat eine dunkle Färbung, so haben wir es auch als erstes gekostet - sehr lecker. Mittlerweile gibt es auch ein Helles "Bionda" und eine Weßbiersorte. Vom Hocker hat uns dann der Preis für ein "Demi" (0,25l) gehauen: 4 Euro!
Auch im Supermarkt gehört das nicht zu den preiswerten Biersorten.
So erfrischt schaffen wir dann auch den letzten Rest des Weges zum Campingplatz, wo wir den Tag wieder gemütlich ausklingen lassen.