Hm, bei uns in der Niederlassung wird zu runden Geburtstagen gesammelt. Da gebe ich meistens einen Fünfer. Der Betreffende gibt dann meistens bei irgendeiner Besprechung Brötchen aus.
Als mein alter Vorgesetzter in Rente ging, hat er von mir anstandshalber etwas bekommen, aber auch nur, da er eingeladen hatte. Als die liebe Kollegin in Rente ging, die mich damals eingearbeitet hatte, hatte sie auch eingeladen. Abgesehen davon, dass es für mich Ehrensache war für einen Brunch nach Berlin zu fahren, bin ich da schon (denke ich mal) großzügig gewesen.
Ich vertrete ja die gleiche Ansicht wie Rainer in kleiner Abweichung: Das sicherlich fürstliche Gehalt bekommt er für den technischen Wert, die A-Note. Honorieren würde ich hingegen als Mitarbeiterin den künstlerischen Wert, die B-Note. Die fällt in meinen ganz persönlichen Augen nicht sehr hoch aus.
Ziel des Kollegen war wohl, beide in ein Wellness-Wochenende zu schicken. Davon abgesehen, dass ich selbst sicherlich innerhalb der letzten Jahre auch mal Wellness nötig gehabt hätte, aber lediglich Wechselduchen erhalten hatte, würde ich ein Wellness-Wochenende mit vielleicht 500 Euro maximal ansetzen. Wenn da jeder im Schnitt einen Zehner gibt, würde ich das noch tolerabel finden.
Aber der Inhalt der Mail plädierte auf einen Hunderter (also 50 pro Ruheständler) für den jeweiligen Abteilungsleiter und einen Fünfziger pro angestelltem oder freiberuflichem Mitarbeiter. Abgesehen davon, dass davon schon fast 2 Wochen USA drin wären, schätze ich, dass meine Mannen sich nur (völlig zu Recht) an die Stirn tippen würden, wenn ich da mit der Sammelbüchse herumgehe und solche Beträge einfordere.
Ist doch völlig überzogen, oder? Normalerweise würde ich, sofern er mich zur Abschiedsparty einlädt, ihm etwas im Wert eines Blumenstraußes mitbringen, also vielleicht einen dicken Krimi oder einen Gutschein für eine Theaterkarte oder zwei Kinokarten oder 4 Stunden Wellness im örtlichen Spaßbad oder ähnlich - aber so???