Montag 24.4.2017Mit Wolldecke unter der Bettdecke (zum Glück gibt es richtige Bettdecken und nicht nur Leintücher) habe ich gut geschlafen, um 8 Uhr war ich wach. Nach einer Dusche war ich einigermaßen fit. Die Fenster in der Wohnung waren beschlagen, hier muss man gut lüften. Wir sind zum Frühstück gegangen, das wird in dem Raum am Pool serviert wo auch die Rezeption ist. Außer einem Paar mit Baby war noch niemand in dem kleinen Frühstücksraum. Das Frühstück wurde am Tisch serviert, der bog sich schier unter den Köstlichkeiten.

kandierte Feigen, Omlette, Blätterteigtaschen, Nudelsalat, Wurst, Käse, Linsengemüse, Schokoladenkuchen, mit Käse überbackene Champignons...

Zurück im Zimmer haben wir die Fernbedienung für die Markise entdeckt (ich hatte nach einer Stange gesucht, eine Fernbedienung hätten wir beide nicht erwartet). Beim Frühstück hatte uns die Bedienung angeboten dass wir auch im Zimmer frühstücken könnten, das muss man nur am Abend vorher in der Rezeption bestellen. Na dann frühstücken wir morgen auf der Terrasse, ohne Markise wäre es hier morgens zu heiß.
Weil ich für eine Wanderung noch nicht fit genug war haben wir beschlossen heute einfach Sightseeing zu machen. Auf der Fahrt nach Matala waren wir am Parkplatz zur historischen Stätte Phaistos vorbeigekommen, laut Baedeker mit die interessanteste Stätte minoischer Kultur, dort fuhren wir hin. Der Eintritt betrug 8 Euro pro Nase und der Parkplatz war noch fast leer.
Die Anlage liegt mitten in Olivenplantagen mit Blick auf den schneebedeckten Psiloritis

leider gibt es nicht viel mehr als ein paar Mauerreste zu sehen

das Ganze soll eine Palastanlage gewesen sein aus der Zeit 2000 bis 1400 vor Christus.

Auf dem griechischen Festland waren wir mal in einer minoischen Ausgrabungsstätte, da haben mir die Fresken so gut gefallen, leider gab es davon hier nichts zu sehen. Die wenigen Fundstücke sind in Heraklion im Museum zu besichtigen. Aber wir wollen nicht meckern, das Wetter ist wunderbar

Ein paar Lagerräume mit Tongefäßen gab es zu besichtigen

Auf Tafeln waren Beschreibungen angebracht, ob es hier wirklich so ausgesehen hat?

am interessantesten in der ganzen Anlage ist wohl eine Scheibe mit minoischen Schriftzeichen, die bis heute nicht entziffert werden konnten, daher gibt es zwar schriftliche Unterlagen zu dieser Kultur, es kann sie aber niemand lesen.

Im Baedeker stand dass in zwei Kilometer Entfernung noch eine weitere Anlage Agia Triada zu besichtigen ist. Den Weg haben wir auf der Wanderkarte aber nicht gefunden, ein Agia Triada war da nicht eingezeichnet. Also gut dann fragen wir eben wozu habe ich griechisch gelernt? Die Dame am Kassenhäuschen war über meine auf griechisch geäußerte Frage ob sie den Fußweg von Phaistos nach Agia Triada kennt sehr erfreut und hat mit einem Wortschwall geantwortet von dem ich die Wörter parking (ah jetzt weiß ich auch was Parkplatz auf griechisch heißt

), links, rechts und geradeaus verstanden habe. Da Wort Kirche war vielleicht auch noch dabei. Also nochmal gefragt: vom Parkplatz aus gehe ich links und dann? Die Antwort war noch mal der gleiche Wortschwall und ich habe mich freundlich bedankt. Mein Freund war sehr beeindruckt von meinen Griechischkenntnissen bis ich ihm erklärt habe dass ich eigentlich nichts verstanden habe, das wollte ich vor der freundlichen Frau aber nicht zugeben. Immerhin wußten wir jetzt dass es den Weg gibt und dass er am Parkplatz startet, das finden wir schon.

Am Ausgang war eine Cafeteria und Andenkenshop, ich brauchte jetzt einen Kaffee. Der Mann an der Selbstbedienungstheke sprach englisch, ich fragte ihn ob er sich in der Umgebung auskennt (Antwort: "nein ich bin von einem anderen Universum", Witzbold

). Er kannte den Weg nach Agia Triada, das sei ganz einfach, vom Parkplatz nach links Richtung Matala an einer Kirche vorbei da geht rechts der Weg rein und ist ausgeschildert (hatte ich also gar nicht so falsch verstanden auf griechisch), man geht 3 Kilometer, na das würde ich nach einem Kaffee schon schaffen. Die 2 Cappuccini kosteten wieder 5 € das ist wohl der übliche Preis in Kreta (der griechische Kaffee war billiger), dazu gab es einen leckeren Käsekringel. Am Nachbartisch hoffte eine Katze dass was für sie abfällt

Die Kirche war schnell gefunden

leider war sie abgeschlossen, durch ein Fenster konnte man einen Blick auf die Fresken werfen. Kurz dahinter geht die Straße nach Agia Triada, ach so das ist kein Wanderweg sondern eine Straße und darum nicht auf der Wanderkarte. Laut Schild ist es 3 km entfernt.

Es war sehr idyllisch hier, es kamen auf dem Weg nur 2 Autos vorbei und wir fotografierten Blumen.

überall waren Olivenbäume ein paar Mandel- und Feigenbäume haben wir auch gesehen. Und man konnte das Meer sehen mit diesem kleinen Inselchen. Wirklich ein sehr schöner Weg, der außerdem nur sanft bergauf ging.

solche Bewässerungsanlagen hat man oft gesehen

und hier haben wir eine Pflanze die ich noch nie gesehen habe, die Blüten waren ganz weich, sie wächst gern auf Felsen, wir haben sie an anderen Orten auf Kreta auch gesehen

Kurz nach diesem kleinem Altärchen zeigte Josefs Garmin eine Abkürzung durch die Olivenfelder an. Leider ging es steil rauf und runter, also zurück nehmen wir wieder die Straße

Der Weg führte wieder auf die Straße die ein Stück steil den Berg hoch führte

und dann standen wir vor der historischen Stätte Agia Triada, rundum nur Felder und Wald, also mitten in der Pampa. Der Eintritt kostete diesmal 4 €, leider war keinerlei Beschilderung vorhanden, laut unserem Reiseführer stand hier eine Villa aus der gleichen Zeit wie Phaistos, vielleicht gehörte sie auch dazu.

am Rand des Geländes stand die Kirche Ayios Georgios

die Fresken waren leider in schlechtem Zustand

auch hier hatten die ehemaligen Bewohner einen schönen Bergblick

Josef ist noch weiter durch die Anlage gelaufen um zu fotografieren, ich habe mich in den Schatten auf eine Bank gesetzt und die Füße hochgelegt

dann sind wir zum Parkplatz zurück gelaufen, das war nun definitiv genug Anstrengung heute für mich, ich war groggy, wir sind ins Hotel zurück gefahren. Unterwegs haben wir an einer Bäckerei gehalten und leckere Spinattaschen gekauft, die haben wir dann auf der Terrasse verzehrt. Zurück im Apartment war nicht nur die Betten gemacht und das Bad geputzt, auch die Küche glänzte, sogar unser Geschirr war gespült worden, jetzt weiß ich auch warum in der Küche keine Geschirrhandtücher waren, die brauchte man nicht
Dann habe ich mich noch auf eine Liege am Pool gelegt, zum baden wäre es mir zu kalt gewesen, noch kränker muss ich nicht werden.

Um halb 7sind wir zum Abendessen runter in den Ort gefahren, am Hafen ist ein großer kostenloser Parkplatz. Agia Galini liegt auf einer Klippe steil am Hang, parken kann man nur unten. Der Ort ist häßlich, es gibt einen Haufen Bauruinen mitten im Ort, optisch der Gau. Unten am Hafen geht es so einigermaßen. Wir waren froh dass unsere Anlage außerhalb des Ortes liegt.

Agia Galini lag jetzt schon im Schatten, wir sind am Strand entlang gegangen vom Hafen zum Badestrand, da war noch Sonne.

Der Strand war auch eine Enttäuschung, er war sehr kiesig, nur bei den Liegestühlen war Sand aufgeschüttet, das Meer sah trüb aus, es gab auch Felsen im Wasser. Außerdem mündet hier ein Fluß ins Meer. Der roch nicht besonders und das Wasser sah auch nicht sauber aus, an dieser Mündung möchte ich nicht baden.

noch ein paar Fotos vom felsigen Strand, das sieht auf den Fotos besser aus als in Natura, hier lag Müll rum

Blick zurück auf den Ort

Zum Abendessen hatten wir uns bei Tripadvisor die Taverne Onar ausgesucht mit Dachterrasse und Blick zum Hafen, abends war es recht kühl, ich habe mein dickes Fleece angezogen sonst hätte man nicht draußen sitzen können.
Ich habe Kaninchen bestellt und Josef Schwertfisch, es hat ihn begeistert dass es hier Fischsorten gibt, die er noch nie gegessen hat. Beides war sehr gut. Als wir die Rechnung bestellten kam wie gestern erst mal Schnaps und eine Nachspeise, das ist hier wohl Standard. Der Kellner hat mit mir angestoßen nachdem ich ihm auf griechisch erklärt habe dass mein Freund noch Auto fahren muss und deshalb keinen Alkohol trinkt (er sprach fließend englisch aber ich habe ja nicht umsonst griechisch gelernt

)
die Fahrt im Dunkeln nach Hause ging wieder im Schritttempo vor sich, fast hätten wir im Dunkeln eine Abzweigung verpaßt. In der Wohnung war es kühl und es ist mir nicht gelungen die Temperatur der Klimaanlage zu regeln, es kam zwar Luft raus aber die wurde weder wärmer noch kälter wenn man an der Temperatur drehte. Ich war aber zu faul zur Rezeption zu gehen und habe mich in eine Wolldecke gewickelt und nach ein oder 2 Glas Wein bin ich ins Bett gegangen, für morgen war dann doch eine Wanderung geplant.
die heutige Route: