Autor Thema: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er  (Gelesen 90276 mal)

Paula

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4670
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #75 am: 04. August 2015, 19:57:30 »

Ich weiß nicht, ob es da vor Agde eine kalte Strömung oder so gibt, aber bei allen Stränden da in der Gegend fand ich das Wasser ausgesprochen kalt, brrrr

das ist ja interessant, dann ist das da wohl typischerweise so. Das erklärt dann natürlich auch warum fast niemand am Strand war. Wahrscheinlich fahren die alle wohin zum baden wo das Wasser wärmer ist. Wir dachten halt Mittelmeer ist überall gleich warm... ::)
Viele Grüße Paula

Paula

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4670
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #76 am: 05. August 2015, 13:44:48 »
Tag 11 Dienstag 23.06.2015



Josef war um 8 Uhr als ich wach geworden bin schon geduscht, danach war ich in der herrlichen Regendusche, die Wanne haben wir leider nicht genutzt. Frühstück gab es um 8:30 im Restaurant unten, zwei Croissants standen am Tisch der Rest am Buffet: herrliches Baguette, verschiedene handgemachte Konfitüren, erstklassiger roher und gekochter Schinken, ein Hartkäse, ein super Zitronenkuchen, frisches Obst und Joghurt, diese Unterkunft bekommt von uns 5 Sterne!
Danach fuhren wir von Carcassonne auf die A61 Richtung Toulouse bis Bram dann über Landstraßen ohne Probleme nach Montségur. Dort ist eine Katharerburg zu besichtigen, dies war einer der letzten Orte wo sie sich vor ihrer Verfolgung verschanzt hatten.

 

Hier müssen wir hoch, das war zum Glück einfacher als es aussieht, es waren 200 Höhenmeter und der Weg ist nicht ausgesetzt. Nach etwa 10 Minuten kam man zu einem kleinen Häuschen, darin saß ein Mann der von jedem Wanderer 5 € kassierte. Netter Arbeitsplatz  :)

 

Blick auf den Ort, jetzt waren wir bald oben, zum Glück war es heute nicht so heiß!

 

von der Burg stehen nur noch ein paar Mauern

 

 

 

 

der Blick war toll hier oben

 

 

 

so hügelige Landschaften mag ich besonders gern  ^-^

Das nächste Ziel für heute war Saint-Bertrand-de-Comminges, ein kleiner Ort er gehört zu den Les plus beaux villages de France -also den schönsten Orten Frankreichs- wo es Ausgrabungen aus der Römerzeit gibt und eine mittelalterliche Kirche.

Schöne Alleen säumten den Weg

 

es ist wie gesagt ein kleiner Ort  :)

 

noch kleiner, man könnte auch sagen nichtssagend waren die römischen Ausgrabungen, da hat der Reiseführer ein bisschen viel versprochen...

 

in den Ort sind wir hochgefahren, zum Laufen hatte ich keine Lust, ich war ja heute schon auf einen Berg gestiegen  :) Die Straßen waren wieder mal abenteuerlich eng, zum Glück kam uns kein Wagen entgegen. Oben war dann ein großer Parkplatz der fast frei war, nur ein Reisebus stand da mit laufenden Motoren.
Der unscheinbare Turm gehört zu der berühmten Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert

 

Wir sind erst durch den Ort gelaufen, aber mehr als drei Straßen gab es eigentlich nicht. Das Rathaus neben der Kirche:



eine modernere Kirche am Rathausplatz



im Ort

 

 


nachdem wir alles andere gesehen hatten -ein paar Andenkengeschäfte und drei Lokale- haben wir die berühmte Kathedrale besichtigt, sie kostet 5 € Eintritt

 

der Kreuzgang

 

 

 

 

innen eine wunderschöne Orgel - auf Stelzen, sehr ungewöhnlich

 

der Altar

   

und Chor, auch hier wieder sehr schöne Holzschnitzereien

 

an einer Eisdiele habe ich mir die Spezialität des Ortes gegönnt: ein Eis aus Ziegenmilch: erstaunlich lecker obwohl es leicht nach Ziege schmeckt.
Dann waren wir mit der Besichtigung des Ortes viel schneller fertig als erwartet, der Titel "einer der schönsten Orte Frankreichs" wird wohl in letzter Teit ziemlich inflationär vergeben. Ich erinnere mich an einen früheren Urlaub wo Orte mit diesem Titel wirklich besonders schön waren, dieser hier war wieder ganz nett, aber extra hinfahren muss man bestimmt nicht.

So sind wir schon am frühen Nachmittag in unserem nächsten Unterkunftsort Ore angekommen. Wir hatten wieder ein B&B gebucht: L'Oreiller d'Hadrien, 8 rue du Lac, 31510 Ore

eine wunderschöne Villa, hier sitzen wir im Garten für die Gäste und schreiben Postkarten

 

unser Zimmer war super mit schönen alten Möbeln:

   

Wandschmuck

   

 

Bad

   

mit Wanne!

 

das Zimmer hat nur 70 € gekostet incl. Frühstück, wir waren hier aber wirklich in der absoluten Pampa, in dem Ort gab es nix, nicht mal ein Restaurant!

Wir hatten ja noch Zeit bis zum Abendessen und saßen im Garten als ich ein Geklingel von der Straße hörte. Die Schäferin trieb eine Herde durch den Ort

 

 

 

 

erstaunlich wie brav die waren sozusagen lammfromm  ;) . Unten an der Kreuzung blieben alle brav stehen

Zum Abendessen hat uns unsere Gastgeberin das Restaurant La Palombiere in einem Nachbarort empfohlen, es war außer einer Pizzeria das einzige in der Umgebung das geöffnet hatte. Mit ihrer Wegbeschreibung und einmal verfahren haben wir es zum Glück gefunden, aber ich glaube ohne Navi wäre der Heimweg ein größeres Problem geworden!
Das Restaurant war groß mit riesiger Terrasse bestimmt 50 Tische von denen nur zwei weitere besetzt waren. Wir orderten das 4 Gänge Menü, als Vorspeise ein Salat mit Gesiers und Entenbrust:

 


damit ihr mal seht wie das aussieht, der Salat war sehr lecker  :)
dann eine Forelle mit Mandeln, danach Entrecote mit Pommes und als Nachspeise eine Tarte mit Birnen und Schokolade, zum Schluß 2 Cafés und natürlich eine Karaffe Wein, das machte mit Trinkgeld 65€, in der Pampa ist das Essen günstig

Viele Grüße Paula

Paula

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4670
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #77 am: 06. August 2015, 15:49:00 »
Tag 12 Mittwoch 24.6.2015



Heute gab es Frühstück in einem schönem alten Speisesaal.

   

Das Frühstück war köstlich, es gab frischen Obstsalat, einen süßen und einen salzigen Kuchen mit Gemüse, Vollkornbrot wie in Deutschland, Joghurt, drei verschiedene Käse und Schinken, frisch gepreßten Orangensaft.
Mit der Besitzerin haben wir uns länger unterhalten, sie stammt aus dem Elsaß und sprach fließend deutsch. Das Haus hier haben sie gekauft weil sie gerne wandern und in der Nähe der Berge leben wollten. Im Winter führen sie ein Skiresort. Sie hat uns erzählt dass in Frankreich viele von der Vermietung von Privatunterkünften leben, es gibt spezielle Gesetze die es erlauben bis zu 5 oder 6 Zimmer zu vermieten, dafür gibt es eine Art Berufsverband an den man Abgaben zahlen muss etc und die Regeln sind andere als für Hotels. Darum findet man in booking.com so viele Privatunterkünfte, sie sind dort nur nicht so benannt sondern heißen Hotel, was eigentlich falsch ist. Mit ausländischen Gästen führt das öfter zu Problemen weil die Gäste dann einen Hotelstandard erwarten z.B. Fernseher im Zimmer während die Franzosen gezielt solche Unterkünfte buchen die ja viel mehr Charme haben als ein Standardhotelzimmer. Wir waren froh dass wir durch Zufall in Frankreich fast nur solche Privatzimmer gebucht hatten  :)

Nach dem Frühstück sind wir zur Post gegangen, d.h. eigentlich ins Rathaus das einen Raum mit der Post teilt. Witzig dass es selbst im kleinsten Kaff immer eine Post und ein Rathaus gibt. Allerdings war das Angebot der Umgebung angepaßt, Briefmarken für Karten ins Ausland gab es nämlich nicht

 

Heute sollte es in die Pyrenäen gehen und als erstes Ziel hatte Josef den Cirque de Troumouse ausgesucht. Da man dem Navi eh nicht trauen kann habe ich mir den Weg auf dem Michelin Atlas angeschaut. Was ich da sah fand ich gar nicht witzig: die Straße war nur rot gepunktet eingetragen und in der Legende stand als Erläuterung: gefährliche Straße. Auf gefährliche Bergstrassen kann ich echt verzichten  >:( Im Ort Gèdre wo man auf diese Strasse hätte abbiegen müssen war eine Touriinfo, dort haben wir gefragt: nein gefährlich sei die Strasse nicht, es sei halt eine Bergstrasse und ich solle doch die Augen zu machen  :o und nein: Leitplanken gäbe es nicht  :verpiss:
Ich habe Josef also klar gemacht dass er mich gern im Hotel abliefern kann und alleine dort rauffahren darf aber das wollte er dann doch nicht. Statt dessen haben wir die für morgen geplante Wanderung in Gavarnie auf heute vorgezogen und sind weitergefahren nach Gavarnie (die Straße dorthin ist problemlos), fanden am Ortsausgang einen großen Parkplatz für den wir 4 € bezahlt haben und schnürten unsere Wanderstiefel.

Es ging erst ein Stück durch den Ort.

 

und dann fanden wir das Schild zum Cirque de Gavarnie, da wollten wir hin

 

eigentlich sollte hier ein Rundweg angelegt sein, den fanden wir aber nicht, wir sind einfach den einzig möglichen Weg den Bach entlang gelaufen den Massen hinterher. Wir sind ja aus den Alpen an schönen Tagen durchaus eine Menge Leute gewöhnt aber hier war das die reinste Völkerwanderung, alle Altersklassen waren vertreten, alles Franzosen und in Wanderschuhen. Ich habe noch so viele wandernde Franzosen gesehen  :respekt:

 

 

 

 

 

 

das Ziel ist der Wasserfall, bzw. die Wasserfälle

 

der offizielle Weg endet hier am Wirtshaus, es war aber kein Problem querfeldein weiter zu gehen (wie hundert andere Wanderer auch)

 

man ist dann noch mal eine halbe Stunde gelaufen, bis man am ersten Wasserfall ankam

 

ich bin eigentlich nicht so der Wasserfallfan, Wasserfälle gehören bei mir eher in die Kategorie "ganz nett" aber dieser hier war derart beeindruckend, das geben die Bilder gar nicht her  :anbeten:

 

der erste auf dem oberen Bild bzw der zweite auf dem unteren ist der größte Wasserfall. Laut Broschüre ist er 430 Meter hoch. Als wir drunter standen haben wir 200 Meter geschätzt, wahrscheinlich sieht man die obersten Kaskasden von unten gar nicht.

 

   

 

   

hier standen wir so nah an dem großen Wasserfall dass man schon Gischt abbekam. Josef war schon mal im Yosemite NP und meinte der Wasserfall hier erinnert ihn an den Bridalvail Fall, nur dass der hier in Gavarnie deutlich höher ist!

 

mit meiner Kamera sind mir im Sportmodus gute Bilder gelungen

 

   

einfach der Wahnsinn hier, auch Josef war begeistert

 

auf dem selben Weg ging es zurück, eigentlich sollte das ja ein Rundweg sein, aber wir haben keinen anderen Weg gefunden

 

 

in dem Gasthaus haben wir Rast gemacht und was getrunken.

 

von Partenkirchen kennen wir es dass abends die Kühe von der Weide heimgeführt werden, hier war es eine Herde Pferde

 

 

Esel gab es auch  ^-^ man konnte auch Pferde- oder Eselsausritte mieten (und wir mußten am Weg laufend ihren Hinterlassenschaften ausweichen).

 

Dann waren wir bald wieder am Auto, insgesamt waren wir 4 Stunden gelaufen. Für die nächsten zwei Nächte hatten wir ein Zimmer in Luz-Saint-Saveur gebucht (Au Clos des Remparts, 2, rue de l'Art, 65120 Luz-Saint-Sauveur). Der Weg zum Ort ging auf der gleichen Straße wieder zurück, am Ortseingang war eine große Baustelle und das Navi führte uns wieder mal durch viel zu enge Strassen. Sobald als möglich ließen wir das Auto stehen und machten uns zu Fuß auf die Suche. Wir fanden eine Unterkunft auf der etwas von "Remparts" stand und klingelten, es war aber die falsche. Die Besitzerin war so nett uns zum richtigen Haus hinzuführen (das Ortszentrum ist nicht groß). Dass es keine Hinweisschilder auf der Straße und auch an der Unterkunft selber kein Namensschild gab waren wir mitlerweile gewöhnt. Meist fand sich nur das Schild "Gite de France"

Von einem älteren Ehepaar wurde wir freundlich begrüßt. Unser Zimmer war im zweiten Stock und wieder mal super:

 

das zweite Bett war maximal 190 cm lang, das ist der Nachteil an alten Möbeln, uns hat das Himmelbett genügt

 

 

im Bad stand ein Wasserkocher, da haben wir erst mal Kaffee gekocht.
Das Haus war total witzig: an keiner Tür gab es einen Schlüssel und die Türen sahen aus wie 500 Jahre alt. Die Besitzer meinten das sei hier im Ort normal, wir sollen uns keine Sorgen machen, es wird nix geklaut  8)

 

Blick auf die Strasse von unserem Zimmer aus, unser Haus sah genauso aus.

 

Nach einer Dusche haben wir einen Stadtbummel gemacht, im Ortszentrum steht eine beeindruckende Wehrkirche

 

wir schauten uns die Karten von zwei Restaurants an und fanden dass das erste wohl besser war. Als wir gerade zum ersten Lokal zurück gingen, uns in den Gassen aber etwas verlaufen hatten, fing es plötzlich an zu regnen. Zufällig standen wir da genau vor einer Pizzeria und unter der Markise war gerade noch ein Tisch frei. Also gab es heute Pizza  :)
die Pizza war super, einen guten Rotwein gab es auch und als Nachspeise gab es tarte mit Sahne oder tarte ohne Sahne aber die Sahne war aus. Also tarte  :)

Nach dem Essen hörte es zum Glück auf zu regnen und nach etwas suchen haben wir unser Bett auch wieder gefunden  :))
Viele Grüße Paula

Ilona

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4212
  • Slot Canyon Addict
    • Amerika und wandern
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #78 am: 06. August 2015, 17:18:57 »
Bin wieder auf dem Laufenden  :). Die Gegend ist klasse, aber das Himmelbett ...  ;D.

Ich glaube, darin würde ich Alpträume kriegen  ;) , vor allem, weil man nicht abschliessen kann.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Paula

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4670
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #79 am: 06. August 2015, 17:52:29 »
ehrlich gesagt:  in der ersten Nacht habe ich einen Stuhl an die Tür gerückt damit ich das höre falls nachts jemand rein kommt...
ich habe aber gut geschlafen  ;)
Viele Grüße Paula

Paula

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4670
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #80 am: 10. August 2015, 12:47:10 »
Tag 13 Donnerstag 25.6.2015

Heute Morgen gab es Frühstück in der großen Küche der B&B Betreiber. Der ältere Mann hat uns Kaffee und Saft eingeschenkt und er unterhielt sich gern mit den Gästen. Außer uns war noch ein Paar aus Frankreich hier. Das Ehepaaar das das B&B führt stammt aus Paris, sie haben sich gezielt diese Gegend ausgesucht weil es ihnen hier so gut gefiel. Diese Geschichte haben wir nun schon öfter gehört. Scheinbar verwirklichen sich viele Franzosen mit einer Pension in einer Ferienregion.

Ich hatte Josef überzeugt dass er gern allein zum Cirque de Troumouse fahren kann, ich war froh um einen Ruhetag, wollte einen Stadtbummel machen und faulenzen.
Zunächst bin ich also durch den Ort spaziert. Das Rathaus:

 

 

In der "Neustadt" entland der Hauptstrasse gab es etliche Sportgeschäfte mit Wander- und Skibedarf. Dort habe ich im Ausverkauf eine Wanderbluse erstanden meines Lieblingsherstellers Columbia. Die bekommt man in München fast gar nicht, kaufe ich sonst in USA ein. Damit war das Vorhaben "Shopping" schon mal erfolgreich abgeschlossen  :)

Danach habe ich mir die Wehrkirche im Ortszentrum angeschaut, eigentlich war das eine normale Kirche die später als Waffenlager genutzt wurde darum hat sie diese fette Mauer bekommen. Heute ist es wieder eine kleine Kirche und in einem Raum gibt es ein kleines Museum zur Geschichte der Kirche

 

 

 

 

 

ein paar wenige Fresken waren noch erhalten

 

danach war es Zeit für eine Mittagspause. Ich hatte ein schönes Lokal in der Innenstadt gefunden mit kleiner Terrasse, da habe ich einen Salat gegessen. Es gab auch ein Mittagsmenü für 15 €, was ich für ein Mittagsmenü ziemlich teuer finde, sowas gibt es in München typischerweise für 8-10 €. Aber einige Bauarbeiter haben sich hier eingefunden und haben alle das Menü bestellt. Essen hat in Frankreich doch einen anderen Stellenwert, dafür wird mehr Geld ausgegeben. Bei uns kaufen sich die Bauarbeiter eine Wurstsemmel im Supermarkt fürs Mittagessen...

Bei meinem Einkaufsbummel hatte ich am Hang in der Nähe diese Burg entdeckt, da bin ich jetzt hingegangen und habe einen Weg gesucht.
 
   

Tatsächlich war von der Hauptstrasse ein Wanderweg ausgezeichnet. Wobei "Wanderweg" echt übertrieben war, das waren höchstens 20 Minuten bis zu der Burg. Das Chateau Sainte-Marie wurde im 12. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt und gehörte 1360 zum englischen König. Das war mir gar nicht bewußt dass dieser Teil Frankreichs mal englisch war (aber so gut sind meine Geschichtskenntnisse auch nicht)

 

von hier oben hatte man einen tollen Blick auf den Ort

 

viel mehr als der Turm und eine Mauer stand nicht mehr von der Burg. Im Innenhof stand ein Fotograph mit einem Stativ und einem Monsterobjektiv auf seiner Kamera. Er hatte ein Fenster im Turm anvisiert und tatsächlich kam nach wenigen Minuten ein Falke geflogen, der muss im Turm ein Nest haben, er kam noch zweimal mit Futter für die Jungen die man laut kreischen gehört hat. Meine Fotos sind leider ziemlich verwackelt aber immerhin hatte ich etwas das ich später Josef vorweisen konnte.

 

Danach bin ich noch zu zwei Kirchen im Nachbarort spaziert die aber leider beide geschlossen waren

 

 

 

dann war es Zeit für einen Mittagsschlaf  ^-^

ich hatte kaum eine Stunde geschlafen da kam Josef von seiner Wanderung zurück. Die Straße war wirklich einigermaßen abenteuerlich vor allem im letzten Teil, da war sie einspurig aber für beide Richtungen befahrbar und das am Berg ohne Leitplanken  :o, es kam ihm zum Glück niemand entgegen. Oben war der Blick auf die Berge sehr schön und es gab einen kleinen See aber irgendwie keinen markierten Weg. Er ist ein Stück querfeldein gegangen soweit möglich und dann wieder umgekehrt.

Wir haben uns in den Garten gesetzt und Karten geschrieben und ich habe mich noch in die Wiese gelegt, hier konnte man es aushalten  :)

 

Gegen Abend sind wir dann durch den Ort gegangen, das Lokal wo wir gestern eigentlich essen wollten bevor uns der Regen überracht hatte war heute geschlossen und das Restaurant wo ich zu Mittag gegessen hatte war ausgebucht.
Hier gab es nur Sandwiches sonst hätten wir auf WIFI schon mal verzichtet  :)

 

An der Hauptstrasse gab es noch ein paar Lokale, in diesem Hotel hier gab es eine Terasse nach hinten raus, da saß man ganz schön und es waren noch Tische frei. Viel Auswahl gab es nicht: das übliche Dreigängemenü mit jeweils drei bis vier Varianten pro Gang. Das Essen war okay aber nichts herausragendes und mit 70 € incl einer Flasche Wein für zwei Personen auch nicht teuer.

 

Danach haben wir noch einen Spaziergang durch den Ort gemacht.

 

 

Ich muss sagen ich habe den Ruhetag heute genossen   8)
 

Viele Grüße Paula

Paula

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4670
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #81 am: 12. August 2015, 10:46:36 »
Tag 14 Freitag 26.6.2015




Heute geht es von Frankreich nach Spanien! Nach dem Frühstück haben wir noch mal ein paar Äpfel und Getränke eingekauft und haben uns auf den Weg gemacht. Erstes Ziel war Lourdes, ich bin zwar nicht religiös, aber wenn man schon mal in der Nähe ist...Josef war schon mal dort und fand die unterirdische Kirche so spacig, die wollte er mir zeigen. 
Die Fahrt nach Lourdes war einfach, es gab eh nur eine mögliche Route und in Lourdes angekommen gibt es riesige Parkplätze die zur Hälfte frei waren, wir haben sogar einen kostenlosen Parkplatz gefunden.

Man geht dann immer dem Fluß entlang Richtung Zentrum

 

ein Hotel reiht sich hier an das andere

 

Andenkenläden gibt es auch in Massen

 

 

 

 

 

dann kommt man auf den großen Platz mit der Kathedrale, dort in der Kirche ist ein Reliquienschrein von der heiligen Bernadette, in der Kirche haben wir keine Fotos gemacht. Wenn man unter den Torbögen durchgeht kommt man zur Quelle, da war aber schon eine ziemlich lange Schlange, auf Schlange stehen in der Hitze hatten wir beide keine Lust.

 

Gruppenfoto einer spanischen Reisegruppe vor der Kathedrale

 

danach haben wir die unterirdische Kirche besichtigt, die ist wirklich riesig und wir waren ganz alleine dort

 

ich finde das sieht aus wie in einem Raumschiff oder Hangar....

   

überall nakter Beton, dazu diese Metallgestalten, irgendwie außerirdisch

   

an den Seiten hingen Bilder von Heiligen, das war neu, das hatte Josef bei seinem ersten Besuch nicht gesehen.

 

 

 

also wie eine Kirche schaut das nicht aus finde ich. Aber als Bauwerk ist das schon interessant und für einen Fotografen natürlich ein tolles Motiv.

Es war richtig heiß heute und weitere Spaziergänge über das große Gelände haben wir lieber gelassen. Als nächstes Ziel steuerten wir den Grenzort Canfranc in Spanien an. Das Navi haben wir erst mal ignoriert, das wollte wieder über ganz kleine weiße Straßen, wir sind nach Schildern einen etwas größeren Bogen gefahren, das hat gut funktioniert.
Im Radio gab es nix außer Terrormeldungen  :o wenn man die französischen Radiosprecher gehört hat, dachte man Frankreich sei im Krieg  :o  :o  :o
wir haben nicht alles verstanden, aber es gab Anschläge in Lyon und Tunesien mit mehreren Toten, das ist nicht die Art Unterhaltung die man sich im Urlaub wünscht. Gegen Mittag haben wir in Sarrance (kleiner Ort in den Pyrenäen noch in Frankreich) gehalten und einen Kaffee getrunken. Und haben zuhause angerufen um zu sagen dass mit uns alles in Ordnung ist. In Deutschland war das Ausmaß der Anschläge noch gar nicht bekannt.
Kaum waren wir über die Grenze gefahren wurden wir von der spanischen Polizei angehalten. Wir hatten den Eindruck die winken alle französischen Autos raus: wer wir seien und wohin wir wollten. Als klar war dass wir harmlose deutsche Touristen sind durften wir weiter fahren. Ich glaube die haben nach Terroristen gesucht. Kein gutes Gefühl...

Bald danach sind wir im spanischen Ort Canfranc eingetroffen. Hier waren wir vor 10 Jahren schon mal. In Canfranc gibt es einen riesigen verlassenen Bahnhof, da war wohl mal eine große Bahnlinie geplant die dann doch nicht gebaut wurde, der Bahnhof stand aber schon und wurde gar nicht genutzt. Vor 10 Jahren konnte man überall im Gebäude herumstromern, ein Eldorado für Fotografen und zerfallende Gebäude oder Dinge sind bei meinem Freund ein besonders beliebtes Motiv. So war die Entäuschung groß dass das gesamte Gelände eingezäunt war und nicht betreten werden konnte.

 

alle Fenster und Türen waren zugenagelt oder zugemauert, das war damals auch nicht. Dafür sah das Dach neu gemacht aus, schon sehr seltsam.

   

Nach 10 Minuten sind wir wieder gegangen. In Canfranc hat das Navi in der gleichen Straße eine Santanderbank angezeigt, hier kann man Karten für die Altamira Höhle kaufen, die Bank war aber leider für 3 Tage geschlossen.
Mehr gab es hier nicht zu sehen und wir haben unser nächstes Ziel Puente la Reina ins Navi eingegeben. Laut Navi sollte der Weg über eine Stunde dauern, Josef meinte aber das könnten nur 10 Minuten sein. Also haben wir bei nächster Gelegenheit am Straßenrand angehalten und die Route auf der Papierkarte gesucht. Das war wirklich nicht weit weg, aber wir waren auf der richtigen Straße, seltsam! Nach längerem Studieren der Karte ist mir aufgefallen, dass es diesen Ort ein zweites Mal gibt etwa 100 km weg  :( heute war irgendwie der Wurm drin. Josef hatte den Ort ausgesucht weil er auf dem Pilgerweg nach Santiago liegt, es gibt dort eine berühmte Brücke. Aber in welchem Ort ist die nun  :raetsel:
wir hatten die Adresse des Hotels ins Navi eingegeben: Hotel Rural El Cerco, Rodrigo Ximenez de Rada, 36, 31100 Puente la Reina

das war dann wohl in dem weiter entfernten Puente de la Reina... wir haben dann beschlossen auf dem Weg ins Hotel durch den ersten Ort diesen Namens zu fahren und nach einer Brücke zu suchen und übernachten würden wir dann in dem gebuchten Hotel. Zum Glück hat sich das Chaos schnell gelichtet, denn der erste Ort Puente den wir bald erreichten bestand nur aus ein paar Häusern an der Landstraße, hier war weder ein Fluß noch ein Hotel oder Restaurant oder sonst was, also war das zweite Ziel wohl das richtige.

Die Fahrt war so richtig angenehm: breite, gerade Straßen, man konnte endlich mal schnell fahren, gar kein Vergleich zu Frankreich und für Josef die reinste Erholung. Die Landschaft war hübsch: hügeliges Gelände, viele Weizen und Weinfelder, kleine Dörfer. Und keinerei Katastrophenmeldungen im Radio (bzw wir haben nix davon verstanden was im Radio gesagt wurde  ;) )

Unser Hotel lag wohl mitten in der Altstadt, das Auto haben wir auf einem Parkplatz vorher stehen lassen. Es war mindestens 35 Grad heiß oder noch mehr als wir ausstiegen, ich war sehr froh, dass das Hotel in einer engen Gasse lag wo keine Sonne hinkam. Der Mann an der Rezeption sprach sehr gut englisch und als wir ihm von unserer Irrfahrt erzählt haben hat er uns berichtet dass das schon öfter passiert ist und Leute in dem anderen Puente waren und sein Hotel gesucht haben  ;D okay jetzt kamen wir uns nicht mehr so blöd vor, wir haben das Hotel zumindest selber gefunden.

Von außen sah das Gebäude völlig unscheinbar aus, innen war aber alles neu renoviert und unser Zimmer im obersten Stock war einfach klasse.

 

 

Die Klimaanlage hat super funktioniert, in kürzester Zeit war es sehr angenehm im Zimmer und wir haben erst mal Kaffee gekocht. Ich wäre ja am liebsten hier geblieben bei der Hitze die draußen herrschte, aber eine kleine Stadtbesichtigung mußte natürlich sein. Außerdem sollte es nach Auskunft der Rezeption auf dem zentralen Platz eine Santanderbank geben. Natürlich war die Bank am Freitag Nachmittag geschlossen...

Der Ort ist klein und bis zu der Brücke am Ende der Altstadt war es nicht weit zu gehen.

 

 

ganz nett aber bestimmt keine Reise wert. Außerdem war mir hier viel zu heiß. In den engen Altstadtgassen war es eher auszuhalten und die Kirche haben wir natürlich auch besichtigt.

 

drinnen war es wunderbar kühl  :) und da haben wir uns gern eine Weile in eine Bank gesetzt.

 

vorne war gerade ein Chor am Proben. Ich habe selber als Jugendliche im Kirchenchor gesungen und später ein paar Jahre in einem kleinen privaten Kammerchor und mir war sofort klar dass das da vorne kein simpler Kirchenchor war, das waren Profis. Kostprobe gefällig?

 

auf den Bänken lagen Zettel rum mit einer Konzertankündigung, das war für heute Abend 20 Uhr. Und was da vorne singt ist der Kammerchor von Pamplona. Wir können ja beide kein spanisch aber geschrieben versteht man so einiges und aus dem Prospekt ging klar hervor dass mit dem Konzert ein berühmter Musiker aus Puente La Reina geehrt werden soll der posthum eine Auszeichnung bekommen hatte (es handelt sich um D. Luis Morondo Urra geboren 1909 in Puente La Reina, gestorben in Pamplona 1983. Kennt den jemand? Ich hatte noch nie von ihm gehört, er war Komponist und Dirigent). Das Konzert war kostenlos. Haben wir ein Glück, da gehen wir natürlich hin  ^-^

zunächst haben wir aber unsern Stadtbummel fortgesetzt und sind ans andere Ende der Altsdtadt gegangen, da gab es noch mal eine Kirche

 

und ein Storchennest

 

dann gings zurück ins Zimmer und unter die Dusche. Für das Konzert wollten wir etwas manierlicher aussehen und eine lange Hose sollte wohl auch sein.

Um 20 Uhr waren wir in der Kirche die sich schnell füllte. Nach einer kurzen Ansprache begann der Chor zu singen. Die waren derart gut, da bin ich richtig ins schwärmen gekommen.

 

nach drei Stücken war Pause und ein Redner trat ans Pult. Verstanden haben wir natürlich nix. Wir haben auf den Bürgermeister getippt  :)  danach gab es einen lange Ansprache einer jungen Frau, sehr wortgewandt, unser Tipp: vom Kultusministerium  :)
unsere Geduld wurde weiter auf die Probe gestellt, denn nun kam noch mal ein Herr und rief zwei ältere Herrschaften zu sich und überreichte Ihnen eine Medaille und eine Urkunde. Soweit wir das verstanden haben waren das die Kinder des Geehrten. Dann wurde es richtig interessant: ein junger Mann in weißer Kleidung, roter Schärpe, Espandrillos und Baskenmütze trat vor die beiden, nahm seine Mütze ab und vollführte eine Art Tanz oder Parade auf der Stelle wobei er oft die Beine in die Luft warf. Begleitet wurde er von zwei Musikantinnen auf einer Flöte und einer Trommel. Die gleiche Szene haben wir an einem anderen Tag vor einem Brautpaar gesehen, das muss wohl eine Art baskischer Gruß oder Ehrenbezeugung sein.

Danach durfte endlich wieder der Chor singen, es gab etliche Solos, die Sänger waren einfach phantastisch! Um 10 Uhr als wieder ein Redner ans Pult trat haben wir uns aus der Kirche geschlichen, wir waren beide völlig begeistert!

Ein paar Meter weiter war ein Tapaslokal, das wir uns vorher schon als Dinnerlocation ausgesucht hatten. Um diese Uhrzeit gab es allerdings nur noch Menü. Englisch konnte keiner und die Karte war auch nur auf spanisch und leider ziemlich unverständlich, ich habe aber richtig geraten und bekam gefüllte Paprikaschoten als Vorspeise und dann ein vorzügliches Steak und als Nachspeise ein Zitronensorbet. Ein erstklassiger Rotwein für nur 10 € und in der Summe haben wir 50 € bezahlt. Das war eins der billigsten und zugleich besten Abendessen auf unserer Reise!

 

Auf dem Heimweg sind wir ein paar Sängern in den Gassen begegnet und haben uns für das tolle Konzert bedankt!


Viele Grüße Paula

Silv

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 1860
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #82 am: 12. August 2015, 12:45:17 »
Bei Lourdes fällt mir Familie Heinz Becker ein.... :))
Liebe Grüße
Silvia

Ilona

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4212
  • Slot Canyon Addict
    • Amerika und wandern
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #83 am: 12. August 2015, 13:31:05 »
Ich denke, eine Wallfahrt nach Lourdes werde ich nicht unternehmen :floet:, um dann im unterirdischen Raumschiff die Himmelfahrt anzutreten  :zwinker:.

Das Ding sieht echt futuristisch aus und du hättest es mir durchaus als Movieset vom Raumschiff Enterprise verkaufen können  :cool2:.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Andrea

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 5931
    • Anti walks...
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #84 am: 12. August 2015, 13:48:08 »
Also ich mag die unterirdische Kirche. Ich finde das dem Glauben angemessener als der Prunk, den man sonst so sieht. Und Erleuchtung kann man da offensichtlich auf besondere Art und Weise als Beams erhalten... (und da meine ich jetzt nicht "Beam me up, Scotty  ;) )
Liebe Grüße, Andrea



www.antiwalks.eumerika.de

Paula

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4670
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #85 am: 12. August 2015, 16:01:10 »
Bei Lourdes fällt mir Familie Heinz Becker ein.... :))

echt? Gibt es da eine Folge? Die kenne ich nicht, so ein Mist! Muss ich mal im Internet suchen... :)
Viele Grüße Paula

Paula

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4670
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #86 am: 17. August 2015, 13:07:20 »
Tag 15 Samstag 27.6.2015



Unser Hotel hatte im Erdgeschoß einen kleinen aber feinen Frühstücksraum. Kaffee wurde serviert und außer den üblichen Brötchen und Marmelade gab es auch Chorizo und einen sehr guten Schokoladenkuchen, Joghurt und Obst stand auch bereit. 86 € haben wir hier für die Übernachtung bezahlt.

Heute war das erste Ziel das Kloster Yuso in San Millán de la Cogolla. Das Kloster ist Weltkulturerbe. Die Anfahrt war völlig unschwierig über gut ausgebaute neue Landstraßen und Autobahnen. Der Unterschied zu den französischen Straßen ist wirklich krass. Hier macht das Autofahren richtig Spaß.
Am Kloster gab es einen großen Parkplatz, der Ticketschalter war nach etwas Suche auch bald gefunden. Das Kloster kostet 6 € Eintritt und kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Der Ticketkauf gestaltete sich mühselig, da die Dame nur spanisch sprach (und äußerst genervt auf unsere englische Ansprache reagierte) und erst mal eine junge Kollegin auftreiben mußte die ein paar Brocken englisch konnte. Das fanden wir jetzt schon seltsam dass bei so einem bedeutenden Touristenziel nicht mal ein Ticketkauf auf englisch geht. Viel mehr als zu sagen wann die nächste Führung ist und wieviel das kostet muß man dazu doch nicht können, das kann doch nicht so schwer sein?
Wir wollten auch noch das zweite kleine Kloster in der Nähe besichtigen und haben es immerhin geschafft in Erfahrung zu bringen wann die letzte Führung dort am Vormittag stattfindet, dann ist erst mal Siesta. Das finde ich immer total lästig in Spanien dass man am Nachmittag eigentlich nix machen kann weil dann alles geschlossen wird.

Auf die nächste Führung mußten wir nur 10 Minuten warten dann ging es los. Durch das große Portal geht es ins Klostergebäude

   

Verstanden haben wir natürlich gar nix und die Dame die die Führung durchgeführt hat, hatte sehr viel zu erzählen... Führungen gibt es leider nur auf spanisch.

   

      ein schöner Kreuzgang

 

das Kloster war innen sehr prächtig, vom Stil her eher Barock (ursprünglich war es ein romanischer Bau wurde aber mehrfach umgebaut und der größte Teil der aktuellen Anlage stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert)

 

 

 

 

 

das Kloster ist außerdem berühmt für seine Bibliothek und es beherbergt den ältesten Text in spanischer Sprache.

 

 

die Malereien in diesen alten Büchern finde ich immer total klasse, vor allem die Fantasietiere  :)

 

am Schluß wurde uns die Führung wirklich langweilig und wir waren froh als wir endlich rauskamen.

 

Im Innenhof war richtig was los und es fuhr diese Karosse vor

 

wir haben dann noch so lange gewartet bis die Braut ausgestiegen war.

 

 

 

jetzt mußten wir uns aber sputen wenn wir noch die Führung durch das zweite kleinere Kloster erreichen wollten. Dieses Kloster liegt im Wald, man kann entweder hinwandern was eine knappe halbe Stunde dauern soll oder mit dem Bus rauffahren. Weil der Bus gerade an der Haltestelle stand wollten wir den Bus nehmen, aber der Fahrer erklärte uns mit Händen und Füßen dass er keine Tickets verkauft, die muss man wohl im Kloster kaufen. Das war uns aber zu blöd noch mal zurück zu gehen und wir sind statt dessen den Wanderweg gegangen, einen Plan hatten wir im Internet ausgedruckt. Einmal haben wir uns etwas verlaufen und mußten ein Stück zurück gehen, dann haben wir einen Zahn zugelegt damit wir die Führunng um 13:25 noch erreichen, es ging bergauf aber zum Glück war es Wald schön schattig. Und so heiß wie gestern war es heute zum Glück nicht.

10 Minuten vor der geplanten Führung waren wir dort, es gab ein kleines Kassenhäuschen in dem ein älterer Mann saß der leider definitiv kein Wort englisch sprach und und uns irgendwie klarmachte dass er keine Tickets verkauft (wozu der dann da in dem Häuschen saß haben wir nicht verstanden). Vor dem Kloster wartete noch ein spanisches Touristenpaar und die meinten dass man die Tickets unten im Hauptkloster hätten kaufen müssen, na toll  >:(
wir haben noch 10 Minuten gewartet aber es kam auch niemand um das Tor zu öffnen so blieb es bei einem Bild von außen:

 

auf dem Rückweg sind wir dann aber langsamer gegangen, man hatte einen schönen Blick auf das Yuso-Kloster

 

im Klosterhof standen so ein Tänzer und zwei Musikerinnen wie gestern Abend bei dem Konzert. Die Trauung war wohl noch im Gange.

 

nachdem die zweite Besichtigung ausgefallen war hatten wir Zeit für einen Lunch. Neben dem Kloster war ein Tapaslokal und wir orderten Patates bravas (auf deutsch: Pommes rot-weiß  ;) ) und Chorizo, dazu die auch hier überall verfügbare Cola zero. Mit 15 € happig teuer, ist halt eine richtige Tourigegend hier.

 

während wir beim Futtern waren hörte man vom Kloster her Beifall und Musik, Josef hat sich seine Kamera geschnappt und so gibt es diesmal eine Aufnahme von dem "Ehrentanz" (oder wie immer man das bezeichnet).

 

danach fuhren wir zum nächsten Übernachtungsort Santo Domingo de la Calzada. Dies ist wieder ein Ort am Jakobsweg, hat eine berühmte Kirche und einen Parador worauf ich mich besonders gefreut habe. Während unserer Andalusienreise haben wir öfter in Parador Hotels übernachtet, das ist die staatliche spanische Hotelkette und diese Hotels sind immer in spektakulären Gebäuden untergebracht. In Santo Domingo de la Calzada gabe es sogar zwei Paradores.
Nach einer halben Stunde Fahrt waren wir am Ortsrand angekommen, wir hatten uns einen Parkplatz am Stadtrand ausgesucht, die Straße wo der Parador lag war Fußgängerzone. Dem Internet sei Dank hatten wir bereits einen Stadtplan und mußten den Weg zum Hotel nicht lange suchen (was habe ich nur früher ohne Internet gemacht?)

wie erwartet war das Hotel in einem schönen alten Gebäude (eine ehemalige Pilgerunterkunft) mit entsprechender Inneneinreichtung:

 

 

unser Zimmer

 

 

solche Hotels mag ich  :)

nach einer Kafffeepause haben wir einen Stadtbummel durch die Innenstadt gemacht, die engen Gassen waren Fußgängerzone und wir haben die berühmte Kirche besichtigt.

Die Besonderheit hier ist ein Hühnerkäfig mitten in der Kirche. Ich hatte das erst für einen Scherz gehalten, aber man muß nur seiner Nase folgen, die Hühner stinken nämlich, über einem Heiligenbild findet man den Käfig:

 

 

 

laut Reiseführer wurde ein junger Mann als Dieb gehängt obwohl er unschuldig war, aber er überlebte das Hängen wohl. Dem Bischof, der gerade beim Essen war, wurde das berichtet und er soll gesagt haben eher leben die Hähnchen wieder (die er gerade verspeiste) als dass ein Gehängter lebendig wird. Daraufhin bekamen die Hähnchen Federn und flatterten vom Teller weg. Wieso dieser Blödsinn aber dazu führte dass nun immer ein weißer Hahn und ein Huhn in der Kirche gehalten werden habe ich nicht verstanden. Kommt mir auch eher heidnisch vor, egal, lustig war das schon, nur gestunken hat es ziemlich

ansonsten war es aber eine schöne große Kirche (ich glaube es war früher eine Klosterkirche) mit tollen Steinmetzarbeiten

 

 

 

 

man konnte auf den Kirchturm steigen und von da hatte man tolle Sicht auf den Ort und die Reste der alten Stadtmauer. Auf der Stadtmauer waren etliche Storchennester

Blick auf zwei andere Kirchen im Ort

 

 

ganz oben im Glockenturm

 

 Blick in verschiedene Richtungen

 

hier ist die alte Stadtmauer

 

 

 

jetzt hätte ich gern wieder ein besseres Teleobjektiv gehabt. Josef hatte sein Tele gar nicht dabei und hat sich geärgert.

die Paza de Espana:

 

Bauruinen wie wir sie aus Andalusien zahlreich kannten hat man hier nicht so oft gesehen

 

danach sind wir erst zum Hotel um das Teleobjektiv einzupacken und dann durch die engen Gassen zur alten Stadtmauer gegangen

 

da haben wir dann lange die Störche beobachtet  ^-^

 

 

 

 

 

 

ich glaube denen war auch heiß. Sie haben nämlich gar nix gemacht, standen nur mit geöffneten Schnäbeln da.

am Ende der Altstadt führt eine Brücke über einen fast ausgetrockneten Fluß, da waren schon wieder Storchennester

 

 

 die Neustadt:

 

danach bin ich in den Waschsalon gegangen der nur ein paar Meter vom Hotel weg war und Josef hat sich auf die Suche nach einem Restaurant fürs Abendessen gemacht. Nach einer Stunde war ich mit der Wäsche fertig. Eine Wäsche habe ich ich dann auch benötigt  :)
frisch geduscht und in wieder sauberen Klamotten haben wir uns in das laut Tripadvisor beste Restaurant der Stadt gebeben "Los Caballeros"

   

das Lokal war ganz leer was normalerweise kein gutes Zeichen ist, aber wahrscheinlich waren wir um 20 Uhr für spanische Verhältnisse einfach viel zu früh unterwegs
Ein Menü gab es nicht, man mußte a la carte essen und das Essen war einfach sowas von lecker! Josefs Vorspeise:

 

meine Hauptspeise: ein traumhaftes Filetsteak mit einer göttlichen Sauce und frittierten Spargelstreifen (hätte ich nie bestellt war aber köstlich)

 

als Nachspeise gab es für mich Käse mit Quittenpürree (das gab es so ähnlich auch in Puente la Reina)

 

Josefs Hauptspeise hatte als Beilage ein Gemüseeis, einfach unglaublich gut! Der Rosé den man uns empfohlen hatte war auch hervorragend und so war das Essen mit 113 € das teuerste aber auch das beste, vor allem das innovativste der ganzen Reise. Sowas hätte ich in Frankreich erwartet...

nach dem Essen sind wir durch die Stadt spaziert, hier war jetzt richtig Trubel, vor allem in den einfacheren Touristenlokalen ging der Punk ab.

 

 

der Platz vor unserem Hotel. Hier war es dankenswerterweise schön ruhig.

Das war wieder ein ereignisreicher Tag heute. Im Restaurant abends gab es übrigens eine englische Speisekarte, die Verständigung ansonsten auch hier mit Hand und Fuß. Die mangelnden Englischkenntnisse der Spanier haben uns heute schon etwas genervt und auch erstaunt, sowohl das Kloster als auch der Ort hier sind doch Haupttouristenziele. In Andalusien wurde definitiv mehr englisch gesprochen (und dazu auch noch deutsch).
Viele Grüße Paula

Silv

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 1860
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #87 am: 17. August 2015, 13:33:14 »
War das alles an Beilage? Diese zwei oder drei Spargelstreifen?? Das sieht recht wenig aus...
Liebe Grüße
Silvia

Andrea

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 5931
    • Anti walks...
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #88 am: 17. August 2015, 13:33:43 »
Das mit dem Kloster ist ja wohl etwas blöd gelaufen... Aber euer Marsch nach oben hat sich doch allein schon wegend des Ausblicks auf das Kloster gelohnt, oder?

Ich habe nicht viel Erfahrung mit Spanien, aber auf englisch sprechende Menschen bin ich da auch nicht gestossen. aber gerade bei einem Weltkulturerbe könnte man zumindest mehrsprachige Tafeln (spanisch, englisch, französisch und vielleicht sogar deutsch) anbringen, an denen die Preise und die Zeiten für die Führungen angeschlagen sind... Der Ticketkauf kann dann ja wortlos geschehen.
Liebe Grüße, Andrea



www.antiwalks.eumerika.de

Ilona

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4212
  • Slot Canyon Addict
    • Amerika und wandern
Re: Frankreich und Spanien: Berge und Me(h)er
« Antwort #89 am: 17. August 2015, 15:50:01 »
War das alles an Beilage? Diese zwei oder drei Spargelstreifen?? Das sieht recht wenig aus...

Dachte ich auch gerade. Da hätte ich mich hungrig gegessen und die 113 € dafür hätten mich geärgert. Das Essen sollte nicht mehr als die Übernachtung kosten.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)